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28Jan/115

Petition, plastiksackerlfreier Tag und noch ein bisschen Zukunftsmusik

Wie zum Jahreswechsel angekündigt, möchte ich heute eine Initiative vorstellen, die aus der spontanen Idee einer Einzelperson kurz nach dem medial verkündeten Plastiksackerlverbot in Italien, entstanden ist.

„Für ein Verbot von Plastiksackerl in Österreich“  heißt die Facebook Veranstaltung, die Alexandra Haaji einem spontanen Gefühl folgend gründete und die mittlerweile mehr als 27000 Zusagen hat. Im weiteren Verlauf wurde auch noch eine Online Petition ins Leben gerufen, die Ihr noch bis 11. Februar unterzeichnen könnt. Hier der Link dazu:

http://www.petitiononline.at/petition/plastiksackerlverbot-in-oesterreich/53

Auch wenn es für eine Einzelperson denkbar schwierig ist, eine Petition entsprechend zu gestalten und zu bewerben, sehe ich in dieser Initiative doch einen wichtigen Beitrag zur weiteren Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und Diskussion dieses Themas.

In der bisherigen Diskussion vermisse ich nämlich zum Beispiel – auch und vor allem auf politischer Ebene – gänzlich die gesundheitlichen Aspekte.

Abgesehen davon, dass teilweise so getan wird, als wäre mit der „thermischen Verwertung“ von Plastik(sackerln) alles bestens gelöst, gehen weder verantwortliche Politiker noch die Plastikindustrie darauf ein, was mit den teilweise höchst bedenklichen Zusatz- und Farbstoffen (auch Plastiksackerl bestehen nun mal nicht aus „reinem“ Erdöl!) während des Verbrennungsvorganges passiert. Möglicherweise spart man dieses Thema ja nicht ganz unbewusst aus…?

Meine Erfahrung mit dem Thema Plastik zeigt mir jedenfalls, dass immer mehr Menschen über alle politischen,  ideellen und sonstige Grenzen hinweg, erkennen, dass der unnötigen Verschleuderung von Ressourcen Einhalt geboten werden muss. Also, warum nicht beim Einfachen anfangen? Ich möchte mich an dieser Stelle jedenfalls schon mal bei Alexandra H. für ihr Engagement bedanken und hoffe, dass bis 11.2. noch viele von Euch die Petition unterzeichnen.

Gleichzeitig möchte ich auch noch an den „Plastiktaschenfreien Tag“ am 4.2.2011 erinnern, zu dem ebenfalls Alexandra H. aufgerufen hat. Alle, für die das schon eine Selbstverständlichkeit ist, könnten sich ja mindestens 10 Personen überlegen, für die Idee noch neu ist und versuchen, sie zu motivieren…

Da ich in der österreichischen Politik ein grundsätzliches Problem wahrnehme, Unnötiges gänzlich zu verbieten (siehe auch Thema „Rauchen in Lokalen“), möchte ich auch noch kurz ein Projekt erwähnen, an dem ich selbst, animiert durch die Aktion „My bag is not plastic“ in Wieselburg, seit November arbeite!

Es handelt sich dabei um ein Konzept, das eine ganze Region, also Bevölkerung, Gewerbetreibende, Schulen,…usw. dazu  motivieren soll auf freiwilliger Basis die Verwendung von Plastiksackerln und „Wegwerfplastik“  zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Sollte es gelingen in unserer Region eine politische Mehrheit für die Umsetzung dieses Projekts zu gewinnen, so werde ich über den Verlauf der Sache natürlich hier berichten.

Vielleicht könnte man das ja dann unserem Herrn Umweltminister als „Pilotprojekt“ vorschlagen….

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Über Sandra

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Kommentare (5) Trackbacks (0)
  1. Sehr schön was Alexandra Haaji da angefangen hat. Facebook ist sicher eine gute Möglichkeit um eine derartige Aktion zu starten.
    Ich weiß wie schwer es ist alleine das Verbot von Plastiksackerl durchzubekommen, möchte jedoch an der Stelle nochmals darauf aufmerksam machen, dass es alleine damit nicht getan wäre! Im Blog wird es ja Gott sei Dank schon mal angesprochen.
    Gesundheitliche Aspekte werden in der breiten Öffentlichkeit sehr bewusst nicht erwähnt, denn was beim Plastiksackerl noch nicht so wirklich transparent ist ist die Auswirkung auf die Gesundheit des Menschen.
    Da mag zunächst kein großer Zusammenhang klar sein, wir dürfen aber zwei Dinge nicht vergessen. Plastiksackerl landen zu einem unglaublich großen Anteil in Gewässern und später den Meeren. Und Plastiksackerl sind nur die Spitze des Eisberges.
    Nach dem Zersetzen im Meerwasser. während dem Kunststoffpartikel große Mengen an Giftstoffen aufnehmen, werden sie von Fischen gefressen und landen damit unweigerlich in unserer Nahrungskette. Das ist zwar ein weiter Weg bis dahin, die riesige Präsenz von Plastik im Pazifik bereits zum heutigen Zeitpunkt jedoch, stellt zu 100% sicher dass all diese Giftstoffe auf unserem Teller landen.

    ABER: Ich frage Euch, Ihr verlangt ein Verbot von Plastiksackerl und das zurecht, aber was ist mit all den Verpackungen?
    Jeden Tag setzen wir uns Plastikverpackunegn aus, welche viel näher an Lebensmittel sind als ein Plastiksackerl. Und genau dort gehen die Chemikalien direkt in die Lebensmittel über. Lipophiles Verhalten sagt man dazu, das Lösen in Fett!
    In Deutschland haben wir eine Kampagne ins Leben gerufen die sich mit den Alternativen zu Verpackunegn beschäftigt. Natürlich zählen dazu auch Plastiksackerl.
    Ihr könnte, sofern Interesse besteht, einige gute Infos unter http://www.natürliche-verpackungen.de bekommen.
    Darüber hinaus starte ich auch meinen ganz eigenen “Kampf gegen Kunststoffverpackungen” und verlange nach Alternativen unter http://www.stop-plastic.com
    Das ist aber ganz frisch und muss erst noch etwas publik werden.
    Nachdem ich beruflich in Verbindung mit dem deutschen Einzelhandel stehe wäre mein Zeil dort weitere Mitstreiter zu finden um dann eines Tages den Hofers, Aldis und Rewes dieser Welt eine möglichst große Liste an Leuten vorzulegen die sagen: Wir wollen keine Plastikverpackungen mehr, gebt uns Alternativen! Das wäre mein Ziel.
    Eine Gruppe STOP Plastic habe ich in Facebook angelegt, quasi für den deutschen Raum und nicht nur auf Plastiksackerl ausgelegt sondern auf den gesamten Bereich der Verpackungen aus Standard-Kunststoff.
    Freue mich wenn jemand Gefallen darn findet.

    PS: Es gibt ja vielerorts unterschiedliche Gruppen die allesamt Aktionen gegen Plastik ins Leben gerufen haben. Es wäre doch sicher eine sehr nette Idee wenn Werner Boote all diese Aktionen zu einer einzigen bündelt und so die Zahl der Plastikgegener schneller zueinander findet.
    Also ich wäre dabei!

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Lieber Steffen!

    Du sprichst mir aus der Seele! Plastiksackerl sind nur die Spitze des Eisberges, aber sogar an dieser Spitze zeigt sich ja schon sehr deutlich, dass es für viele Menschen absolut nicht selbstverständlich ist, sie wegzulassen. Dennoch ist es eine der einfachsten Möglichkeiten für alle, die in das Thema einsteigen, mit der Plastikverweigerung zu beginnen, weshalb ich alle Bestrebungen in diese Richtung unterstütze.

    In meiner Heimatgemeinde habe ich gerade ein Konzept erarbeitet, das darüber hinaus gehen soll und sich auch auf Verpackungsmaterial bezieht. Ob es in dieser Form politisch durchsetzbar ist (trotz Freiwilligkeit!), weiß ich noch nicht, aber ich werde auf jedenfall dranbleiben und gegebenenfalls darüber berichten.

    Vernetzung finde ich ebenfalls sehr wichtig und ich sehe auch diesen Blog als mögliches Medium dafür. Sobald ich mehr über die diesbezüglichen Möglichkeiten herausgefunden habe, werde ich Dir Bescheid geben. Es wäre toll, wenn Du mir auch ein kurzes Mail an keinheimfuerplastik@aon.at senden könntest, damit ich Dich direkt erreichen kann.

    LG sandra

    [Reply]

  2. Die Tüten, oder wie man sie in Österreich nennt “Sackerl” sind schon ein recht guter Anfang, da die Dinger doch eine der sinnlostesten Verwendungen von Plastik-Verpackungen sind. Die Lösung aus Italien, die Biokonststoffe ausdrücklich ausnimmt, gefällt mir übrigens sehr gut, da damit ganz nebenbei diese Branche gefördert wird und so die Chancen wachsen, dass recht bald auch für andere Verpackungen. Die nächsten Kandidaten wären für mich ob der Funde in der Natur Taschentücher, Bonbons, Zigarettenschachteln (insbesondere die Klarsichtfolie darum!) oder sowas wie BiFi.

    [Reply]

  3. Die EU überlegt jetzt ein Plastiktütenverbot zu erlassen.
    Hier ist ein link zu einem Artikel dazu:
    http://www.westline.de/nachrichten/panorama/panorama/EU-erwaegt-Verbot-von-Plastiktueten;art370,521693

    Die dazugehörige Umfrage:
    http://ec.europa.eu/environment/consultations/plasticbags_en.htm

    [Reply]

  4. @TheK: Die Folie um Zigarettenschachteln ist aus Cellophan, nicht aus Plastik.
    Cellophan wird aus Zellstoff gemacht und zersetzt sich im Laufe der Zeit genauso wie Bio-Kunststoff.
    Cellophan wird oft mit Plastik verwechselt.
    Sichere Unterscheidungsmerkmale sind:
    - Cellophan knistert
    - Cellophan ist kaum dehnbar und wenn es gedehnt wird, reißt es irgendwo ohne “Vorwarnung” ab
    Seitenbacher-Müesli ist zB in Cellophan verpackt.

    [Reply]


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