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16Dec/136

Sinnlose Vorschriften (kein reines EU-Phänomen!)

Liebe Leute:

Eines vorweg: ich bin überwältigt von den zahlreichen Reaktionen und Kommentaren zu "Plastikfrei und Vegan? (Teil1)" und werde an dieser Stelle auch schon demnächst den 2.Teil veröffentlichen.

Vorher möchte ich aber - passend zur Vorweihnachtszeit - noch ein paar andere "Botschaften" loswerden. Und wie es der Zufall so will hat gerade heute im Ö1 Radiokolleg eine Serie zu einem meiner Lieblingsthemen gestartet:

Radiokolleg - Die folgsame Gesellschaft *

Wie sklavisch soll man sich an Regeln halten? (1).

Nachzuhören auf "/ Tage Ö1" unter folgendem Link:

http://oe1.orf.at/programm/357881

Es geht- wie unschwer zu errarten -  um zivilen Ungehorsam, zu dem ich hiermit aufrufen möchte! Derselbige erscheint mir im Übrigen in immer mehr Lebenssituationen angebracht, aber da ich auch eine Verfechterin der "kleinen Schritte" bin, hier eine ganz konkrete Umsetzungsmöglichkeit:

Immer wieder berichten mir motivierte PlastikvermeiderInnen, dass ihnen beim Einkauf an der Feinkosttheke, das Verpacken von Wurst und Käse in selbst mitgebrachte Behältnisse verweigert wurde. Die Begründungen gehen von angeblichen Hygienevorschriften über Firmeninterne Verpackungsvorschriften und alle möglichen EU-Bestimmungen. Mir ist ehrlich gesagt meine Zeit zu wertvoll, mich mit der "Substanz" dieser angeblichen (oder auch wirklichen) Vorschriften auseinander zusetzen oder dem genauere nachzugehen. Ich möchte Euch an dieser Stelle nur meine Erfahrung dazu berichten:

Woman - Familie Krautwaschl

Mir wurden meine speziellen Verpackungswünsche - mit einer einzigen Ausnahme - in den letzten 4 Jahren letztlich noch nie verweigert! Zugegeben: Ich musste manchmal diskutieren, den Geschäftsführer verlangen oder darauf hinweisen, dass ich das Produkt in anderen Filialen des selben Supermarktes schon ohne Probleme "unverpackt" erhalten hatte. Aber letzlich war ich doch immer die viel gepriesene "Kundin-Königin" und erhielt meine Wünsche erfüllt. In dem einzigen Ausnahmefall, musste die Verkäuferin die bereits fertig gerichtete und 3fachverpackte Käsesemmel mit Gurkerln und Senf dann eben behlalten (oder selber essen...)

Und nun zu meinem Aufruf:

Lasst Euch den Vollzug von sinnlosen Vorschriften nicht gefallen! Übt zivilen Ungehorsam! Haltet Eure mitgebrachten Metalldosen und Gläser "in der Luft" und lasst Euch den Käse "hineinwerfen", wenn irgendjemand in Sorge ist, dass diese Behälter  Keime in seine Feinkostabteilung einschleppen könnten. Diskutiert mit den Menschen, die sich einer Routine unterwerfen, die schon lange nichts mehr mit unserer "Gesunderhaltung" (Sichwort Hygiene) zu tun hat und macht ihnen klar, dass ihr im Stande seid, selbst Verantwortung für Eure Keimbelastung zu übernehmen.

Sinnlose Vorschriften sind nicht gottgegeben und daher veränderbar. Und selbst die EU, die diesbezüglich selten ein Fettnäpfchen auslässt (Stichwort "krumme Gurken", Olivenöl in nachfüllbaren Glasflaschen -Verbot oder Saatgutverordnung,....) lässt sich mitunter davon beeindrucken, dass nicht WIR für die Vorschriften sondern die Vorschriften FÜR UNS gemacht werden sollten! (Was Übrigen schon eine dezente Wahlempfehlung für die Europaparlamentswahlen im nächste Jahr sein könnte... meine diesbezüglichen Prefernzen habe ich ja unlängst erst recht deutlich gemacht.)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Spass und Experimentierfreude beim vorweihnachtlichen Lebensmitteleinkauf und freu mich auf Eure Ideen zum "gewaltfreien Widerstand"!

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Über Sandra

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Kommentare (6) Trackbacks (0)
  1. Ja, es wird Zeit für den zivilen Ungehorsam in Europa!

    Allerdings sehe ich dies nicht nur in Bezug auf Plastik- bzw. Müllvermeidung überhaupt, sondern viel mehr als große Notwendigkeit in allen Bereichen. Egal in welchem Staat, unsere PolitkerInnen sind total realitätsfern wenn es um den Alltag der Bürger geht, hofieren stattdessen die großen Konzerne wie Nestle, Monsanto & Co. Immer mehr Steuern und Abgaben, immer weniger Rente und soziale Absicherung. Wo soll das noch enden? Schaut man zu unseren südlichen EU-Staaten und wie es den Menschen dort inzwischen ergeht……. Es kann einem Angst und Bange werden!

    Ziviler Ungehorsam fängt für mich dort an, wo kein Geld mehr fließt und sich die Menschen zu Gemeinschaften bekennen. Wir in unserer Nachbarschaft haben einen gewissen Tausch-”handel” aufgebaut. Man nutzt Geräte gemeinsam, statt alle Geräte in jedem Haus zu haben. Wir geben den Überschuß aus unseren Gärten weiter, statt Obst, Gemüse und Salat vergammeln zu lassen. Jeder hat Fähigkeiten oder mag Dinge loswerden, weil nicht mehr gebraucht und auch diese lassen sich “tauschen”. Dies alles passiert Jahr für Jahr und stets ohne einen Cent. Natürlich tritt man manchmal in Vorlage (bildlich gesehen), da nicht immer sofort ein Ausgleich erfolgen kann. Über’s Jahr gesehen, kommt der Ausgleich dann doch und auch ganz von alleine ;-)

    So gesehen, bleibt ohne Geldfluß sowohl die Wirtschaft als auch der Staat draußen. Wir schwächen damit die Einnahmen, wenn auch nur in geringem Maße. Würden mehr Menschen so agieren, würden die Kassen der Verschwender immer leerer……. und genau das brauchen sie, damit sie (hoffentlich!) endlich einmal aufwachen und nicht länger an der Realität vorbei regieren! Bis jetzt tun sie nämlich nichts anderes als Wasser predigen und selbst Wein saufen!

    Es ist an der Zeit, dass die Bürger bewußter konsumieren! Braucht man das “Ding” wirklich oder will man es nur haben, weil es gerade IN ist? Muss man wirklich “Geiz ist geil” (ein bekannter Werbespruch in Deutschland) mitmachen oder bevorzugt man langlebige Qualitätssprodukte, die nicht unter menschenverachtenden und verheerenden umweltzerstörenden, – verschmutzenden Umständen in Billiglohnländern produziert wurden? Ernährt man sich mit sauberen Lebensmitteln oder schluckt man die mit viel Chemie hergestellten Nahrungsmittel der Großkonzerne? Und es gäbe noch viele Beispiele mehr!

    Eine gute Ergänzung zu “Plastic Planet” ist “We feed the world”. Man könnte weinen!

    Man könnte auch weinen, betrachtet man die Artikel in den Einkaufswagen der Kunden. Lange fand ich es interessant, was da so alles für viel Geld nach Hause geschleppt wird. Inzwischen überkommt mich eher Ekel bei dem ganzen Fertigkram und ganz schlimm finde ich, wenn schon Kinder damit vollgestopft werden……

    Aber, wahrscheinlich bin ich schon zu alt um noch die Umkehr in unserer Gesellschaft zu erleben. Zum Abschluß möchte ich nur noch auf das Pamplet “Empört Euch!” von Stéphane Hessel aufmerksam machen. Zwar nur einige Seiten stark, aber das reicht auch vollkommen. Der Mann wußte von was er schrieb….

    Herzlichen Gruß und besinnliche Feiertage wünscht allen, die hier schreiben und lesen

    Kehua

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  2. Kehua, vielen Dank für deine Zeilen. Du sprichst mir aus der Seele!

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  3. Kehua, auch herzlichen Dank von mir für die tolle und umfassende Stellungnahme – bin ganz Deiner Meinung!

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  4. Ja, es wird Zeit, dass wir Verbraucher umdenken und das dann aber auch durchziehen! Tatsächlich wurde mir erst letzte Woche in einem großen Supermarkt (r**l) von der Metzgerei-Fachverkäuferin mitgeteilt, dass sie in selbst mitgebrachte Gefäße nichts einfüllen dürfe. Das hat dann für diesen Markt den Effekt, dass ich da nie wieder kaufen werden.

    Das es auch anders geht bewies die Verkäuferin im rewe nebenan: Sie war erfreulicherweise sehr aufgeschlossen, so dass ich dort nun öfter mit meinen Dosen an der Theke stehen werde.

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  5. gienevorschrift – ja es gibt da mancher so eine Vorschrift, dass das Verkaufspersonal keine Fremdbehältnisse in ihren Bereich hinter die Theke lassen dürfen… Aber kreative Verkäuferinnen arbeiten da auch schon mal mit der Kundschaft zusammen und treffen sich über der Theke. Das heisst, sie reichen die Ware mit der Serviergabel/-zange… eben näher zum Kundenbereich und füllen das mitgebrachte Behältnis vorsichtig ohne es mit dem Serviergerät zu berühren eben über der Theke.
    Da kann dann nicht gesagt werden, es sei die Vorschrift missachtet worden.
    Bisher hatte ich aber meist kein Problem und wenn ich schon diverse blöde Kommentare oder vorgeschobenen Gründe, weshalb jetzt das plastik beschichtete Spezialist, pervorierte Plastik sacken oder gar die Alufolie besser als das Glasgefäss oder das Leinensäckchen sei… oder zu meiner Person…, so bin ich bisher noch immer bedient worden. Und da ich mich meist gar nicht dazu einlasse auf die Kommentare groß zu reagieren, wandelte sich die anfängliche Irritation meist recht schnell in Selbstverständlichkeit.
    Allerdings bevorzuge ich auch die Geschäfte, in denen diese Selbstverständlichkeit nicht erst groß erarbeitet werden muss.

    [Reply]

    ina Reply:

    Oh, da ist wohl etwas verloren gegangen, das erste Wort hieß natürlich Hygienevorschrift und die gibt es mancherorts.
    Sorry.

    [Reply]


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