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30Aug/101

Kurzer Zwischenbericht über unsere Zugreise nach Amsterdam

Während unsere Kinder eine Woche lang auf einem Hüttenlager waren, hatten Peter und ich eine (Luxus-)Zugreise nach Amsterdam gebucht.Für mich war es die erste Reise mit einem Nachtzug im Schlafwaggon, und da wir ein 2er Abteil reserviert hatten, war es tatsächlich fast luxuriös.

Zugreise Schon beim Betreten unseres Abteils, fanden wir allerdings die erste „Plastiküberraschung“ auf unseren Betten vor: Jeweils eine Plastikflasche mit Wasser, wobei es sich, wie ich zu meinem Erstaunen feststellte, um Pfandflaschen handelte. Wirklich amüsiert haben mich allerdings die mit Wasser gefüllten und mit einer Art Alufolie verschlossenen Plastikbecher, deren Zweck ich mir vorerst nicht erklären konnte. Der Schaffner klärte mich schließlich darüber auf, dass es sich hierbei um „Zahnputzwasser“ handle. Meine angeborene Neugierde veranlasste mich letztlich dazu, mir tatsächlich damit meine Zähne zu putzen. Was allerdings dazu führte, dass ich schon durch den etwas ruckartigen Öffnungsvorgang ca. die Hälfte des Inhalts im Nachtzugbadezimmer verteilte und damit endete, dass der Becher schließlich während des Zähneputzens umfiel (Plastik ist ja sooo leicht!), wodurch auch noch der Rest des Zahnputzwassers ungenützt verschüttet wurde. Letzten Endes musste ich, um den Raum für nachfolgende Reisende wieder einigermaßen benutzbar zu hinterlassen, auch noch den Boden und Teile der Wand mit Einmalhandtüchern trocken wischen – soviel Müll habe ich bei einmal Zähneputzen sicher noch nie produziert!

Die Nacht verlief dafür dann aber doch einigermaßen plastikfrei. Einer der vielen Vorteile einer Zugfahrt ist ja die Abwesenheit von diversen Konsumverlockungen. Und da Peter sich – ob seiner Größe - schon alleine auf seiner Liegestatt kaum rühren konnte, der Schaffner direkt nebenan sein Abteil hatte und ich, nachdem wir die mitgebrachte Flasche Rotwein gelehrt hatten, in einen tiefen und angenehm geborgenen Zugschlaf fiel, war auch die einzige verbleibende Option für den Einsatz von Plastik in dieser Nacht kein Thema......

Umso deutlicher holte uns die Realität am nächsten Morgen ein. Nachdem wir unseren ersten Durst noch mit den  Wasservorräten von zu Hause stillen konnten, erwartete uns ein Frühstück der besonderen Art. Eigentlich sagt hier ein Bild mehr als 1000 Worte. Die einzigen, nicht in Plastik verpackten Teile des Frühstücks waren das Brötchen und die Serviette – eine wirklich interessante Erfahrung nach beinahe 10 Monaten plastikfreier Ernährungspraxis!

ZugreiseDennoch blieb von unserem Frühstück tatsächlich „nur“ die Verpackung übrig – so eine Nacht im Zug macht einfach hungrig! Aber in diesem Fall war „nur“ die Verpackung -zumindest was das Volumen anbelangt - fast mehr als das ursprüngliche Frühstück. Meine Bemühungen unseren Frühstücksmüllberg wenigstens nach Müllarten zu trennen und entsprechend zu entsorgen (es gab nämlich im Zug sogar eigene Müllbehälter für unterschiedliche Materialien) endeten allerdings recht abrupt damit, dass mir der Herr Schaffner den ganzen Krempel mit den Worten. „Geben´S das mir! Da hab ich einen eigenen Sack dafür!“ aus der Hand nahm und ohne jegliches Zögern in einen richtig tollen „Gesamtmüllsack“ warf!

 

Mit diesen Reiseimpressionen beende ich meinen kurzen Zwischenbericht! Amsterdam war übrigens wunderschön, aber das ist eine eigene Geschichte. Morgen brechen wir in unseren Kroatienurlaub auf und auch hier wird schon die Anreise eine weitere Bewährungsprobe für unser Experiment sein. Ab der 2.Septemberwoche wird es dann wieder neue und hoffentlich positive Berichte über unsere heurige Sommerurlaubssaison geben.

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Über julian

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Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Ich war im August mit meiner Tochter zwei Wochen in der Kinderklinik in Hamburg und habe dort ein ähnliches Phänomen erlebt. Bis auf die Brötchen und die Wurst- und Käsescheiben war alles in kleine Plastikpäckchen verpackt. Insgeheim war ich froh, kein Vegetarier zu sein, sonst hätte ich mich die ganze Zeit von trockenen Brötchen und einer (!) Käsesorte ernähren müssen. Aber ich muss gestehen, dass ich die komplette Müllvermeidung auch nicht durchgehalten habe… Wahrscheinlich es für die Betreiber der Cafeteria am einfachsten (und anscheinend auch günstigsten), diese kleinen Plastiksachen anzubieten, aber der Müllberg, der dabei entsteht, ist schon beträchtlich!

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