Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
18Sep/102

Urlaub am Meer (Teil 1: Vorbereitungen und Reise)

Urlaub am MeerVon den Überlegungen bezüglich unseres heurigen Kroatienurlaubes habe ich ja bereits berichtet. Unser ursprüngliches Wasserproblem hat sich im Endeffekt aber sogar mehrfach gelöst:

Zwei Tage vor der Abreise fand nämlich Veronika, eine gute Freundin von mir, in einem Markt für landwirtschaftlichen Bedarf einen Edelstahlkanister mit Zapfhahn und großer Nachfüll- und Reinigungsöffnung. Damit und mit den drei 5-Liter Glasflaschen, die wir uns schon vorher besorgt hatten, waren wir zumindest fürs Erste mit Trinkwasser versorgt.

Auf Vis erfuhren wir dann von unserer dortigen Quartiergeberin, dass das Leitungswasser auch hier mittlerweile Trinkwasserqualität hat und im einzigen echten Supermarkt der kleinen Insel entdeckten wir schließlich auch noch Mineralwasser in Glaspfandflaschen. Die plastikfreie Wasserversorgung war also gesichert.

Die weitere Verpflegung bestand aus Getreide, Müsli, Reis, Nudeln, Gemüse und Erdäpfeln aus unserem Garten, einigen Gläsern mit Spaghettisauce, Honig, Marmelade und Aufstrichen in Gläsern.

Ich hatte die Insel Vis von unserem letzten Besuch vor 15 Jahren geradezu paradiesisch in Erinnerung und mir daher fest vorgenommen, so wenig Müll wie möglich dort zurück zu lassen. An dieser Stelle muss ich auch eingestehen, dass uns – nach den Stranderlebnissen des letzten Sommers auf Istrien – unter anderem auch die Hoffnung auf weniger vermüllte Strände auf die etwas abgelegenere Insel Vis gebracht hatte.

Doch schon die Fahrt mit der Fähre von Split nach Vis raubte mir diesbezüglich einige meiner Illusionen. So wunderbar blau, türkis, klar und weit das Meer an vielen Stellen auch erscheint – Plastikmüll ist auch hier allgegenwärtig. Die Momente, in denen man tatsächlich meint, mit freiem Auge nur mehr Meer zu sehen, sind ausgesprochen rar, von einem Plastikteil zum nächsten sozusagen und dazwischen liegen selten mehr als ein paar Minuten. Dennoch ist man angesichts der unglaublichen Schönheit von Meer und Inselwelt geneigt, diese „kleinen“ Störfaktoren auszublenden – es gibt ja doch noch so viel mehr Meer als Müll…oder?

Was den exzessiven Umgang mit Plastik anbelangt, hatte die Fahrt mit der Fähre auch noch ein besonderes Schmankerl zu bieten:

Vom Sonnendeck aus beobachtete ich einen Stock tiefer 3 Frauen, die eine Sitzbank erst einmal gründlich mit Feuchttüchern reinigten, die benützten Reinigungstücher anschließend feinsäuberlich in ein Plastiksackerl verpackten, danach mit einem Desinfektionsspray die gesamte Bank einnebelten und letztlich die Sitzfläche sorgfältig mit Plastiksackerln auslegten, bevor sie sich schließlich doch entschlossen, sich auf der mittlerweile wohl ziemlich keimfreien Unterlage niederzulassen (allerdings hatten sie am Schluss vergessen, auch noch die Plastiksackerl zu desinfizieren!), worauf eine der Dreien unmittelbar begann, sich die Fingernägel zu lackieren. Obwohl ich einerseits über die groteske Szene schmunzeln musste, war andererseits die hygienische Geruchsmischung, die nach oben stieg, so beachtlich, dass mir eine kalte Schauer über den Rücken lief.

Plastik und Hygiene – für viele offenbar zwei untrennbar miteinander verbundene Begriffe, egal, ob es um die Verpackung von Lebensmitteln oder die Nutzbarmachung von Sitzbänken auf Fähren geht. Doch was von der Hygiene übrig bleibt landet leider nicht selten auf kürzestem Weg dort, wo wir es dann gar nicht mehr als hygienisch empfinden…

(Fortsetzung folgt)

Gefällt dir der Beitrag?

Abonniere den RSS feed!

Über julian

Keine Beschreibung des Users. Bitte fülle dein Profil aus.
Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Hahaha! Ja so sind sie , reinlich und stets gepflegt, mache Damen aus guten Häusern.
    Mußte auch sehr lachen!
    Bin schon gespannt auf weitere Entdeckungen aus eurem Urlaub. Weiter so!!
    Liebe Grüße, Vroni

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Vroni!

    Freut mich, dass Du Spass an der Geschichte hattest. Ich hab mich wirklich auch köstlich amüsiert, vor allem weil es mir wieder mal bewußt gemacht hat, wie unterschiedlich die Sichtweisen der Menschen sind…..
    Danke auch für Deine ausführlichen Kommentare und Tipps bezüglich Müllverbrennung und Einfrieren.

    LG Sandra

    [Reply]


Hinterlasse ein Kommentar


No trackbacks yet.