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12Jan/1212

Plastikfreies Krankenhaus?

Nach einem wunderschönen plastikfreien Weihnachtsfest und einer gemütlichen „knallfreien“ Sylvesterfeier, musste Marlene aufgrund einer akuten Blutgerinnungsstörung  infolge eines Infekts auf der Grazer Kinderklinik behandelt werden.
Im Zuge des Klinikaufenthaltes bekam Marlene eine Leitung gelegt, erhielt Infusionen und es wurde mehrmals bei ihr Blut abgenommen.  Ich erinnerte mich prompt an einen ziemlich feindseligen Kommentar zu Beginn unseres Experiments: „Wollen Sie etwa auch Infusionsschläuche und Blutbeutel abschaffen, nur weil sie aus Kunststoff sind?“
Während der zwei Tage, die ich mit Marlene im Krankenhaus verbrachte, hatte ich durchaus ausreichend Gelegenheit, mir über solche Dinge Gedanken zu machen. Natürlich war ich heilfroh darüber, dass es diese Behandlungsmöglichkeiten gab, vor allem weil es Marlene dadurch bald wieder so gut ging, dass wir nach Hause gehen konnten. Dennoch entstanden bei mir durch den intensiven Kontakt mit den medizinischen Plastikteilen (Marlene bekam über 24 Stunden lang eine Infusion!) durchaus auch negative Assoziationen. „Plastik im Blut“, „Weichmacher intravenös“ und „Bisphenol –A –Cocktail“ waren einige der Gedankenblitze, die immer wieder kamen und mich nicht zuletzt recht intensiv an diverse Zeichentrickszenen aus „Plastic Planet“ erinnerten, in denen die kleinen, bösen Weichmacherteilchen sogar Gesichter haben.
Meist drängte ich diese Gedanken schnell weg und vermied es auch, die Schwestern zu fragen, woraus genau Infusionsschlauch und Beutel bestünden – hauptsächlich Mangels entsprechender Konsequenzen und Alternativen.
Als jedoch schließlich auch noch Pudding und Frischkäse in Plastikbehältern serviert wurden, wurde mir wieder einmal klar, dass es selbst hier im Krankenhaus jede menge sinnvolle und einfache Möglichkeiten gäbe, Plastik(müll) ganz einfach zu vermeiden, ohne die kleinen PatientInnen in irgendeiner Art und Weise zu gefährden.
Und auch ein anderer wichtiger Aspekt der Kunststoffverschwendung ist mir während der zwei Tage im Krankenhaus bewusst geworden: Wenn es schon so ist, dass Erdöl basierte Kunststoffe aus der aktuellen medizinischen Betreuung im Moment nicht wegzudenken sind (was mir durchaus in vielen Bereichen auch hinterfragenswert scheint), so sollten wir sie zumindest in allen anderen Bereichen vermeiden, wo immer es nur geht. Denn schließlich handelt es sich bei Erdöl – trotz aller medizinischer und sonstiger Notwendigkeiten – immer  noch um einen NICHT nachwachsenden Rohstoff!!

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Über Sandra

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Kommentare (12) Trackbacks (0)
  1. Ich war auch vor kurzem im Krankenhaus und Aufgrund meiner damaligen Situation hab ich das alles nicht so analysiert wie du. Super das du das hier schreibst… stimmt… waren früher die Infusionen nicht in Glasflaschen?

    Ja und dann das Essen… arg arg…

    Danke für deinen Horizonzerweiterungsbeitrag!

    herzliche Grüße
    von einer die versucht ohne Plastik zu leben.

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Kathrin!

    Ja, es gibt auch jetzt noch in manchen Bereichen Infusionsflaschen aus Glas und überhaupt denek ich, dass Glas (es gibt ja heutzutage perfekte Sterilisationsmöglichkeiten) auch in vielen medizinischen Bereichen die bessere Alternative sein könnte. Allerdings hab ich gerade erst irgendwo gelesen, dass in OPs jetzt sogar per Verordnung auf Plastikbeutel umgestellt werden muss, bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob das stimmt.
    Jedenfalls gibt es wo man hinsieht Handlungsbedarf. Das medizinische Thema ist ja ein recht heikles, aber wie gesagt, denke ich dass es auch hier schon einmal sehr viel bringen würde, zumiondest die unnötige Verschwendung einzustellen…

    Vielen Dank für Deinen Beitrag!
    LG Sandra

    [Reply]

  2. Zumindest im Krankenhausbereich ist Plastikabfall kein so großes Problem wie anderswo, was die Entsorgung angeht. Klinikmüll wird nämlich nicht sortiert etc., sondern mit allem Drum und Dran (Plastikspritzen und -beutel, Verbandmaterial, organischer “Abfall” aus Operationen etc.) in Hochleistungskraftwerken verbrannt. Diese erreichen eine solche Hitze, dass selbst Dioxine aus der Plastikverbrennung zu unschädlichen Stoffen zerfallen. Das brennende Plastik hat einen ähnlich hohen Heizwert wie Erdöl, es bringt praktisch seinen eigenen Brennstoff mit. Mit der entstehenden Abwärme wird dann geheizt.
    Es ist keine gute Idee, im medizinischen Bereich wieder auf Glas, Metall und andere wiederverwendbare Materialien zurückgreifen zu wollen. Glas bildet ebenso wie Metall mikrofeine Kratzer, in denen Mikroben der Sterilisation entgehen können. Ausgenommen davon sind eigentlich nur Spezialstähle, aus denen zB Operationsbesteck ist. Diese sind aber extem teuer! Und wenn man weiß, welche Gefahren auch der Einsatz von Desinfektionsmitteln beinhaltet (Stichwort MRSA) ist es besser, hier auf Einweg zu setzen.
    Ähnlich verhält es sich mit den Butter- und Marmeladeportionen etc. beim Klinikessen. So sauber ist es in keinem Kühlschrank, keiner Vorratskammer, dass man es riskieren könnte, hier Essen für kranke Menschen mehr oder weniger offen aufzubewahren! Es handelt sich ja nicht um gesunde Leute, denen man wie im Familienhaushalt tage- und wochenlang aus dem gleichen Butterpäckchen, dem gleichen Marmeladeglas das Frühstück richten könnte, sondern um teilweise Schwerkranke, deren Abwehr geschwächt ist und die auf keinen Fall mit noch so geringen Belastungen an Schimmelpilzen, Bakterien usw. in Kontakt kommen dürfen.
    Umso wichtiger ist es, unnötigen Plastikeinsatz zu vermeinden. Eine Gurke muss nicht im Ganzkörperkondom daherkommen, die ist von Natur aus gut genug verpackt. Sparen wir uns den wertvollen Werkstoff Kunststoff für die Gelegenheiten, wo er wirklich gebraucht wird.

    [Reply]

    Tahira Reply:

    Huhu,

    so sehe ich das auch. In einem Krankenhaus ist es schwer bis wegen der Gesundheit nicht machbar auf Plastik zu verzichten.

    Allerdings kann man sowas wie beim Essen – wird in unserem KH gemacht – schon Keramik etc. verwendet.

    Cu Tahira

    [Reply]

  3. ich sehe das nicht so…
    ich glaube es geht (wiedereinmal) um das liebe geld.
    wir kaufen doch maisstärke-sackerl… und ebensogut kann man daraus venenkanülen herstellen… und sterile verpackungen machen (das was sie hier im krankenhaus gesehen haben, ist ein kleiner teil des plastiks das dort benutzt wird!!).
    aber das geld regiert (haltbarkeit, PHARMAFIRMEN, ölindustrie,…)
    ich muss ja als krankenschwester wissen…
    also es ist NICHT schwer darauf zu verzichten… es is halt leider nur billiger…
    schade…
    janis
    (sehr beeindruckt)

    [Reply]

  4. Davon, dass Euer Kind einmal einen Tag lang eine Infusion per Plastikschlauch bekommen hat, wird es keine großen Schäden davontragen, solange Ihr das ganze restliche Jahr nicht aus Plastikflaschen trinkt, von Plastiktellern Sachen esst, die vorher in Plastik verpackt waren und so weiter.

    Ich sehe das so: Wo man Plastik vermeiden kann, sollte man es tun. Wo es schwierig ist, sollte man es tolerieren. Würden alle Menschen das so machen, würde das Erdöl noch seeehr lange reichen, die Umweltbelastung wäre viel geringer, unsere Gesundheit könnte sich erholen.

    Nur weil man etwas nicht perfekt machen kann, muss man es doch nicht gleich ganz lassen!
    Würden das alle Menschen mal begreifen, ginge es uns allen besser!

    Liebe Grüße,
    Henriette

    [Reply]

  5. Absolut richtig, Henriette!

    Was das Bio-Plastik aus Maisstärke angeht: Ich halte nichts davon, Essen und Anbaufläche für Nahrung in großem Stil zweckzuentfremden, solange Menschen auf diesem Planeten hungern.
    Zudem lehnen viele Bio-Lebensmittelhersteller Bio-Plastik ab, weil dieses oft aus genmanipulierten Pflanzen gewonnen wird. Für die Lebensmittelgewinnung werden ja nicht nur hier, sondern auch in anderen Ländern GTV-Pflanzen nicht toleriert, aber bei Pflanzen, die nicht der Ernährung dienen sollen, sieht es vielfach anders aus. Ein Anbau von Mais, Zuckerrohr etc. zum Zwecke der Gewinnung eines Werkstoffs würde nicht nur Ackerflächenumwidmung im großen Stil bedeuten, sondern auch der allgemeinen Einführung der Gentechnik das Hintertürchen weiter öffnen als ein Stadttor!

    [Reply]

  6. Hallo!
    Ich war mit meiner Ältesten (12 Jahre) als sie mit einem halben Jahr ihre ersten epileptischen Anfälle hatte sehr oft im Krankenhaus, und damals wie auch bei den nachfolgenden 3 Kindern sind mir die wundervollen Glas Babyfläschchen mit Naturkautschuk sauger aufgefallen. Die gibts nachwievor zumindest in der Kinderklinik in Graz, war mit meiner Jüngsten (1 Jahr) letzten Winter in der KLinik und hätte am liebsten welche mitgehen lassen. ;-) So unhygienisch kann also Glas nicht sein… von wegen kratzer…. Leider hab ich nirgendswo im Handel Glasbabyfläschchen gefunden. Auch hab ich vor ein paar Wochen eine Dokumentation über Medizintechnik gesehen, in der erklärt wurde dass einige der Schläuche und Teile in den Krankenhäusern aus Kautschuk hergestellt wurden und werden. Leider gehören da die Nässeschutzbezüge der Betten soweitich weiß nicht dazu … wir haben sowas für unsere Älteste gekauft , kompletter Plastik bezug, schrecklich… Leider ist die Auswahl bei Heilbehelfen so gering…. Auch was die Windeln angeht. Im Krankenhaus gibts nur Pampers, und für Ältere oder Behinderte Menschen gibts nur die Vollplastikvarianten, ich ärgere mich jeden Tag über die Krankenkassenwindeln für meine Älteste. Da lob ich mir Popolini und dank eures Buches jetzt auch Moltex für unsere Kleinste ;)

    LG Heidi (graz)

    Auf jeden Fall ärgere ich mich seit 12 jahren über meine Plastikbabyfläschchen…..

    [Reply]

  7. Der Kommentar von Heidi ist zwar schon fast ein Jahr alt, aber ich will mich trotzdem mal äußern, weil ich mich gerade total wundere. Ich kann nicht glauben, daß gerade im Internetzeitalter keine Glasflaschen für Babies erhältlich sein sollen in Österreich?!
    Wenn ich (in D) “Babyflasche aus Glas” bei Guurgel eingebe, dann bekomme ich -zig Ergebnisse angezeigt, wo man diese ordern kann.
    Im Zweifel, falls ich nicht über’s Internet bestellen wollte, würde ich bei einer Drogerie oder Apotheke anfragen, ob die sowas besorgen können. Sollte doch irgendwie möglich sein?

    Ansonsten habe ich mich bei meinen zahlreichen Krankenhausaufenthalten auch immer Frust bekommen ob der vielen Infusionsdinger, Schläuche, Beutelchen und was nicht alles. Natürlich nimmt man dankbar den Segen der modernen Medizin an und ist froh, daß einem geholfen wird.
    Aber ich wüßte nun auch nicht, wie man das lösen könnte.

    Daher unterschreibe ich die Meinungen, daß man zumindest in den “nicht-vermeidbar”-Bereichen Plastik einigermaßen tolerieren soll, und daher in anderen Bereichen, wo es überflüssig ist, streng daran sparen sollte.
    Von “Maisplastik” halte ich auch überhaupt nichts, denn wie hier auch schon geschrieben, gehen Ackerflächen und Ressourcen für den Maisanbau verloren und dafür wird viel Energie und Wasser verbraten, von Gen-Mais ganz zu schweigen. Und alles nur, damit die Industrie weiterhin alles fröhlich in überflüssige Verpackungen klatschen kann und auch Privatleute mit “gutem Gewissen” ihr Einwegbesteck/-Geschirr aus Maiskunststoff benutzen können.
    DAS kann und darf keine Lösung sein!

    Ansonsten hat mich dieses Projekt sehr inspiriert, und auch ich stelle nun schrittweise meinen Haushalt auf “plastikfrei” um und freue mich über jede neue Entdeckung die ich da mache. :-)
    Danke für den beispielhaften Blog und die vielen tollen Anregungen!

    [Reply]

  8. Hallo!
    Meine Frage bezieht sich nicht auf das Krankenhaus aber ich habe in den Spalten keine gefunden wo sie wirklich rein passen würde. Ich brauche nämlich eine neue Matratze, diese soll natürlich plastikfrei sein und ich bin so langsam schier am verzweifeln, gibt es so etwas überhaupt??? Ich hoffe dass mir hier jemand helfen kann. Viele Grüße Angie

    [Reply]

    painteddog Reply:

    Schaum mal bei Team 7, die haben Naturlatex-Matratzen!

    https://www.team7.at/de/schlafen/bettinnenleben/classic/

    LG painteddog

    [Reply]

    Angie Reply:

    danke!

    [Reply]


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