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14Jul/1032

Muelltrennen und Muellverpacken

Obwohl wir es im Zuge unseres Experiments geschafft haben ca. 95 % weniger Plastikmüll (die restlichen 5% stammen hauptsächlich aus Geschenken, Postsendungen und Restbeständen) und ca. 60 bis 70 % weniger Restmüll zu produzieren, ist auch in unserem Haushalt die Frage wie mit dem verbleibenden Müll umgegangen wird nicht unwesentlich. Selbstverständlich sammeln wir Glas, Papier, Metall und Biomüll extra, aber mit dem Sammeln alleine ist es ja noch nicht getan. Es gehört schon auch noch eine ganze Menge guter Wille und einiges an Mitdenken dazu, die sorgfältig getrennten Müllfraktionen auch tatsächlich einer entsprechenden Entsorgung (die Recycling überhaupt erst möglich und sinnvoll macht) zuzuführen.

Das denke ich mir jedenfalls immer wieder, wenn ich vor dem Altpapiercontainer, der sich direkt vor unserem Haus befindet, stehe. Der Umgang mit so einer grundsätzlich sinnvollen Einrichtung scheint nämlich viele MitbürgerInnen heillos zu überfordern.

Das fängt damit an, dass immer wieder riesige, nicht zerkleinerte Kartonverpackungen und Schachteln in den Container geworfen werden, die oft schon nach 2 bis 3 Tagen das Einfüllen von Altpapier unmöglich machen. Weiter geht es damit, dass  gefüllte Container offenbar auch nicht für jedermann ein klares Signal dafür sind, dass an dieser Stelle zurzeit kein Altpapier mehr entsorgt werden kann. Abgesehen von den Dingen, die beim Einfüllen in volle Container „danebenfallen“, finden sich nach kurzer Zeit auch alle möglichen Schachteln und Säcke, die neben dem Container abgestellt werden. Die Tatsache, dass deren Inhalt von Wind und Regen in der umliegenden Gegend verteilt wird kümmert die Betreffenden offenbar wenig.

Zu guter Letzt scheint es für manche Menschen auch ausgesprochen schwierig zu sein, Papier, Plastik, Metall und Restmüll voneinander zu unterscheiden. Immer wieder finden sich mit Altpapier gefüllt Plastiksackerl, Aludosen; Plastikverpackungen und diverser Restmüll in und um unseren Altpapiercontainer. Hier geht es also wohlgemerkt nicht um die zugegebener Maßen oft schwierige Entscheidung, ob ein Papier beschichtet ist oder nicht! Nein, hier geht es um eigentlich wirklich sehr klar unterscheidbaren Müll.

Sozusagen das Tüpfelchen auf dem „i“ ist es dann, wenn die oft doch 2, 3 Minuten lang dauernde Müllentsorgungsaktion auch noch bei laufendem Automotor durchgeführt wird!

Das Erschreckende daran ist, dass „meine kleine Altpapierwelt“ im Grunde nur ein mikrokosmisches Abbild des globalen Umgangs mit Materialien aller Art darstellt. Sobald wir sie nicht mehr brauchen sind sie Müll und dann geht es offensichtlich hauptsächlich darum, sie aus dem unmittelbaren, eigenen Umfeld zu entfernen – was ja nicht ganz unverständlich ist: Selbst Hunde und Katzen setzen ihren „Abfall“ normalerweise ja nicht im eigenen Revier ab!

Als ich unlängst wieder einmal vor unserem überquellenden Altpapiercontainer stand und dort tatsächlich alle Arten von Müll finden konnte (sogar gebrauchte Wegwerfwindeln hatte jemand dort deponiert!), fiel es mir wirklich schwer einen entscheidenden Unterschied zu den oben erwähnten tierischen Verhaltensweisen auszumachen.

In solchen Momenten drängen sich oft gehörte Argumente wie „Wir trennen unseren Müll ja eh!“ oder „Es wird ohnehin alles recycelt!“ in mein Bewusstsein und ich würde den unheilvollen Anblick dieses Mülldurcheinanders gerne mit den UrheberInnen dieser Sätze teilen…

Dennoch ist das alles nur ein winziger Ausschnitt der Problematik. Auch unsere Wälder und Wiesen sind voll von Müll jeder Art, was wir mit unseren Kindern bei der jährlichen Flurreinigungsaktion in unserer Gemeinde jedes Mal wieder eindrucksvoll präsentiert bekommen.

Natürlich sind nicht alle Menschen in gleichem Ausmaß an der „Vermüllung“ unserer Lebensräume beteiligt, aber ich denke, jeder von uns hat hier noch bedeutendes Einsparungspotential.

Dazu abschließend noch ein kleines Beispiel aus unserem Haushalt.

Nachdem ich zu Beginn unseres Experiments auf der Suche nach Alternativen zu den klassischen Plastikmüllsäcken recht rasch auf die kompostierbare Variante aus „Bioplastik“ gestoßen war, stellte ich mir in weiterer Folge immer wieder die Frage, warum in aller Welt wir unseren Müll eigentlich überhaupt noch in zusätzlichen Müll verpacken müssen. Daraus entstand schließlich eine zwar nicht sehr innovative, aber Plastik- Bioplastik und Kostensparende Variante: Ich verwende ein paar Blätter Zeitungspapier, um die Restmülleimer in Bad und Küche damit auszulegen und den Restmüll damit schließlich zur Mülltonne zu befördern, denn da speziell seit Beginn des Experiments bei uns so gut wie keine Essensreste oder verdorbene Lebensmittel mehr anfallen, braucht der Rest des Restmülls zum Glück auch keine „dichte“ Verpackung!

Wenn doch einmal geruchbildender Müll anfällt, so wird dieser direkt in die Mülltonne entsorgt und für wirkliche „Notfälle“ gibt es ja noch die erwähnten Bioplastiksackerl. Es ist also nicht mehr notwendig den Müll in Säcke zu verpacken, die potentiell mehrere 100 Jahre haltbar wären!

Ganz allgemein gilt natürlich: Wer weniger Müll produziert, braucht auch weniger Verpackung für den Müll und dass ist nicht nur ökologisch vernünftiger, sondern auch wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass man beim Plastiksparen auch Kosten sparen kann.

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Kommentare (32) Trackbacks (0)
  1. in unserer gemeinde wurden aus den von dir genannten gründen alle altpapiercontainer entfernt. sein altpapier kann man nun nur mehr im altstoffsammelzentrum entsorgen. außerdem wurde eine altpapiertonne eingeführt, die jeder haushalt haben kann und die 6-wöchentlich abgeholt wird. sehr praktisch, allerdings viel zu klein, bei den unmengen an altpapier, die bei uns immer noch anfallen.

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Astrid!

    Ich sehe das Entfernen der Container ebenfalls als die beste Lösung an, zumal es auch in unserer Gemeinde ein Altstoffsammelzentrum gibt, wo ohnehin alle anderen Müllfraktionen hingebracht werden müssen. Dort steht das Ganze wenigstens unter Kontrolle der Gemeindearbeiter !
    In welcher Gemeinde wohnst Du? (Das könnte ich dann vielleicht bei nächster Gelegenheit als Beispiel anführen.)

    LG Sandra

    [Reply]

  2. Genau das gleiche hab ich mich auch schon vor ein paar Wochen gefragt: Warum verpacken wir unseren Müll in Müll?

    Ich verwende teilweise die Biomüllsackerl (verrottbar). Und als ich das letzte Mal Klopapier gekauft habe, das man ja, soweit ich weiß, nur in Plastiksäcken bekommt (oder gibt es da schon Alternativen?), dachte ich mir, dass ich ja das Sackerl vom Klopapier gleich als Müllbeutel verwenden kann. Schaut zwar nicht so gut aus, aber das ist ja egal ;)

    So findet die Klopapierverpackung wenigstens eine Verwendung, bevor sie weggeworfen wird…..

    Liebe Grüße,

    Laura

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Laura!

    Ich finde, es ist eine gute Idee, die Klopapierumhüllung auf diese Weise weiterzuverwenden.

    Wir verwenden mittlerweile Recyclingeinmalhandtücher, die wir in der Mitte auseinanderreißen (siehe Geschichten “Badezimmer ohen Plastik”). Diese kaufen wir im Großhandel in einer Kartonverpackung und kommen damit ca. ein 3/4 Jahr aus. das ist übrigens eine sehr kostengünstige Variante.

    Liebe Grüße und Danke für Deinen Tipp

    Sandra

    [Reply]

  3. Guten Abend, lb. Sandra und Familie.
    Wie angekündigt schreibe ich heute zu Deinem neuen Thema “Müll” einige Erfahrungen aus meiner früheren Tätigkeit beim Umweltausschuß.
    Müllvermeidung und -trennung waren ja eins unserer wichtigstens Projekte. Als von Politik, Industrie und Wirtschaft das Abfallwirtschaftsgesetz und die Verpackungsverordnung angekündigt wurden, hat eine Umweltgruppe in unserer Gemeinde gleich begonnen mit den Vorarbeiten: Analyse des Mülls, Pläne zur Organisation, Information usw.
    Leider wurden die angekündigten oa. Gesetze “anders” verwirklicht, zugunsten der Wirtschaft, zum Nachteil für die Konsumenten. Z.B. wurde damals festgelegt, (aber ziemlich sparsam bekanntgemacht!), daß der Konsument beim Kauf des Produktes gleich den Verpackungsbeitrag und den Verpackungs- entsorgungsbeitrag bezahlen muß. Dafür darf für den gelben Sack/Tonne = Verpackungsmüll keine Gebühr mehr verlangt werden. Ich bin überzeugt, daß das die meisten Konsumenten überhaupt nicht wissen. Wenn sie nicht Müll trennen, und Verpackung gedankenlos zum Restmüll werfen, bezahlen sie eigentlich doppelt.
    Wir mussten damals unsere Pläne ändern, die Latte niedriger legen, und bemühten uns, alles möglichst gut umzusetzen: Durch Information, Schulungen, Beratungen die Bevölkerung zu Verständnis, Akzeptanz, Motivation zum Mitmachen für diese Aktion zu bringen.
    Es würde zu weit führen, alle Details zu beschreiben. Jedenfalls gelang es uns, mit Hilfe der Schulen, die Mülltrennung recht gut durchzuführen, die bis heute mit einigen Verbesserungen funktioniert und wir haben keine solchen Zustände, wie Du sie beschrieben hast.
    Unsere Schulen legen seit damals großen Wert auf Umweltunterricht, so werden über die Schüler auch die Eltern immer wieder erreicht und motiviert.
    Das wäre überhaupt das Wichtigste, daß ständig über die Medien neue Anreize, Informationen, Aufbauaktionen bekanntgemacht würden, denn Stillstand bedeutet auf diesem Sektor RÜCKSCHRITT!
    Darum halte ich Euer Experiment für so wichtig , super und nachahmenswert , weil es endlich wieder Bewegung in die Sache bringt. Ihr solltet wieder mal was im TV oder in der Krone bringen !
    Hier im Blog ist es ja derzeit ziemlich ruhig!
    Nun bis zum nächsten Mal frG Lucia

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Lucia!

    Die Zusammenarbeit mit Schulen finde ich besonders sinnvoll, da es ja schließlich darum geht, gerade bei Kindern und Jugendlichen schon ein Bewußtsein für Themen wie Müllvermeidung zu schaffen. Ich habe auch (in sehr kleinem Rahmen) schon in Schulen über unsere Erfahrungen berichtet und dabei den Eindruck gewonnen, dass die meisten Kinder sehr viel schneller als Erwachsene verstehen, worum es geht…
    Die Sache mit der medialen Präsenz ist leider nicht so einfach. Medien haben oft nur sehr “akut” Interesse an einer Sache und es funktioniert nicht so, dass ich einfach bei der “Krone” oder beim ORF anrufe und sage “Bringt mal wieder einen Bericht über uns” und die machen das dann jederzeit.
    Allerdings hat es in letzter Zeit ein paar sehr positive Berichte in deutschen Zeitungen gegeben und dadurch hatten wir nun einen Drehtermin mit dem ARD, der einen Bericht über das Experiment in seinem Europajournal bringen wird. Der Beitrag soll in den nächsten 2 Wochen gesendet werden und sobald der Termin feststeht, wird er sicher hier bzw. auf der Plastic Planet Seite veröffentlicht werden.

    LG Sandra

    [Reply]

    Lucia Reply:

    Hallo, Sandra!
    Ja, ganz richtig, Kinder verstehen sehr schnell, worum es geht. Aber sie haben leider zu wenig Ausdauer. Daher muß man solche Schulungen oft wiederholen. Und auch den Erwachsenen würde das nicht schaden!
    Ihr habt ja praktisch auch die verordnete Mülltrennung fast noch in der Schule gelernt. Ihr habt vielleicht nicht die intensiven Informationen – mit Schwerpunkt Müllvermeidung und Plastikvermeidung
    bekommen, die wir damals geboten haben.
    Ihr habt also die Mülltrennung eher als notwendiges Übel, als lästige Pflicht betrachtet, und sie vielleicht etwas halbherzig ausgeführt. Ihr habt, durch mangelnde Information, den Sinn und Zweck von Mülltrennung und Recycling nicht verstanden, es eher als “Konsumentenberuhigung” gesehen.
    Jetzt erst, unter dem Einfluß des Films PP, habt Ihr gewisse Zusammenhänge erkannt, und – mein großes Lob – als eine von wenigen Familien entsprechend darauf reagiert!

    Die Sache mit den Medien ist wirklich nicht so einfach, diese Erfahrung mußten wir auch machen. Wir konnten nur in der Lokalpresse unsere selbst verfassten Artikel anbringen, für das Fernsehen war die Sache zu wenig spektakulär!
    Ich werde die Augen offenhalten, wann in ARD der Bericht kommt.
    Am Dienstag, 27.7. war in ARTE ein Themenabend, der Dich vielleicht auch interessiert hätte: “Sckick, aber schädlich”, “Hauptsache haltbar”, und “Leben ohne Schadstoffe”. Man kann es im Internet unter arte tv nachschauen.
    LG Lucia

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Lucia!

    Ich habe die Berichte auf ARTE gesehen und mich dadurch natürlich wieder bestätigt bzw. sehr motiviert gefühlt, weiter an der Sache dranzubleiben.

    LG Sandra

  4. Mich erinnert das an eine Statistik zu gelben Säcken (werden in Deutschland für Verpackungsmüll aus Kunststoff und Metall verwendet), wonach in diesen zu 50% (!) Kram landet, der da nicht rein gehört. Inzwischen gibt es – in der Anschaffung aber sehr teure – Sortiermaschinen, die weitaus bessere Erfolgsquoten haben als die meisten Leute selbst.

    [Reply]

    Lucia Reply:

    Da muß ich Dir widersprechen:
    Die gelben Säcke gibt es bei uns. In Deutschland haben sie zwar viel später angefangen mit der Mülltrennung, dafür machen sie es viel strenger und genauer.
    Da muß man alles zu den Wertstoffhöfen bringen, Milch- und Saftpackerl, Plastikflaschen von Kosmetik- oder Reinigungsmitteln, Dosen, Styropor usw. …,alles in separate Container oder Säcke geben.
    Plastikflaschen von Limo, Cola, Mineral und Getränkedosen sind mit Pfand belegt.
    So ist es zumindest in dem Ort in Bayern, wo ich ein Haus betreuen muß. Ich kann mir vorstellen, daß es, wie bei uns, in anderen Orten andere Bedingungen gibt.
    In unseren örtlichen Müllfirmen wird der Inhalt des gelben Sacks/Tonne von Arbeitern auf dem Fließband sortiert, damit die verschiedenen Materialien sortenrein dem Recycling zugeführt weren können.
    Fr.G. Lucia

    [Reply]

  5. Hallo, Sandra,
    Vielleicht interessiert es Dich noch, einige Punkte über unser Müllsystem zu erfahren.
    Wir hatten ja damals die Chance genützt und mit der vorgeschriebenen Mülltrennung das ganze System reformiert. Auch die Müllgebühren, es wurden die Müllsparer und -Vermeider belohnt, die anderen müssen eben mehr bezahlen. Selbstkompostierer erhalten auch Ermässigung.
    Bei uns wird abgeholt: Restmüll, gelber Sack (in großen Wohnblöcken gelbe Tonne), Altpapier, evtl. Biomüll.
    Zum Wertstoffhof bringt man: Altglas, Biomüll in größeren Mengen, Textilien, Schuhe, Sperrmüll, Bauschutt, Altöl (aus der Küche), Elektro-Schrott, Problemstoffe, Alteisen. (Hoffentlich hab ich alles!)
    Die Müllgebühr setzt sich zusammen aus einer Grundgebühr und einer volumenabhängigen Verbrauchsgebühr. Ich weiß, daß das in fast jedem Dorf anders ist, auch die Gebühren variieren stark. Bei Interesse schreibe ich Dir noch weitere Einzelheiten.
    Für heute wieder LG Lucia

    [Reply]

  6. hallo an “alle” ;-)

    auch wenn das stichwort “volumenabhängig” nicht gefallen wäre, hätte ich meine beobachtungen hier angefügt.

    ich verfolge ja schon längere zeit die immer grössere (mengenmässige) verwendung von plastikflaschen (seit wann kommt man auf seinem weg von/zu beruf/schule nicht mehr ohne getränk aus?) mit teilweise immer kleineren inhalten (siehe “wunderjoghurts”).

    beim wegwerfen wird es spannend. wenn man schon die container für plastikflaschen verwendet (anderes plastik wird ja mit dem restmüll “thermisch verwertet”), dann landen diese natürlich mit luft gefüllt im behälter. so wird aus dem abholfahrzeug ein “luftbomber”, denn das volumen ist ein vielfaches des gewichtes.

    würde man aus den flaschen die luft rauslassen und diese so klein wie möglich zusammenrollen/-falten, käme nur ca. ein drittel des volumens (also auch ein drittel der gebühr) und nur ein drittel für die abhol-
    fahrten heraus.

    tja – wie bringt man bloss solche sachen den menschen bei?

    schöne grüsse aus wien in die steiermark

    [Reply]

  7. Hallo Sandra,

    ich wollte dich fragen, ob du schon von der Firma Pro-Tech aus Tirol etwas gehört hast.
    Diese verkaufen biologisch abbaubare Bioabfallsäcke, die auch als Frischhaltebeutel verwendet werden können, sehr interessant das ganze!

    Falls du Infos brauchst: http://www.biomat.info
    Haben auch einen Onlineshop.

    [Reply]

  8. In unserer Wohngegend (hauptsächlich Studenten) ist es für viele völlig normal, alle Arten von Müll in den Container für Restmüll zu werfen, der direkt am Wohnhaus steht. Ich selbst mache mir die Mühe und trenne alles sorgfältig, und sobald ich den Müllbeutel einmal aus den Augen lasse, wirft ihn einer meiner WG-Mitbewohner in die Tonne – frei nach dem Motto: “Kommt ja später eh wieder alles auf einen Haufen.”

    Von Papier über Gelbe Säcke bis hin zu Flaschen, Biomüll und sogar Leuchtstoffröhren und halbvollen Farbeimern landet alles fröhlich im Container. Und das von jungen Menschen, die von sich behaupten, angehende Akademiker zu sein.

    [Reply]

  9. Seit einigen Jahren gibt es zumindest in D eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, Kunststoffe zu kennzeichnen. Dies soll das Recycling erleichtern; manche Kunststoffe können stofflich recycelt werden, andere (zB Polyurethan) recycelt man vernünftigerweise thermisch (also verbrennt sie), da sie einen ähnlich hohen Heizwert wie Heizöl haben.
    Das Problem: Kunststoffe werden hierzulande eben NICHT sortenrein gesammelt.
    Sämtliche Verpackungen aus Aluminium, Kunststoffen, Verbundwerkstoffen wandern in den “Gelben Sack”. Dieser soll eigentlich für den “Grünen Punkt” gesammelt und von diesem auch recycelt werden. Dafür erhebt “Der Grüne Punkt” auch einen Aufschlag von 1-2 ct je Verpackungseinheit. Und deshalb dürfen in den “Gelben Sack” auch nur Produkte, die den “Grünen Punkt” tragen. Kinderspielzeug, Haushaltsprodukte, Haarspangen, leere Kugelschreiber, Einwegfeuerzeuge, Eimer, Zahnbürsten etc. dürfen NICHT in den “Gelben Sack”, auch wenn diese aus Kunststoff oder Metall sind. Und auch vielen anderen Verpackungen mit dem “Grünen Punkt”, wie Pappschachteln, Papierumhüllungen, Einweg-Glasflaschen (zB von Sojasoße, Gewürzgläschen) etc. ist der Eingang in den “Gelben Sack” verwehrt, OBWOHL sie den “Grünen Punkt” tragen und die Entsorgung also schon bezahlt wurde. Das Gleiche gilt für Styroporverpackungen, Noppenfolien, das Innere von Polsterbrieftaschen, Frischhaltefolie, Grillschalen aus Aluminium usw., die den “Grünen Punkt” nicht tragen. Von “Wertstoffsammlung” über den “Grünen Punkt” kann also keine Rede sein!
    Ich bin deshalb
    a) für den sofortigen Ausstieg aus dem System “Grüner Punkt”
    b) für die sortenreine Sammlung von Wertstoffen
    c) eine glasklare Kennzeichnung von Verpackungen, die “zusammengeschmissen” werden dürfen bzw. die getrennt entsorgt werden müssen
    d) für einen Ausbau der bürgernahen und -freundlichen Wertstoffsammlungen

    Wenn es in meinem Speicher schon aussieht wie auf dem Recyclinghof (Papier, Gelber Sack, Glas, Pfandflaschen, Bio-Müll, Restmüll, Sperrmüll, Elektroschrott, Schadstoffsammlung, Batterien, Kork, Medikamente…), dann möchte ich die Sachen nicht noch alleweil selbst in die Container oder die Wertstoffhöfe tragen möchten, sondern dann will ich, dass alle paar Wochen oder Monate Müllabfuhr und Schadstoffmobil durch den Ort fährt und alles einsammelt, was wir nicht (mehr) gebrauchen können.
    Das wäre energiesparender als mit dem eigenen Auto die einzelnen Wertstoffe abzugeben.

    Nichtsdestotrotz bleibt es mein Prinzip, sowenig wie möglich Müll zu verursachen.

    [Reply]

  10. Die Bio-”Plastik”-Sackerl, die es in vielen Supermärkten gibt, scheinen abgesehen von dem Umstand, dass sie halt nicht aus Erdöl bestehen, doch nicht so problemlos kompostierbar zu sein, wie man uns glauben machen möchte.
    Hier ein bericht dazu, über den mein Mann heute morgen gestolpert ist:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/nicht-umweltfreundlich-biotueten-als-mogelpackung-11715900.html

    [Reply]

  11. Liebe Sandra

    Ich wohne hier in der Schweiz in einem Mehrfamilienhaus. Wir sind verpflichtet, den Müll in gebührenpflichtigen Müllsäcken, logisch aus Plastik, in den Container zu werfen. Also funktioniert das mit dem Müll in Zeitungspapier zu entsorgen leider schon einmal nicht. Die umweltfreundliche Variante, dass jeder Haushalt einen Mülleimer aus verzinktem Blech hatte und diesen an die Strasse zum Leeren stellte, gibt es leider nicht mehr. Also frage ich mich, was hier die Alternative wäre, denn Müll fällt immer noch an, auch wenn man kompostiert und Abfall trennt.

    [Reply]

  12. Zunächst denke ich, dass es trotzdem richtig ist, so wenig Müll wie möglich zu machen.
    Auch wir müssen ja die gelben Säcke nutzen. Aber es ist ein Unterschied, ob ich im Monat sechs, vier, zwei oder einen vor die Tür stelle.

    Zweitens ist es eine langfristige Möglichkeit, sich dafür einzusetzen, dass die Müllentsorgung anders organisiert wird.
    Man muss eben an die zuständigen Behörden schreiben, denen auf die Nerven gehen, Alternativvorschläge einbringen und nachfragen, warum das nicht umgesetzt werden kann, an Gemeinderatssitzungen teilnehmen etc.
    Wieviel Möglichkeiten ihr in der Schweiz zur politischen Mitwirkung habt, wirst du besser wissen, aber die eine oder andere Möglichkeit gibt es bestimmt!

    [Reply]

  13. Mülltrennung um Wertstoffe dem Recycling zuzuführen?

    Nach einigen Jahren bin ich endlich draufgekommen, wie das mit dem Recycling in Deutschland funktioniert.
    Eine Bankrotterklärung für unsere Natur.

    Nachdem in der Nachkriegszeit die Deponien immer stärker anschwollen und der Platz nicht mehr reichte, gab es eine Recyclingstrategie, die heute Gesetz ist.

    Die thermische Verwertung – kurz alles verbrennen

    Und wer in den Glascontainer ein Trinkglas wirft, begeht eine Ordnungswidrigkeit, denn dieses Trinkglas ist über den Restmüll zu verbrennen. Recycling 0%. Theoretische Strafe 30€. Im Münchner Umland wird bereits mit Viedeoüberwachung den Delinquenten nachgestellt.

    Aus diesem Grunde ist die Recyclingquote auch in Europa nur bei 3%.
    97% aller Wertstoffe lösen sich in Rauch auf; selbst Gold ist nach ca. 5 Recyclingumläufen nicht mehr existent.

    Das Flaschenpfand ist ein Witz. Eine Euro-Bierflasche kostet 8 Cent Pfand. Niemand läuft auch nur 100 Meter Umweg, um sich 8 Cent zu verdienen (na ja – ein paar schon noch, aber nicht Otto-Normalverbraucher).
    Warum führt man europaweit nicht endlich einheitlich 50Cent ein und lässt auch keine Ausnahmen mehr für Plastikflaschen, Marmelade-/Honiggläser etc. zu?

    Umweltinfos bei http://www.duh.de

    [Reply]

    Mechthild (Nähe Emsland) Reply:

    Das mit dem Recycling ist Augenwischerei.
    Deswegen ist MÜLLVERMEIDUNG wichtig, also dafür zu sorgen, daß erst gar kein Müll anfällt.

    Das kann man ganz gut, indem man Produkte lose, eben ohne Verpackung, kauft.
    Also vor allem im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt einkauft und die benötigten Behältnisse selber mitbringt.
    Oder z.B. Bier, Mineralwasser (wenn man nicht gleich Leitungswasser trinkt!) oder Milchprodukte in Mehrweg-Glasflaschen kauft.
    Indem man frisch kocht; somit fällt keine Verpackung für Fertiggerichte an.

    Es gibt so viele Alternativen für alles.
    So werden ich mir am Sonntag ein Zahnbürstenbäumchen besorgen, das Zahnbürste und Zahnpasta in einem ersetzt. Der Rest landet einfach auf dem Kompost im Keller, der für die Tomaten auf dem Balkon als Dünger fungiert. Oder eben auch für das Zahnbürstenbäumchen selber. Wie man sieht, ein geschlossener Kreislauf.

    Ich kritisiere schon lange, daß es nicht mehr Produkte, wie Quark, saure Sahne, Oliven, Honig, Marmelade, Mayonnaise etc. in Pfandgläsern gibt.
    Wenn man sich auf wenige Standardgrößen einigen würde, wie das ja bei Milch-, Joghurt-, Bier- und Mineralwasserflaschen – und gläser schon der Fall ist, könnte man viel Müll und auch Energie sparen.
    Aber bis die Konzerne darauf umstellen, wird es wohl noch Jahrzehnte dauern. Leider!!

    [Reply]

    Sandra Reply:

    Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen!!!
    Danke für diesen Beitrag,
    Lg SAndra

    [Reply]

    Fussel Reply:

    Leider läuft gerade bei Bier- und Mineralwasserflaschen der Hase gerade in die andere Richtung: alle größeren Brauereien fangen an, individuelle Flaschen herzustellen, als “Unterscheidungsmerkmal”.
    Vom Umweltgesichtspunkt her eine Katastrophe, weil all diese Flaschen ja immer zur Originalbrauerei zurückmüssen.
    Ein Wahnsinn.

    [Reply]

  14. Wir haben mit einem Pickerl am Briefkasten jegliche Werbezusendung eingestellt, das bekommt man in jeder Trafik. Seitdem ist unsere Papiertonne fast leer, vorher war sie zum Bersten voll!
    Kartons und Schachteln werden als Anzündmaterial im Winter in unserer Holzheizung verheizt.

    [Reply]

  15. München bittet sogar darum, Kartons NICHT zu zerkleinern, liebe Sandra.

    [Reply]

  16. Hallo liebe Familie Krautwaschl, ich lese gerade euer Buch. Auch habe ich schonmal eine Reportage im Fernsehen angeschaut und finde die Idee, eure Beharrlichkeit und den Spaß, den ihr dabei offenbar noch immer habt, total super. Es hat mich sehr inspiriert und eigentlich auch ein bisschen offene türen eingerannt.
    Jetzt zu meiner Frage: wir wohnen zur Miete in einer Doppelhaushälfte und im Garten ist ein Komposthaufen. Nur sagt der Vermieter, dass wir dort keine Lebensmittelreste drauf tun dürften, weil das sonst Ratten u.ä. anlocke. Wie ist das bei euch?
    Diese Regelung hat mich schon länger gestört aber seit ich das Buch lese … es ist einfach zunehmend nervig. Die (zugegebenermaßen wenigen Essensreste) landen in der Restmülltonne, wo sie am Ende sicherlich auch kompostieren aber … naja es ist irgendwie ein komischer Gedanke, der mir widerstrebt. Habe ihnen schon vorgeschlagen, dass wir kompostierbare Papiertüten verwenden aber das wurde nicht akzeptiert.
    Noch eine weitere Frage: würdet ihr Getränke in Plastikflaschen kaufen, wenn es in Österreich ein Pfandsystem gäbe? Natürlich sind die Glasflaschen deutlich öfter verwendbar und sicherlich schadstoffärmer. Aber es gibt so viele säfte gar nicht in Glas, insbes. nicht die, die ich ansonsten lieber kaufen würde weil sie aus regionalem anbau stammen o.ä. Es gibt zB in der nähe einen apfelsaft direkt vom hof zu kaufen, im pappkarton aber mit zapfhahn u. einem inneren beutel aus kunststoff :-(
    Habe vorhin deinen hinweis auf “beechange” entdeckt und mich gefreut, da ich das angebot von denen auch klasse finde, insbes. den holz-spork. nur ist es leider immer ein doppelt so teures porto nach deutschland. es gibt auch bei uns ein paar anbieter aber die haben meist nur eine produktgruppe oder aber man muss unmengen kaufen. Den (/die/das?) spork habe ich hier aber noch nirgens (aus holz) gefunden. Bleibe aber immer eifrig am weitersuchen… freue mich schon auf mein plastikfreies bad (noch werden die reste aufgebraucht).

    [Reply]

    Fussel Reply:

    Problematisch auf dem Kompost sind vor allem alles Gekochte (nicht nur, weil es Ratten anzieht, sondern weil es auch Salz enthält) und Fleisch, Fischreste etc.
    Gemüseschalen sind übrigens keine Essensreste, sondern Küchenabfälle, das ist ein Unterschied! Essensreste sind zubereitetes Essen, was aus irgendwelchen Gründen weggeworfen wird.
    Also sind m.E. Kartoffelschalen und Ähnliches auf dem Kompost schon möglich :-)

    [Reply]

    painteddog Reply:

    Also wir kompostieren seit vielen Jahren alles was in der Küche anfällt und haben mit Ratten & Co noch nie Probleme gehabt. Ich glaube, dass um und auf ist, dass man bei Gekochtem, Fleisch, Fisch etc. einiges an Erde darüber häufeln sollte.
    LG painteddodg

    [Reply]

  17. That’s really thninikg out of the box. Thanks!

    [Reply]

  18. Hallo Frau Krautwaschl,

    inspiriert durch Ihr Buch bin ich neulich mal durch unseren Stadtpark gelaufen und habe Müll eingesammelt. Am wütendsten haben mich eine riesige Eistee-Tetrapack-Packung, eine große Colaflasche und ein mittelgroßes Computerteil (!!) gemacht.
    Auf einer Strecke, für die man auf einem normalen Spaziergang eine Viertelstunde braucht (ich durch das Sammeln diesmal natürlich etwas länger) kam eine große Tüte Müll zusammen, und ich habe sicher nicht alles gesehen, was es zu finden gab. Das hat mich echt erschüttert!
    (Die verstopft jetzt übrigens meinen Mülleimer. Hoffentlich komme ich diesmal hin, bis sie wieder geleert wird. :-D )
    Viel Erfolg weiterhin, ich lese hier gerne!! =)

    Linda Dillmann

    [Reply]

  19. Ich war mit meinen Kindern im KUNSTSTOFF – Recycling – Betrieb Kruschitz ( in Kaernten) und wir konnten uns davon ueberzeugen, wie gut Recycling funktionieren kann! Wir sahen PET Flaschen, Shampoflaschen, div. Kunststoffverpackungen, Folien etc…… Alles wird dort wiederverwertet und zu neuen Produkten wiederverarbeitet. Wichitg ist nur, dass man die Kunststoffabfaelle zu den Sammelcontainern oder zu den Recyclinghoefen bringt.
    Die neuesten Techniken koennen die Kunststoffe sortieren und dann fast zu 100% wiederverwerten. Dann werden aus alten PET Flaschen wieder NEUE PET Flaschen oder aus Shampooflaschen wRohre, aus Jogurtbecher- Gartenmoebel und aus Folien werden Muellsaecke etc..

    [Reply]

    painteddog Reply:

    Leider gelangt nicht jeder Kunststoff in einen Recyclingbetrieb, global gesehen landet sehr viel an Kunststoffverpackung im Meer.
    Recycling schützt leider auch nicht vor unerwünschter Abgabe diverser gesundheitsschädlicher Stoffe in kunststoffverpackte Lebensmittel.

    Für mich gibt es nur als Alternative: Verzicht

    [Reply]

  20. Rhhgrgvgbg

    [Reply]


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