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3Jan/131

Freie Sicht

Liebe LeserInnen (eigentlich müsste ich ja angesichts des regen Schriftverkehrs  schon "liebe SchreiberInnen" sagen)!

Zum Glück funktioniert die Kommunikation auf dem Blog zeitweise auch ohne mein Zutun sehr gut. Ich war allerdings nicht wegen eines ausgedehnten Weihnachtsurlaubs in letzter Zeit so schweigsam, sondern weil ich es heuer tatsächlich erstmalig in meiner 41-jährigen Karriere geschafft habe, exakt am 24.Dezember krank zu werden - und zwar gleich ordentlich, so dass ich erst jetzt langsam wieder von einer vollständigen Genesung sprechen kann...

Aber ich wär nicht ich, wenn ich der ganzen Sache nicht letztlich doch auch noch was Gutes abgewinnen könnte uns so kann ich Euch hiermit mit Freuden mitteilen, dass ich die ruhigste und stressärmste Weihnachtszeit meines (Erwachsenen)Lebens hinter mir habe - Peter sei Dank!

Das ausgiebige krank Sein hat mir wieder einmal extrem deutlich gemacht, wie viele Dinge einfach NICHT SEIN MÜSSEN und den Fokus auf das verstärkt, was mir in dieser Zeit eigentlich besonders wichtig ist.

In diesem Sinne möchte ich Euch allen noch nachträglich alles Gute für das neue Jahr wünschen und ein paar Gedanken zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel mit Euch teilen.

Freie Sicht

Klar sehen

inmitten des rasenden Stillstands

die Sinne bewahren

den Über alle Grenzen laufenden

fluss

vorbeiziehen lassen

und

Atem schöpfen

Sich nicht auf die Suche

nach einem ethisch korrekten Feuerwerk begeben

das ziellose Rennen

um die Triple-A Gefühle

vorzeitig abbrechen

und

von außen betrachten

sich lächelnd wegdrehen

sich selbst zuwenden

Klar sehen

in langen Nächten

an kurzen Tagen

dass das Selbstverständliche aufhören

und das Unvorstellbare

beginnen wird

Sandra, Dezember 2013

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Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Das gefällt mir sehr, dein Gedicht.
    Schön, dass du wieder gesund bist. Du hast anscheinend einen Zwillingsbruder im Geiste von meinem Mann geheiratet ;) wenn der sich so gut um alle kümmerte.
    Du hast recht – oft ist weniger mehr. und gerade an Weihnachten sollte man sich eigentlich daran erinnern, wie das erste Weihnachtsfest verlaufen ist: Jesus wurde in einem STALL geboren! Aber offenbar hatte man es leidlich warm, man hungerte nicht, die Familie war zusammen, Mutter und Kind waren – und das war keine Selbstverständlichkeit – wohlauf. Kurz, eigentlich hatte die erste Weihnacht alles, was es brauchte. Nun, ich will niemanden zum Weihnachtsasketen machen. Auch wir hatten einen Weihnachtsbaum, auch wir haben Geschenke gehabt und mehr als gut zu essen. Auch bei uns war die Stube in der Adventszeit festlich geschmückt, wir waren auf einem Weihnachtsmarkt, haben Plätzchen gebacken und Junior in der Kirche beim Krippenspiel bewundert. Aber wir haben das gemacht, WEIL wir es wollten, WIE wir es wollten und WANN wir es wollten. Aber wir haben schon seit einer Weile aufgehört, Dinge zu machen weil “man das eben so macht”. Aufgehört, die ganze Adventszeit mindestens ein halbes Dutzend plätzchensorten vorrätig zu haben. Aufgehört, Verlegenheitsgeschenke für Hinz und Kunz parat zu halten. Aufgehört, leuten Weihnachtskarten zu schicken, von denen man das ganze Jahr nichts hört…. Dieses Leben der Konsumreduzierung färbt auf alle Bereiche ab und ich finde das sehr schön.

    Nun möchte ich euch aber noch ein paar Gedanken zum Neuen Jahr hinterlassen.
    Vielleicht zieht auch hieraus jemand seinen Nutzen :)

    Allen, die in diesem Jahr leiden mussten, die Pech hatten, krank wurden oder einen lieben Menschen verloren,
    Allen, die zufrieden lächelnd aus dem alten Jahr gehen können,
    Allen, die voller Spannung und Hoffnung, vielleicht auch mit ein wenig Ängstlichkeit das neue Jahr erwarten,
    möchte ich sagen:

    Das
    neue Jahr wird morgen vor uns liegen wie ein Schulbuch am ersten
    Schultag – glatt und rein, glänzend und farbig und mit diesem ganz
    besonderen Zauber, der jedem Anfang innewohnt.
    Wir werden Aufgaben zu erfüllen haben.
    Wir werden lernen, wissbegierig, mit roten Backen.
    Wir werden uns quälen.
    Wir werden Fehler machen, das Buch verschmieren, Seiten werden bekritzelt, zerknüllt, beweint.
    Wir werden Druckerschwärze, Schwielen und Tinte an den Fingern haben.

    Aber am Ende werden wir wieder etwas gelernt haben – die einen leichter, die anderen auf die harte Tour.
    Wir werden alle das Klassenziel erreicht haben.

    Das Leben gibt niemanden auf.
    Das Leben lässt niemanden “sitzen”.
    Doch es bleibt auch niemals gleich.

    Wer heute weint, wird bald getröstet.
    Der Zufriedene mag eine tiefe Unruhe verspüren.
    Und wer triumphiert, kann tief fallen.

    Lasst uns heute das Leben feiern.
    Seien wir dankbar für alles, was uns an Gutem widerfahren ist.
    Schließen wir ab mit dem, was schlecht gelaufen ist.
    Freuen wir uns auf alles, was noch vor uns liegt.
    Und
    holen wir uns in Gedanken all unsere Lieben an unseren Tisch, die uns
    im Lauf der Zeit vorausgeeilt sind, um uns DORT den Tisch zu decken…

    Ich wünsche euch einen guten Jahreswechsel und ein gesegnetes Neues Jahr 2013!

    Guten Rutsch!

    oder, wie es eigentlich heißt: Rosh hashannah!

    [Reply]


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