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12Dec/1010

Deutscher Umweltmedienpreis

Teil 1:  Die Vorbereitungen

Am 30. November wurde Werner Boote für „Plastic Planet“ mit der Verleihung des Deutschen Umweltmedienpreises in der Kategorie Film geehrt. Dieser Preis wird von der deutschen Umwelthilfe (DUH) für „herausragende Leistungen bei der journalistischen und schriftstellerischen Auseinandersetzung mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen“ verliehen und gehört mittlerweile zu den begehrtesten Auszeichnungen im Bereich Umwelt -und Nachhaltigkeitsjournalismus.

Als ich ca. 6 Wochen vor der Preisverleihung erfuhr, dass Werner diesen Preis heuer bekommen würde, war die Freude natürlich riesengroß. Wir hatten ja seit dem Beginn unseres Experiments vor mehr als einem Jahr viele sehr motivierende gemeinsame Erlebnisse und ich habe Werner bei all seinen Auftritten immer genauso engagiert, chaotisch, authentisch und witzig erlebt, wie damals im September 09, als ich ihn bei der Filmpremiere von „Plastic Planet“ zum ersten Mal sah.

Daher zögerten Peter und ich auch nicht lange, als uns die Deutsche Umwelthilfe zur Preisverleihung einlud, um dort als „Überraschungsgäste“ für Werner aufzutreten.

Allerdings hatte ich die Vorbereitungen für den Auftritt ein wenig unterschätzt.

Peter, dem die ehrenvolle Aufgabe zufiel, meine Geschenksidee für Werner in die Tat umzusetzen, schuf in unzähligen Arbeitsstunden einen wirklich einzigartigen Planeten aus Holz, Messingdraht und Papiermache. Ich hatte mir das alles wieder einmal viel einfacher vorgestellt….

Der Holzplanet

Meine Vorbereitungen waren indes nicht weniger anspruchsvoll. Da für den Auftritt bei der Preisverleihung Abendgarderobe gewünscht war, benötigte ich nämlich ein Paar plastikfreie Strümpfe, die ich zu meinem Kleid tragen konnte. Bei diversen anderen Veranstaltungen im Zusammenhang mit unserem Experiment, hatte ich nämlich unangenehme Fragen bezüglich des Materials meiner Strümpfe über mich ergehen lassen müssen, weshalb ich dazu übergegangen war, zu solchen Anlässen nur mehr Hosen aus 100% Naturfaser zu tragen. Beides – die unangenehmen Fragen und die Naturfaserhosen – wollte ich bei diesem speziellen Anlass umgehen.

Doch auch hier wieder dasselbe Problem: Ich stelle mir einfach alles immer viel zu einfach vor!! Nachdem ich ganz Graz vergeblich nach Seidenstrümpfen abgeklappert hatte und dabei sicher 20 mal erklärt hatte, dass es in diesem speziellen Fall eben NICHT ausreichte, dass sich „silktouch“ Nylonstrümpfe genauso seidig anfühlen, wie echte Seidenstrümpfe, versuchte ich mein Glück im Internet. Ich fand auch tatsächlich einen deutschen Versand der zumindest eine Art von Seidenstrumpfhosen und Seidenstrümpfen im Programm hatte. Allerdings war das erst 7 Tage vor unserem Auftritt und ich befürchtete, dass die Sendung nicht mehr rechtzeitig ankommen würde und ich dann umsonst ein kleines Vermögen ausgegeben haben würde.

Meine letzte Hoffnung war also Wien, wo ich vor unserer Berlinreise noch ein paar Tage mit einer Freundin verbringen wollte. Doch auch hier schien die “Operation Seidenstrümpfe“ vorerst aussichtslos zu sein. Ich war bereits 2 Tage erfolglos in Wien unterwegs, als ich schließlich von Werner, den ich in meiner Verzweiflung um Rat gefragt hatte, einen sehr entscheidenden Hinweis bekam (und das obwohl er angeblich nur „sehr selten“ solche Sachen kauft!). Das von ihm empfohlene Geschäft führte zwar selbst keine Seidenstrümpfe, ich bekam aber dort eine weitere Empfehlung. Schon beim Betreten dieses Ladens war mir klar, dass es hier sicher keine „Schnäppchen“ geben würde, doch als die Verkäuferin auf meine wenig hoffnungsvolle Frage nach Seidenstrümpfen tatsächlich nickte, hätte ich sie am liebsten umarmt! In so einem Fall fragt man dann nicht mehr nach dem Preis….

Mein Gewissen konnte ich nur damit beruhigen, dass ich im letzten Jahr, seit Beginn unseres Experiments kaum mehr Geld für Bekleidung ausgegeben hatte.

Und was Peters Reaktion anbelangte,  so hatte ich in diesem speziellen Fall die berechtigte Hoffnung, dass er sich aus einem gewissen Eigennutz heraus über dieses Luxusgut nicht allzu sehr aufregen würde…

(Fortsetzung folgt in Kürze)

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Kommentare (10) Trackbacks (0)
  1. Woooo?

    Wo ist dieses Geschäft und was haben die Strümpfe gekostet? Ich möchte nicht auch so lange suchen müssen ;-)

    LG Julia

    [Reply]

    Julia Reply:

    Ich habe zwar bei Waschbär Seiden-Leggings gefunden, die sind allerdings nicht mit Strumpfhosen vergleichbar und die Größen-Auswahl ist begrenzt.
    Außerdem suche ich schon sehr lange nach Kunststoff-Freier hübscher Unterwäsche, und diese Suche ist leider auch bisher erfolglos (Elasthan oder ein Gummiband ist immer dabei).

    Für Tipps bin ich sehr dankbar!!!

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Julia!
    Also hier meine “Geheimtipp”: Das Geschäft heißt “Agent Provocateur” und befindete sich irgendwo im 1. Bezirk in Wien (ganz in der Nähe vom Stephansdom). Dort gibt es sonst allerdings nicht allzu viel “Plastikfreies”. Und ich hoffe, dass ich aus diesen Strümpfen mein Lebtag lang nicht “herauswachse”, denn sie haben 60 € gekostet . Leider sind sie auch genauso empfindlich wie Nylonstrümpfe, weshalb ich sie sicher nur zu ganz besonderen Anlässen tragen werde! Die Preisverleihung haben sie jedenfalls schadlos überstanden!
    Hast Du es bezüglich der Unterwäsche schon bei Perviva oder Hess-Natur mit Seide oder Seide-Woll- Mischungen versucht? Wobei ich mir jetzt auch nicht sicher, ob es dort wirklich was ganz ohne Gummiband gibt…
    Falls ich fündig werde, gebe ich noch Bescheid.

    Inzwischen LG
    Sandra

    [Reply]

  2. Unterwäsche gibt es nicht ohne Gummi, wie soll ein Slip halten wenn er nur aus Baumwolle besteht?
    Bevor es Kunststoff gab wurde Unterwäsche mit Hilfe eines Bandes befestigt. Heute möchte das niemand mehr tragen.

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Nina!!

    Oh ja, es gibt jemanden, nämlich mich!! Ich würd sowas sofort tragen, ehrlich gesagt würd ich Unterwäsche, die mit einem Band gebunden wird, sogar extrem reizvoll finden. Vieleicht nicht für jeden Anlass, aber prinzipiell auf jeden Fall..also solltest du noch eine Quelle für sowas kennen, so gib mir bitte Bescheid!!

    LG sandra

    [Reply]

  3. Hallo liebe Sandra,

    ich suche ebenfalls eine (alltagstaugliche) Alternative zu Nylonstrümpfen. Allerdings bin ich zudem Veganerin, weshalb die Seidenalternative wegfällt … :( Hast du vielleicht in der Zwischenzeit neue Ideen angesammelt?

    Und da ich gerade schon dabei bin, dir zu schreiben: ich brauche plastikfreies Spülmittel und kann bei mir hier im Dörfchen nix nirgendwo abfüllen. Eignet sich Soda?

    Dank für eure Ideen – ich finde, ihr macht das super und habt mich schon zu vielen Dingen inspiriert!!

    Viele Grüße

    Yvi

    [Reply]

  4. Soda ist in vielen “alternativen” Spülmitteln enthalten. Probiers mal mit folgender Mischung.
    für 500ml:
    1 TL Natron (Soda, Natriumbicarbonat; gibts zB als “Kaiser’s Natron” in der Backwarenabteilung)
    85 ml flüssige Seife,
    500 ml Warmes Wasser in eine Flasche füllen und mit 20 Tropfen ätherischem Öl(Zitrone oder was du magst…)
    vermischen.
    Die Flüssige Seife sollte übrigens keine Schmierseife sein, die ist viel zu scharf. Nimm eine Neutralseife oder mische ein bis zwei Esslöffel Seifenspäne von Kernseife in das Wasser.

    Manche empfehlen eine zugabe von Essig, aber das funktioniert nur mit Syndet, weil der Essig die Seifenwirkung neutralisiert.

    [Reply]

  5. Vielen Dank! Das einzige, das mich an diesem und ähnlichen Rezepten stört, ist die Flüssigseife. Die bekomme ich hier nirgends ohne Plastik. Oder hast du diesbezüglich eine Idee?

    [Reply]

  6. Nein, es gibt zwar hie und da Läden, wo man sich Seife abfüllen lassen kann, aber wenn bei dir so ein Laden nicht ist (bei mir übrigens auch nicht), nützt einem das nix.

    Nimm Seifenspäne, einfach von Kernseife herunterhobeln und im heißen Wasser auflösen, bis du von der Konsitenz her denkst, es ist gut. Kernseife gibts ja lose bzw. nur in Papier verpackt.

    Die obige Mischung eignet sich übrigens auch als Handwaschmittel, allerdings NICHT für Wolle und Seide.

    [Reply]

  7. Baumwollstrumpfhosen gibt es doch für ein paar Euro überall. Spülen? Einfach mit Molke.

    [Reply]


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