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12Jul/1212

Vom Akzeptieren und Überwinden von Grenzen

Viele Kommentare der letzten Zeit kommen von Menschen, die bereits in vielen Bereichen des Lebens, begonnen haben ihr Leben im Sinne eines ökologisch verträglicheren Lebensstils zu verändern. Und dabei - logischerweise -auf viele Grenzen, Begrenzungen und teilweise auch auf Begrenztheit stoßen.

Ich kenne das Phänomen sehr gut und hadere oft genug damit.

Heute möchte ich nur 2 kleine Gedankenansöße dazu geben:

Erstens finde ich es extrem wichtig,  Grenzen bei denen es sich in Wirklichkeit um "Begrenztheiten" (von einzelnen Menschen oder auch Organisationen, sogar von der EU) handelt zu identifizieren und nicht widerstandslos zu akzeptieren - daraus ist bei mir zum Beispiel eine spezielle Einkaufsmethode entstanden: Wenn VerkäuferInnen mir sagen, sie dürfen meine Edelstahldose nicht über die Theke nehmen, weil Gefahr bestünde, dass ich damit Bakterien in die Feinkostabteilung einschleppe, dann halte ich sie einfach in der Luft und lasse mir den Käse hineinwerfen - das klingt vielleicht echt komisch, ist aber ganz einfach und mir noch nie verwehr worden (bis jetzt gibt es zum Glück noch keine Verodnung, die verlangt, dass Menschen nur mehr in keimfreien Zustand ein Geschäft betreten dürfen...)

Zweitens ist mir schon sehr bewusst, dass es in vielen Bereichen nicht nur um gute individuelle Lösungen geht, sondern darum, Rahmenbedingungen für die große Masse zu verändern (das wird  ja auch am Ende meines Buches thematisiert.) Da ich selber ja auch politisch aktiv bin, weiß ich dass man dabei gleich noch an viel mehr Grenzen stößt.  Doch das muss nicht zwangsläufig demotivieren. Grenzen erzeugen das Bedürfnis, sie zu überwinden und in manchen Fällen, müssen sie natürlich auch akzepiert werden. Aber jede Weiterentwicklung und Veränderung von bestehenden Zuständen braucht in jedem Fall viele mutige und entschlossene Menschen, die die Grenzen zumindest einmal in Frage stellen.

Das nur mal in aller Kürze - werd mir aber noch weitere Gedanken dazu machen und wünsch Euch allen inzwischen weiterhin viel Motivation und auch Kompromissbereitschaft!

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Über Sandra

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Kommentare (12) Trackbacks (0)
  1. Du hast völlig Recht!
    Wir werden immer an Grenzen stoßen – an unsere eigenen, an solche, die andere uns abstecken, an unsinnige und an solche, die zu überwinden man besser bleiben lässt.
    Das empfinde ich aber keinesfalls als demotivierend – im Gegenteil:

    “Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen”

    Wenn wir uns mit dem zufriedengeben, was machbar scheint, bleiben wir, wenn alles dumm läuft, weit hinter unseren Möglichkeiten zurück.

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  2. Das wunderbare Buch von Frau Krautwaschl habe ich zufällig entdeckt und werde es sicher noch häufig empfehlen, da ich für unseren Ort beabsichtige “Transition Town” (hierzu gibt es ein Energiewende- Handbuch von Rob Hopkins) ins Leben zu rufen. Die Erfahrungen und Tips der Familie Krautwaschl sind eine Bereicherung und decken schon einen ganz wichtigen Teil hinsichtlich des Umgangs mit dem Peak-Öil Problem ab.
    Vielleicht interessieren sich auch Leser dieser Seite dafür und können in ihren Orten eine entsprechende Bewegung ins Leben rufen.
    Hier noch ein TIP FÜR FAMILIE KRAUTWASCHL: Bei uns im Ort (in D)gibt es eine Bäuerin, die wunderbaren MOZARELLA herstellt, den sie allerdings nur im Rahmen unseres Talente-Tauschkreises vertreibt. Vielleicht gibt es in ihrer Nähe doch jemand, der Mozarella privat herstellt.

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  3. Liebe Sandra,
    ich habe vorigen Herbst im Fernsehen “Plastic Planet” gesehen und bin seither ebenfalls ständig auf der Suche nach Alternativen zu all dem Plastik, das unser Leben dominiert. Gerade eben habe ich dein Buch ausgelesen und das hat mir wieder den nötigen Auftrieb gegeben, da ich doch sehr oft auf wenig Gegenliebe bei meinen Bemühungen stoße.
    Meine Männer daheim finden es zwar sehr schön anzuschauen wenn die Milch in Glasflaschen im Kühlschrank steht aber wenn ich sage ich möchte kein Toastbrot mehr kaufen weil es in Plastik verpackt ist, hört es sich auf mit dem Verständnis. Dieses und die Lätta muss ich meinem Mann zuliebe noch kaufen, sonst habe ich fast vollständig auf Mehrwegverpackungen umgestellt.
    Ich halte es so wie du im Buch, ich nehme es in Kauf und vertage die Entscheidung bis mir eine Lösung einfällt.
    Mein größtes Problem ist leider der Kaffee. Ich habe eine Padmaschine die ich um nichts in der Welt missen möchte. Leider besteht die fast völlig aus Plastik. Die Pads dafür sind zwar ohne Plastik aber in Plastikverpackung.
    Da ich allerdings, ähnlich wie du, der Meinung bin Prbleme sind dazu da um gelöst zu werden, hoffe ich, dafür auch irgendwann eine Lösung zu finden!
    Ich hoffe, noch viel von dir zu lesen und verbleibe
    mit ganz lieben Grüßen
    Sibylle

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  4. hallo,
    ich bin gerade frisch dabei umzustellen und stehe vor der großen frage: wohin mit all dem zeug???
    was habt ihr alle mit dem verbannten plastik gemacht????
    lg claudia

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    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Claudia!

    Wir haben das Plastik aus Küche (Alles, was mit Lebensmitteln in Berührung kam) und Bad und auch viele Kinderspielsachen tatsächlich gleich ausgeräumt und in einen Teil unseres leerstehenden Stalls verräumt. Hin und wieder verwenden wir es noch zu Ausstellungszwecken, einen Teil der Kindersachen haben wir auch verschenkt.
    Bei vielen anderen Dingen, vor allem im Garten, machen wir es ähnlich wie von Morgan beschrieben: Wir warten mit dem Austauschen, bis sie kaputt werden und kaufen erst dann die Alternativen oder – was auch nach wie vor passiert – wir kommen drauf, dass wir das Ding gar nicht ersetzen müssen…

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  5. Ich habs nicht verbannt, sondern benutze es so lange, bis ich es austauschen muss. Neulich waren das ein Wäschekorb und Zahnputzbecher, gestern ist das Scharnier an der Plastik-Vesperdose meines Mannes gebrochen und nun gibts eine aus Edelstahl!
    Ein paar Sachen hab ich aber schon weggechmissen, vor allem so Dekokruscht, den ich mal geschenkt aber nie gemocht habe und etliches an Plastikspielzeug meines Sohnes. Anderes wird verschenkt oder ich bewahrs im Keller auf, bis mir was einfällt…

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  6. Zum Glück hab ich einen großen Keller ;-) Da steht nun all das teure Zeug in Schachteln verpackt…

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  7. Ich mache es so ähnlich wie Morgan es schreibt: die wichtigen Dinge so lange benutzen, bis sie kaputtgehen oder ausgetauscht werden müssen.
    In der Zwischenzeit schon über Alternativen nachdenken und dann besorgen.

    Bei uns geht demnächst eine Kunststoff-Wäschewanne kaputt (einen Riß hat sie schon, aber sie hält noch). Im Wohnzimmer habe ich als Dekoration einen wunderschönen Weidenkorb stehen, den mein Urgroßvater geflochten hat.
    Nun bin ich als Ersatz für die Wäschewanne auf der Suche nach einem ähnlichen Weidenkorb.
    Es ist gar nicht so einfach, sowas in Deutschland in guter Qualität zu finden, denn es gibt kaum noch einheimische Flechter und die Kopfweiden, die noch an vielen Feldrainen stehen, werden auch nicht mehr richtig gepflegt für das Material.
    Aber behandelte Billigbambusware aus Asien, die es oft auf “Bauernmärkten” zu kaufen gibt, möchte ich auch nicht haben.

    Vielleicht könnte eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und regional hergestellten Produkten auch “alte” Handwerkskünste wieder beleben und immer mehr Menschen eine Alternative zum Plastik aufzeigen.

    Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber hier in meiner Nachbarschaft habe ich, wenn ich Alternativen zu Plastik verwende, auch damit zu tun, dass mich einige als altmodisch und “spießig” belächeln.
    Mir macht das aber wenig aus, ich finde, diese Dinge haben noch eine “Seele”, da hat jemand händisch dran gearbeitet und nicht eine Maschine in einer Fabrik hat einen Kunststoffcocktail zusammengepresst..

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  8. Petra, gibt es bei euch in der Nähe manchmal einen Mittelalter-Markt? Da kann man oft Körbe erstehen, die aus einheimischer Weide von hand geflochten werden. Sie sind gar nicht so teuer und ich habe meinen Weiden-Wäschekorb auch von so einem markt. Dort gibt es auch oft altes leinen, aus dem man Geschirrtücher, bettwäsche etc. nähen kann. Auch Schmiede, Schnitzer, Drechsler, Löffelmacher, Seiler und Lederer und viele andere Handwerker führen ihre Künste vor. Man kann dort oft Alltagsgegenstände bestellen und die werden dann genauso, wie man es möchte! Auch für Leckereien wie Wild- oder Bio-Wurst, Käse von kleinen Manufakturen, Imkerhonig etc. sind diese märkte eine gute Quelle. Die meisten marktfahrer kommen aus der region (Umkreis meist max. 100 km) und versenden ihre Ware auch!

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  9. Flohmärkte sind bestimmt eine gute Alternative um Körbe, Kisten, Boxen und so weiter günstigst zu bekommen.
    Erst kürzlich habe ich einige Stücke erstanden. Muss nur mit mir selbst übereinkommen wenn ich einen Behälter für Lebensmittel verwende der offensichtlich schon sehr alt und gebraucht ist. Da hab ich noch ein bisserl ein komisches Gefühl dabei. Man weiß ja nicht, was da alles schon drin war. Aber andererseits – sterben werd ich hoffentlich nicht daran, oder?
    Ich habe z.B. eine sehr hochwertige AMC-Edelstahlschüssel um 2 Euro ergattert. Die kann man natürlich toll reinigen und braucht keine Angst wegen Rückstände haben.
    Lg

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  10. Ich bin noch nicht soweit, dass ich die mitgebrachte Dose über die Frischetheke reiche, aber ich verwende keinerlei Plastiktütchen mehr beim Obst-/Gemüseeinkauf. Lediglich ein Tütchen bringe ich immer wieder mit, das verwende ich für kleinere Sachen wie Pilz etc. Das mag nicht viel sein, aber ich finde es doch erschreckend, wie verschwenderisch im Bioladen mit diesen Plastiktütchen im Obst-/Gemüsebereich umgegangen wird seitens der Verbraucher. Ich habe mir allerdings früher auch nie darüber Gedanken gemacht, muss ich gestehen.

    Haarspray ist auch so eine Sache, auf die ich nicht verzichten kann. Ich verwende nicht viel, aber das bisschen muss sein und Gel funktioniert nicht. Bioanbieter haben leider keine brauchbare Qualität, deswegen muss ich da nach wie vor Ellnet verwenden, wenigstens ist die Dose nicht aus Plastik.

    Meine übrigen Plastiksachen gebrauche ich, bis sie kaputt gehen (außer im direkten Lebensmittelgebrauch), denn ich möchte den Plastikberg nicht noch unnötig größer machen, als er eh schon ist.

    An meine Grenzen stoße ich bei Damenbinden. Außer Natracare finde ich keine Alternative, und die sind mir zu teuer, und angeblich wurden da schädliche Stoffe in den Tampons etc. gefunden. Mit Stoffstreifen etc. komme ich nicht zurecht. Unglaublich, dass seit Einführung der Damenbinde kein anderer Anbieter etwas herausgebracht hat. Dm Drogerie hatten mal Nature Damenbinden, aber aufgrund zu geringer Nachfrage wieder vom Markt genommen.

    Statt eine neue Trinkflasche zum Walken/Wandern zu kaufen, nehme ich eine leere Mineralwasserflasche. Die sind schön stabil und nicht viel schwerer als Trinkflaschen, außerdem besser zu reinigen/auszutauschen und genauso bruchfest. Das etwas höhere Gewicht als bei den Plastikprodukten sehe ich einfach als zusätzlichen Trainingseffekt ;o)

    [Reply]

    Mechthild Reply:

    Ich hätte gern mal ein Mooncup als Ersatz für Tampons ausprobiert, nur leider war ich zu jenem Zeitpunkt, als ich davon erfuhr (es wird ja wenig Werbung dafür gemacht, so daß man nur per Zufall davon erfährt) schon 46 oder 47 Jahre alt und somit in den Wechseljahren, so daß sich das ganze nicht mehr gelohnt hätte. Eine Stoffbinde hätte ich nur als Ergänzung angesehen.

    [Reply]


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