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31Dec/096

Plastikfreie Silvesterplanung

Hüttenzauber einmal anders!

Auch heuer werden wir- wie schon in den letzten Jahren- Silvester auf einer Hütte am Stoderzinken (Gröbming) verbringen. Unsere Freunde Sonja und Gerhard sind ebenfalls wieder mit von der Partie.

Da wir bereits am 30. Dezember anreisen und vorhaben bis 4. oder 5. Jänner zu bleiben, erfordert es natürlich einiges an Planung und Organisation, die gesamte Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung (auf der Hütte gibt es nämlich nur Brauchwasser) für sieben Personen zu gewährleisten.

Der Umstand dass fast alle Mitreisenden ausgesprochene „Viel-Esser“ sind (ich selbst würde mich eher als „Normal-Esserin“ bezeichnen), hat dazu geführt, dass wir in den letzten Jahren immer ziemlich viel „Notration“ im Gepäck hatten. Und alles, was wider Erwarten nicht verbraucht wurde, sollte natürlich möglichst lange haltbar sein, um auch noch einen eventuellen Rücktransport heil zu überstehen. Das führte dazu, dass unsere Hüttentage sozusagen die „Hochsaison des Plastiks“ wurden.

Vorsichtshalber kauften wir nämlich alles, was möglich war in Plastik eingeschweißt, da diese Dinge eben meist eine deutlich längere Haltbarkeit besitzen. Schlecht wurde tatsächlich selten etwas- die Bergluft macht einfach unglaublich hungrig – aber wir hatten am Ende unseres Urlaubs eben doch immer noch eine ganze Menge Lebensmittel übrig, die wir wieder mit ins Tal nehmen mussten. Abgesehen davon war es extrem beeindruckend, wie viel Plastikmüll in diesen paar Tagen auf der Hütte jedes Mal zusammenkam. Dadurch, dass wir ihn selber wieder mit hinunter nehmen mussten, fiel uns das einfach besonders auf.

Heuer soll es anders werden! Ein gemeinsamer Versuch.

Dieser Silvester soll  natürlich anders werden. Bei der Menü- und Einkaufsplanung gab es allerdings ein paar Einwände:

  • Sonja fürchtete vor allem, nicht auf ihre tägliche Käseration zu kommen, wenn ich den Käse „offen“ einkaufen würde.

  • Gerhard hatte Bedenken bezüglich der notwendigen Menge an Brot (mein Vorschlag: 4 kg)

  • Sonja glaubte nicht, dass es Risottoreis ohne Plastikverpackung gibt

  • Ich war mir unsicher, wie wir 5 Liter Milch (die wir ja beim Bauern holen) auf den Stoder transportieren sollen, wo wir doch nur 2 Milchflaschen besitzen

  • Peter war ein wenig besorgt über die vorgeschlagene Biermenge (1 Kiste, wobei er eigentlich der einzige richtige Biertrinker in der Runde ist)

Nach einigen Diskussionen, konnten wir uns aber doch auf nahezu plastikfreie Lösungen einigen.

Nachdem ich vorgeschlagen hatte, Sonja solle sich doch eine „eingeschweißte Käse-Notration“ mitnehmen, gab sie ihre Zustimmung zum „offenen“ Käsekauf nach meinen Berechnungen. Beim Reis einigten wir uns darauf, notfalls „normalen“ Reis für das Risotto zu verwenden, und nachdem ich Gerhard über die positiven Frischhalteeigenschaften der Bioplastiksackerln aufgeklärt und wir als eiserne Reserve noch eine Brotbackmischung eingeplant hatten, fand die 4kg- Variante auch seine Zustimmung.

Die Milch werde ich einfach in leere Flaschen füllen, die danach nicht mehr gründlich ausgewaschen werden müssen, da sie ohnehin zum Altglas kommen.

Peters kleines Problem, ging in der ganzen Debatte allerdings unter. Ich denke, er war am Ende ganz froh, dass die Kiste selbst nicht in Frage gestellt wurde…

Grundsätzlich wird der Hüttenurlaub sicher eine kleine Bewährungsprobe für den plastikfreien Einkauf werden (vor allem bezüglich meiner Mengenberechnungen!!). Die Planung war ein wenig zeitaufwändiger als bisher, dafür sollte sich der Müllabtransport aber auf etwas Altglas beschränken.

Das Trinkwasser wird Gerhard diesmal in den Edelstahltanks seines Wohnmobils transportieren. Eine Variante, die uns auch schon in den Jahren zuvor Geld und vor allem eine riesige Menge an Plastikflaschen ersparen hätte können. Aber bisher hat eben niemand daran gedacht.

Sollte uns der „plastikfreie“ Hüttenzauber für 7 Personen auf dem Lebensmittelsektor tatsächlich etwas teurer kommen als im Vorjahr (was ich eigentlich aber nicht glaube), können wir uns jedenfalls damit trösten, dass wir nicht zu den 8,5 Millionen Euro beitragen werden, die (lt. „Kleine Zeitung“ vom 29.12.09) auch heuer wieder zu Silvester in die Luft geschossen werden.

Ein gewisses Risiko gehe ich aber natürlich schon ein, denn sollte uns trotz meiner exakten Planung tatsächlich das Essen ausgehen, werde ich wohl oder übel die ganze Hüttenbelegschaft zum Essen in eines der nahe gelegenen Gasthäuser einladen müssen. Und das ist dann bestimmt nicht plastikfrei…

Aber darüber werde ich gegebenenfalls im nächsten Jahr berichten, denn wie es aussieht, machen wir weiter….schließlich „geht uns ja nichts ab“, um es mit Marlenes Worten auszudrücken.

Vorerst wünsche ich allen einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und falls jemand noch keine Idee für einen „plastikfreien“ Vorsatz hat: Stoffsackerl mitnehmen und Plastiksackerl im Geschäft lassen, wäre ein guter Anfang!

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Über Sandra

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Kommentare (6) Trackbacks (0)
  1. Liebe Grüße von der Silvesterhütte!

    Keine Sorge, es gibt – wie immer und dank korrigierter Mengenberechnungen – genug zum Essen.

    6 Normalesser und eine sehr schlanke Chips-Esserin sind gut versorgt, unter anderem aufgrund vieler uns wohlgesonnenen BesucherInnen. So wie jedes Jahr: Ein großes DANKE für die Mitbringsel!

    Gestern gab es neben 2 Packerln Chips auch noch Pombären und Solettis. (Den Glühwein im Plastikbecher von den netten Nachbarn wollen wir lieber verschweigen).

    Aber nun zum Wichtigsten: weitgehend plastikfreies Leben macht Spass! Und der Müll ist wirklich viel weniger! Vor allem wegen der fehlenden Plastik-Wasserflaschen! (Kleine persönliche Anmerkung: Ich hab die schon immer wiederverwendet – zum Leidwesen von vielen genervten…)

    Wir alle glauben, dass ein Großteil des Plastikmülls vermeidbar ist – auch wenn Hüttenurlaube manchmal zu kleinen Ausnahmen verleiten…. Und der Edelstahltank mit Trinkwasser ist super – nur das Hereintragen (ca. 60 kg) ist nicht für alle gesund.

    Und wahrscheinlich wäre es dauerhaft am besten, wenn alle auf 70, 80 oder 90 % des Plastik verzichten würden…. Das ließe sich wirklich leicht organisieren. Die letzten wenigen Prozent sind mühsam.

    Viel Spass beim Ausprobieren – von Sonja und Gerhard, die gerade am Balkon einer fast plastikfreien Hütte in der Sonne sitzen und die Ruhe der Berge genießen.

    [Reply]

    Helmut Reply:

    Liebe Sonja & Gerhard
    Auch Hütten Urlaube können mit etwas weniger Plastik durchgeführt werden!
    Ich führe seit kurzem eine Firma die kompostierbares Partygeschirr anbietet. Gut speisen und feiern und ab zum Biomüll damit.Kein lästiges abwaschen ( Wasser ist ja oft eh mangelware), einfach nur biologisch entsorgen.
    Gebe gerne weiter Auskünfte. sendet mir eine mail und ich werde mich umgehendst bei euch melden.
    Liebe Grüße Helmut Marko
    e-mail:MarkoBioline@gmx.at

    [Reply]

  2. 1) Wir nehmen für die Milch jetzt leere Polpaflaschen (Spar), die werden im Geschirrspüler sauber.
    2) Nudeln und Risottoreis gibts beim Spar ebenfalls plastikfrei
    3)ja! plastikfrei macht spass, zmindest 80% läßt sich echt leicht organisieren- die letzten 20% müssen wahrscheinlich noch warten!

    schönes neues jahr

    elisabeth

    [Reply]

  3. Für die Schi haben wir leider noch keine Alternative gefunden, aber das Stricken mit Holznadeln macht Spass!

    Hüttenurlaub ist (fast) plastikfrei noch lustiger!

    Liebe Grüße
    Marlene

    [Reply]

  4. warum wird das Ganze nicht im TV wie Reality TV gezeigt das wäre mal sinnvoll!!!

    [Reply]

  5. Liebe Stella!

    Ich finde es zwar sehr nett, dass Du unserem Experiment so viel Medienwirksamkeit zutraust, glaube aber andererseits, dass sich die ganze Sache nicht wirklich autentisch “vermarkten” lassen würde.
    Das liegt meiner Ansicht nach hauptsächlich daran, dass das, was wir versuchen eigentlich viel zu unspektakulär ist, um eine “Show” daraus zu machen. Es passiert da ja nicht jeden Tag etwas sensationell Neues, sondern wir haben uns mittlerweile eben auf ein Leben eingestellt, in dem wir einfach kaum mehr Plastik als Wegwerfprodukt verwenden.
    Das Schöne daran ist, dass das für uns relativ einfach gegangen ist, was sicher damit zusammenhängt, dass es mit unserem bisherigen Lebensstil sehr gut harmoniert.
    Ich glaube aber, dass jede(r), der/die die Idee unseres Experiments gut findet und weiterträgt, ein(e) Multiplikator(in) für diese Sache ist.
    Dafür wünsche ich Dir viel Erfolg und viel Spaß dabei und hoffe, dass Du auch den weitern Verlauf mitverfolgst.
    LG Sandra

    [Reply]


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