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7Feb/1223

Vom Regen in die Traufe ?

Heute möchte ich die interessanten Beiträge von Manfred, Uta und Morgan zum Anlass nehmen, meine mittlerweile doch recht differenzierte Sichtweise zum Thema Verpackungen (speziell im Bereich der Lebensmittel) hier zu erläutern.
Zugegebenermaßen haben wir zu Beginn unseres Experiments in erster Linie nach plastikfreien Alternativen gesucht, ohne uns sehr intensiv damit zu befassen, wie die Gesundheits- und Umweltaspekte im Einzelfall aussehen. Dabei ist es allerdings nicht lange geblieben…
Ob Alu, Weißblech, Karton oder Papier – bei näherer Betrachtung wurde uns natürlich klar, dass auch all diese Materialien die Umwelt belasten und auch ein mehr oder weniger großes gesundheitsschädigendes Potential in sich tragen. Und selbst Glas, das ich zumindest in Bezug auf Gesundheitsgefährdung nach wie vor für unbedenklich halte, hat, sofern es sich nicht um Mehrweggebinde handelt, durchaus keine erfreuliche Ökobilanz.
Sind wir also mit unserem Experiment vom Regen in die Traufe gekommen? Richten wir am Ende mit unseren plastikfreien Alternativen mehr Schaden an als früher? Und sind die Stoffe, die sich aus Papier, Karton und Metallverpackungen lösen können, eigentlich unbedenklicher als Weichmacher, Bisphenol-A und Co.?
Bei der Beantwortung dieser Fragen bin ich wieder einmal daran gescheitert, dass ich keine Chemikerin bin und wirklich vertrauenswürdige und unabhängige Studien dazu nicht zu finden bzw. für mich als Laien  jedenfalls nicht zu interpretieren sind.
Also habe ich mich – wie so oft – für den pragmatischen Weg entschieden:

-    Weißblech und Alu fallen ohnehin schon allein deshalb weg, weil sie innen zumeist mit Plastik beschichtet sind.
-    Papier und Kartonverpackungen versuche ich soweit als möglich zu vermeiden, indem ich Lebensmittel „offen“ einkaufe und meine eigenen Behälter, Stofftaschen, oder gebrauchte Papier – und Bioplastiksackerl mitnehme.
-    Bei Glas bevorzuge ich Mehrweg und kaufe Dinge wie Oliven, Essiggurken,…usw. zumindest seltener als früher, dafür mehr frisches Gemüse.

Viele der Produkte, die ich in den letzten 2einhalb Jahren entdeckt habe, sind jedenfalls nicht nur eine Alternative zu Plastik (manchmal, wie im Falle unseres Allzweckreinigers - gleichzeitig auch Duschbad und Shampoon - im 5 Liter Nachfüllkanister, sind sie sogar in Plastik verpackt), sondern sind zumindest aus jetziger Sicht für uns auch tatsächlich die BESSERE Alternative!

Nichts desto trotz können mich unsere individuellen Erfolgserlebnisse mittlerweile nicht mehr darüber hinweg täuschen, dass es letztlich um viel mehr geht, als für ein paar besonders kritische Menschen, die optimale Verpackungsform zu finden.
Letztlich ginge es darum, die Wirtschaft dazu zubringen erst gar keine schädlichen Substanzen mehr einzusetzen oder ihren Einsatz jedenfalls drastisch zu verringern, so dass schadstoffarmes und umweltverträgliches Einkaufen auch für die breite Masse wieder selbstverständlich werden könnte. Doch das braucht wohl weitaus mehr als nur die akribische Suche nach der individuell besten Lösung.
Das braucht zivilgesellschaftliches und auch politisches Engagement, das braucht eine neue Definition von Wohlstand, Solidarität und Lebensqualität und nicht zuletzt viele mutige Menschen….aber dazu ein andermal mehr.

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Kommentare (23) Trackbacks (0)
  1. hi sandra,

    du hast ja so recht – es geht nur um die bessere alternative und nicht die kritischen deppen die nur eine
    lücke im konzept suchen. ich hoffe ihr habt nicht falsch verstanden als ich euch fragte ob euer auto auf gummireifen fährt usw. :-) )) von mir bekommt ihr größten respekt!

    für die kritiker und zweifler passt eher der deutsche spruch:

    Die Mutter sagt’s, der Vater glaubt’s,
    und der Narr zweifelt daran.

    lg

    [Reply]

  2. Sandra, du sprichst mir aus dem Herzen.
    Mein Mann und ich suchen nun schon seit drei Jahren gemeinsam (so lange sind wir schon zusammen, vorher wurschtelten wir alleine, oft gegen den erbitterten Widerstand der jeweiligen Partner) einen für alle gangbaren Weg, der uns weder in die technologische Steinzeit zurückführt, noch, wie es mein Mann einmal so treffend ausdrückte, in eine “Welt, die nur noch aus Menschen und ihrer Nahrung besteht” – worunter er ausdrücklich Monokulturen, “Tierknäste” und alles andere subsummierte; jene Kategorien eben, in denen die Spezies Mensch gern ihre Umwelt einzuteilen pflegt, nämlich in “nützlich” und “unnütz”, wobei nicht einmal der Hauch einer Ahnung darüber besteht, welche Bedeutung die Einzelteile unserer Welt für “das Große Ganze” haben (sehr schön nachzulesen übrigens in seinem Blog unter http://www.is-aber.net/BlogEngine/post/2007/11/23/Fischlein-Fischlein-Timpeteh.aspx).
    Wir brauchen in der Tat ein Umdenken.
    Ressourcen schonen, sparen UND Wirtschaftswachstum – wie soll das gehen? Hat das Prinzip Wachstum im materiellen Sinne nicht ausgedient?
    Wie definieren wir Werte wie Freiheit, Wohlstand, Bildung, Sicherheit etc. und wie wichtig sind sie uns?
    Es reicht sicher nicht, auf Plastiksackerln zu verzichten, um die Welt zu retten.
    Aber die Sackerln sind wie kein zweites Objekt dazu geeignet, die Menschen zum Nachdenken zu bringen – sie sind allgegenwärtig, sie sind nahezu unzerstörbar, sie sind billig, verfügbar, fast jeder benutzt sie und fast niemand braucht sie!
    Wer sich gründlich beschäftigt mit den Konsequenzen seines Tuns, wird entweder wahnsinnig oder Buddhist – oder er schützt sich durch ein gutes Stück Pragmatismus.
    Das Wissen um die Folgen unseres Tuns wird uns nicht unbedingt auf den Königsweg führen – aber auf einen gangbaren.
    Dein Weltrekord mit den Stofftaschen hat gezeigt, wieviel ein Einzelner bewirken kann – weil andere mitziehen.
    Tragen wir Mosaiksteinchen zusammen – eines Tages wird daraus die neue Welt!

    [Reply]

  3. Hallo Sandra,

    völlig zurecht schreibst Du: „………..dass es letztlich um viel mehr geht, als für ein paar besonders kritische Menschen, die optimale Verpackungsform zu finden. ……………………………… Das braucht zivilgesellschaftliches und auch politisches Engagement, das braucht eine neue Definition von Wohlstand, Solidarität und Lebensqualität und nicht zuletzt viele mutige Menschen….“

    Natürlich ist es nicht sinnvoll, 25 km mit dem Auto zu fahren, um dort ein Produkt in einer plastikfreien Verpackung zu kaufen. Aber der Film Plastik Planet machte mir das Problem von Plastik erstmal klar. Und Euer weitgehend plastikfreies Leben ermutigte mich, ebenfalls mein Leben teilweise zu entplastiken. Und siehe da, ein modernes Leben ist auch ohne Plastik möglich. Ich hatte aber verlernt, wie das geht. Während meiner Kindheit in den 50er Jahren, war unser Leben in vielen Bereichen noch plastikfrei. Aber dann, im Laufe der Jahre, schlich sich der Plastik in fast alle Bereiche meines Lebens ein. Zuletzt war es dann so, dass ich 5 Scheiben Wurst in einer Plastikverpackung kaufte und diese dann auch noch in einer Plastiktüte nach Hause schleppte.

    Heute gehe ich mit einem Korb und Stofftaschen zum Einkauf, versuche regional erzeugte, verpackungsfreie Produkte in Bioqualität zu kaufen. Milch und Getränke kaufe ich in Mehrwegflaschen. Und auch sonst versuche ich auf Plastik zu verzichten.

    Aber es gibt auch Spannungsfelder:

    plastikverpackte Bioprodukte – plastikfreie verpackte konventionelle Produkte
    plastikverpackte Produkte vor Ort – plastikfrei verpackte Produkte in entfernten Geschäften
    plastikverpackte Produkte aus der Region – plastikfrei verpackte Produkte aus Übersee
    plastikverpackte Produkte – Produkte in plastikfreier, ebenso bedenklicher Verpackung

    Nicht immer gelingt es mir, Produkte zu kaufen, die alle Kriterien erfüllen, die mir wichtig sind, also plastikfrei, schadstofffrei, super Ökobilanz, Bioqualität, regional und einkaufsnah. Da hilft manchmal nur Verzicht! Aber manchmal auch der Kauf eines plastikverpackten Produktes. Sei`s drum – der Weg ist das Ziel und bei vielen Produkten gelingt es mir ja schon.

    Liebe Grüsse

    Martin

    [Reply]

  4. Lieber Stefan und Martin! Liebe Morgan!

    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!
    Es tut einfach unheimlich gut, zu bemerken, dass es Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen haben und zu ähnlichen Schlüssen kommen. Eines der Hauptprobleme beim “Experimentieren” ist ja, dass man sich oft, oder zumindest immer wieder mal ziemlich alleine dabei fühlt….

    Nach nunmerh 2einhalb Jahren Erfahrung mit zumindest größtenteils plastikfreiem Einkauf haben sich ja im Endeffekt weitaus mehr Fragen und Wünsche nach Veränderung aufgetan, als ich mir kurz nachdem ich Plastic Planet gesehen hatte, jemals vorstellen hätte können.
    Ich denke, ich war auch vorher schon ein einigermaßen kritischer Mensch, aber durch unser Experiment ist einfach so viel mehr ins Rollen gekommen. Vieles davon habt Ihr in Euren Kommentaren angesprochen.
    Ich denke und vor allem ich HOFFE, dass Menschen wie Ihr, zu den “mutigen”, die ich in meinem Beitrag erwähnt habe, gehören könnt und sofern dieser Blog auch nur einen geringen Beitrag dazu leisten kann, Euch und mich darin zu bestärken, hat er seinen Zweck schon mehr als erfüllt.
    Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt und – trotz aktuell recht herausfordernder Ereignisse in meiner Familie – werde ich mich sehr bemühen, auch weiterhin einen Beitrag zu dieser Vernetzung und gegenseitiger Ermutigung zu leisten!

    Danke Euch allen und lg
    Sandra

    [Reply]

  5. Oh, du sprichst mir aus meinem Herzen!
    Mir geht es auch immer wieder so… ein anderes beispiel dazu: soll ich die biotomaten aus Italien kaufen oder die nicht Biotomaten aus Österreich? Ich entschiede mich dann immer für die Österreich Variante. (Auch weil in vielen Bioprodukten ja gar nicht bio drin ist)

    Ja und zu dem Papier sind mir gleich die Guglers eingefallen. Die machen zwar keine Verpackungen für Lebensmittel (noch nicht) aber sie drucken auf super Papier: cradle to cradle.

    hier dieses schöne Video dazu
    http://www.youtube.com/watch?v=urGAIxTj3Dw

    Zja wenn diese Art auch für Lebensmittel eingesetzt werden wird! da würd ich mich freuen.

    [Reply]

  6. Es gibt leider verschiedene Auffassungen dessen, was Bio ist und was nicht. Tatsächlich decken sich die wenigesten Siegel mit der Vorstellung des Kunden, 100% natürliche produzierte Nahrung ohne irgendwelche Kompromisse, dazu noch sorgsam und nachhaltig produziert, zu bekommen. So richtig streng, in dem Sinne, dass zB auch das Futter für die Tiere bio sein muss, sind eigentlich nur demeter und bioland. Man muss sich da gründlich informieren, was die einzelnen Richtlinien vorschreiben und dann abwägen, was man kauft. Für mich macht es zB keinen Sinn, normalen weißen Zucker in Bio-Qualität zu kaufen. Es ist produktionstechnisch nicht wahrscheinlich, dass da noch irgendwelche Spritzmittelreste drin sind und Zuckerrüben werden ohnehin überall in Deutscland angebaut, wo man mit Spritzmitteln auch im konventionellen Landbau keineswegs freie Hand hat. Zitrusfrüchte dagegen kaufe ich grundsätzlich in Bio-Qualität (auch, wenn die EU-Richtlinien ziemlich lax sind). Aber da man in anderen Ländern im konventionellen Landbau durchaus bei uns verbotene Mittel spritzen darf, habe ich bei EU-Bio die Gewissheit, dass dies da nicht drin ist (es sei natürlich, jemand “bscheißt” mal wieder). Fertigprodukte, Limo etc. in Bio zu kaufen, halte ich für Unsinn, denn diese Produkte sind im Zweifelsfall genauso ungesund, fett, süß und mit Aromen versehen wie normale Produkte. Sie kommen bei mir so gut wie nie auf den Tisch, weder in der einen noch in der anderen Version.
    Faustregel: Was nicht von weit her heranngeschafft werden muss, was grad Saison hat, was nicht hochverarbeitet ist und wofür niemand Werbung macht, das kann man bedebkenlos essen – ob mit oder ohne Bio-Siegel!

    [Reply]

  7. es gibt nunmal kein richtig im falschen. (was einen nicht aus der verantwortung bringen soll bewusster zu konsumieren)
    aber ein nicht nachhaltiges weltwirtschaftssytem macht auch der verzicht auf plastik nicht nachhaltig.

    [Reply]

  8. John, da stimme ich dir zu.
    Bei dem, was ich tu, bin ich mir bewusst, dass es immer noch nicht reicht, selbst wenn alle Leute so handeln würden.
    Dennoch mache ich lieber ein bisschen, als zu sagen, dass es ja ohnehin nichts nützt.

    [Reply]

  9. Ich denke schon das es was bringen würde wenn jeder “ein bisschen” tun würde. Vllt. nicht viel, aber wenn man erst einmal drin ist, dabei ist etwas zu tun dann fängt man an nachzudenken.

    Das wichtigste wäre, konsequent auf das Auto verzichten oder so wenig wie möglich mit dem Auto fahren. Abgesehen davon dass das Auto jede menge Erdöl verbrennt und damit unserer Welt schadet, ist auch die Herstellung einen Kraftfahrzeugs schon enorm umweltschädigend. Wenn man bedenkt was für eine Menge an Plastik und Aluminium in einen Auto steckt. Dazu kommt die enorme Schädigung und Zerstörung der Umwelt durch die Erdölförderung und Transport. Hätte ich früher gewusst was ich heute weiß hätte ich mir nie ein Auto gekauft.

    Heute fahre ich nur noch Fahrrad. Natürlich besteht auch ein Fahrrad zum Teil aus Kunststoff, aber ich habe keine billige Wegwerfräder sondern Qualität.

    Was Plastikgeschirr bzw. Aufbewahrungsbehälter betrifft, diese habe ich alle entsorgt, Aber nicht weg geworfen. Sondern zum weiterverwenden verschenkt. Es hilft ja nichts wenn ich jetzt alles was aus Kunststoff ist entsorge,so schädige ich ja auch wieder unsere Umgebung. Besser ist es dass es so lange wie es geht weiter verwendet wird, so wird auch nichts neues gekauft.

    Auf meine elektrische Zahnbürste habe ich noch nicht verzichtet, nach wie vor benutze ich sie, dazu Bürstchen für die Zwischenräume und Zahnseide. Das muss schon sein.

    Als Kaffeemühle habe ich eine Handmühle von Zassenhaus. Aus Holz, aber etwas Kunststoff im inneren hat sie auch. Ich habe auch noch keine gefunden die komplett ohne Kunststoff wäre. Meine elektrische von Bodum die top mahlt steht in der Ecke.

    Auf was ich komplett verzichte sind Einkaufstüten aus Plastik. Entweder habe ich einen Rucksack dabei, oder Stofftüten. Auch Papiertüten kaufe ich nur zur Not.

    Im großen und ganzen ist mir bewusst das ich auch zu wenig tue, es ist aber in der heutigen Zeit auch nicht leicht oder sehr schwierig alles richtig zu machen. Wir sind noch zuwenige. Erst wenn die Industrie auf ihren Plastikbergen sitzen bleibt wird sich was bewegen. Trotzdem denke ich das wir nicht aufgeben dürfen und als Vorbild weiter machen, andere auch zum Nachdenken anzuregen.

    [Reply]

  10. Passt villeicht nicht ganz genau zu diesem Beitrag, aber wusste keinnen besseren Ort. In anderen Bereichen hat man gar keine Chance auf plastikfreiheit da es nunmal NUR welche aus plastik existieren. Den als Gamer kann man nur Plastik Controller kaufen. Am liebsten hätte ich welche von Sony aus Metall :) Bei der Konsole ists halb so schlimm da ich den ja nicht die ganze Zeit anfasse. Den Controller aber über längere zeit in Händen halte.

    Ein weiteres Problem was ich gemerkt habe, ist wegen dem Wasser. Nachdem ich den Film Bottled Life gesehen habe, was das eigentlich für einen Unsinn und sogar skandalöse Firmenpolitik betrieben wird. Entschied ich mich kein Wasser mehr zu kaufen. Den einst bin ich auf Wasser umgestiegen um nicht mehr so viel Zucker und Chemie zu trinken. Was ja auch 2 Themen sind die man bedenken sollte bei der Nahrung. Jedenfalls dachte ich mir, gibt es doch ganz klar eine einfache Lösung. Eine glasflasche kaufen mit Wasser und nach dem austrinken immer mit Hahnenwasser nachfüllen.

    So, nun ist das Problem, dass das Wasser immer nach Plastik geschmeckt hat. Und bei genauerem hinsehen sah man auch immer kleine Teile im Wasser umherschwimmen O.O … das problem kann von zwei Punkten her kommen. Ein Wasserhahnfilter hat immer plastikteile drin. Und heutzutage werden Wasserleitungen aus plastik verlegt. Also bin ich doch gezwungen wieder das Wasser zu kaufen, denn die schmeckt immerhin nicht nach plastik! Leitungen auszutauschen ist sehr teuer und die Frima lässt sich wohl kaum dazu überreden und plastikfreie wasserhahnfilter gibt so gut wie nicht. Wenn doch, nur her mit den links :) Nun bin ich ratlos da ich nicht weiter weiss…

    [Reply]

  11. Die Schwebeteilchen sind mit Sicherheit kein Plastik, sondern Kalk. Den kann man bedenkenlos mittrinken.
    Die Plastikrohre sind aus PU, sie enthalten keine Weichmacher und es kann auch kein palstik von ihnen ins Wasser übergehen, das ist chemisch unmöglich.
    Der “Plastikgeschmack” kommt gelegentlich vor, stammt aber nicht von Plastikrohren, sondern von mineralischen Beimischungen des Wassers. In Heidelberg schmeckt das Wasser ganzer Stadtteile seltsam, in Ludwigshafen kommt das Wasser milchig aus der Leitung vor Kalk und hier im Hunsrück ist es so weich, dass man tunlichst keine Kupferrohre benutzen sollte, weil sich sonst giftiger Grünspan bildet. Habt ihr hartes Wasser, so sind die Wasserrohre vermutlich ohnehin schon mit einer Kalkschicht überzogen, so dass das Waser gar nicht mehr mit dem Kunststoff in Berührung kommt.
    Kunststoffe sind nicht immer schlecht und nicht immer ist ein anderes material die bessere Alternative. Es geht darum, nachhaltig zu wirtschaften und der verschwendung Einhalt zu gebieten. da bietet sich das Thema Plastik besonders an, da es leicht verfügbar und meist recht preiswert ist und so einen verführt, sich mit Dingen zu umgeben, die man eigentlich überhaupt nicht braucht. Die Weichmacher in vielen kunststoffen – auch solchen, die mit Lebensmitteln in berührung kommen – sind in der tat ein großes und unterschätztes Problem und solche Produkte vermeiden auch wir nach allen Kräften.

    [Reply]

  12. Mir ist aufgefallen, dass relativ wenig Links für plastikfreie Alternativen angegeben werden (sowohl im Blog als auch in Ihrem Buch). Wir haben schon vor ein paar Jahren auf plastikfrei umgestellt. Ich habe auch drei Kinder und daher gibt es auch bei uns relativ oft Nudeln. Diese sind so gut wie immer in Folie verpackt. Ich habe in Deutschland auch keinen Bioanbieter ohne Folienverpackung gefunden.
    Wir bestellen allerdings einige Lebensmittel bei einem Bioanbieter in Italien und sind damit sehr zufrieden. Fast alles ist in Papier verpackt. Wir können das nur empfehlen: fattoria la vialla. Und darüber hinaus, haben die Produkte auch noch eine hervorragende Qualität.

    einfach mal googeln und katalog anfordern (für Neukunden gibt es meist auch noch ein kleines Olivenbäumchen gratis dazu) :-)

    [Reply]

  13. Ich habe mir heute den Katalog bestellt und bin gespannt.

    [Reply]

  14. Hallo, ich bin gestern durch eine kurze Zeitungsmeldung und Buchbesprechung (deutsche Zeitung “Junge Freiheit”) auf Sie und Ihr “Experiment” aufmerksam geworden und lese nun schon etwas im Blog.

    Die Idee finde ich sehr interessant, soweit als möglich auf Plastik zu verzichten und bewusst zu kaufen und zu konsumieren. Ähnliches versuche ich mit meiner Familie auch schon länger, allerdings zuerst getrieben von einer privaten “Nostalgie”.

    Ich habe Kontakte nach Kenia, durch ein Hilfsprojekt, und einige Menschen von dort haben mich mit der Nase auf diese Gedanken gestoßen, als wir uns über unsere Lebensweisen unterhielten und sie mich mit wenig Verständnis fragten, wieso ich die Traditionen und die guten Lebensweisheiten meiner Großeltern so wenig achten würde, dass ich nicht mal mehr so koche wie sie, sondern meinen Kindern lieber Essen anderer Völker vorsetze. Diese Sichtweise war mir völlig fremd und hat mich getroffen, denn in diesen Zusammenhängen habe ich noch nie vorher gedacht.

    Das hat mich ins Nachdenken über unser Konsumverhalten gebracht und wieso wir genau das kaufen und essen, was wir kaufen und essen. Und mir fiel immer mehr auf, dass vieles, was uns gerade in ökologischer Hinsicht Schwierigkeiten bereitet (Südfrüchte fallen mir da als erstes ein) noch vor einigen Jahrzehnten hier gar kein Thema war. Durch unsere Begeisterung für die internationale Küche kamen immer mehr Zutaten zu uns, die ohne einen gewissen Aufwand (Transportkosten, Verpackung, Spitzmittel, Dünger usw.) nicht zu haben sind.
    Dafür sind viele Lebensmittel, die noch bei meinen Großeltern ganz und gäbe waren, bei uns nicht mehr bekannt, wie viele einheimische Gemüsesorten oder Gewürze (die oft mit wenig bis keinen Spitzmitteln usw. auskommen, weil sie so robust sind).

    Oft frage ich nun meine Eltern und Großeltern: Wie habt ihr denn das früher gemacht? Wie habt ihr Vorräte gelagert, gekocht, gebacken usw.? Ohne Tetrapaks für Milch oder TK-Gemüse im Winter?
    Da kommen viele interessante Dinge zum Vorschein und ich habe mich davon anregen lassen, z.b. immer mehr saisonal und regional zu kaufen.

    Bei uns fährt ein Bauer aus der Gegend einmal die Woche mit seinem “Eierwagen” herum und verkauft dann Produkte vom eigenen Hof lose, Eier, Kartoffeln und Gemüse. Da kann ich mit meiner Schüssel oder meinem Beutel hingehen und die Sachen ins Haus tragen. Wenn Saison ist, hat er auch eigenes Obst im Angebot. Es kann aber auch passieren, dass es was Bestimmtes nicht gibt, dann muss man kreativ sein. Für mich ist dabei nicht nur der kurze Weg und die Offenheit wichtig (man kann auf dem Hof jederzeit einen Besuch abstatten), sondern auch, die regionale Landwirtschaft zu stützen, damit diese eine Chance hat gegen die EU-geförderten Agrarriesen.

    Bei meinen Großeltern und älteren Verwandten gibt es auch noch viele alte Einrichtungsgegenstände und Geräte in Benutzung, anderes kenne ich aus Erzählungen und meine Eltern haben lange Zeit einen großen Garten mit Selbstangebautem bewirtschaftet, wo wir Kinder selbstverständlich mithalfen, inkl. Einmachen usw.
    Nun suche ich auch z.b. bewusst auf Flohmärkten oder bei Haushaltsauflösungen nach alten, gebrauchstüchtigen Haushaltsgeräten, die noch mechanisch funktionieren (Kaffeemühle, Getreidemühle, Passiersieb, Fleischwolf usw.) und Küchenausstattung (Siebe, Meßbecher, Krüge, Vorratsgläser usw.)

    Was ich bei vielen sehr bewussten Konsumenten bemerke, ist dass sie zwar großen Wert auf ökologisch einwandfreie Produkte und Umweltschutz usw. legen, aber in der Warenauswahl und ihrem Konsumverhalten doch dem modernen Zeitgeist folgen (ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll).

    Ein Beispiel, wo es mir hier im Blog auffiel, ist die Bemerkung von Julia oben: “Ich habe auch drei Kinder und daher gibt es auch bei uns relativ oft Nudeln. … Wir bestellen allerdings einige Lebensmittel bei einem Bioanbieter in Italien …”
    Bitte – meine Gedanken dazu nicht als Kritik verstehen, sondern einfach als das, was mir dazu durch den Kopf geht!

    Wir essen auch gern Nudeln, aber als ich meine Eltern fragte, was sie als Kinder gegessen haben, kamen Nudeln dabei gar nicht vor. (Meine Oma hatte in einer Anstellung in Süddeutschland Spätzle kennengelernt, diese aber niemals in ihrer hessischen Heimat einführen können, weil sie der Familie nicht schmeckten.)
    Ebenso war Reis nur als Krankenessen (Reisschleim) bekannt, weil er für den Alltag viel zu teuer gewesen wäre.
    Es gab also Kartoffeln und Getreidespeisen als Beilage.

    Für mich und meine Familie habe ich inzwischen den bewussten Konsum durch diese Denkansätze erweitert (und das alte Kochbuch meiner Oma entmottet), und daher haben die Freunde unserer Kinder bei uns oft Aha-Erlebnisse.
    Aha, man kann ja Graupen essen und sie schmecken lecker, auch wenn sie wie kleine Würmer aussehen.
    Aha, man muss nicht jeden Tag Fleisch essen.
    Aha, Joghurt kann man auch selber machen und dann sind sogar echte Früchte drin (wenn gerade welche im Garten reif sind).
    Aha, Brennesseln sind nicht nur Unkraut, sondern schmecken auch super im Salat (junge Blättchen!).
    Usw, usw.

    Viele Grüße von Petra aus NRW (Deutschland)

    [Reply]

  15. Find ich klasse.

    [Reply]

  16. Hoi Sandra
    Du und alle die Kommentare sprechen mir aus dem Herzen und deuten nur nur an wie schwierig es sein wird unser Welt vor dem Kollaps zu bewahren. Wenn ich denke wie sich das Verhalten der Weltbevölkerung von meinem Grosi (Oma) zu Heute geändert hat ist ja kaum zu glauben. Wenn jemand meinem Grossvater (Jg. 1984) gesagt hätte, dass in 100 Jahren selten jemand “nur” Milch und Brot zum z’Nacht essen würde ich glaube der hätte sein Mehrrohr in Gebrauch genommen. Ist etwas kompliziert mein Gedankengang aber es zeigt wie enorm sich unsere Welt seit verändert hat.
    Noch einen Hinweis an Petra mein liebstes Küchengerät ist eine “Zyliss Trommelreibe”. Es gab diese mal aus Metall heute leider nicht mehr aber die Mechanik ist die gleiche. Einfach super!
    Liebe Grüsse aus Entlebuch

    [Reply]

  17. Der Autor hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist nicht nachzuvollziehen warum der Staat, der sich gern als Oberwächter aufspielt, nicht in dieser Frage auch regulierend eingreift? Wahrscheinlich steckt dahinter wieder eine starke Lobby, die einen Fortschritt mit allen Kräften verhindert. Aber davon einmal ganz abgesehen. Der Konsument trägt ebenfalls eine große Mitschuld an dem riesigen Verbrauch an Verpackungsmitteln. Es ist nun einmal nicht damit getan, anstatt der Plastiktüten auf eine Jutetasche beim Einkauf zurückzugreifen. Da muss man schon etwas mehr tun. Und das ist auch möglich. Das wären die Nachfüllpackungen, die natürlich aus anderen Stoffen angeboten werden müssten, zu nennen. Oder man kauft vermehrt frische Produkte vom Wochenmarkt ein, die nicht in Verpackungsmaterial in den Regalen liegen. Die Hersteller könnten auch gezwungen werden wie im Falle der Allzweckreinigerkanister und anderer auf ein Pfand zu setzen, wenn diese in Glasbehältern angeboten würden.

    [Reply]

  18. Was mich schon lange stört bzw. zum Verzweifeln bringt, ist die Tatsache, dass man nirgendwo Bio-Topfen (Quark) im Glas bekommt! Hin und wieder in Deutschland auf Bauernmärkten, aber in meiner näheren Umgebung grundsätzlich nie!

    Daher hab ich dem ganzen jetzt ein Ende gesetzt und stelle meinen Topfen selber her. Wenn ich gewusst hätte wie einfach das ist, hätte ich dies schon viel früher getan. Für alle die dies auch machen wollen, hier das Rezept ohne Plastik:

    3l Milch auf 30°C (nicht mehr) erwärmen (aus Glasflasche/ Bioladen)
    4 EL/Liter, also ca. 12 EL Sauermilch (Schwedenmilch) einrühren (aus 0,5l Glasflasche/Bioladen)
    Zugedeckt 48 Stunden stehen lassen (ev. einen Tag mehr, je nach Raumtemperatur)
    Die gestockte Masse mehrfach mit Messer einschneiden (längs und quer)
    ca. 10 min stehen lassen
    Großes Sieb oder besser großer Seiher mit Geschirrtuch/ Abseihtuch (gibt eigene dafür) auslegen und die Masse vorsichtig hinein leeren, abtropfen lassen nach ca. 1-2 Tagen ist der Topfen fertig! Möchte man eher trockenen Topfen, dann dauert es etwas länger, soll er cremiger sein, dann ein paar Stunden früher entnehmen – muss man ausprobieren.
    Abschließend – je nach Verwendungszweck – passier ich ihn (Flotte Lotte) um einen besonders cremigen Topfen zu erhalten.

    Aus 3 l Milch erhält man ca. 800g Topfen! Das was ich nicht brauche frier ich in Glasgefäßen ein.
    Und damit hab ich keine unnötigen 250 g Plastikbecher mehr, ebenso entfällt der blöde Aludeckel!

    [Reply]

  19. Cool, danke!

    [Reply]

  20. Gerade entdeckt: Wäschespinne aus Bambus! Zu finden zum Beispiel unter folgendem Link: http://www.amazon.de/Leifheit-84100-W%C3%A4scheschirm-Linowood-Perfect/dp/B004KAAP10

    [Reply]

  21. An alle Hundebesitzer: Als echten Problemfall habe ich immer schon Hundefutter in der Dose (Innenschicht aus Kunststoff, gibt Bisphenol A in den Inhalt ab) gesehen. Nun gibt es doch tatsächlich Hundefutter im Glas, 300g. Unter folgendem Link habe ich dieses gefunden:

    http://www.futterfreund.de/futterfreund-hundegenuss-c-30_881-1.html?sessID=okbivbmjohfbjkn4jig9v8gteglkgmvt

    Viel Erfolg beim Ausprobieren!

    [Reply]

    painteddog Reply:

    Die Lieferung von der Firma Futterfreund kann ich nur sehr positiv beurteilen. Auf meinen Wunsch hin war alles plastikfrei verpackt (vom Klebeband bis zum Füllmaterial).

    [Reply]

  22. Your style iis unique in comparison to oter folks I’ve
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    [Reply]


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