Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
3Jan/131

Freie Sicht

Liebe LeserInnen (eigentlich müsste ich ja angesichts des regen Schriftverkehrs  schon "liebe SchreiberInnen" sagen)!

Zum Glück funktioniert die Kommunikation auf dem Blog zeitweise auch ohne mein Zutun sehr gut. Ich war allerdings nicht wegen eines ausgedehnten Weihnachtsurlaubs in letzter Zeit so schweigsam, sondern weil ich es heuer tatsächlich erstmalig in meiner 41-jährigen Karriere geschafft habe, exakt am 24.Dezember krank zu werden - und zwar gleich ordentlich, so dass ich erst jetzt langsam wieder von einer vollständigen Genesung sprechen kann...

Aber ich wär nicht ich, wenn ich der ganzen Sache nicht letztlich doch auch noch was Gutes abgewinnen könnte uns so kann ich Euch hiermit mit Freuden mitteilen, dass ich die ruhigste und stressärmste Weihnachtszeit meines (Erwachsenen)Lebens hinter mir habe - Peter sei Dank!

Das ausgiebige krank Sein hat mir wieder einmal extrem deutlich gemacht, wie viele Dinge einfach NICHT SEIN MÜSSEN und den Fokus auf das verstärkt, was mir in dieser Zeit eigentlich besonders wichtig ist.

In diesem Sinne möchte ich Euch allen noch nachträglich alles Gute für das neue Jahr wünschen und ein paar Gedanken zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel mit Euch teilen.

Freie Sicht

Klar sehen

inmitten des rasenden Stillstands

die Sinne bewahren

den Über alle Grenzen laufenden

fluss

vorbeiziehen lassen

und

Atem schöpfen

Sich nicht auf die Suche

nach einem ethisch korrekten Feuerwerk begeben

das ziellose Rennen

um die Triple-A Gefühle

vorzeitig abbrechen

und

von außen betrachten

sich lächelnd wegdrehen

sich selbst zuwenden

Klar sehen

in langen Nächten

an kurzen Tagen

dass das Selbstverständliche aufhören

und das Unvorstellbare

beginnen wird

Sandra, Dezember 2013

31Dec/103

Resümee und Aufruf zum Jahreswechsel 2011

Nach mehr als einem Jahr „Kein Heim für Plastik“ gilt es nun erneut ein Resümee zu ziehen.

Für uns als Familie war es sicher eines der ereignisreichsten Jahre überhaupt. Erst vor Kurzem haben Peter und ich darüber gesprochen, was dieses Experiment für uns bedeutet und haben dabei beide festgestellt, dass es für uns nach wie vor eine spannende, lustige und sinnvolle Erfahrung ist.

Bild 031

Vor allem bedingt durch ein gewisses mediales Interesse hat es natürlich auch hin und wieder etwas anstrengende Momente gegeben, aber dafür haben Peter und ich uns nun mal sehr bewusst entschieden. Die Kinder haben sich nach einem der letzten Interviews ein wenig beschwert, dass die Interviewer „immer die selben Fragen“ stellen. Für sie ist die ganze Sache mittlerweile einfach nichts Besonderes mehr, die erste Euphorie, sich selbst einmal im Fernsehen oder in der Zeitung gesehen zu haben, ist abgeflaut und aus ihrer Sicht müssten jetzt längst alle kapiert haben, worum es (uns) geht – so viel zur kindlichen Naivität, von der ich im Übrigen auch oft noch eine kleine Portion besitze…..

Es gibt auch sinnvolle Verpackungen:

Meine persönliche Überzeugung, dass Menschen für ein Thema offen und bereit sein müssen, damit sie auch den Bezug zu ihrem persönlichen Handeln herstellen und sich entschließen, bisherige Gewohnheiten zu verändern, hat sich in diesem Jahr weiter verstärkt. Wie es zu dieser Bereitschaft kommt, ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, aber wenn es dafür ein einfaches „Rezept“  gäbe, wäre das wahrscheinlich der Schlüssel zur Lösung all unserer „Umweltprobleme“. Solange es so ein Rezept nicht gibt, müssen wir wohl oder übel  jede Chance nützen, uns selbst und andere auf der Suche nach einem menschen- und naturverträglichen Lebensstil zu motivieren und zu stärken.  Aufgrund meiner eigenen Erfahrung bin ich mir allerdings sicher, dass Informationen alleine dafür nicht reichen, sondern, dass es viel mehr auf die „Verpackung“ und Intensität bzw. Frequenz dieser Informationen ankommt. „Plastic Planet“ war in meinem Fall wohl eindeutig die richtige Verpackung.

Wie sich die Dinge zueinanderfügen:

Dass aus der ursprünglich ganz „kleinen“ Idee für ein Familienexperiment, schließlich dieser Webblog entstanden ist, habe ich von Anfang an als große Chance gesehen. Das Selbe gilt für diverse Berichte im Fernsehen oder in Zeitungen, auch wenn diese nicht immer alle Aspekte unseres Versuchs ganz vollständig und korrekt wiedergeben. Nun, nach mehr als einem Jahr hat sich für mich eine weitere großartige „Verpackungs-Möglichkeit“ ergeben. Ich habe von einem Verlag ein konkretes Angebot, für ein Buch über den Verlauf und die Entwicklung unseres Experiments und da es immer schon ein Traum von mir war, ein Buch zu schreiben, wird das Jahr 2011 wohl einen deutlichen schriftstellerischen Schwerpunkt bekommen. In diesem Buch sehe ich eine großartige Möglichkeit, unser Projekt und seinen Verlauf  authentisch und mit vielen, teilweise sehr amüsanten Details und Zusamenhängen zu beschreiben.

Das Schöne an dieser Entwicklung ist, dass in diesem Fall die Erfüllung eines persönlichen Traums auch wieder zur Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee von „Keinheimfürplastik“ beitragen kann. Ich möchte natürlich auch weiterhin aktuelle Geschichten über unser Experiment für den Blog schreiben, aber ich habe schon in den letzten Monaten immer wieder darüber nachgedacht, wie man die vielen guten Ideen, Projekte, Anregungen und Tipps, von denen mir LeserInnen im letzten Jahr berichtet haben, besser in den Blog integrieren und damit vielleicht noch mehr Menschen zu einer Veränderung ihres Lebensstils motivieren könnte.

Es gibt im Moment bereits ein paar Bekannte von mir, die an einer Datenbank für plastikfreie Produkte arbeiten, es gibt eine Gruppe aus Kassel, die einen Brief an Biofirmen entwirft, in dem sie dazu aufgefordert werden sollen, ihr Produkte plastikärmer zu verpacken, es gibt verschiedenen  KünstlerInnen, die sich  mit dem Thema Plastik auseinandersetzen und es gibt viele Menschen, die eigene Projekte in ihrem Lebensumfeld umzusetzen oder einfach motiviert durch „Plastic Planet“ und/oder „Keinheimfürplastik“ versuchen in ihrem Alltag weniger Plastik zu (ver)brauchen.

Diese Überlegungen gemeinsam mit der Tatsache, dass sich meine Zeit für das Schreiben der Geschichten im nächsten Jahr durch die Arbeit am Buch sicher reduzieren wird, haben in mir die Idee für den nun folgenden Aufruf an Euch alle reifen lassen.

Aufruf zum Jahreswechsel:

Ich rufe hiermit also alle LeserInnen von „Keinheimfürplastik“ und natürlich auch alle Fans von „Plastic Planet“ auf, mir Berichte oder kurze Schilderungen über eigene Aktivitäten oder Ideen zu den Themenfeldern dieses Blogs oder zu Bereichen, die in irgendeiner Weise damit zusammenhängen, zu schicken. Es geht dabei nicht nur um große Umstellungen und Projekte, sondern auch um ganz „kleine“  Veränderungen, wie zum Beispiel das Weglassen von Gratisplastiksacklern oder andere alltägliche Bemühungen, Plastik in euren Haushalten zu reduzieren. Bitte beschreibt auch kurz, was oder wer Euch auf die Idee gebracht hat.

Ich würde es aber auch sehr interessant finden, wenn sich Menschen melden, die durch ganz anderen Ausgangsthemen vielleicht zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind...

Jedenfalls werde ich versuchen möglichst viele dieser Berichte auf dem Blog als eigene Geschichten zu veröffentlichen. Solltet Ihr keine direkte Veröffentlichung wünschen, gebt das bitte in Euren Berichten an. Die Mailadresse, an die ihr eure Berichte schicken könnt, ist extra dafür eingerichtet und lautet: keinheimfuerplastik@aon.at . Sie wird nur von mir persönlich bearbeitet und es wäre toll, wenn Ihr mir eine Kontaktmöglichkeit für eventuelle Rückfragen angeben würdet.

Besonders freuen würde ich mich auch über Rückmeldungen von einigen von Euch, die unser Experiment in gewissen Bereichen zur Nachahmung animiert hat. Auch wenn Ihr dazu teilweise schon Kommentare in den Blog gestellt habt, wäre es schön, wenn Ihr Eure Erfahrungen  noch einmal kurz zusammenfassen und schicken würdet.

Vom Experiment zur Bewegung....

Ich denke einfach, dass es nun an der Zeit ist, dass „Keinheimfürplastik“ sich auch „offiziell“ vom Familienexperiment zu einer größeren Bewegung weiterentwickelt und die Sammlung und Veröffentlichung Eurer Beiträge, wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Die schon erwähnte Datenbank und der Musterbrief an Firmen werden, sobald sie fertig sind im kommenden Jahr ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht bzw. verlinkt werden und natürlich werde ich auch über das Fortschreiten meines Buchprojektes berichten.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass auf diese Weise die „Plastikfreie Fangemeinde“ weiter wachsen wird und finde es  in Zeiten von Facebook und Co. durchaus sinnvoll, auch diese Kanäle für die Vergrößerung der Fangemeinde zu nutzen!

...und voller Hoffnung ins neue Jahr

In diesem Sinne wünsche ich allen LeserInnen einen guten, plastik- und raketenfreien Jahreswechsel, viel Motivation für die Vorhaben im neuen Jahr und uns allen gemeinsam, dass es im Jahr 2011 gelingt, viele weitere Menschen für ihr persönliches "Keinheimfürplastik" zu begeistern!

8Jan/1011

Plastikfrei ins Finale: Silvester 2010

Ein Fest, ein Resümee und eine kleine „Abrechnung“

Um es gleich vorwegzunehmen: Silvester war auch heuer ganz prinzipiell ein Tag wie jeder andere. Auch die Tatsache, dass unsere Vorräte für die Zeit in der Hütte diesmal plastikfrei waren (bis auf die schon erwähnte Käse - Notration und noch ein paar andere Kleinigkeiten, die Sonja und Gerhard mitgebracht hatten) hat nichts daran geändert...

Chips nach Mitternacht

An dieser Stelle bleibt es mir wohl auch nicht erspart, zu gestehen, dass ich Sonja geradezu genötigt habe, für die Silvesternacht Chips einzukaufen. Da sie eine wirklich gute Freundin ist, hat sie meinem Drängen schließlich nachgegeben, obwohl sie selbst kaum welche isst.

Hätte es auf der Alm eine Möglichkeit gegeben, kurz nach Mitternacht irgendwo ein Packerl Chips einzukaufen, hätte ich das natürlich selber getan, aber so war der Ehrgeiz bis Silvester den plastikfreien Einkauf durchzuhalten doch größer, auch wenn es natürlich in der  Sache völlig unerheblich ist, wer von uns das Packerl Chips gekauft hat.

...und ein paar kleine "Plastiksünden" im Feier-Ausnahmezustand

Abgesehen davon gab es- wie Sonja und Gerhard in ihrem Kommentar schon verraten haben- auch noch ein paar andere kleine „Plastiksünden“ in Form von Naschereien und Knabbergebäck, das unsere Gäste mitgebracht hatten.

Was den ebenfalls bereits erwähnten Glühwein im Plastikbecher bei den Hüttennachbarn anbelangt, muss ich allerdings bemerken, dass mir zumindest der erste Becher wirklich schwer fiel (nach dem zweiten wurde es dann leichter!). Aber irgendwie war es mir in dem Moment einfach zu mühsam, den nichts ahnenden Hüttennachbarn zu erklären, dass wir uns im Endspurt eines Experiments befinden, wo heiße Getränke aus Plastikbechern eigentlich überhaupt nicht gehen.

Sonja und Gerhard, die später nachkamen und schon vorgewarnt waren, haben sich dann klugerweise gleich mit ordentlichen Keramikteehäferln ausgerüstet.

Das kurz darauf folgende Feuerwerk ließ uns erahnen, dass die Krise diesen Bereich wohl nicht besonders hart getroffen hat oder die „schießenden“ Bergbesucher eben lieber bei anderen Dingen sparen….

Resümee zum Experiment

Nun aber zum (vorläufigen) Resümee, denn die „offizielle“ Experimentphase ist ja mit Silvester 2010 zu Ende gegangen:

Für uns als Familie war das Experiment in jeder Hinsicht eine große Bereicherung. Durch die „Veröffentlichung“ hat die ganze Sache zwar einen für uns unerwartet großen Rahmen bekommen, aber die damit verbundenen Termine und Kontakte waren und sind unglaublich interessant und oft auch sehr amüsant.

Konsequenzen, Spass und Erfolge

Es gibt viele positive Konsequenzen aus dem bisherigen Verlauf des Experiments (man könnte sie sogar als Erfolge bezeichnen):

  • In allen Bereichen, die uns wegen der gesundheitlichen Aspekte und weil Plastik hier einfach nur ein „Wegwerf-Nebenprodukt“ ist, besonders wichtig waren (Ernährung, Körperpflege, Waschen, Putzen), ist uns eine nahezu vollständige Umstellung auf plastikfreie Produkte gelungen. Bei vielen Dingen haben wir auch bemerkt, dass man sie ersatzlos streichen kann, ohne sie auch nur im Geringsten zu vermissen. (z.B.: Mikrowelle, die meisten Putzmittel, Flüssigseife,..)
  • Als unmittelbare Auswirkung davon, befindet sich unsere Müllproduktion auf einem historischen Tiefststand.Wir haben so gut wie keinen Plastikmüll mehr (bis auf vereinzelte Geschenke bzw. deren Verpackungen, Postsendungen und ein paar Altbestände). Der Restmüll hat sich ebenfalls drastisch reduziert, was ich darauf zurückführe, dass wir insgesamt seit Beginn des Experiments einfach viel „verpackungsärmer“ einkaufen und natürlich auch keine verschmutzten Plastikverpackungen mehr im Restmüll landen können. Altmetall gibt es hauptsächlich in Form von Bierkapseln und einigen wenigen (nicht beschichteten) Dosen. Papierverpackungen (z.B. Sackerl für Brot und Gebäck) verwenden wir mehrmals wieder. Selbst bei Altglas gibt es keine deutlich Steigerung, da wir jetzt viel mehr Pfandgläser- und Flaschen verwenden als früher.
  • Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht (und das wird es hoffentlich auch weiterhin) mit Hilfe unserer Kinder und Freunde in den verschiedensten Lebensbereichen plastikfreie Alternativen zu suchen und zu finden. So gesehen war die ganze Sache auch wirklich ein kreativer Akt und das Schöne ist, dass laufend neue Ideen entstehen, wie man das ganze Projekt noch weiter entwickeln  und verbreitern könnte.
  • Auch die Kinder sind mit ihrem „etwas weniger Spielzeug“ anscheinend „etwas mehr zufrieden“, was sich für mich dadurch zeigt, dass sie mit dem („eh noch vielen“), was  sie jetzt zur Verfügung haben, viel mehr spielen als vorher. Leo hat zwar seine Playmobil Ritterburg nach ca. einem Monat wieder ins Haus geholt, wodurch sie quasi ein neues Spielzeug war, aber gegen die Kapplasteine hat selbst sie im Moment keine Chance.
  • Am meisten freut mich natürlich, dass aus dem Experiment mittlerweile so etwas wie eine Lebenseinstellung geworden ist, was wiederum sehr viele positive Nebeneffekte hat, über die ich ein Andermal genauer berichten möchte.

Da ich teilweise ein wenig zu „schwarz-weiß-Sichtweisen“ neige, bin ich sehr froh darüber, dass wir durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema nicht zu „Kunststoffverteuflern“ geworden sind, sondern nur sehr viel kritischer überlegen und entscheiden, wo wir Kunststoffprodukte verwenden wollen und wo eben nicht!

Nun zur Abrechnung

Keine Angst es ist nicht so schlimm wie es klingt. Da Mathematik nicht unbedingt zu meinen Stärken zählt, ist es sogar eine Abrechnung ganz ohne Zahlen:

Da wir durchschnittliche Verdiener sind und der uns zur Verfügung stehende Betrag  bisher fast immer verbraucht wurde bzw. durch regelmäßige Sparformen gebunden war, wäre uns ein eventueller (und vielfach prognostizierter) Mehrverbrauch durch den plastikfreien Einkauf sofort aufgefallen. Das ist aber nicht passiert – im Gegenteil: Heuer kurz nach Weihnachten hatten wir wundersamer Weise (und natürlich ohne einnahmenseitige Erhöhungen!) um einige 100€  mehr am Konto als in den Jahren zuvor. Da plastikfreie Produkte aber für sich betrachtet nicht prinzipiell günstiger sind, kann das wohl nur an unserem insgesamt besser geplanten und ökologischeren Einkaufsverhalten liegen (womit ich nun einen positiven Nebeneffekt bereits verraten hätte). Die teilweise teureren Einkäufe bei Lebensmitteln, haben sich also offenbar im Zusammenhang mit dem nachhaltigeren Konsumverhalten durchaus auch finanziell gelohnt.

Umkehrschluss und frohe Wünsche

Um mir nicht den Vorwurf von Wirtschaft schädigendem Verhalten auf Grund von Konsumverweigerung einzuhandeln (denn wie man uns stets vorspricht: „ Geht´s der Wirtschaft gut, geht´s uns allen gut!“), möchte ich abschließend noch den Umkehrschluss aus dem bekannten Spruch ziehen:

Ginge es allen so gut, wie es uns zurzeit geht, so müsste die Wirtschaft geradezu Höhenflüge erleben. Aber es wäre dann vermutlich eine Wirtschaft, in der die Erhaltung unserer Gesundheit und eines intakten Lebensraums eine weitaus größere Bedeutung hätte und das Florieren der Wirtschaft weniger davon abhängig wäre, dass möglichst viel verbraucht und weggeworfen wird. Vielleicht wäre es eine Wirtschaft, in der die Qualität der Güter wichtiger wäre als die Quantität….

In diesem Sinn wünsche ich allen LeserInnen für das Jahr 2010 ganz viel Motivation, Kreativität und vor allem Spaß dabei, die plastikfreien Räume zu erweitern und freue mich schon auf Anregungen, Tipps, Erfahrungen und Meinungen zu meinen weiteren Berichten.

31Dec/096

Plastikfreie Silvesterplanung

Hüttenzauber einmal anders!

Auch heuer werden wir- wie schon in den letzten Jahren- Silvester auf einer Hütte am Stoderzinken (Gröbming) verbringen. Unsere Freunde Sonja und Gerhard sind ebenfalls wieder mit von der Partie.

Da wir bereits am 30. Dezember anreisen und vorhaben bis 4. oder 5. Jänner zu bleiben, erfordert es natürlich einiges an Planung und Organisation, die gesamte Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung (auf der Hütte gibt es nämlich nur Brauchwasser) für sieben Personen zu gewährleisten.

Der Umstand dass fast alle Mitreisenden ausgesprochene „Viel-Esser“ sind (ich selbst würde mich eher als „Normal-Esserin“ bezeichnen), hat dazu geführt, dass wir in den letzten Jahren immer ziemlich viel „Notration“ im Gepäck hatten. Und alles, was wider Erwarten nicht verbraucht wurde, sollte natürlich möglichst lange haltbar sein, um auch noch einen eventuellen Rücktransport heil zu überstehen. Das führte dazu, dass unsere Hüttentage sozusagen die „Hochsaison des Plastiks“ wurden.

Vorsichtshalber kauften wir nämlich alles, was möglich war in Plastik eingeschweißt, da diese Dinge eben meist eine deutlich längere Haltbarkeit besitzen. Schlecht wurde tatsächlich selten etwas- die Bergluft macht einfach unglaublich hungrig – aber wir hatten am Ende unseres Urlaubs eben doch immer noch eine ganze Menge Lebensmittel übrig, die wir wieder mit ins Tal nehmen mussten. Abgesehen davon war es extrem beeindruckend, wie viel Plastikmüll in diesen paar Tagen auf der Hütte jedes Mal zusammenkam. Dadurch, dass wir ihn selber wieder mit hinunter nehmen mussten, fiel uns das einfach besonders auf.

Heuer soll es anders werden! Ein gemeinsamer Versuch.

Dieser Silvester soll  natürlich anders werden. Bei der Menü- und Einkaufsplanung gab es allerdings ein paar Einwände:

  • Sonja fürchtete vor allem, nicht auf ihre tägliche Käseration zu kommen, wenn ich den Käse „offen“ einkaufen würde.

  • Gerhard hatte Bedenken bezüglich der notwendigen Menge an Brot (mein Vorschlag: 4 kg)

  • Sonja glaubte nicht, dass es Risottoreis ohne Plastikverpackung gibt

  • Ich war mir unsicher, wie wir 5 Liter Milch (die wir ja beim Bauern holen) auf den Stoder transportieren sollen, wo wir doch nur 2 Milchflaschen besitzen

  • Peter war ein wenig besorgt über die vorgeschlagene Biermenge (1 Kiste, wobei er eigentlich der einzige richtige Biertrinker in der Runde ist)

Nach einigen Diskussionen, konnten wir uns aber doch auf nahezu plastikfreie Lösungen einigen.

Nachdem ich vorgeschlagen hatte, Sonja solle sich doch eine „eingeschweißte Käse-Notration“ mitnehmen, gab sie ihre Zustimmung zum „offenen“ Käsekauf nach meinen Berechnungen. Beim Reis einigten wir uns darauf, notfalls „normalen“ Reis für das Risotto zu verwenden, und nachdem ich Gerhard über die positiven Frischhalteeigenschaften der Bioplastiksackerln aufgeklärt und wir als eiserne Reserve noch eine Brotbackmischung eingeplant hatten, fand die 4kg- Variante auch seine Zustimmung.

Die Milch werde ich einfach in leere Flaschen füllen, die danach nicht mehr gründlich ausgewaschen werden müssen, da sie ohnehin zum Altglas kommen.

Peters kleines Problem, ging in der ganzen Debatte allerdings unter. Ich denke, er war am Ende ganz froh, dass die Kiste selbst nicht in Frage gestellt wurde…

Grundsätzlich wird der Hüttenurlaub sicher eine kleine Bewährungsprobe für den plastikfreien Einkauf werden (vor allem bezüglich meiner Mengenberechnungen!!). Die Planung war ein wenig zeitaufwändiger als bisher, dafür sollte sich der Müllabtransport aber auf etwas Altglas beschränken.

Das Trinkwasser wird Gerhard diesmal in den Edelstahltanks seines Wohnmobils transportieren. Eine Variante, die uns auch schon in den Jahren zuvor Geld und vor allem eine riesige Menge an Plastikflaschen ersparen hätte können. Aber bisher hat eben niemand daran gedacht.

Sollte uns der „plastikfreie“ Hüttenzauber für 7 Personen auf dem Lebensmittelsektor tatsächlich etwas teurer kommen als im Vorjahr (was ich eigentlich aber nicht glaube), können wir uns jedenfalls damit trösten, dass wir nicht zu den 8,5 Millionen Euro beitragen werden, die (lt. „Kleine Zeitung“ vom 29.12.09) auch heuer wieder zu Silvester in die Luft geschossen werden.

Ein gewisses Risiko gehe ich aber natürlich schon ein, denn sollte uns trotz meiner exakten Planung tatsächlich das Essen ausgehen, werde ich wohl oder übel die ganze Hüttenbelegschaft zum Essen in eines der nahe gelegenen Gasthäuser einladen müssen. Und das ist dann bestimmt nicht plastikfrei…

Aber darüber werde ich gegebenenfalls im nächsten Jahr berichten, denn wie es aussieht, machen wir weiter….schließlich „geht uns ja nichts ab“, um es mit Marlenes Worten auszudrücken.

Vorerst wünsche ich allen einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und falls jemand noch keine Idee für einen „plastikfreien“ Vorsatz hat: Stoffsackerl mitnehmen und Plastiksackerl im Geschäft lassen, wäre ein guter Anfang!