Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
24Dec/096

“Vielschichtiges” Plastikweihnachten

Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit des Einpackens und entspricht damit anscheinend einem menschlichen Grundbedürfnis.

Als unsere Kinder noch kleiner waren offenbarte sich ihr „Einpackbedürfnis“ oft in einer ganz extremen Variante. Sie bastelten, oft stundenlang, an einem aufwändig verpackten und verklebten Packerl. Beim Öffnen desselben stellte ich dann – anfangs noch mit großer Verwunderung – fest, dass das kleine Paket keinen Inhalt enthielt. Es ging den Kindern einfach nur um das Einpacken, Herschenken und Zuschauen, wie jemand auspackt.

Das verschafft offenbar Befriedigung und ich muss gestehen, dass ich dieses Phänomen auch von mir selbst (als Erwachsene wohlgemerkt!) kenne. Ich gehöre nämlich immer noch zu den Menschen, denen es prinzipiell Freude bereitet, Packerl zu machen und jemanden zu beschenken.

Allerdings gibt es schon seit längerem gewisse Erkenntnisse, die meine „Einpackfreude“ ein wenig trüben. Eine davon war gerade erst wieder in der Kleinen Zeitung (19.12.09, siehe auch Link im Weblog) nachzulesen.

Demnach fällt in der Zeit nach Weihnachten rund 30 Prozent mehr Verpackungsmüll an als im Rest des Jahres, vor allem Plastik und Papier. Ganz nebenbei landen auch noch unvorstellbare Mengen von noch original (in Plastik) verpackten unverdorbenen Lebensmitteln im Müll – aber das ist ein eigenes Thema, dem ich mich noch genauer widmen möchte, wenn es darum geht, was plastikfreie Ernährung kostet.

Die vielen Schichten des ganz normalen Verpackungswahnsinns

Wie viel Geld in all diesem Verpackungsmüll steckt, war in der Zeitung leider nicht nachzulesen. Sehr viele Dinge, die zu Weihnachten verschenkt werden, sind ja schon beim Kauf äußerst aufwändig, doppelt und dreifach verpackt. Elektrogeräte stecken zum Beispiel meist in Styropor, Plastikhülle und Karton und auch wenn das am Produkt nicht extra ausgewiesen wird, zahlt man diese Verpackung natürlich mit. An der Kassa kommt dann noch das obligate Plastiksackerl drüber (also eigentlich 4-fach Verpackung!). Zumindest die vierte Schicht könnte man da relativ einfach einsparen, indem bereits vorhandene Stoffsäcke oder Taschen mitgenommen werden.

Beim weihnachtlichen Einpacken wird dann oft noch beschichtetes Geschenkspapier verwendet, dass ebenfalls alles andere als günstig und umweltfreundlich ist (weder in der Produktion noch in der Entsorgung).

Angesichts der Tatsache, dass gerade der Kostenfaktor eines der häufigsten Argumente gegen „plastikfreies Einkaufen“ ist, würde es sich, denke ich durchaus lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht lieber bei diesen „Verpackungsorgien“ als bei unseren Lebensmitteln anfangen sollten, zu sparen.

Überraschungseffekt ohne Plastikhülle

Aber was wird nun aus all den netten, großen und kleinen Packerln? Sollen wir wirklich auf jegliche Verpackung verzichten und alles quasi „roh“ unter den Baum legen?

Natürlich gibt es auch in diesem Fall alternative Möglichkeiten. Mein plastikfreies Geburtstagsfest war diesbezüglich sehr lehrreich und ich war begeistert von der Kreativität meiner FreundInnen:

  • Die Variante, die mir persönlich fast am besten gefällt, ist das Einpacken mit altem Zeitungspapier und Bast oder Spagat (natürlich ohne Tixo!). Abgesehen davon, dass das sehr schön aussieht, kann man als kleine Draufgabe auch noch besondere Zeitungsartikel auswählen, die zum Beschenkten passen oder von denen man gerne hätte, dass er sie liest. (Das sollte man allerdings vorsichtshalber vor dem Auspacken dazusagen.)
  • Packpapier hat den Vorteil, dass man es nach belieben noch selbst gestalten (oder die Kinder damit beauftragen) kann. Da es, wenn kein Tixo verwendet wird beim Auspacken normalerweise ganz bleibt, kann es dann auch noch sehr gut als Zeichenpapier für die Kinder verwendet werden.
  • Ein weitere Alternative sind wieder verwendbare Geschenksackerln aus Stoff oder Papier, sowie Kartonschachtelen (auch Schuhkartons eigenen sich sehr gut).
  • Bei größeren Geschenken (speziell für Kinder) eignen sich auch Leintücher oder Decken sehr gut, um den „Überraschungseffekt“ zu gewährleisten.

Ich finde es passt sehr gut zu Weihnachten (denn dieses Fest hat doch etwas mit Hoffnung zu tun, oder?) bei der Verpackung der Geschenke ein wenig daran zu denken, dass wir alle etwas zur Vermeidung von Müll und zur Schonung von Ressourcen beitragen können und dass es am Ende vielleicht sogar noch ein gutes Gefühl erzeugt, wenn wir das versuchen….

In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen viel Freude beim Einpacken und ein schönes Weihnachtsfest.

Gefällt dir der Beitrag?

Abonniere den RSS feed!

Über Sandra

Keine Beschreibung des Users. Bitte fülle dein Profil aus.
Kommentare (6) Trackbacks (1)
  1. Hallo,
    da muss ich an den Kartoffeldruck denken – Kartoffel halbieren – Sterne reinschnitzen dass eine Art Stempel entsteht – und mit Farbe auf Packpapier oder Stoffbeutel bringen.
    Kann man natürlich auch mit Kork machen wenn man das öfter machen möchte!
    Einkaufstaschen (Stofftaschen) kann man auch so aufpeppen – oder unter Verwendung von Vorlagen etwas aufmalen.
    Die Farben sollten natürlich sein.
    Wobei ich jetzt an Ostern denken muss ;-) es gibt Kräuter, Pflanzen, Gemüse die sich in der Natur oder im Laden finden lassen und hübsche Ostereier machen. Der Effekt wird wohl eher pastellig ausfallen aber mit einer Speck-Schwarte kann man die Eier noch auf Hochglanz polieren.
    Außerdem haben die Kinder sicherlich viel mehr Freude an einem Pflanzen-Ostereier-Experiment als an den Eifarben die eh nichts besonderes mehr sind.

    Mit Kindern basteln und Eierfärben statt schnell noch bunte Eier in Plastik kaufen ;-) wär mal ne Abstimmung für Facebook.

    [Reply]

  2. Im Moment ist es zwar so wenig weihnachtlich, wie es im Konsumjahr überhaupt jemals wird, aber erstens lässt sich mein Kommentar vielleicht auch auf Ostern anwenden und zweitens ist er vielleicht fürs nächste Jahr interessant. :)

    Eine Weile lang (im Moment ruht diese schöne Tradition leider ein bisschen) hat meine Mutter alle Geschenke in Stoff eingeschlagen, bevor sie unter den Baum kamen. Das funktioniert nicht nur (wie im Artikel erwähnt) bei großen Geschenken, sondern bei entsprechend kleinen Tüchern auch bei “normalen” Geschenkgrößen – und die Tücher lassen sich gut farblich auf Weihnachten abstimmen, z.B. indem man goldenen oder roten Stoff wählt.

    Manchmal passt es ja auch gut, die Verpackung selbst zu einem Teil des Geschenkes zu machen – z.B., indem man ein schönes Geschirrtuch, einen Schal oder sowas verwendet.

    Zu guter Letzt wollte ich jetzt noch, weil ich vorhin schon Ostern erwähnt hatte, ein Osternest erwähnen, das ich als Kind hatte – einen Hasen aus Pappmachee, dessen Rücken sozusagen aufgeschnitten war und damit das Nest bildete. Dann ist mir eingefallen, dass die Grundlage für diesen hohlen Bauch ein Luftballon bildete, war also wohl nix mit plastikfrei. ;-)

    [Reply]

  3. Ich selbst habe zu Weihnachten 2012 erstmals alle Weihnachtsgeschenke in naturfarbenes Packpapier eingepackt und mit rotem Bast umwickelt. Hat seeehr hübsch ausgesehen! Das Packpapier werde ich beibehalten; nur die Farbe des Bastes werde ich – je nach Jahreszeit – variieren.

    Natürlich bekommt man selbst immer wieder Geschenke, welche in Plastikfolie oder beschichtetem Papier verpackt sind. Um dies nicht sofort wegzuwerfen, packe ich sorgfältig aus, um nicht zuviel zu zerreißen und lasse der Verpackung ein zweites “Verpackungsleben” zukommen, indem ich sie aufhebe und wieder mal verwende.

    [Reply]

  4. Seit etwa drei Jahren verpacke ich die Geschenke für unsere drei Kinder entweder in weiße Kopfkissen, die ich sowieso im Schrank habe, oder in Säckchen, die ich aus den nicht mehr benötigten Moltontüchern (nicht die Stoffwindeln, sondern die etwas festeren Tücher) aus der Babyzeit der Kinder genäht habe. Ein farblich passendes Band und vielleicht noch ein Tannenzweig + Zapfen u.ä. dran und fertig ist die wiederverwertbare Verpackung. Noch ein Vorteil: Es geht viel schneller, wenn die Säckchen einmal vorhanden sind.

    Noch ein Tipp für selbstgemachten Kleber, den ich noch aus meiner Kindheit kenne: Einfach Mehl und Wasser zu einem cremigen Brei verrühren. Er eignet sich natürlich nur für Papier, kostet fast nicht und ist absolut ungiftig und unverpackt. Super auch für kleinere Kinder.

    [Reply]

  5. japan assists every one of us by simply adding some one of a kind features and features. Its a unvaluable item for any fan of japan.

    [Reply]


Hinterlasse ein Kommentar