Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
28Nov/1410

Alternativen gibt es- man muss nur wissen wo

Unter diesem Motto will ich Euch nun immer wieder Menschen, Betriebe und Aktionen vorstellen, die ich im Zuge unseres Experiments und bei meinen Lesungen und Vorträgen kennen gelernt habe.

Hier nun als erstes der Link zum Internetshop von Karin Haffert, die ich schon mehrmals in Niederösterreich getroffen habe und die Ihre Alternativprodukte wirklich auf Herz und Nieren prüft. Es geht dabei natürlich nicht immer nur um Plastikreduktion, sondern auch um viele andere wichtige Kriterien des nachhaltigen Einkaufens.

http://www.beechange.com

Gerade vor Weihnachten findet man hier wirklich viele praktische, einfache und wunderschöne Alternativgeschenke!

Viel Spaß beim Schmöckern!

Und hier noch speziell die Info für die vielen Leute, die mich immer nach alternativen Zahnbürsten fragen.

http://www.beechange.com/25_hydrophilBambus Zahnbürste Hydrophil 100% biologisch abbaubar

18Dec/1211

Schenken ohne Kaufen

Bevor ich zu meinem heutigen  "Last minute Geschenktipp"  komme, möchte ich wieder einmal die Gelegenheit nutzen, um mich bei allen LeserInnen dieses Blogs und meines Buches für die nun teilweise schon jahrelange Anteilnahme an unserem "Dauerexperiment" zu bedanken! Gerade die letzten paar Kommentare zu meinem Buch hier auf dem Blog waren wieder so aufbauend und motiverend, dass ich am liebsten gleich noch ein Buch schreiben würde.... schließlich hat sich die "Plastikfreie Zone" seit ihrem Erscheinen schon wieder ganz schön weiterentwickelt....mal sehen..

Nun aber zum versprochenen Geschenktipp:

Da  die Konsumfreude erfreulicherweise in meiner gesamten Familie stark im Sinken begriffen ist,  haben meine Schwester und ich (wir schenken uns schon seit Jahren nur mehr "Zeitgeschenke") heuer beschlossen,  auch die wechselseitigen Geschenke für die Kinder "umzustellen". Die Tatsache, dass alle unsere Kinder sehr viel und gerne lesen und sich in unseren Haushalten über die Jahre dementsprechend viele Bücher angesammelt haben, hat mich auf die Idee gebracht, das Verleihen von Büchern zum Geschenk zu machen. Konkret heißt das in unserem Fall: Jede Familie sucht in ihrem Bücherfundus nach Exemplaren, die sie gerne jemandem aus der anderen Familie leihen möchte und schreibt dazu jeweils eine nette Weihnachtskarte. Je nach Lust und Laune werden die Bücher dann auch noch - natürlich plastikfrei - verpackt.

Allen, die etwas mehr Aufwand nicht scheuen, kann ich auch noch meine Weihnachtsidee von 2010 ans Herz legen:

Damals habe ich eine so genannte "Bücherkette" verschenkt: Ich wählte 12 FreundInnen und 12 meiner Lieblingsbücher aus und "verschenkte" meine Bücher für insgesamt ein Jahr. Für jedes Buch hatte jedes Mitglied der Bücherkette jeweils ein Monat Zeit, danach sollte das Buch in einer vorher festgelegten Reihenfolge an das nächste Mitlied der Bücherkette weitergegeben werden... auf diese Art hatten alle 12 zumindest theoretisch die Möglichkeit, monatlich ein neues Buch zu lesen und sich mit den anderen Mitgliedern darüber auszutauschen, ohne all diese Bücher zu Hause lagern zu müssen.

Ich denke mit etwas Phantasie und Kreativität kann man diese Ideen problemlos an die eigenen Bedürfnisse und Gegebenheiten anpassen und natürlich auch auf viel andere Bereiche (Kleidung, CDs, Spiele,..) anwenden. Letztlich  hat man damit ein sehr persönliche Geschenk, das auch dazu beitragen kann, persönliche Kontakte wieder zu intensivieren.  (Als "Verlegenheitsgeschenk" für Leute, denen man eigentlich gar nichts schenken will, ist es aus diesem Grund natürlich weniger geeignet....:-))

Wünsche Euch allen viel Freude beim kreativen stress- und einkaufsfreien Schenken und falls wir uns vorher nicht mehr hören schon jetzt eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für den Jahreswechsel.

9Dec/124

Weihnachtszeit – Plastikzeit !?

In der Vorweihnachtszeit muss ich mir die Frage, die ich als Titel für einen meiner letzten Beiträge gewählt habe (Sind wir Konsumioten?) besonders oft stellen.

Weihnachtskitsch in allen Farben, Größen, Formen und Materialmixturen lauert zur Zeit an allen Ecken. Gerade so als bräuchten wir tatsächlich noch eine Steigerung des ohnehin ganzjährig vorhandenen Überflusswahnsinns.

Das Material ist in dieser Ansammlung von nutzlosem, sinnentleerten Ramsch natürlich zweitrangig, Plastik kommt allerdings, schlicht und einfach, weil es so billig ist, in der Hitparade der Überflüssigkeiten besonders häufig zum Einsatz. Es gibt anscheinend NICHTS, womit sich in dieser Zeit des kollektiven Konsumrausches KEIN Geschäft machen lässt.

Meine Gegenstrategie, Einkaufsstraßen und -zentren (möglichst ganzjährig!) weitgehend zu meiden, lässt sich allerdings leider nicht immer 100%-ig umsetzen.

Manche Dinge braucht man auch in der Vorweihnachtszeit wirklich!

Uns holt jedenfalls regelmäßig um diese Zeit das Thema Winterschuhe ein und natürlich stellt sich dabei immer wieder nicht nur die Material sondern auch die Preisfrage. Für den Großteil unserer Familie hat sich das Thema heuer erfreulicherweise nach dem Erscheinen eines Artikels über unser Experiment in der Süddeutschen Zeitung erledigt. Die Schuhfirma Think war von unserer Idee so begeistert, das sie uns spontan 4 nahezu plastikfreie Testmodelle für den Winter zur Verfügung stellte. Die Schuhe werden aus hydrophobiertem Leder hergestellt, das auch unter extremen Bedingungen zumindest zwei Stunden lang wasserfest bleibt und dabei ohne jegliche Kunststoffmembran (Goretex...usw.) auskommt.

Erste „Testergebnisse“ sowie Tragegefühl und Ästhetik sind absolut überzeugend. Die Preisfrage hat in diesem Fall zwar ausnahmsweise einmal keine Rolle gespielt.

Allerdings gibt es auch finanziell gesehen und mittlerweile durchaus empirisch abgesicherte, eindrucksvolle Argumente, beim (Schuh)kauf lieber seltener, dafür aber gezielter etwas mehr Geld auszugeben. Das beste Beispiel dafür: Marlenes Winterstiefel aus Leder und Lammfell, die wir zu Beginn unseres Experiments um durchaus beachtliche 220 € bei GEA gekauft haben. Marlene hatte damals schon meine Schuhgröße. Nachdem sie die Stiefel nun zwei Winter lang getragen hat und herausgewachsen ist, passen sie mir nicht nur perfekt, sondern sehen – nach einer zugegebenermaßen gründlichen Putzaktion meinerseits – auch wieder aus wie neu! Somit komme ich heuer sogar in den Genuss von 2 Paar neuen Winterschuhen, was natürlich meinem Ruf als Schuhfetischistin wieder Auftrieb verleiht. Aber immerhin bin ich guter Dinge, dass ich beide Paare mindestens noch die nächsten 7 bis 8 Jahre tragen werde...

Allen, die den Verlockungen diverser vorweihnachtlicher (Plastik)ramschanbieter etwas entgegensetzen wollen, kann ich speziell für die Vorweihnachtszeit ein nettes, kleines Experiment ans Herz legen:

1.) Auf einen Zettel etwas aufschreiben, das man wirklich braucht oder zumindest unbedingt haben bzw. machen möchte (am besten mit Preis).

2.) Jedes mal, wenn man  beim Einkaufen in Versuchung gerät, irgendetwas zu kaufen, was man nicht vorher 100ig geplant hat, sofort den Betrag, den es kosten würde zur Seite legen und zu Hause in eine Spardose werfen.

3.) Sobald auf diese Art der entsprechende Betrag zusammengekommen ist, kann der zu Beginn aufgeschriebenen Wunsch umgesetzt werden.

Natürlich sind derlei „Luxusexperimente“ selbst in Österreich nicht für alle Menschen möglich, natürlich gibt es auch bei uns diejenigen, die sowieso schon jeden Cent 3mal umdrehen müssen oder überhaupt ganz andere Sorgen haben und sich eher darüber Gedanken machen müssen, ob das Monatsbudget noch für das Essen in der nächsten Woche reicht. Diese Menschen kommen ohnehin eher selten in die Verlegenheit, Geld für Unnötigkeiten auszugeben.

Aber zumindest diejenigen, die die Wahl haben (und das sind ja bei uns auch nicht so ganz wenige…) könnten wohl langsam mal anfangen, an den richtigen Ecken und Enden zu sparen…

Viel Spaß beim Ausprobieren!!

23Dec/100

Weihnachtskarussell


Erwartungsvoll

Erwartungserfüllend

Erwartungsübervoll

Erwartungsberstend

Weihnachtsbemannt

Glockenbeschallt

der Sehnsucht nachhetzend

Plastikverchristbaumt

Glitzerversternd

Zimt-Zucker beduftet

Weihnachtsbeleuchtet

durch und durch

Und Augen zu und durch

Und durch die Sehnsucht brennend

hell

Besinnung auf

Besinnlichkeit

in rauen Mengen

Doch wo

gibt es

ruhige Tage und

stille Nächte zu kaufen

wenn der geile Geiz

Christkind spielt

Sandra, Dezember 2010

Ich wünsche Euch allen ein Weihnachtsfest in Ruhe und Zufriedenheit, freue mich sehr auf Eure Beiträge im nächsten Jahr und hoffe, dass um den Jahreswechsel herum, viele von Euch Zeit haben, mal auf diesen Blog zu schauen.

28Nov/107

Anstiftung zur Plastiksackerlverweigerung und ein plastikfreier Geschenktipp

Nach nunmehr über einem Jahr Laufzeit unseres Experiments hat sich ein großer Erfahrungsreichtum in Hinblick auf „plastikfreies Einkaufen“ angesammelt und man sollte meinen, dass wir uns mittlerweile nur mehr mit den wirklich diffizilen Details der Plastikvermeidung beschäftigen müssen.

Eines dieser ungelösten Detailprobleme wäre zum Beispiel die Frage, ob vielleicht doch irgendwo Lebensmittel (wie z.B. Zuckermais, Honig ..usw.) in Gläsern mit Metallschraubverschlüssen ohne die üblichen Kunststoffdichtungen erhältlich sind oder wie man sich eine Holzzahnbürste im Internet bestellen kann, ohne dass diese in mehrere Plastikhüllen verpackt geliefert wird oder wie man es schafft, diverse Kataloge und Zeitschriften, die man prinzipiell gerne lesen würde, ohne Plastikverpackung zu erhalten….

Weltrekord in Wieselburg

Weltrekord in Wieselburg

Es gibt also auch nach einem Jahr durchaus noch genügend ungelöste Kleinigkeiten auf dem Weg zur absoluten „Plastikmüllverweigerung“ und ich gebe die Hoffnung nicht auf, auch dafür früher oder später noch eine Lösung zu finden oder einen guten Tipp zu erhalten.

Die wirklich „großen“ Themen sind aber auch ein Jahr nach „Plastic Planet“ noch immer viel banaler. Das hat mir zuletzt erst vor einigen Tagen wieder einmal eine kurze Notiz in der „Kleinen Zeitung“ klar gemacht. Im Bezirk Los Angeles werden ab Juli 2011 Plastiktaschen verboten, womit die jährliche Abfallflut von ca. 6 Milliarden Plastiktaschen bekämpft werden soll. In San Francisco, Washington und Malibu gelten bereits solche Verbote…hier könnte man sich also durchaus einmal ein gutes Beispiel an amerikanischen Großstädten nehmen.

An mir selbst bemerke ich in letzter Zeit, dass mir das selbstverständliche Verpacken von z.B. Kleidungsstücken in Plastiksäcke und speziell die konsequente Werbestrategie eines bekannten Drogeriemarktes: „Darf´s ein Gratissackerl sein?“ zunehmend mehr Beherrschung abverlangen. Der Impuls, ungefragter Weise für die, vor mir an der Kassa stehenden Menschen mit einem deutlichen und klaren „Nein“ zu antworten, wird manchmal schon bedrohlich stark.

Zum Glück waren mein fester Entschluss, mich trotz aller Überzeugung nicht dem Ökoterroristenimage anzunähern und mein Glaube an die Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen bis jetzt immer noch ein bisschen stärker.

Aber man kann dieser Entscheidungsfreiheit ja zumindest ein paar neue Grundlagen verschaffen.

So hat etwa die niederösterreichische Stadt Wieselburg heuer im Herbst im Rahmen der Aktion „my bag is not plastic“ über 4000 verschiedene Stofftaschen gesammelt und möchte im Folgenden die erste plastiktaschenfreie Stadt Österreichs werden.

Und damit sind wir beim entscheidenden Punkt dieser Geschichte angelangt: Für das Gros der KonsumentInnen geht es in Bezug auf  Plastikvermeidung nicht um die oben genannten Detailfragen. Nein, es sind die „stinknormalen täglichen Gratis- (oder auch nicht gratis) plastiksackerl“, die immer noch in rauen Mengen über die Ladentische wandern und einen riesigen Müllberg verursachen  (Ein Mensch verbraucht im Schnitt 288 Stück davon pro Jahr!!).

Und damit komme ich auch schon zu meinem heutigen plastikfreien Geschenkstipp:

Einige von Euch haben auf diesem Blog sicher schon meine ersten Versuche, eine Stofftasche selber zu nähen, verfolgt und hoffentlich gebührend bewundert. Peters Nähmaschine stammt nämlich noch von seiner Oma und ich bin alles andere als eine geübte Schneiderin. Dennoch ist es mir gelungen (mit ein wenig Coaching von Peter) eine eigene Stofftasche zu nähen. Wer sich das partout nicht zutraut, hat zumindest die Möglichkeit sich eine bereits fertig genähte Tasche zu besorgen und diese kreativ zu gestalten. Mit ein wenig Mut und Phantasie, können auf diese Weise wunderbare, höchstpersönliche Weihnachtsgeschenke entstehen!

Angesichts der drohenden weihnachtlichen Plastik(verpackungs)flut wäre natürlich auch noch eine kleine „Gebrauchsanweisung“ für das selbst gemachte Stoffsackerl sinnvoll. Dabei kann man, je nach Bewusstseinsstand des Beschenkten, seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Den wichtigsten Punkt, der meiner Meinung nach jedenfalls Inhalt der Gebrauchsanweisung sein sollte, möchte ich Euch dennoch nicht vorenthalten:

Zumindest ein Stoffsackerl sollte wirklich IMMER mitgenommen werden (auch wenn man ursprünglich gar nicht vorhat, einkaufen zu gehen) um es im Fall des Falles je nach individuellem Charakter und Tagesverfassung triumphierend, schüchtern oder einfach ganz nüchtern hervorzuholen, bevor man mehr oder weniger unfreiwillig in den Besitz eines weiteren unnötigen Plastiksackerls kommt. Vielleicht bin ich ja nach einem Jahr Experimentzeit tatsächlich schon ein wenig seltsam, aber mir gibt das jedes Mal ein super Gefühl.

Weltrekord in Wieselburg

Außerdem haben wir im Zuge einer Ausmistaktion gerade erst ein riesiges geheimes Plastiksackerldepot entdeckt, das wir bei unserer Hausräumung vor einem Jahr anscheinend "übersehen" haben und das nun bei den übrigen ausgemisteten Plastiksachen im alten Stall gelandet ist. Dieser Anblick hat mich wieder ganz massiv in der radikalen Plastiksackerlverweigerung bestärkt! Wir werden den Plastiksackerlhaufen jedenfalls noch eine Zeit lang als Mahnmal im Stall belassen.

Also: Am besten gleich heute zu nähen beginnen, denn Weihnachten ist nicht mehr weit und es gibt definitiv noch genügend Leute, die von der „Plastiksackerlverweigerung“ überzeugt werden könnten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich schon sehr auf die ersten Erfahrungsberichte!

24Dec/096

“Vielschichtiges” Plastikweihnachten

Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit des Einpackens und entspricht damit anscheinend einem menschlichen Grundbedürfnis.

Als unsere Kinder noch kleiner waren offenbarte sich ihr „Einpackbedürfnis“ oft in einer ganz extremen Variante. Sie bastelten, oft stundenlang, an einem aufwändig verpackten und verklebten Packerl. Beim Öffnen desselben stellte ich dann – anfangs noch mit großer Verwunderung – fest, dass das kleine Paket keinen Inhalt enthielt. Es ging den Kindern einfach nur um das Einpacken, Herschenken und Zuschauen, wie jemand auspackt.

Das verschafft offenbar Befriedigung und ich muss gestehen, dass ich dieses Phänomen auch von mir selbst (als Erwachsene wohlgemerkt!) kenne. Ich gehöre nämlich immer noch zu den Menschen, denen es prinzipiell Freude bereitet, Packerl zu machen und jemanden zu beschenken.

Allerdings gibt es schon seit längerem gewisse Erkenntnisse, die meine „Einpackfreude“ ein wenig trüben. Eine davon war gerade erst wieder in der Kleinen Zeitung (19.12.09, siehe auch Link im Weblog) nachzulesen.

Demnach fällt in der Zeit nach Weihnachten rund 30 Prozent mehr Verpackungsmüll an als im Rest des Jahres, vor allem Plastik und Papier. Ganz nebenbei landen auch noch unvorstellbare Mengen von noch original (in Plastik) verpackten unverdorbenen Lebensmitteln im Müll – aber das ist ein eigenes Thema, dem ich mich noch genauer widmen möchte, wenn es darum geht, was plastikfreie Ernährung kostet.

Die vielen Schichten des ganz normalen Verpackungswahnsinns

Wie viel Geld in all diesem Verpackungsmüll steckt, war in der Zeitung leider nicht nachzulesen. Sehr viele Dinge, die zu Weihnachten verschenkt werden, sind ja schon beim Kauf äußerst aufwändig, doppelt und dreifach verpackt. Elektrogeräte stecken zum Beispiel meist in Styropor, Plastikhülle und Karton und auch wenn das am Produkt nicht extra ausgewiesen wird, zahlt man diese Verpackung natürlich mit. An der Kassa kommt dann noch das obligate Plastiksackerl drüber (also eigentlich 4-fach Verpackung!). Zumindest die vierte Schicht könnte man da relativ einfach einsparen, indem bereits vorhandene Stoffsäcke oder Taschen mitgenommen werden.

Beim weihnachtlichen Einpacken wird dann oft noch beschichtetes Geschenkspapier verwendet, dass ebenfalls alles andere als günstig und umweltfreundlich ist (weder in der Produktion noch in der Entsorgung).

Angesichts der Tatsache, dass gerade der Kostenfaktor eines der häufigsten Argumente gegen „plastikfreies Einkaufen“ ist, würde es sich, denke ich durchaus lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht lieber bei diesen „Verpackungsorgien“ als bei unseren Lebensmitteln anfangen sollten, zu sparen.

Überraschungseffekt ohne Plastikhülle

Aber was wird nun aus all den netten, großen und kleinen Packerln? Sollen wir wirklich auf jegliche Verpackung verzichten und alles quasi „roh“ unter den Baum legen?

Natürlich gibt es auch in diesem Fall alternative Möglichkeiten. Mein plastikfreies Geburtstagsfest war diesbezüglich sehr lehrreich und ich war begeistert von der Kreativität meiner FreundInnen:

  • Die Variante, die mir persönlich fast am besten gefällt, ist das Einpacken mit altem Zeitungspapier und Bast oder Spagat (natürlich ohne Tixo!). Abgesehen davon, dass das sehr schön aussieht, kann man als kleine Draufgabe auch noch besondere Zeitungsartikel auswählen, die zum Beschenkten passen oder von denen man gerne hätte, dass er sie liest. (Das sollte man allerdings vorsichtshalber vor dem Auspacken dazusagen.)
  • Packpapier hat den Vorteil, dass man es nach belieben noch selbst gestalten (oder die Kinder damit beauftragen) kann. Da es, wenn kein Tixo verwendet wird beim Auspacken normalerweise ganz bleibt, kann es dann auch noch sehr gut als Zeichenpapier für die Kinder verwendet werden.
  • Ein weitere Alternative sind wieder verwendbare Geschenksackerln aus Stoff oder Papier, sowie Kartonschachtelen (auch Schuhkartons eigenen sich sehr gut).
  • Bei größeren Geschenken (speziell für Kinder) eignen sich auch Leintücher oder Decken sehr gut, um den „Überraschungseffekt“ zu gewährleisten.

Ich finde es passt sehr gut zu Weihnachten (denn dieses Fest hat doch etwas mit Hoffnung zu tun, oder?) bei der Verpackung der Geschenke ein wenig daran zu denken, dass wir alle etwas zur Vermeidung von Müll und zur Schonung von Ressourcen beitragen können und dass es am Ende vielleicht sogar noch ein gutes Gefühl erzeugt, wenn wir das versuchen….

In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen viel Freude beim Einpacken und ein schönes Weihnachtsfest.

15Dec/097

Es weihnachtet sehr

Das Phänomen des „Weihnachtens“ beginnt immer früher im Jahr……

Ab Mitte November kann es zum Beispiel ohne weiteres vorkommen, dass man auf den Straßen ein Gefühl wie "Weihnachten das ganze Jahr über“ bekommt (wie es vor zwei Jahren so treffend in der Werbung zu hören war). Nicht, dass die Ruhe so groß, die Stimmung so feierlich oder die Menschen so friedlich wären, nein, es ist einfach nur so unglaublich hell!!!

Bäume mit Lichterketten, Weihnachtssterne, Weihnachtsmänner, Weihnachtsengel, Weichnachtsschnee der von Bäumen „fällt“, Weihnachtssonne, Weihnachtsmond, Weihnachts… was auch immer, alles glitzert, leuchtet, blinkt elektrisch.

Stimmungsvoll! Oder doch nicht?

Plastik ist bei dieser Art der „Erleuchtung“ eher die Nebenerscheinung. Natürlich sind all diese Beleuchtungsobjekte größtenteils aus Kunststoff. Der wirklich große Brocken ist in diesem Fall aber wohl der gigantische Verbrauch an Energie und die damit verbundenen CO2- Emissionen - ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an unser Klima, sozusagen.

Mich würde ja brennend (nicht im wahrsten Sinne des Wortes!) interessieren, wie viel CO2, Energie und natürlich auch Geld weltweit jährlich nur durch Weihnachtsbeleuchtungen in die Atmosphäre geblasen wird. Das hat bestimmt schon jemand berechnet, oder?

Das stimmt doch ein wenig „besinnlich“...

... was ja grundsätzlich in vorweihnachtlichen Zeiten nicht schaden kann: Natürlich, wir können uns das jetzt alles noch leisten. Aber müssen wir uns auch alles leisten, was wir uns leisten können? Oder leisten wir uns da am Ende etwas, was andere bezahlen (oder bezahlen werden)? Und was ist eigentlich mit den glänzenden Kinderaugen und dem flackernden Kerzenschein? Sieht man die nur nicht mehr, weil es so hell ist oder weil es soviel ist oder weil alles so schnell ist?

Hat es etwas mit dem Sinn von Weihnachten zu tun, wenn wochenlang elektrische Sterne in allen unmöglichen Farben über uns blinken? Und selbst wenn man zu denjenigen gehört, die sich dazu bekennen, dass Weihnachten ein sinnentleertes Konsumfest ist: Muss es deshalb wirklich auch noch das „Energieverschwendungshighlight des Jahres“ werden?

Und vor allem die Hauptfrage: Was hat das alles mit mir persönlich zu tun?

Womit wieder nahtlos an das Thema Plastik angeschlossen werden kann.

Wie ich lebe, was ich konsumiere, wie viel Licht ich brauche, um Weihnachten zu „spüren“, womit ich beschenke und womit ich die Geschenke einpacke……das alles sind meine Entscheidungen, bewusst oder unbewusst, aber sie haben in jedem Fall eine Wirkung!

Man muss gar nicht von Bürgermeister zu Bürgermeister pilgern, um sich für die Abschaffung der weihnachtlichen Straßenbeleuchtungen stark zu machen (obwohl ich das sofort unterstützen würde!). Es hilft schon, sich selbst und seine nähere Umgebung nicht auch noch mit elektrischen Beleuchtungskörpern die Vorweihnachtszeit zu erhellen.

Marlene hatte kürzlich auch einen ganz brauchbaren Vorschlag: „Die könnten die Lichter wenigstens ausschalten, wenn die Geschäfte alle zu sind. Dann sieht sie eh keiner mehr!“.

Leo meinte, dass Kerzen sowieso viel schöner wären und Samuel, der sich schon gerne mit technischen Details beschäftigt, überlegte, ob man die ganze Sache nicht mit Solarbetrieb in den Griff bekommen könnte.

Gut, dass es oft so einfache Antworten gibt.

P.S.: Peter wünscht sich überhaupt „dunkle Weihnachten“. Er hatte immer schon einen speziellen Sinn für Romantik.