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15Dec/097

Es weihnachtet sehr

Das Phänomen des „Weihnachtens“ beginnt immer früher im Jahr……

Ab Mitte November kann es zum Beispiel ohne weiteres vorkommen, dass man auf den Straßen ein Gefühl wie "Weihnachten das ganze Jahr über“ bekommt (wie es vor zwei Jahren so treffend in der Werbung zu hören war). Nicht, dass die Ruhe so groß, die Stimmung so feierlich oder die Menschen so friedlich wären, nein, es ist einfach nur so unglaublich hell!!!

Bäume mit Lichterketten, Weihnachtssterne, Weihnachtsmänner, Weihnachtsengel, Weichnachtsschnee der von Bäumen „fällt“, Weihnachtssonne, Weihnachtsmond, Weihnachts… was auch immer, alles glitzert, leuchtet, blinkt elektrisch.

Stimmungsvoll! Oder doch nicht?

Plastik ist bei dieser Art der „Erleuchtung“ eher die Nebenerscheinung. Natürlich sind all diese Beleuchtungsobjekte größtenteils aus Kunststoff. Der wirklich große Brocken ist in diesem Fall aber wohl der gigantische Verbrauch an Energie und die damit verbundenen CO2- Emissionen - ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an unser Klima, sozusagen.

Mich würde ja brennend (nicht im wahrsten Sinne des Wortes!) interessieren, wie viel CO2, Energie und natürlich auch Geld weltweit jährlich nur durch Weihnachtsbeleuchtungen in die Atmosphäre geblasen wird. Das hat bestimmt schon jemand berechnet, oder?

Das stimmt doch ein wenig „besinnlich“...

... was ja grundsätzlich in vorweihnachtlichen Zeiten nicht schaden kann: Natürlich, wir können uns das jetzt alles noch leisten. Aber müssen wir uns auch alles leisten, was wir uns leisten können? Oder leisten wir uns da am Ende etwas, was andere bezahlen (oder bezahlen werden)? Und was ist eigentlich mit den glänzenden Kinderaugen und dem flackernden Kerzenschein? Sieht man die nur nicht mehr, weil es so hell ist oder weil es soviel ist oder weil alles so schnell ist?

Hat es etwas mit dem Sinn von Weihnachten zu tun, wenn wochenlang elektrische Sterne in allen unmöglichen Farben über uns blinken? Und selbst wenn man zu denjenigen gehört, die sich dazu bekennen, dass Weihnachten ein sinnentleertes Konsumfest ist: Muss es deshalb wirklich auch noch das „Energieverschwendungshighlight des Jahres“ werden?

Und vor allem die Hauptfrage: Was hat das alles mit mir persönlich zu tun?

Womit wieder nahtlos an das Thema Plastik angeschlossen werden kann.

Wie ich lebe, was ich konsumiere, wie viel Licht ich brauche, um Weihnachten zu „spüren“, womit ich beschenke und womit ich die Geschenke einpacke……das alles sind meine Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, aber sie haben in jedem Fall eine Wirkung!

Man muss gar nicht von Bürgermeister zu Bürgermeister pilgern, um sich für die Abschaffung der weihnachtlichen Straßenbeleuchtungen stark zu machen (obwohl ich das sofort unterstützen würde!). Es hilft schon, sich selbst und seine nähere Umgebung nicht auch noch mit elektrischen Beleuchtungskörpern die Vorweihnachtszeit zu erhellen.

Marlene hatte kürzlich auch einen ganz brauchbaren Vorschlag: „Die könnten die Lichter wenigstens ausschalten, wenn die Geschäfte alle zu sind. Dann sieht sie eh keiner mehr!“.

Leo meinte, dass Kerzen sowieso viel schöner wären und Samuel, der sich schon gerne mit technischen Details beschäftigt, überlegte, ob man die ganze Sache nicht mit Solarbetrieb in den Griff bekommen könnte.

Gut, dass es oft so einfache Antworten gibt.

P.S.: Peter wünscht sich überhaupt „dunkle Weihnachten“. Er hatte immer schon einen speziellen Sinn für Romantik.

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Über Sandra

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Kommentare (7) Trackbacks (0)
  1. wie wärs mit abschalten der glaube ich UNIQUA gebäudes am Schwedenplatz das strahlt das ganze Jahr die ganze Nacht über….

    [Reply]

  2. Liebe Fram. Krautwaschl,

    Ich finde Euer Experiment ganz ganz toll und bin von dieser Initiative sehr beeindruckt. Hab “Plastic Planet” am Díenstag im Kino gesehen und bin seitdem sehr verstört und – ich gebe es zu – etwas paranoid wenn ich mir ansehen, dass fast alles um mich herum (Tastatur, PC, Drucker etc. im Büro; die gesamte U-Bahn, S-Bahn sowie Autobusse; und leider auch viel zuviel bei mir daheim) aus Kunststoff besteht. Auch ich habe mich immer als umweltbewusst wahrgenommen – recycle brav, spare Strom und Gas, verwende Biowaschmittel etc. Doch: auch wo bio draufsteht ist Plastik dabei! Leider bin ich Vollzeit berufstätig, möchte aber dennoch etwas unternehmen (außer einer gründlichen Entrümpelung bei mir daheim-> vielen Dank für Eure Erfahrungswerte!). Ich habe vor, in den Weihnachtsferien einige Schreiben aufzusetzen und auch Umweltorganisationen sowie andere Institutionen, die den Film unterstützt haben, zu kontaktiereb. Ich bin wirklich entsetzt, welche Dimensionen diese Plastikallmacht angenommen hat. Die Tatsache, dass man buchstäblich mit dem Babyfläschchen damit aufwächst und die Macht der Lobbies bedingt, dass man sich der Gefahren gar nicht bewusst ist.

    Euch weiterhin alles Liebe und danke dass es Euch gibt! Ich denke, Ihr habt eine gr. Vorbildwirkung.

    Lg,

    Helene

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Helene!

    Wie Du es so schön sagst: Die”Plastikallmacht” muss gebrochen werden!!
    Dieser Gedanke war glaub ich auch der “Zünder” dafür, dass mir nach der Grazpremiere des Films, die Idee mit dem Experiment gekommen ist. Ich hab mich so über mich selbst und diese unbewußte “Werbegläubigkeit” geärgert, dass ich dem einfach ganz entschieden etwas entgegensetzen wollte. Das Schöne daran ist, dass man sich, sobald man beginnt, aktiv etwas zu verändern, nicht mehr so ohnmächtig und ausgeliefert fühlt.
    Ich sehe das für mich und meine Familie als riesengroßen Gewinn und hoffe natürlich, dass auch durch die “Veröfffentlichung” unserer Erfahrungen möglichst viele Menschen zu ähnlichen Schritten ermutigt werden.
    Für uns kann ich jedenfalls jetzt schon sagen, dass uns das Experiment sehr gut tut!
    In diesem Sinne denke ich, ist jede(r) ein Vorbild, die/der für sich selbst positive Ansätze (in diesem Fall zur Vermeidung von Plastik, aber das läßt sich natürlich auch auf viele andere Themen umlegen) findet und damit gut bzw. sogar besser leben kann als vorher!

    Alles Gute dabei wünscht Dir
    Sandra

    [Reply]

  3. Zum Thema CO2 und Kima habe ich zwei interessante Seiten gefungen:
    http://info.kopp-verlag.de/
    http://www.alles-schallundrauch.blogspot.com/

    Danke für die nützlichen Tips zum (möglichst) plastikfreien Einkaufen!

    Liebe Grüße
    (auch) Helene

    [Reply]

  4. Liebe Sandra, bis Weihnachten ist zwar noch lange hin, aber da ich alle Themenfelder behandeln will kommt das heute dran.
    Zur Weihnachtsverpackung nur soviel: Ich war überrascht, von “beschichtetem” Weihnachtspapier zu lesen! Für uns gibt’s seit Jahrzehnten selbstverständlich nur normales, und zwar immer dasselbe, bis es kaputt ist! Tixo ist nicht verboten, es wird mit den eingerissenen oder stark zerknüllten Rändern abgeschnitten, kleine Papierstücke verwende ich für den Christbaumbehang(normale Schoko oder Pralinen). Auch Mascherl werden immer wieder verwendet und ich brauche nur selten was nachkaufen.
    Die selbstgemachten “leeren” Packerl Deiner Kinder enthalten seeehr viel, nämlich LIEBE!
    Zum 2. Teil Deiner Weihnachtsbetrachtungen: Das kann ich alles bedingungslos unterschreiben!
    Beleuchtung, Musikberieselung, Konsumrausch, Geschenkeflut hat wirklich nichts mit Weihnachten zu tun!
    Da drängt sich mir ein Vergleich mit dem Sport auf: Es sind gerade alle möglichen “Flutlicht-Events” modern:
    Skispringen, Skirennen usw. unbedingt am Abend bei Flutlicht! Oder Motor”sport”veranstaltungen! Da fahren Tausende Menschen tausende von Kilometern, überwiegend mit eigenem PKW, verbrauchen sehr viel Sprit (CO2!), aber da darf man ja nichts dagegen sagen, denn das schadet der Wirtschaft!
    Aber WIR sollen Energiesparlampen verwenden, das steht doch in keinem Verhältnis zu der Energieverschwendung zu Weihnachten, bei großen, berühmten Gebäuden,Geschäftsstrassen usw.
    Aber nun bin ich wieder vom Thema abgeschweift.
    Für heute wieder LG Lucia

    [Reply]

  5. Das nächste Weihnanchten steht jetzt wieder vor der Tür!
    Da ich meinen Neffen eine unsinnigen Sachen kaufen möchte bekommen sie dieses Jahr ein Sparbuch von mir und ab sofort nur noch Geld.
    Für meinen Freund suche ich noch eine Plastikfreie Sache.
    Im letzten Jahr haben wir uns Ausflüge ins Klimahaus in Bremen geschenkt. Das war viel schöner als jeder Gegenstand.

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  6. Put an end to Protesting and complaining And Initiate your private men Venture Instead

    [Reply]


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