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8Nov/138

Was tun mit der Verbotserlaubnis??

Aus gegebenem Anlass auch hier wieder mal eine kleine Stellungnahme zum Dauerbrennerthema „Plastiksackerl“ (bei unseren deutschen Nachbarn meist „Tüten“ genannt!

Die EU erlaubt,  zu verbieten – Jubel und Hurra!!

Das ist nun wirklich mal eine neue Dimension im EU-Verordnungsdauerfeuer, denn schließlich sind schon krumme Gurken, nachfüllbare Olivenölglasflaschen, Behälter für Wurst – und Käseeinkauf an der Feinkosttheke, plastikfreie verpackte Mittel für den Geschirrspüler und vieles mehr ins Visier (europäischer) Verordnungswütiger geraten.

Man fragt sich also wirklich, warum gerade der Umgang mit den Plastiksackerln trotz aller erschreckender Folgen, die seit Jahren darüber bekannt sind (http://orf.at/stories/2205045/2205046/) bisher keine Verordnung wert war (oder wohl richtiger: sich bisher niemand drüber getraut hat??).

Nun gehöre ich ganz sicher nicht zu den „unkritischen Eu –KritikerInnen“ – nein, ganz im Gegenteil: Ich bin nach wie vor getragen von der Idee, dass gerade die gravierendsten Probleme unserer Zeit, sich mit vereinten Kräften am besten und effektivsten lösen lassen.

Was also anfangen mit der großzügigen Erlaubnis zur Einschränkung der Plastiksackerlflut?

Und was bedeutet diese „Erlaubnis“ für ein Land wie Österreich, wo ein (hoffentlich nicht mehr lange!) Umweltminister vor nicht allzu langer Zeit noch meinte, es gäbe hier kein Müllproblem und teilweise sogar argumentiert wird, man bräuchte den Plastikmüll, damit die Müllverbrennungsanlagen funktionieren???

Ich sehe das recht pragmatisch:

Was auch immer unserer Regierung (und natürlich auch den anderen EU-Staaten) einfällt, ob Verbot, Besteuerung oder sonstige reglementierende Maßnahmen – es muss endlich gehandelt werden!!!

Der Leidensdruck ist wahrlich groß genug! Für die Erhaltung unserer Lebensräume und Ökosysteme, die Schonung unserer Ressourcen, die Eindämmung des Klimawandels, die Erhaltung unserer Gesundheit und einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder, spielt der Umgang mit dem „Verschwendungsmaterial Plastik“ wohl einen weitaus entscheidendere Rolle als krumme Gurken oder hygienische Bedenken in Bezug auf Dosen für den Käse- und Wursteinkauf!

Es darf also so gesehen von mir aus auch durchaus ein Verbot sein!

Hauptsache irgendjemand hat endlich den Mut, das Problem nicht nur ausgiebig zu bejammern, sondern auch tatsächlich eine Veränderung herbeizuführen!!

Die Lösungen werden teilweise schon sehr erfolgreich praktiziert. In Dänemark, wo Plastiksackerl mit Steuern belegt sind, ist der Verbrauch auf 4 Stück pro Person und Jahr zurückgegangen. Damit ließe sich – zumindest vorläufig – leben.

Die Einschränkung der vielgerühmten „Freiheit des Einzelnen“ ist ein Klacks im Vergleich zum nicht wieder gut zu machenden Schaden, den diese angebliche „Freiheit“ für uns alle bedeutet.

Wir brauchen endlich PolitikerInnen, die sich trauen, Wirtschaft in die richtige Richtung zu lenken. Und dazu gehört nun mal mindestens eine ausgiebige Besteuerung von Produkten, deren ungezügelte Verwendung sich als Schaden für die Allgemeinheit erwiesen hat! (http://www.christiane-brunner.com/2013/11/eu-macht-weg-frei-fuer-plastiksackerlverbot-2/ )


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Über Sandra

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Kommentare (8) Trackbacks (1)
  1. Eine Besteuerung finde ich aus zwei Gründen am Ziel vorbeigeschossen. Zum einen wird sie den deutschen Konsumenten nicht vom Verbrauch der Tüten abhalten. Zu D-Marks-Zeiten gabs die Tüten umsonst oder sie kosteten 10 Pfennige. Inzwischen muss man dafür bis zu 30 Cent (also rund 60 Pfennige!) hinlegen. Das stört aber kaum jemanden. Und die Tüten würden auch weiterhin gekauft, wenn sie 50 Cent oder einen Euro kosten würden – wer beim Stadtbummel die Stiefel für 100 Euro entdeckt hat und mitnehmen musste, der trägt sie auch net im Karton heim, sondern bezahlt den preislich kaum spürbaren Euro gerne. Wetten? Wenn es eben aber nur noch Stoff- oder Papiertaschen an der Kasse gibt, kann eben kein Plastiksackerl hergegeben werden! Und von einer Besteuerung der dünnen Tütchen am Obststand ist ja auch keine Rede…
    Zum anderen finde ich es immer kritisch, wenn “von oben herab” entschieden wird, was schädlich ist und was nicht. Neuestes Beispiel: Die geplante Steuer auf ungesunde Lebensmittel. Als “ungesund” gelten dabei Produkte, die mehr als 275 kcal auf 100 Gramm enthalten. Nach dieser Logik wäre also eine Cola light “gesünder” als kalt gepresstes Olivenöl!
    Bei den Plastiksackerln besteht nun kein Zweifel mehr, dass sie a) verzichtbar b) schädlich für die Umwelt sind. Man sollte sie ersatzlos verbieten. Alles andere ist Augenwischerei und hindert ein Geschäft zB auch nicht daran zu sagen “Ab einem Umsatz von xx Euro gibt’s das Sackerl hier umsonst!”

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  2. Im Grunde genommen hat Werner Boote in seinem Film die Antwort schon geliefert. Die blonde EU-Kommissarin gibt unumwunden zu, dass aggressive Lobby’arbeit’ stattfindet. Ich bin auch nicht für lange Diskussionen, sondern für ein Verbot. Fertig. Aus!
    Der Drogeriemarkt D.M z.B. bietet Pfand-Stoffsackerl ;-) an. Ich habe genug eigene und klein gefaltet habe ich eine immer dabei.

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  3. Ein freundliches Hallo in die Runde ;-)

    Ich bin schon lange stille Leserin und konnte hier bereits viele Ideen für meinen Alltag mitnehmen. Begeistert von Plastik war ich nie. So fand ich schon als Kind, dass Plastikgeschirr stinkt und weigerte mich aus diversen Bechern zu trinken usw. Schüsselhändlerinnen blieben bei mir erfolglos und die Küche davon unberührt. Der restlich Haushalt hatte schon immer wenig Plastik. Lediglich Badezimmer war überlastet.

    Aber bei aller Liebe zur Natur und deren Schutz, sollte zusätzlich noch ein anderer Gedankenansatz diskutiert werden. Man verpflichtet die Haushalte zur Mülltrennung bis der Arzt kommt und hinkt bei der Wiederverwertung hinterher. Die Quote könnte besser sein.

    In Trier gab es 2010 einen Modellversuch:
    http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=10468168/pxiytu/index.html

    Leider hat sich am Ende die Müllindustrie durchgesetzt und auch in Trier muss wieder getrennt werden.

    Ich finde vernünftige Sortieranlagen, größerer Anteil Wiederverwertung statt Verbrennung und billigere Gebühren wären ein besserer Anreiz für die Menschen. Es würde weniger in der Natur landen. Mit Tonnen wiegen oder, wie bei uns eine übermäßige (für unseren Bedarf, Nachbarn sehen das anders) Anzahl bunter Säcke für eine teure pro-Kopf-Pauschale zu verteilen, ist kaum für Motivation bei desinteressierten Bürgern geeignet. Jedes Gramm kostet Geld und leider ersparen sich das viele durch “Entsorgung” am Straßenrand, im Wald oder wo auch immer sich die Gelegenheit bietet. Wind und Wasser erledigen den Rest und irgendwann liegt gar der in den Alpen weggespülte Müll im Meer.

    LG

    Kehua, die erst Plastiksäcke nutzt seit die bunten Müllbeutel zur Pflicht wurden

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  4. Ein freundliches Hallo in die Runde. Also ich sehe das auch so dass man endlich handeln muss und weniger reden sollte. Und ich wäre dafür einfach 5,- Euro für eine Plastiktüte zu verlangen und keine mehr zu verschenken. Viele Leute gehen zum Markt um frisches Biogemüse für eine gesunde Ernährung zu kaufen. Sie achten darauf dass es regional ist und sie die Bauren unterstützen. Und dann lassen sie es in 3-5 Plastiktüten packen. Die sind dann ca 20 Min im Einsatz. Und sie machen sich keine Gedanken darüber. Das schlimme ist, dass die meisten es ändern würden, wenn man sie einfach mal ganz krass damit konfrontiert was sie da eigentlich machen. Ich mach das seit ca. einem halben Jahr, dass ich immer wieder das Thema Plastiktüte anspreche. Bei Freunden, Bekannten, einfach Leute die mir eine Tüte beim Einkaufen anbieten. Man wird komisch angeschaut aber es j macht sich der eine oder andere seine Gedanken. Und ich find es dann super wenn ich die Leute wieder treffe und sie mir erzählen dass sie jetzt auch immer eine Stofftasche einstecken haben. Dann hatte ich doch schon Erfolg. Ich denke Aufklärung ist ganz wichtig. Aber das ist wohl immer so, egal welches Thema man nimmt.

    lg alexks

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  5. Hallo zusammen,
    ich habe bei meinem Bio-Gemüsekistenvertrieb nachgefragt wie sie zu Bioerzeugnisse und Plastikverpackungen stehen. Ich habe gesagt das Bio und Plastik meiner Meinung nach nicht zusammen gehören und nachgefragt, ob man die Plastiktüte in der Kiste nicht gegen Papier tauschen könnte. Als Antwort kam, Zitat: “Sie wären da ganz meiner Meinung, aber die Hygienevorschriften würden das verbieten.” Da packt man sich doch an den Kopf!!!! Wir sind jetzt so verblieben das ich meine Plastikmehrwegkiste ohne Innenbeutel bekomme.

    LG
    Rita

    [Reply]

    Sarina Reply:

    Oh, das Problem mit der Abokiste habe ich auch. Der Plastikanteil scheint mir dort immer größer zu werden. Pilze in Plastikschale mit Plastikfolie, Salatkopf in Plastiktüte etc. pp. Jetzt soll man auch die Eierkartons doch bitte ins Altpapier geben, weil der Eierlieferant für jedes MHD eigene Kartons bedrucken lässt …
    Das ist ein guter Anreiz, die diesbezüglich seit längerer Zeit geplante Mail endlich mal zu schreiben.

    [Reply]

    Mechthild (Nähe Emsland) Reply:

    Ich hatte anfangs auch mal eine Abotüte.
    Aber 1. waren mir die Tüten für den Inhalt zu teuer und 2. war das Gemüse nicht saisonal (im Winter oder im zeitigen Frühjahr gab es Paprika oder Tomaten etc.)
    Deswegen bin ich wieder dazu übergegangen, mir beim Biogärtner auf dem Wochenmarkt saisonale Produkte von seinem Feld zu kaufen.

    Die Eierkartons könnte man nutzen, um sich auf dem Wochenmarkt lose Eier zu kaufen.

    Jedoch kommen mir Zweifel anderer Art: Man sprach sich doch gegen Pappverpackung aus Altpapier aus, weil diese Erdölreste enthalten, die sich dann im Lebensmittel wiederfinden. So war es bei Nudeln, Reis, Graupen etc.
    Und die Eierkartons sind doch auch aus Altpapier, müßten also auch Erdölreste enthalten. Und da Eier wegen ihrer Schale und dem fetten Eidotter sehr durchlässig und zugleich fettreich sind, müßte sich die organischen Verbindungen gut im Ei ansammeln können. Wahrscheinlich sagt man aber, daß die Eier ja nicht so lange in dem Eierkarton stecken, so daß man keine wesentlich erhöhten Werte finden sollte.
    Aber skeptisch bleibe ich dennoch …

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