Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
13Jun/113

Der STOFF aus dem die TASCHEN sind….

Wir  freuen uns, wenn wir für das Projekt "Vom Kunststoff zum Echtstoff" (siehe weiter unten), Stofftaschen auch von weit her bekommen würden!

Schickt Eure Taschen an:   Sandra Krautwaschl, Hörgas 56, A-8103 Eisbach

12May/111

Flurreinigung 2011

Unsere Tochter Marlene und ihre Freundin Melinda haben anlässlich der heurigen Flurreinigung in unserer Gemeinde unseren Umweltminister eingeladen:

Sg. Hr. Umweltminister Berlakovich!

Vor einigen Monaten sahen wir uns im Fernsehen eine Sendung zum Thema Müll und Plastiksackerlverbot, in der Sie ein kurzes Interview gaben. Sie sagten darin, dass es kein Müllproblem in Österreich gibt.
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass wir bei der Flurreinigung 2010 auf einer Fläche von max. 800 Quartratmetern 110 Liter Müll eingesammelt haben. Falls Sie sich davon überzeugen möchten, wie viel Müll es bei uns in Wäldern, Wiesen und überall dort, wo er nicht hin gehört, gibt, laden wir Sie herzlich zur diesjährigen Flurreinigung am 16. April 2011 ein (Treffpunkt: um 8 Uhr im ASZ Eisbach-Rein).
Wir würden uns wenigstens über eine Rückmeldung freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Marlene Rabensteiner (12 Jahre)
Melinda Schatz (12 Jahre)
Die Flurreinigung ging dann allerdings doch ohne unseren Umweltminister über die Bühne:
Video von der Flurreinigung
Zumindest hat unser Umweltminister ihnen aber einige Tage später eine Antwort geschickt:

Liebe Marlene! Liebe Melinda!

Vielen Dank für euer Mail. Der Schutz der Umwelt ist auch mir persönlich ein ganz besonderes Anliegen. Euer Eifer, an der Flurreinigungsaktion eurer Gemeinde teilzunehmen, ist ein toller, aktiver Beitrag zum Naturschutz.
Wenn ich in dem Interview gesagt habe, dass die Plasticksackerln in Österreich kein Problem darstellen, dann war das im Vergleich zu anderen Ländern gemeint, in denen es keine so gut funktionierende Sammlung und Entsorgung gibt wie bei uns. in Österreich fallen viel weniger Plastiksackerln als Abfall an als etwa in Italien (Dort ersticken jedes jahr unzählige Meerestiere daran.) Klar ist jedoch, dass jedes Plastiksackerl weniger ein wichtiger Schritt zu noch mehr Umweltschutz ist!
Sehr gerne hätte ich euch persönlich bei eurer Säuberungsaktion unterstützt, aber mein übervoller Terminkalender hat eine Teilnahme leider nicht zugelassen.
Ich verspreche euch, dass ich mich auch weiterhin für eine gesunde und lebenswerte Umwelt einsetzen werde. Als kleines Dankeschön für deinen Eifer übersende ich dir eine Stofftasche und einen Einkaufsblock.
Mit herzlichen Grüßen
Nikolaus Berlakovich

Wir freuen uns natürlich sehr über die neue Erkenntnis von Herrn Berlakovich und werden die schöne Stofftasche des Lebensministeriums natürlich in die Aktion "Vom Kunststoff zum Echtstoff" aufnehmen.
Bitte schickt uns auch Eure überzähligen Stofftaschen für unsere große Stofftaschensammelaktion!

15Apr/116

“Vom Kunststoff zum Echtstoff”

Wir wollen einen Weltrekord brechen!

Alle, die uns dabei unterstützen wollen, bitte ich um ein kurzes Mail an keinheimfuerplastik@aon.at. Ich schicke Euch dann die Adresse, an die Ihr die Taschen schicken könnt!

Wie bereits angekündigt, möchte ich Euch nun ein Projekt vorstellen, das ich für meine Heimatgemeinde Eisbach, gemeinsam mit den 3 Nachbargemeinden Judendorf-Strassengel, Gratwein und Gratkorn (diese Gemeinden bilden die kürzlich gegründete Kleinregion JEGG und umfassen ca. 20 000 EinwohnerInnen) geplant habe und das nun tatsächlich von allen 4 Gemeinderäten angenommen wurde.

Die Gemeinderäte der 4 Gemeinden der Kleinregion haben sich, angeregt durch einen Projektvorschlag und die Aktualität des Themas, zur Durchführung einer gemeindeübergreifenden Aktion entschlossen.

Die Idee zu diesem Projekt kam mir schon bei der Weltrekordsfeier in Wieselburg. Ich war von dieser Aktion sehr begeistert und fragte mich, wie man die gesammelten Stofftaschen aus aller Welt nun weiterverwenden könnte. Daraus entstand dann die Idee zu meineem Projekt, über dessen Verlauf ich nun immer wieder berichten werde.

Als erstes möchte ich Euch heute den text vorstellen, der nun in allen 4 Gemeindeblättern erscheinen wird, bzw schon erschienen ist:

"Im Projekt „Vom Kunststoff zum Echtstoff“ sollen Maßnahmen zur Müllreduktion,
CO2-Einsparung und Ressourcenschonung mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen und einem Wettbewerb verbunden werden.

Die Startaktion für das Projekt
„Change Bag“ ist eine große

STOFFTASCHENSAMMELAKTION!

Die Stadt Wieselburg hat im Herbst letzten Jahres bei einem Weltrekordversuch über 4300 verschiedene Stofftaschen gesammelt und ausgestellt und ist seither auf dem Weg zur ersten plastiktaschenfreien Stadt Österreichs. Wir wollen diesen Weltrekord nun brechen und die gesammelten Stofftaschen in weiterer Folge einer nachhaltigen Verwendung innerhalb unserer Region zuführen.

Aufruf an die
GemeindebürgerInnen

Alle GemeindebürgerInnen der Region sind nun also in einem ersten Schritt dazu aufgerufen Stofftaschen, die in ihren Haushalten überzählig sind, für die Aktion zu spenden. Die Stofftaschen  werden ab sofort in den Altstoffzentren der 4 Gemeinden gesammelt. Es können sowohl gebrauchte (wenn möglich gewaschene) als auch selbst genähte oder gestaltete Stofftaschen, aber natürlich auch gerne neue Stofftaschen abgegeben werden. Die SpenderInnen können den Taschen auch gerne mittels Unterschrift eine ganz persönliche Gestaltung verleihen. Auch Stofftaschen aus anderen Regionen und Ländern sind willkommen.

Durch die Sammelaktion soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass die meisten Haushalte über sehr nachhaltige und immer wieder verwendbare Einkaufstaschen verfügen, die einfach nur verwendet werden müssten!

In weiterer Folge wird es für Schulen, Kindergärten, Vereine und Einrichtungen auch die Möglichkeit geben, sich mittels eines Gestaltungswettbewerbes für Stofftaschen und eines Ideenwettbewerbes zur Müllreduktion an der Aktion zu beteiligen. Außerdem sollen auch die Gewerbetriebe der Region motiviert werden, ihre Ideen einzubringen und sich an der Aktion mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen zu beteiligen.

Am Ende der Sammelaktion soll eine gemeinsame Veranstaltung mit Ausstellung der gesammelten Stofftaschen, evtl. Weltrekordsfeier und Preisverleihung für die schönsten und originellsten Stofftaschen sowie die besten Ideen aus dem Ideenwettbewerb stehen."

Ich hoffe natürlich auf rege Beteiligung der Bevölkerung unserer Region, freue mich aber  auch ganz besonders, wenn Ihr mir Taschen aus Euren Regionen oder aus aller Welt zuschickt und für die Aktion spendet!

Immerhin müssen wir über 4300 Taschen zusammenbekommen, um den Weltrekord zu brechen!!

17Mar/112

Hoffnungsschimmer

Es gibt Tage, die mich mit all dem Ungemach, der Ignoranz und Ideenlosigkeit von Politik und Wirtschaft und selbst mit der oft unerträglichen Begrenztheit meines eigenen Handlungsspielraumes wieder versöhnen.

Da letzten Freitag so ein Tag war, möchte ich hier davon berichten, um vielleicht auch ein paar von Euch, die sich gerade in einem Motivationstief befinden, wieder ein bisschen aufzubauen.

Der Tag fing schon gut an:  Peter und ich waren am Vormittag zu einem Vortrag über unser Experiment in eine Behindertenwerkstatt eingeladen. Da wir beide selbst mit behinderten Menschen arbeiten, waren wir sehr gespannt, wie es uns gelingen würde, das Thema entsprechend aufzubereiten.

Nach kurzer Zeit entwickelte sich der Vortrag aber automatisch zu einer sehr abwechslungsreichen und teilweise sehr amüsanten Diskussion. Die behinderten jungen Männer hatten "Plastic Planet" gemeinsam mit den Betreuern der Werkstätte gesehen und waren teilweise sehr pragmatisch in ihren Ideen zur Plastikvermeidung. Auf meine Frage, wie man ihrer Meinung nach Plastikmüll reduzieren könne, antwortete einer von ihnen ganz trocken:" Nicht kaufen!"

Ja, so einfach könnte es sein und genau so einfach ist es auch tatsächlich oft. Gerade im Bestreben alles zu optimieren und zu verbessern, vergessen wir oft, als erstes an die Dinge zu denken, die gänzlich überflüssig sind.

Am Ende der Veranstaltung hatten wir gemeinsam einige einfach umzusetzende Ideen zur Reduzierung des Plastikmülls in der Einrichtung erarbeitet. Außerdem werden Peter und ich möglicherweise auch noch an einem weiteren Projekt in dieser Firma mitwirken.

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Nachmittags bekamen wir Besuch von einer WWF-Jugendgruppe. Der  Betreuer der Gruppe Nathan Spees hatte mit uns Kontakt aufgenommen und ich war schon sehr gespannt auf dieses Treffen. Auch Samuel war erfreut über den Besuch und erzählte gleich bereitwillig von den Anfängen unseres Experiments und wie er die ganze Sache erlebt hatte. Mir war schon nach den ersten 10 Minuten mit diesen 7 Jugendlichen klar, dass sie sich nicht nur sehr für das Thema interessierten, sondern sich auch schon ein unglaubliches Wissen dazu angeeignet hatten. So war es für sie – im Gegensatz zu vielen Erwachsenen - zum Beispiel eine Selbstverständlichkeit, dass es keinen Sinn macht, alle gängigen Plastikverpackungen und Plastiksackerln durch Papier, Bioplastik oder andere Alternativen zu ersetzen. Für sie war genau das sonnenklar, was so vielen Menschen (auch solchen, die in der Politik tätig sind!) so schwer begreiflich zu machen ist: Nicht das Ersetzen von Plastik durch andere Materialien, sondern Einsparung und Reduzierung sind die wichtigsten, einfachsten und auch kostengünstigsten Maßnahmen. In unseren Gesprächen und Diskussionen wurden sehr viele Details unseres Experiments beleuchtet, aber auch viele andere Themen angeschnitten.

Ich war fasziniert und beeindruckt, wie leicht diese jungen Leute Zusammenhänge zwischen dem Thema "Plastik" und Themen wie Energiekrise, Klimawandel, Gesundheit, Ernährung, Überfluss, Zerstörung von Lebensräumen....usw. herstellen konnten.

Wirklich begeistert und einige Male auch fast zu Tränen gerührt war ich allerdings von dem grenzenlosen Optimismus, der positiven Herangehensweise und den kreativen Ideen dieser Jugendlichen.

So kam zum Beispiel beim Thema Plastiksackerln sehr schnell die Idee auf, Stofftaschen aus nicht mehr getragenen Kleidungsstücken zu nähen und daraus einen kleinen Wettbewerb zu machen – eine Idee, die ich in kurzer Zeit im Zusammenhang mit einem von mir geplanten Projekt, gerne noch einmal aufgreifen würde. Der Hintergrund dieses Gedankens: Durch den extrem verschwenderischen Umgang der industrialisierten Welt mit Baumwolle, ist auch dieses Material sehr problematisch (Pestizide, Wasserverbrauch, chemische Behandlung und Färbung, Transportwege,...). Deshalb sollten wir nicht laufend neue Stofftaschen anschaffen, sondern das nutzen, was vorhanden ist. So einfach kann das sein! Ja, und so weit denken manche Menschen schon im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.

Die sich überschlagenden Ereignisse und die atomare und humanitäre Katastrophe in Japan haben mich persönlich einen Tag später in eine ziemliche Sinnkrise gestürzt.

Was nutzen angesichts des Unfassbaren all meine Bemühungen? Wen kümmern schon ein paar Plastiksackerln, wenn die Welt oder vielmehr die Menschheit sich selbst mit einer unbeherrschbaren und vernichtenden Technologie an den Rande der Selbstauslöschung bringt?

Ja, es gibt Momente, da quälen mich  solche Fragen und alles erscheint aussichtslos.

Doch dann fragte ich mich, was wohl die 7 jungen Frauen und Männer, der WWF Gruppe zu meinen resignativen Gedanken sagen würden.

Und plötzlich schien wieder alles recht einfach zu sein: In jedem Ding, das wir kaufen und gleich wieder wegwerfen, in jedem Sackerl, in jedem Handy, das wir nach 2 Jahren austauschen, nur weil wir ein Neues gratis bekommen, stecken ja nicht nur Ressourcen und Chemikalien, sondern auch all die Energie, die für die Erzeugung dieser Produkte und Verpackungen aufgewendet werden musste.

Wenn wir aufhören wollen durch unseren Lebensstil, die Zerstörungunserer eigenen Lebensräumen zu verursachen, dann müssen wir in aller erster Linie einmal die Verschwendung beenden. Und zwar in allen Bereichen!!

Und dabei zählt eben auch JEDER  noch so kleine Beitrag jedes Einzelnen von uns!

Danke für den Hoffnungsschimmer und weiterhin alles gute für Eure Projekte!!

Wer sich für eine WWF Jugendgruppe interessiert, findet genauere Infos unter:

www.wwf.at/ytae

3Mar/111

Bericht über ein “plastikreduziertes” Studentenleben

Heute möchte ich Euch stellvertretend für viele Mails, die mich erreichen, den Beitrag von Carolin K. aus Trier vorstellen, der mich besonders gefreut hat, weil er zeigt, dass auch sehr junge Menschen sich nicht nur Gedanken machen, sondern in ihrem Alltag auch sehr viele sinnvolle Handlungsansätze finden und umsetzen können.

Beeindruckend finde ich auch, dass Carolin in ihrem Selbstversuch in sehr kurzer Zeit auf ganz ähnliche Ergebnisse gekommen ist, wie wir und auch sehr ähnliche Erfahrungen und Gefühle beschreibt.

Nun zu Carolins Bericht:

Liebe Familie Krautwaschl,
ich folge hiermit mal eurem Aufruf zum Jahreswechsel und berichte über meine kleinen Umstellungen bezüglich des Plastik-Verbrauchs.
Ich habe "Plastic Planet" Ende letzten Jahres gesehen und war, wie wahrscheinlich die meisten Zuschauer, über die Auswirkungen, die der Konsum von Plastikgegenständen mit sich bringt, erschrocken.
Gerade die Tatsache, das ein so allgegenwärtiger und mittlerweile kaum zu vermeidender Stoff so schädlich ist - nicht nur für den Konsumenten, sondern auch für die Tier- und Umwelt -, hinterließ nach dem Ende des Films ein Gefühl der Wut bei mir. Da Wut allein aber nicht hilft, habe ich beschlossen, mir an die eigene Nase zu packen und zu verändern, was in meiner Macht liegt.
Ich bin 21 Jahre und im Oktober letzten Jahres aus dem Elternhaus ausgezogen und lebe nun in einem Studentenwohnheim (und muss demnach auch alle Einkäufe selbst erledigen). Um soviel Plastikmüll wie möglich zu vermeiden, habe ich mir folgende "Regeln" gesetzt:

1. Ich kaufe Obst, Gemüse im Bioladen, wo sie frei ausliegen und nicht verpackt sind. Zum Selbst-Verpacken gibt´s dort Plastik- und Papiertüten. Ich verwende die Papiertüten und benutze sie auch mehrmals, sprich ich nehme sie von zuhause mit, wenn ich zum Einkaufen in die Stadt fahre.

2. Ich versuche auch sonst jegliche Lebensmittel so zu wählen, dass ich Plastikverpackungen umgehen kann (z.B. Getränke und Sahne in Glasflaschen)

3. Ich nehme mir zum Einkaufen immer Stofftaschen mit, um mir die Plastiktüten zu sparen, die einem in manchen Läden beinahe hinterher geschmissen werden. Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft ich schon sagen musste "Packen Sie's bitte wieder aus, ich brauch keine Plastiktüte!"

Indem ich diese sehr einfachen Regeln befolge, beschränkt sich mein Plastikmüll auf eine sehr geringe Menge. Da ich ohnehin kein sehr konsumfreudiger Mensch bin, halten sich nämlich auch die Verpackungen sonstiger Gegenstände sehr in Grenzen. Was die Gegenstände an sich betrifft, vermeide ich Plastik ohnehin. Ich brauchte zum Beispiel vor kurzem einen Papierkorb und anstatt eines Plastikeimers habe ich mir einen tollen knallblauen Blecheimer mit Griff geholt.
Besonders in der Küche ist es mir wichtig, Plastik zu umgehen, nicht nur aus Gesundheits- sondern auch aus Geschmacksgründen. Ich fand es schon als Kind furchtbar, wenn man mir Getränke im Plastikbecher angeboten hat, gerade Wasser, weil das immer sofort nach dem Behälter geschmeckt hat.
Auch bei Kleidung und sonstigen Textilien (Kissenbezüge, Bettwäsche etc.) achte ich darauf, möglichst Sachen aus natürlichen Fasern wie Baumwolle, Wolle, Seide etc. zu kaufen. Was mir dabei aufgefallen ist: Synthetik-Klamotten nehmen Schweißgeruch viel eher auf, als Kleidung aus Naturfasern und sehen wesentlich schneller abgenutzt aus.

Ich arbeite seit kurzem übrigens in einem großen Einzelhandel an der Kasse und muss mich jedes Mal wundern, wie viel (in meinen Augen unnötiger) Ramsch gekauft wird. Und jedes kleinste Teil ist doppelt- und dreifach verpackt. Ich würde manchen Leuten am liebsten sagen "Das brauchst du nicht, das brauchst du nicht und das erst Recht nicht!" Und natürlich dann noch die Plastiktüte dazu, um noch ne Schicht darumzulegen.

So, das war´s von mir. Ich möchte zum Schluss noch sagen, dass euer Experiment eine große Inspiration für mich war und ist. Ich finde es ganz toll, was ihr macht und hoffe, ihr werdet noch viele weitere Menschen zum Nachdenken und zu Veränderungen anregen.

Ganz herzliche Grüße aus dem verschneiten Trier,
Carolin

PS: Vielleicht interessierts euch, am 15. März läuft auf arte der Dokumentarfilm "Unser täglich Gift". Auf der Homepage kann man sich einige Ausschnitte ansehen, einer davon ist über Bisphenol A.
http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Unser-taeglich-Gift/3673748,CmC=3673928.html

Vielen Dank für Deinen Beitrag Carolin.

Ich hoffe, es erreichen mich noch viele derartig motivierende Berichte! (keinheimfuerplastik@aon.at)

17Feb/111

Eine Datenbank entsteht (www.plastikfrei.at)

Da sich meine Fähigkeiten im Umgang mit Computern bis vor einem Jahr auf das Schreiben und Ausdrucken meiner Honorarnoten und das damals noch sporadische Beantworten von Mails beschränkte, war ich sehr erfreut, als sich vor ca. einem halben Jahr eine Leserin von „Kein heim für Plastik“, Rima A. bei mir meldete.

Sie war angeregt durch unser Experiment auf der Suche nach plastikfreien Produkten und da meine „Tipps für den plastikfreien Einkauf“ eher allgemeiner Natur sind, bzw. sich in vielen Bereichen auf die speziellen Gegebenheiten in unserer Region beziehen, war sie auf die Idee gekommen, eine Datenbank für plastikfreie und plastikarme Produkte zu entwerfen.

Ich war von der Idee begeistert und bot Rima von meiner Seite jede mögliche Unterstützung inhaltlicher Art an. Kurz darauf stattete Rima uns einen Besuch ab und wir verbrachten einen äußerst anregenden Abend und Vormittag mit Gedanken Spinnen, Ideen Sammeln und Visionen Ausmalen…..am Ende dieses kreativen Prozesses hatten wir die fertige Datenbank eigentlich schon in unseren Köpfen.

Als mich kurz darauf mein guter Bekannter Thomas Eitzenberger fragte, ob ich schon einmal an eine Datenbank für plastikfreie Produkte gedacht hätte, war das natürlich die perfekte Gelegenheit, einen Kontakt zwischen den beiden kreativen Geistern herzustellen.

Thomas – ein übrigens allgemein sehr umtriebiger Mensch mit einem schier unerschöpflich scheinenden Energiepotential – trieb die Sache nun recht zügig voran.

Die Früchte dieser Arbeit werden Euch allen nun in ca. 2 Wochen auf www.plastikfrei.at zur Verfügung stehen.

Für mich stellt dieses Projekt eine perfekte Ergänzung zu „Kein Heim für Plastik“ dar.

Hier wird mit Eurer Mithilfe eine Sammlung von ökologisch sinnvollen (ein kleiner Hinweis darauf, dass Softdrinks in Aludosen nicht unbedingt auf die Seite passenJ) möglichst plastikfreien Produkten entstehen, die nicht nur allen Interessierten die Suche erleichtern soll, sondern letztlich auch zu Verbreitung solcher Produkte beitragen kann.

Sobald die Datenbank mit „Kein Heim für Plastik“ verlinkt ist, werde ich noch einmal extra darauf hinweisen. Inzwischen bitte ich alle, die entsprechende Artikel für die Datenbank kennen, sich auf www.plastikfrei.at anzumelden und die Produkte einzugeben. Bei Fragen könnt Ihr Euch auch an Thomas Eitzenberger ( eth@gmx.at) wenden.

Inzwischen freue ich mich auf weitere Beiträge von Eurer Seite und habe abschließend noch eine Bitte:

Da ich es nicht immer schaffe, auf alle Kommentare sofort zu antworten und ich sie dann oft später nicht mehr wieder finde, bitte ich diejenigen von Euch, die zuverlässig eine persönliche Antwort von mir wollen, den Kommentar immer auch als Mail an keinheimfuerplastik@aon.at zu schicken.

6Feb/111

„Müll auf den Tisch“

Heute möchte ich ein kleines Experiment beschreiben, das mir eine Leserin vor kurzem in einem Kommentar beschrieben hat.

Da mir die Idee sehr gut gefallen hat, habe ich Martina gebeten, mir etwas genauer zu beschreiben, wie sie dazu gekommen ist und was sie macht.

Martina lebt mit ihrem Mann und 3 Söhnen in Princeton (USA) und hat sich  nach einem, für sie sehr beeindruckenden Filmerlebnis ebenfalls zu einem Experiment entschlossen.

Der Film „Bag it“ thematisiert unter anderem wie tausende Tiere täglich an den Folgen des „Plastikfressens“ verenden.

Tief beeindruckt von den erschütternden Informationen beschloss Martina gemeinsam mit ihrer Familie die Menge an „Verpackungsplastik“, das nach einmaliger Verwendung weggeworfen wird (im Englischen gibt es dafür die treffende Bezeichnung „single use plastic“) in ihrem Haushalt so weit als möglich zu reduzieren.

Eine Woche lang wurde nun der gesamte Plastikmüll der Familie gesammelt und obwohl sie bereits vorher keine Plastiktaschen und Plastikflaschen mehr verwendet hatten, kam eine doch beachtliche Menge zusammen. Am Ende der Woche wurden alle gesammelten Plastikteile (insgesamt 87 Stück) zur genauen Besichtigung auf einen Tisch gelegt und bei jedem einzelnen Stück gemeinsam darüber diskutiert, ob man es in Zukunft vermeiden könnte.

Die Familie unterteilte dazu den gesamten Plastikmüll in 3 Kategorien:

-         leicht vermeidbar (z.b. Eier im Karton statt in der Plastikverpackung)

-         erfordert etwas Anstrengung (z.B. Milch in Pfandflaschen)

-         (im Moment)unvermeidbar (z.B. Zahnpasta)

Durch diesen sehr anschaulichen Versuch haben sich für Martina und ihre Familie sehr viel Möglichkeiten eröffnet, die Reduktion von Plastikmüll in ihrem Haushalt voran zu treiben. Alle sind nun schon sehr gespannt darauf, wie viele bzw. wenige Plastikteile bei einer Wiederholung des Experiments nach einigen Wochen noch übrig bleiben werden.

Ich finde diese Idee einfach großartig, weil das Problem dadurch so deutlich sichtbar wird. Das animiert dazu, mit den einfachen Dingen zu beginnen und weckt den Ehrgeiz der Beteiligten.

Außerdem ist es meiner Meinung nach eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst klar zu machen, dass das Weglassen von Dingen, die wir nach einmaliger Benutzung wegwerfen, nichts mit Verzicht zu tun hat.

Ganz besonders motivierend für mich selbst ist die Tatsache, dass sich nun auch in diesem Blog schon Kontakte ergeben, die über den deutschsprachigen Raum hinausgehen. Gerade in den USA gibt es in punkto Müllvermeidung sicher sehr viel zu tun und es tut gut, von Menschen zu erfahren, die mit Freude und guten Ideen einen Beitrag dazu leisten.

Ich wünsche viel Erfolg und hoffe sehr, in ein paar Wochen über den weiteren Verlauf der Sache berichten zu können.

28Jan/115

Petition, plastiksackerlfreier Tag und noch ein bisschen Zukunftsmusik

Wie zum Jahreswechsel angekündigt, möchte ich heute eine Initiative vorstellen, die aus der spontanen Idee einer Einzelperson kurz nach dem medial verkündeten Plastiksackerlverbot in Italien, entstanden ist.

„Für ein Verbot von Plastiksackerl in Österreich“  heißt die Facebook Veranstaltung, die Alexandra Haaji einem spontanen Gefühl folgend gründete und die mittlerweile mehr als 27000 Zusagen hat. Im weiteren Verlauf wurde auch noch eine Online Petition ins Leben gerufen, die Ihr noch bis 11. Februar unterzeichnen könnt. Hier der Link dazu:

http://www.petitiononline.at/petition/plastiksackerlverbot-in-oesterreich/53

Auch wenn es für eine Einzelperson denkbar schwierig ist, eine Petition entsprechend zu gestalten und zu bewerben, sehe ich in dieser Initiative doch einen wichtigen Beitrag zur weiteren Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und Diskussion dieses Themas.

In der bisherigen Diskussion vermisse ich nämlich zum Beispiel – auch und vor allem auf politischer Ebene – gänzlich die gesundheitlichen Aspekte.

Abgesehen davon, dass teilweise so getan wird, als wäre mit der „thermischen Verwertung“ von Plastik(sackerln) alles bestens gelöst, gehen weder verantwortliche Politiker noch die Plastikindustrie darauf ein, was mit den teilweise höchst bedenklichen Zusatz- und Farbstoffen (auch Plastiksackerl bestehen nun mal nicht aus „reinem“ Erdöl!) während des Verbrennungsvorganges passiert. Möglicherweise spart man dieses Thema ja nicht ganz unbewusst aus…?

Meine Erfahrung mit dem Thema Plastik zeigt mir jedenfalls, dass immer mehr Menschen über alle politischen,  ideellen und sonstige Grenzen hinweg, erkennen, dass der unnötigen Verschleuderung von Ressourcen Einhalt geboten werden muss. Also, warum nicht beim Einfachen anfangen? Ich möchte mich an dieser Stelle jedenfalls schon mal bei Alexandra H. für ihr Engagement bedanken und hoffe, dass bis 11.2. noch viele von Euch die Petition unterzeichnen.

Gleichzeitig möchte ich auch noch an den „Plastiktaschenfreien Tag“ am 4.2.2011 erinnern, zu dem ebenfalls Alexandra H. aufgerufen hat. Alle, für die das schon eine Selbstverständlichkeit ist, könnten sich ja mindestens 10 Personen überlegen, für die Idee noch neu ist und versuchen, sie zu motivieren…

Da ich in der österreichischen Politik ein grundsätzliches Problem wahrnehme, Unnötiges gänzlich zu verbieten (siehe auch Thema „Rauchen in Lokalen“), möchte ich auch noch kurz ein Projekt erwähnen, an dem ich selbst, animiert durch die Aktion „My bag is not plastic“ in Wieselburg, seit November arbeite!

Es handelt sich dabei um ein Konzept, das eine ganze Region, also Bevölkerung, Gewerbetreibende, Schulen,…usw. dazu  motivieren soll auf freiwilliger Basis die Verwendung von Plastiksackerln und „Wegwerfplastik“  zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Sollte es gelingen in unserer Region eine politische Mehrheit für die Umsetzung dieses Projekts zu gewinnen, so werde ich über den Verlauf der Sache natürlich hier berichten.

Vielleicht könnte man das ja dann unserem Herrn Umweltminister als „Pilotprojekt“ vorschlagen….

8Jan/1114

Argumentationshilfen für phantasielose Umweltminister…


....oder wozu ein Plastiksackerlverbot in Österreich gut sein könnte

Aus gegebenem Anlass (Plastiksackerlverbot in Italien seit 1.1.2011) möchte ich heute der Kreativität unseres Herrn Umweltministers einmal ein wenig auf die Sprünge helfen.

  • Das Verbot von Plastiksackerln ist eine der einfachsten Möglichkeiten Co2, Erdöl und diverse, in Plastiksackerl enthaltene Schadstoffe einzusparen, vereint also Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsvorsorge, wohingegen weder "Downcycling" (denn echtes Recycling funktioniert bei Plastiksackerln normalerweise nicht) noch "thermische Verwertung" irgendetwas dazu beitragen.

  • Das Verbot von Gratisplastiksackerl könnte somit auch Ausgangspunkt für neue, sinnvolle Entwicklungen sein ( z.B.Pfandtaschensysteme) sein.

  • Jedes nicht produzierte Plastiksackerl ist besser als ein "korrekt" entsorgtes.

  • Angesichts der Tatsache, dass es ausreichend sinnvolle Alternativen zu Gratisplastiksackerl gibt (Stofftaschen, Einkaufskörbe, Papiersackerl, Bioplastiksackerl,..) würden die ÖsterreicherInnen auch in Zukunft ihren Einkauf nicht mit bloßen Händen nach Hause tragen müssen.

  • Gratisplastiksackerlverbot ist somit Einschränkung von überflüssiger Verschwendung und langfristige Verbesserung der Lebensqualität.

  • Das angeblich so rare Vorhandensein von Plastiksackerln im heimischen Restmüll mag zum Teil damit zusammenhängen, dass auch hierzulande unglaubliche Mengen an (Plastik)müll, darunter auch jede Menge Plastiksackerl in der Landschaft landen. (Alle, die daran zweifeln, lade ich herzlich zu unserer nächsten Flurreinigung ein!)

  • Plastiksackerlverbote sind ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung ( Bildung ist ja im Moment angeblich gerade wiedermal ein wichtiges Anliegen unserer Regierung..) und Sensibilisierung für die weltweit dramatischen Folgen des ungezügelten Verbrauchs von "Wegwerfplastik"

  • Da unsere Umwelt ja nicht an den Genzen Österreichs endet, darf auch ein österreichischer Umweltminister durchaus mal grenzüberschreitend (mit)denken und handeln.

  • Diejenigen, die ihre Plastiksackerl angeblich eh "immer wieder" verwenden, sind von einem Verbot nicht betroffen, da die Sackerl ja einige 100 Jahre halten. Sie können die vorhandenen Plastiksackerl also durchaus noch über mehrere Generationen weitervererben..

Das ist nur eine kleine Auswahl von Argumenten für das Plastiksackerlverbot in Österreich. Ich würde übrigens mit unserem Umweltminister gerne um meine wunderschöne "Jute statt Plastik - Tasche" wetten, dass ihm kein einziger vernünftiger Grund einfällt, Plastiksackerl NICHT zu verbieten.

Das "Argument", dass in Österreich kein Plastiksackerlverbot nötig sei, weil ohnehin fast keine Sackerl im Restmüll landen, passt nämlich nicht ganz mit der Tatsache zusammen, dass in ganz Wien Plastikmüll nicht extra gesammelt wird, damit die Müllverbrennungsanlagen überhaupt funktionieren...

Hier wäre dann vielleicht auch ein gemeinsames Projekt mit der Wissenschaftsministerin zur Entwicklung  neuer Technologien sinnvoll!

Hmmm, und wo landen nun in Wien (immerhin knapp1,7 Millionen EinwohnerInnen) bitteschön die nicht mehr gebrauchten Plastiksackerl? Oder gibt es in Wien vielleicht gar keine mehr? Oder leben dort etwa nur mehr Menschen, die ihre Plastiksackerl immer wieder verwenden? Das würde ja heißen, dass in Wien praktisch keine neuen Plastiksackerl mehr gebraucht werden...Also auch noch eine kleine Frage an unseren Herrn Umweltminister: Wieviele neue Plastiksackerl werden denn alleine in Wien täglich verbraucht und was passiert anschließend mit ihnen, wenn sie sich nicht in Luft auflösen??

Abschließend hätte ich dann auch noch einen Vorschlag für eine Studie, die der Umweltminister in Auftrag geben könnte: Die Kostenwahrheit eines Plastiksackerls, eingerechnet den Wert aller plastikverseuchten Strände, Ozeane, Flüsse, Seen, Landstriche, Wälder, Berge....

Ach ja und noch ein kleines Argument:

- PolitikerInnen sind gewählt, um Verantwortung zu übernehmen.

31Dec/103

Resümee und Aufruf zum Jahreswechsel 2011

Nach mehr als einem Jahr „Kein Heim für Plastik“ gilt es nun erneut ein Resümee zu ziehen.

Für uns als Familie war es sicher eines der ereignisreichsten Jahre überhaupt. Erst vor Kurzem haben Peter und ich darüber gesprochen, was dieses Experiment für uns bedeutet und haben dabei beide festgestellt, dass es für uns nach wie vor eine spannende, lustige und sinnvolle Erfahrung ist.

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Vor allem bedingt durch ein gewisses mediales Interesse hat es natürlich auch hin und wieder etwas anstrengende Momente gegeben, aber dafür haben Peter und ich uns nun mal sehr bewusst entschieden. Die Kinder haben sich nach einem der letzten Interviews ein wenig beschwert, dass die Interviewer „immer die selben Fragen“ stellen. Für sie ist die ganze Sache mittlerweile einfach nichts Besonderes mehr, die erste Euphorie, sich selbst einmal im Fernsehen oder in der Zeitung gesehen zu haben, ist abgeflaut und aus ihrer Sicht müssten jetzt längst alle kapiert haben, worum es (uns) geht – so viel zur kindlichen Naivität, von der ich im Übrigen auch oft noch eine kleine Portion besitze…..

Es gibt auch sinnvolle Verpackungen:

Meine persönliche Überzeugung, dass Menschen für ein Thema offen und bereit sein müssen, damit sie auch den Bezug zu ihrem persönlichen Handeln herstellen und sich entschließen, bisherige Gewohnheiten zu verändern, hat sich in diesem Jahr weiter verstärkt. Wie es zu dieser Bereitschaft kommt, ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, aber wenn es dafür ein einfaches „Rezept“  gäbe, wäre das wahrscheinlich der Schlüssel zur Lösung all unserer „Umweltprobleme“. Solange es so ein Rezept nicht gibt, müssen wir wohl oder übel  jede Chance nützen, uns selbst und andere auf der Suche nach einem menschen- und naturverträglichen Lebensstil zu motivieren und zu stärken.  Aufgrund meiner eigenen Erfahrung bin ich mir allerdings sicher, dass Informationen alleine dafür nicht reichen, sondern, dass es viel mehr auf die „Verpackung“ und Intensität bzw. Frequenz dieser Informationen ankommt. „Plastic Planet“ war in meinem Fall wohl eindeutig die richtige Verpackung.

Wie sich die Dinge zueinanderfügen:

Dass aus der ursprünglich ganz „kleinen“ Idee für ein Familienexperiment, schließlich dieser Webblog entstanden ist, habe ich von Anfang an als große Chance gesehen. Das Selbe gilt für diverse Berichte im Fernsehen oder in Zeitungen, auch wenn diese nicht immer alle Aspekte unseres Versuchs ganz vollständig und korrekt wiedergeben. Nun, nach mehr als einem Jahr hat sich für mich eine weitere großartige „Verpackungs-Möglichkeit“ ergeben. Ich habe von einem Verlag ein konkretes Angebot, für ein Buch über den Verlauf und die Entwicklung unseres Experiments und da es immer schon ein Traum von mir war, ein Buch zu schreiben, wird das Jahr 2011 wohl einen deutlichen schriftstellerischen Schwerpunkt bekommen. In diesem Buch sehe ich eine großartige Möglichkeit, unser Projekt und seinen Verlauf  authentisch und mit vielen, teilweise sehr amüsanten Details und Zusamenhängen zu beschreiben.

Das Schöne an dieser Entwicklung ist, dass in diesem Fall die Erfüllung eines persönlichen Traums auch wieder zur Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee von „Keinheimfürplastik“ beitragen kann. Ich möchte natürlich auch weiterhin aktuelle Geschichten über unser Experiment für den Blog schreiben, aber ich habe schon in den letzten Monaten immer wieder darüber nachgedacht, wie man die vielen guten Ideen, Projekte, Anregungen und Tipps, von denen mir LeserInnen im letzten Jahr berichtet haben, besser in den Blog integrieren und damit vielleicht noch mehr Menschen zu einer Veränderung ihres Lebensstils motivieren könnte.

Es gibt im Moment bereits ein paar Bekannte von mir, die an einer Datenbank für plastikfreie Produkte arbeiten, es gibt eine Gruppe aus Kassel, die einen Brief an Biofirmen entwirft, in dem sie dazu aufgefordert werden sollen, ihr Produkte plastikärmer zu verpacken, es gibt verschiedenen  KünstlerInnen, die sich  mit dem Thema Plastik auseinandersetzen und es gibt viele Menschen, die eigene Projekte in ihrem Lebensumfeld umzusetzen oder einfach motiviert durch „Plastic Planet“ und/oder „Keinheimfürplastik“ versuchen in ihrem Alltag weniger Plastik zu (ver)brauchen.

Diese Überlegungen gemeinsam mit der Tatsache, dass sich meine Zeit für das Schreiben der Geschichten im nächsten Jahr durch die Arbeit am Buch sicher reduzieren wird, haben in mir die Idee für den nun folgenden Aufruf an Euch alle reifen lassen.

Aufruf zum Jahreswechsel:

Ich rufe hiermit also alle LeserInnen von „Keinheimfürplastik“ und natürlich auch alle Fans von „Plastic Planet“ auf, mir Berichte oder kurze Schilderungen über eigene Aktivitäten oder Ideen zu den Themenfeldern dieses Blogs oder zu Bereichen, die in irgendeiner Weise damit zusammenhängen, zu schicken. Es geht dabei nicht nur um große Umstellungen und Projekte, sondern auch um ganz „kleine“  Veränderungen, wie zum Beispiel das Weglassen von Gratisplastiksacklern oder andere alltägliche Bemühungen, Plastik in euren Haushalten zu reduzieren. Bitte beschreibt auch kurz, was oder wer Euch auf die Idee gebracht hat.

Ich würde es aber auch sehr interessant finden, wenn sich Menschen melden, die durch ganz anderen Ausgangsthemen vielleicht zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind...

Jedenfalls werde ich versuchen möglichst viele dieser Berichte auf dem Blog als eigene Geschichten zu veröffentlichen. Solltet Ihr keine direkte Veröffentlichung wünschen, gebt das bitte in Euren Berichten an. Die Mailadresse, an die ihr eure Berichte schicken könnt, ist extra dafür eingerichtet und lautet: keinheimfuerplastik@aon.at . Sie wird nur von mir persönlich bearbeitet und es wäre toll, wenn Ihr mir eine Kontaktmöglichkeit für eventuelle Rückfragen angeben würdet.

Besonders freuen würde ich mich auch über Rückmeldungen von einigen von Euch, die unser Experiment in gewissen Bereichen zur Nachahmung animiert hat. Auch wenn Ihr dazu teilweise schon Kommentare in den Blog gestellt habt, wäre es schön, wenn Ihr Eure Erfahrungen  noch einmal kurz zusammenfassen und schicken würdet.

Vom Experiment zur Bewegung....

Ich denke einfach, dass es nun an der Zeit ist, dass „Keinheimfürplastik“ sich auch „offiziell“ vom Familienexperiment zu einer größeren Bewegung weiterentwickelt und die Sammlung und Veröffentlichung Eurer Beiträge, wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Die schon erwähnte Datenbank und der Musterbrief an Firmen werden, sobald sie fertig sind im kommenden Jahr ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht bzw. verlinkt werden und natürlich werde ich auch über das Fortschreiten meines Buchprojektes berichten.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass auf diese Weise die „Plastikfreie Fangemeinde“ weiter wachsen wird und finde es  in Zeiten von Facebook und Co. durchaus sinnvoll, auch diese Kanäle für die Vergrößerung der Fangemeinde zu nutzen!

...und voller Hoffnung ins neue Jahr

In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen einen guten, plastik- und raketenfreien Jahreswechsel, viel Motivation für die Vorhaben im neuen Jahr und uns allen gemeinsam, dass es im Jahr 2011 gelingt, viele weitere Menschen für ihr persönliches "Keinheimfürplastik" zu begeistern!