Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
8Feb/163

Gramm für Gramm – ohne Müll

http://sandrakrautwaschl.com/2016/02/07/gramm-fuer-gramm-ohne-muell/

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Letzten Freitag hatte ich das große Vergnügen, Sarah Reindl wiederzutreffen. Ich hatte mit ihr in den letzten Jahren immer wieder Kontakt, weil sie von unserer „Plastikfreien Zone“ und dem konsequenten Versuch, plastikfrei einzukaufen, fasziniert war und unbedingt auch selber in diese Richtung etwas machen wollte. An dieser Idee ist sie nun seit Jahren drangeblieben, hat 2 MitstreiterInnen gefunden und wird nun ein ganz spezielles Geschäft in Graz eröffnen.

Sarah, Verena und Elisabeth werden Lebensmittel verpackungsfrei oder im (Pfand-)Glas verkaufen. In erster Linie gibt´s Bio-  und regionale Produkte, ansonsten legen sie viel Wert auf Fairtrade. Für den Einkauf kann man Behälter selbst mitbringen oder im Geschäft leihen bzw. kaufen. Papiersackerl für den Spontaneinkauf wird es aber auch geben. Damit der Termin für die Eröffnung nach Ostern klappen kann, startet diese Woche eine Crowdfunding-Kampagne, bei der sich Leute, die das Konzept gut finden, bereits jetzt Lebensmittelgutscheine kaufen können. Es gibt aber auch noch eine Vielzahl andere Möglichkeiten, das Crowdfunding zu unterstützen. Mit den verschiedenen Varianten der Vorfinanzierung werden Einrichtung, verschiedenste Behälter und sonstiger Bedarf für die Eröffnung finanziert. Die Kampagne läuft bis 11.3. unter www.startnext.com/dasgramm . Hier findet man Infos über jede Form der Unterstützung und natürlich auch gerne höhere Investitionen!!! ;-)

Zusätzlich zur Finanzierung ist das eine sehr gute Möglichkeit, zu sehen, wie das Geschäft in Graz angenommen wird. Je mehr Gutscheine und Starterpakete vorab verkauft werden können, desto größer ist das Feedback, dass so ein Laden in Graz wirklich gewünscht ist. Ich werde mich selbstverständlich ebenfalls am Crowdfunding beteiligen und natürlich wird es für mich das reinste Einkaufsparadies sein.

Aber nicht nur das: Es ist für mich vor allem auch ein weiteres Symbol der Hoffnung auf Veränderung, ein weiterer Schritt, aus dem Wegwerf – und Verschwendungszeitalter, ein Schritt weg von Ausbeutung von Menschen, Ressourcen und Lebensräumen, vornehmlich anderswo, vornehmlich dort, wo es uns nicht auffällt! Und damit Hoffnung darauf, dass wir beginnen globale, Probleme für die wir in großem Maß mitverantwortlich sind auch dort anzugehen, wo wir es tendenziell am leichtesten können: In unserem eigenen, ganz alltäglichen Leben!

8Feb/166

Start meines neuen Blogs oder Warum A+++ nicht immer das beste sein muss

http://sandrakrautwaschl.com/2016/01/30/reuse-konferenz-in-graz-oder-warum-a-nicht-immer-das-beste-ist/

Wie angekündigt hat der Start meiner "politischen Laufbahn" in den letzten Monaten meine volle Aufmerksamkeit erfordert!

Dass ich kaum mehr Zeit gefunden habe, über das wofür ich mich nun Tag für Tag einsetze zu berichten, hat nun aber auch das Bedürfnis geweckt, in einem neuen Blog etwas "breiter" über mein (politische) Leben und verschiedene Themen, die mich beschäftigen zu berichten

In Zukunft werde ich Beiträge, die sich im weitesten Sinne mit Plastik, Müllvermeidung usw. beschäftigen, weiterhin auch auf diesen Blog stellen. Bei anderen Themen findet Ihr an dieser Stelle dann den Hinweis auf meinen neuen Blog:  www.sandrakrautwaschl.com

Unabhängig davon freue ich mich natürlich, wenn Ihr mich auch auf meinem neuen Blog besucht, Kommentare abgebt und Euch an Diskussionen beteiligt!

Es freut mich besonders, dass mein erster Beitrag im neuen Blog nun auch gleich die Verbindung zum „alten“ herstellt – das Thema ist ja wie gesagt nach wie vor hochbrisant!

Ich war diese Woche auf der ReUse Konferenz der Zero Waste Akademie (der Arge Abfallvermeidung) in Graz zur Podiumsdiskussion eingeladen. Zum Einstieg wurde ich gefragt, ob ReUse beim Versuch möglichst plastikfrei einzukaufen auch eine Rolle spielt. Ich habe darauf mit Beispielen geantwortet, die zum Teil auch in meinem Buch „Plastikfreie Zone“ bzw. auf www.keinheimfuerplastik.at beschrieben sind.

Vor allem der Umgang mit elektronischen Geräten wie Handys und Computern, liegt mir in diesem Zusammenhang ja sehr am Herzen und mein persönliches Credo „Nie wieder ein neues Handy“ wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt, weil diese Dinger bei mir tatsächlich einiges aushalten müssen. Mein aktuelles Modell zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es nach mehreren Abstürzen nicht mehr läutet (weil der Lautsprecher offenbar kaputt ist) und gewisse Internetfunktionen nicht mehr funktionieren. Sollte also jemand von Euch ein gebrauchtes und noch funktionstüchtiges Smartphone loswerden wollen, bitte bei mir melden!

Mein Lieblingsbeispiel ist allerdings die Geschichte unseres Geschirrspülers: Nach 13 – jährigem Dauereinsatz schien er vor ca. 2 Jahren langsam aber sicher den Geist aufzugeben. Ich war der Meinung, dass 13 Jahre für so ein Gerät heutzutage ohnehin schon ein beachtliches Alter darstellen und plädierte für ein neues A+++ Gerät, einen „Energiespargeschirrspüler“ also. Peter, mein Mann sah das aufgrund seiner einschlägigen Ausbildung (Elektrotechnik) und einer – jedenfalls für mich – außergewöhnlichen Begabung im Zerlegen, Reparieren und Zusammenbauen von diversen elektrischen und elektronischen Geräten naturgemäß anders. Und tatsächlich: nachdem Peter beim Elektronikteilehändler seiner Wahl einen Schalter um heiße 60 Cent erstanden und ca. eineinhalb Stunden Arbeitszeit investiert hatte, lief unser Geschirrspüler wieder ohne Probleme…..und tut es immer noch! Ich war natürlich froh über dieses supergünstige Reparaturservice,das uns ein optimales Self ReUse ermöglichte. Doch eine noch entscheidendere Komponente dieser Aktion, wurde mir erst bei der ReUse Konferenz so richtig bewusst.

Sepp Eisenriegler, Geschäftsführer des Reparatur- und Servicezentrums R.U.S.Z in Wien, brachte dort in seinem Vortrag folgendes Beispiel:

52% der Umweltbelastung einer Waschmaschine werden durch Herstellung und Transport verursacht – und zwar auch, wenn es sich um ein A+++ Modell handelt. Selbst bei optimaler Nutzung der Energiesparprogramme, ist aus ökologischer Sicht, die Weiterverwendung (oder auch kleinere Reparaturen) eines vorhandenen Geräts also immer die günstigere Variante. Abgesehen von der sich „zufällig“ laufend verschlechternden Reparatur- und Servicefähigkeit von Geräten und sehr ausgefeitlen Marketing – und Werbestrategien stehen der tatsächlichen Umsetzung dieser Erkenntnis aber auch noch perfidere „Phänomene“ wie geplante Obsoleszenz (geplante absichtliche Verringerung der Lebensdauer von Produkten) im Wege! Ohne entsprechende Rahmenbedingungen, kann das System „Misswirtschafskreislauf“ kaum unterbrochen werden. Wir brauchen endlich Vorgaben für Langlebigkeit und Reparaturfreudigkeit von Produkten. Kaufen für die Müllhalde hat keine Zukunft mehr!

Politische Aufgaben sind in diesem Zusammenhang neben der vielzitierten „Bewusstseinsbildung“ (ich würde es in diesem Zusammenhang ja eher Aufklärungsarbeit nennen), vor allem die Schaffung von rechtlichen Rahmenbedingungen, die nachhaltige Produktion, Nutzung von Produkten unterstützen und Reparaturfähigkeit als ein wesentliches Kriterium in der Beurteilung von Energieersparnis und Ressourcenschonung festlegen.

Auch wenn das in einem System, das von Verschwendung lebt, eine ziemliche Challenge sein wird – wir müssen jetzt damit anfangen!

17May/154

Ein notwendiger Schritt

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Ob meiner nun schon monatelangen Abwesenheit auf meinem Blog, hegen vielleicht schon einige unter Euch den Verdacht,  ich hätte meine "Antiplastikmüllaktivitäten" eingestellt.

Diesbezüglich kann ich euch beruhigen. Ich bin nach wie vor laufend mit Lesungen und Vorträgen unterwegs und es wird in nächster Zeit sogar auch wieder ein oder zwei Fernsehbeiträge dazu geben.

Der Grund für meine derzeit eingeschränkte Schreibtätigkeit ist ein anderer:

Ich bin ja über die beinahe schon 6 Jahre unseres Experiments, wie Ihr hoffentlich mitverfolgen konntet, immer mehr zur Erkenntnis gelangt, dass sich auch auf übergeordneter Ebene (nämlich dort, wo Rahmenbedingungen beschlossen werden) in vielen Bereichen etwas verändern muss, damit unsere Kinder (und nicht nur sie) eine Chance auf die Zukunft haben, die wir ihnen wünschen.

Nicht zuletzt durch mein Engagement für dieses Thema und natürlich durch viele glückliche Umstände, habe ich jetzt die Chance bekommen, in meinem Bundesland, der Steiermark tatsächlich bei der kommenden Landtagswahl am 31.5., für die GRÜNEN ein Mandat zu erlangen.

Ich bin in den letzten Jahren, sehr oft dazu ermuntert worden, diesen Schritt zu gehen. Ich habe oft gehört: "Die Politik braucht wieder Menschen, die das leben, was sie reden!"  Das hat mich natürlich sehr motiviert und ja,  für so jemanden halte ich mich im Großen und Ganzen auch selber - mit allen Kompromissen, die natürlich trotz alledem oft notwendig sind.

Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre, bestärkt mich immer mehr darin, dass es in unglaublich vielen Bereichen dringenden Handlungsbedarf gibt. Neben der Erhaltung unserer Lebensgrundlagen ist es vor allem der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft, der mir zunehmend Sorgen macht. Und beide Bereiche beeinflussen sich auch gegenseitig und müssen deshalb aus meiner Sicht immer gemeinsam betrachtet werden - so komplex und schwierig das auch mitunter ist. Dass ich bei den GRÜNEN politisch aktiv geworden bin, hat viel damit zu tun, dass sie in Österreich für mich nach wie vor die einzige Partei sind, die das tut.

Die zur Zeit von gewissen politischen Strömungen immer massiver betriebene "Sündenbocksuche" und pauschale Hetze gegen bestimmte Gruppen von Menschen, lehne ich zutiefst ab. Hierin liegt nicht der kleinste Hoffnungsschimmer, für die dringlichsten Problem auf dieser Welt, in Österreich, in der Steiermark,...auch nur den geringsten konstruktiven Lösungsansatz zu finden.

Trotz des schlechten Images, das Politik in weiten Kreisen hat, war es für mich schließlich einfach ein "notwendiger Schritt", mich in dieses Feld zu begeben.

Notwendig, weil ich einfach die Chance bekommen habe.

Notwendig, weil ich es mir prinzipiell zutraue.

Notwendig, weil ich einfach nicht nur zuschauen und/oder "schimpfen" möchte.

Notwendig, weil ich einfach nicht anders kann, als es zu versuchen.

Notwendig, weil ich daran glaube, dass positive Veränderung möglich ist.

Notwendig, weil die Hoffnung größer ist, als die Zweifel!!

Alle SteirerInnen unter Euch, die diese Hoffnung mit mir teilen, können mir also bei der kommenden Landtagswahl auch direkt das Vertrauen aussprechen und mir eine Vorzugsstimme geben:

Im Wahlkreis Graz/ GU bin ich auf Platz 1, in der Obersteiermark auf Platz 7, in Ost- und Weststeiermark auf Platz 8.

Wie immer es ausgeht, ich melde mich nach der Wahl jedenfalls auch wieder auf diesem Blog bei Euch! Inzwischen Danke für Eure Geduld und haltet mir die Daumen!

10Dec/143

Ein Fall von Zivilcourage ruft nach Nachahmung

Der Fall der Grazer Bioladenbesitzerin Ushij Matzer hat in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. Der Protest gegen eine Geldstrafe, wegen ihrer Weigerung Holzutensilien aus ihrem Laden zu verbannen und gegen Plastikteile zu ersetzen, ist ihr sogar ein paar Tage Ersatzfreiheitsstrafe wert.

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Endlich wehrt sich auch einmal eine Wirtschaftstreibende  mal medienwirksam gegen die absurde Reglementierungs – und Einschränkungskultur, die in den letzten Jahren immer groteskere Blüten treibt – und so gut wie immer negative Auswirkungen für Umwelt, Ressourcenverbrauch, Klimaschutz und alle Formen des vernünftigen Einsparensund Zusammenlebens hat.

Ich erlebe die Auswirkungen diverser Verbots- und Verordnungsauswüchse seit 5 Jahren als Konsumentin. Wenn ich mit meinen Edelstahldosen an einer Feinkosttheke Käse oder Wurst einkaufen wollte, habe ich immer wieder (und die LeserInnen dieses Blogs haben das vielfach bestätigt) zu hören bekommen: „Das dürfen wir nicht!“ „Aus hygienischen Gründen ist das nicht erlaubt!“ „Sie könnten mit Ihrer Dose Keime einschleppen.“…..usw.

Bis jetzt habe ich dennoch immer bekommen, was ich wollte (und vor allem nichts, was ich nicht wollte!) Auch wenn es dazu manchmal nötig war, die Dose in der Luft zu halten und den Käse hineinwerfen zu lassen oder mit der Chefin oder dem Chef zu sprechen.

Aber das ist einfach meine Form des friedlichen, zivilen Widerstandes gegen (angebliche) Vorschriften, die offenkundig nicht unserem Wohl sondern maximal unserer Obrigkeitshörigkeit, kollektiver Verdummung oder der systematischen Untergrabung des gesunden Hausverstandes dienen.

In Bioläden, diversen Spezialgschäften, auf Bauernmärkten oder bei Dirketvermarktern war es bisher leichter der Plastik(verpackungs)flut nebst diversen Schadstoffen, Weichmachern, und chemischen Zusätzen zu entkommen.

Ziel muss es sein, dass das umwelt- und gesundheitsschonende Einkaufen auch in jedem Supermarkt wieder selbstverständlich und für alle Menschen möglich wird (Zum Glück gibt es ja auch da positive Beispiel….).

Da ist die Politik gefordert, endlich wieder sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen und wir KonsumentInnen indem wir uns nicht jedes angebliche Verbot gefallen lassen. Und natürlich braucht es auch Wirtschaftstreibende wie Fr. Matzer, die mit einer klaren Haltung zeigen, dass Gesetze für Menschen da sind – und nicht umgekehrt!!

11May/1413

Was die EU könnte – wenn wir wollten… (Teil1)

Wiedermal mit dem Zug Richtung Amsterdam....

Nachdem Peter und ich vor ein paar Jahren alleine in Amsterdam waren, sind wir in den Osterferien diesmal gemeinsam mit den Kindern dorthin aufgebrochen. Auf der Hinfahrt war eine Zwischenstation mit 3 Tagen Aufenthalt bei Freunden in Aachen eingeplant. Dorthin fuhren wir tagsüber und für die Zugfahrt, mussten wir 2 Mahlzeiten einplanen.

Da unsere Kinder nicht gerade kleine Esser sind, war die Lebensmittelmenge, die wir mit auf den Weg nahmen beträchtlich. Und weil Getränke im Zug (bis auf Bier und Wein seltsamerweise!!) fast ausschließlich in Plastikflaschen oder Dosen erhältlich sind, mussten wir auch unseren Wasserbedarf für einen Tag mit ins Gepäck nehmen.

Peter staunte nicht schlecht, als wir schließlich zu unserem ansonsten recht sparsamen Gepäck (jeder hatte nur einen relativ kleinen Rucksack) noch 3 große Stoffsackerln mit Essen und Getränken in den Zug schleppten: Wasser bzw. Tee in Edelstahl- und Glasflaschen, Brot in Stoffbeuteln, Käse, Butter, Aufstriche und ein wenig aufgeschnittenes Gemüse in Edelstahldosen und Dank einer großen Edelstahldose mit Dichtungsring, hatten wir sogar die restlichen Spaghetti mit Tomatensauce vom Vortag dabei.

..und auch diesmal fast ohne Müll

Klingt für manche vielleicht ein wenig aufwendig, hatte für uns aber zwei entscheidende Vorteile: Erstens ersparten wir uns im doppelten Wortsinn die Fertiggerichte im Zugspeisewaagen und zweitens fiel auf der gesamten Reise bis auf 2 Papiersackerl kein Müll an. Eine kleine Ausnahme gab es lediglich als, die Kinder, während Peter und ich im Zugrestaurant (schon in der „Deutschen Bahn“) einen Kaffe tranken, Limonade bestellten: Diese kam natürlich in der Plastikflasche, allerdings fiel uns allen sofort auf, dass diese „dicker“ als die bei uns üblichen war. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich um eine Pfandflasche handelte. In Österreich ist die Einführung von Pfand auf Plastikflaschen hingegen noch immer kein Thema !!

Aber was hat das mit der EU zu tun?DSCN2409

Angesichts der nahenden Europaparlamentswahlen drängte sich mir in diesem Zusammenhang eine Frage auf: Nachdem es der EU gelungen ist, „krumme“ Gurken und Glühbirnen zu verbieten und sogar über ein Verbot nachfüllbarer Glasflaschen für Olivenöl ernsthaft nachgedacht wurde, warum werden sinnvolle Maßnahmen wie ein flächendeckender Pfand auf Plastikflaschen nicht einmal ernsthaft diskutiert, geschweige denn umgesetzt?

Ob es wohl damit zusammenhängt, dass es durch die Einführung eines Flaschenpfandes kaum einen kurzfristigen finanziellen Nutzen zu lukrieren gäbe? Der Nutzen für die Allgemeinheit wäre zwar groß (weniger Müll, weniger Umweltverschmutzung, weniger Ressourcenverbrauch, bessere Recyclingmöglichkeiten,….) doch die Erzeuger von Kunststoffen würden bei einem funktionierenden Pfandsystem wohl ein bisschen weniger verdienen.

Solche Vorstellungen rufen in gewissen Kreisen aller reflexartige Panikzustände hervor: Gewinneinbußen, Arbeitsplatzabbau, Regression,…das sind unter anderem die Horrorszenarien, die unser „Misswirtschaftssystem“ aufrechterhalten. Wir müssen bis zum Umfallen konsumieren, verschwenden und wegwerfen, damit „die Wirtschaft“ etwas zu tun hat. Wirtschaft als Selbstzweck – koste es, was es wolle!

Für mich ist es immer wieder völlig rätselhaft, dass die große Mehrzahl der politischen und wirtschaftlichen Eliten quer durch Europa (und eigentlich wohl weltweit) dieses von Grund auf kranke System nach wie vor weiter vertritt und so tut, als gäbe es keine Alternativen.

Am schlimmsten daran ist allerdings, dass die Profiteure einer angeblich so „freien Marktwirtschaft“ dann auch noch bei jeder Gelegenheit auf teils sehr subtile Art und Weise subventioniert und von jeglicher Verantwortung für den gesellschaftlichen und ökologischen (und damit natürlich auch finanziellen) Schaden den sie anrichten befreit werden. Man denke nur an das zurzeit ebenfalls viel diskutierte Freihandelsabkommen (TTIP).

Kostenwahrheit ist nach wie vor kein Thema für unseren „freien Markt“ – ansonsten könnte man mit der Produktion von Wegwerfplastikflaschen wohl schon längst kein Geld mehr verdienen. „Frei“ steht in diesem Zusammenhang wohl hauptsächlich für: frei von Verantwortung!

Und damit wären wir wieder bei meinem Ansatz:

Es darf sich einfach nicht mehr lohnen auf Kosten der Allgemeinheit Schaden anzurichten. Die „Wirtschaft“, die „Politik“, alle, die an den Hebeln der Macht sitzen, müssen wieder lernen, im Dienste des Gemeinwohls zu agieren und nicht für die kurzfristige, Gewinnmaximierung von ganz wenigen. Wir alle können ihnen dabei helfen, indem wir in erster Linie einmal sinnvolles (bedürfnisorientiertes, nachhaltiges, gesundes) Wirtschaften von „Misswirtschaft“ („bedürfniserzeugender“, ausbeuterischer, kurzsichtiger, nicht zukunftstauglicher, verschwenderischer) unterscheiden und uns dann ganz bewusst entscheiden! Was Kaufentscheidungen anbelangt, bedeutet das oft schlicht und einfach: NICHT Kaufen!!

Und letztendlich gibt es zum Glück (wenn auch von vielen mit Verdrossenheit betrachtet) bei uns immer noch die Möglichkeit, politisch mit zu entscheiden.

Ich halte beides für wichtig: den Beginn einer „Revolution von unten“ und die Stärkung politischer Kräfte, die sich am ehesten für einen Systemwandel und die Begrenzung der bestehenden Geld - Machtstrukturen einsetzt.

Nicht zuletzt deshalb kandidiere ich auch bei der EU Wahl am 25.5. wieder für die Grünen (Platz 26 auf der Grünen Liste!!) - und freue mich natürlich über jede Vorzugsstimme!

28Dec/1311

Aufruf

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich Euch (zumindest denjenigen, die es noch nicht gemacht haben) noch sehr an´s Herz legen diese beiden Petitionen zu unterschreiben:

1.) Gerade die EU-Kritischen unter Euch sollten das Instrument der europäischen Bürgerinitiative unbedingt nutzen (die anderen natürlich auch:-))

http://www.stopoekozid.at/

Hier nur ein kurzer Auszug daraus! Mehr Infos und die Möglichkeit online zu unterschreiben findet Ihr auf der Webside!!

Das Ziel unser Initiative ist sehr einfach: Umweltzerstörung soll als Verbrechen anerkannt werden. Ein Verbrechen, für welches die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Eine umgesetzte Ökozid-Richtlinie hätte weltweite Konsequenzen. Viele der für Ökozid verantwortlichen Unternehmen sind in der EU registriert und europäische Pensionskassen und Banken gehören zu den größten Investoren Ökozid-verursachender Aktivitäten. Durch das Importverbot Ökozid-verursachender Güter und Dienstleistungen werden faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen, da jeder, der in der EU Geschäfte machen möchte, sich dem Gesetz fügen müsste.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein basisdemokratisches Instrument, welches 2009 in der Europäischen Union eingeführt wurde und seit April 2012 im Gebrauch ist. Es ermöglicht Bürgern, die EU-Gesetzgebung mitzugestalten. Wenn mindestens 1 Millionen EU-Bürger aus mindestens 7 verschiedenen Ländern für unseren Vorschlag stimmen, muss die Europäische Kommission ihn in Betracht ziehen und wir haben das Recht auf eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament. Dies ist viel mehr als eine Petition. Eine EBI zu unterzeichnen bedeutet, euer Recht als EU-Bürger einzufordern, die Gesetzgebung mitzugestalten.

http://www.youtube.com/watch?v=hJ2Qx4vdmvs

http://www.youtube.com/watch?v=nuxoWA0tiyI

2.)

http://www.activism.com/de_AT/petition/plastiksackerlverbot-in-oesterreich-fortsetzung/209

Petition für ein Plastiksackerlverbot in Österreich

An die Regierung des Landes Österreich und ihre Vertreter
Sämtliche Hersteller von Plastiksackerln und
Firmen, die Plastiksackerln verkaufen, bzw. verschenken

Plastiksackerln werden in der Regel aus Polyethylen oder Polypropylen hergestellt. Es dauert bekanntermaßen bis zu 400 Jahre, bis so ein Sackerl in kleine Teile zerfällt, sich jedoch noch immer nicht vollkommen aufgelöst hat. Wir fordern daher ein sofortiges Plastiksackerlverbot österreichweit zum nachhaltigen Schutz und Erhalt unseres Ökosystems.

Diese Petition läuft zeitgleich in Facebook. Alle ZeichnerInnen dieser Petition sollten nur einmal zustimmen.

Danke an alle, die sich die Zeit nehmen!!

16Dec/136

Sinnlose Vorschriften (kein reines EU-Phänomen!)

Liebe Leute:

Eines vorweg: ich bin überwältigt von den zahlreichen Reaktionen und Kommentaren zu "Plastikfrei und Vegan? (Teil1)" und werde an dieser Stelle auch schon demnächst den 2.Teil veröffentlichen.

Vorher möchte ich aber - passend zur Vorweihnachtszeit - noch ein paar andere "Botschaften" loswerden. Und wie es der Zufall so will hat gerade heute im Ö1 Radiokolleg eine Serie zu einem meiner Lieblingsthemen gestartet:

Radiokolleg - Die folgsame Gesellschaft *

Wie sklavisch soll man sich an Regeln halten? (1).

Nachzuhören auf "/ Tage Ö1" unter folgendem Link:

http://oe1.orf.at/programm/357881

Es geht- wie unschwer zu errarten -  um zivilen Ungehorsam, zu dem ich hiermit aufrufen möchte! Derselbige erscheint mir im Übrigen in immer mehr Lebenssituationen angebracht, aber da ich auch eine Verfechterin der "kleinen Schritte" bin, hier eine ganz konkrete Umsetzungsmöglichkeit:

Immer wieder berichten mir motivierte PlastikvermeiderInnen, dass ihnen beim Einkauf an der Feinkosttheke, das Verpacken von Wurst und Käse in selbst mitgebrachte Behältnisse verweigert wurde. Die Begründungen gehen von angeblichen Hygienevorschriften über Firmeninterne Verpackungsvorschriften und alle möglichen EU-Bestimmungen. Mir ist ehrlich gesagt meine Zeit zu wertvoll, mich mit der "Substanz" dieser angeblichen (oder auch wirklichen) Vorschriften auseinander zusetzen oder dem genauere nachzugehen. Ich möchte Euch an dieser Stelle nur meine Erfahrung dazu berichten:

Woman - Familie Krautwaschl

Mir wurden meine speziellen Verpackungswünsche - mit einer einzigen Ausnahme - in den letzten 4 Jahren letztlich noch nie verweigert! Zugegeben: Ich musste manchmal diskutieren, den Geschäftsführer verlangen oder darauf hinweisen, dass ich das Produkt in anderen Filialen des selben Supermarktes schon ohne Probleme "unverpackt" erhalten hatte. Aber letzlich war ich doch immer die viel gepriesene "Kundin-Königin" und erhielt meine Wünsche erfüllt. In dem einzigen Ausnahmefall, musste die Verkäuferin die bereits fertig gerichtete und 3fachverpackte Käsesemmel mit Gurkerln und Senf dann eben behlalten (oder selber essen...)

Und nun zu meinem Aufruf:

Lasst Euch den Vollzug von sinnlosen Vorschriften nicht gefallen! Übt zivilen Ungehorsam! Haltet Eure mitgebrachten Metalldosen und Gläser "in der Luft" und lasst Euch den Käse "hineinwerfen", wenn irgendjemand in Sorge ist, dass diese Behälter  Keime in seine Feinkostabteilung einschleppen könnten. Diskutiert mit den Menschen, die sich einer Routine unterwerfen, die schon lange nichts mehr mit unserer "Gesunderhaltung" (Sichwort Hygiene) zu tun hat und macht ihnen klar, dass ihr im Stande seid, selbst Verantwortung für Eure Keimbelastung zu übernehmen.

Sinnlose Vorschriften sind nicht gottgegeben und daher veränderbar. Und selbst die EU, die diesbezüglich selten ein Fettnäpfchen auslässt (Stichwort "krumme Gurken", Olivenöl in nachfüllbaren Glasflaschen -Verbot oder Saatgutverordnung,....) lässt sich mitunter davon beeindrucken, dass nicht WIR für die Vorschriften sondern die Vorschriften FÜR UNS gemacht werden sollten! (Was Übrigen schon eine dezente Wahlempfehlung für die Europaparlamentswahlen im nächste Jahr sein könnte... meine diesbezüglichen Prefernzen habe ich ja unlängst erst recht deutlich gemacht.)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Spass und Experimentierfreude beim vorweihnachtlichen Lebensmitteleinkauf und freu mich auf Eure Ideen zum "gewaltfreien Widerstand"!

8Nov/138

Was tun mit der Verbotserlaubnis??

Aus gegebenem Anlass auch hier wieder mal eine kleine Stellungnahme zum Dauerbrennerthema „Plastiksackerl“ (bei unseren deutschen Nachbarn meist „Tüten“ genannt!

Die EU erlaubt,  zu verbieten – Jubel und Hurra!!

Das ist nun wirklich mal eine neue Dimension im EU-Verordnungsdauerfeuer, denn schließlich sind schon krumme Gurken, nachfüllbare Olivenölglasflaschen, Behälter für Wurst – und Käseeinkauf an der Feinkosttheke, plastikfreie verpackte Mittel für den Geschirrspüler und vieles mehr ins Visier (europäischer) Verordnungswütiger geraten.

Man fragt sich also wirklich, warum gerade der Umgang mit den Plastiksackerln trotz aller erschreckender Folgen, die seit Jahren darüber bekannt sind (http://orf.at/stories/2205045/2205046/) bisher keine Verordnung wert war (oder wohl richtiger: sich bisher niemand drüber getraut hat??).

Nun gehöre ich ganz sicher nicht zu den „unkritischen Eu –KritikerInnen“ – nein, ganz im Gegenteil: Ich bin nach wie vor getragen von der Idee, dass gerade die gravierendsten Probleme unserer Zeit, sich mit vereinten Kräften am besten und effektivsten lösen lassen.

Was also anfangen mit der großzügigen Erlaubnis zur Einschränkung der Plastiksackerlflut?

Und was bedeutet diese „Erlaubnis“ für ein Land wie Österreich, wo ein (hoffentlich nicht mehr lange!) Umweltminister vor nicht allzu langer Zeit noch meinte, es gäbe hier kein Müllproblem und teilweise sogar argumentiert wird, man bräuchte den Plastikmüll, damit die Müllverbrennungsanlagen funktionieren???

Ich sehe das recht pragmatisch:

Was auch immer unserer Regierung (und natürlich auch den anderen EU-Staaten) einfällt, ob Verbot, Besteuerung oder sonstige reglementierende Maßnahmen – es muss endlich gehandelt werden!!!

Der Leidensdruck ist wahrlich groß genug! Für die Erhaltung unserer Lebensräume und Ökosysteme, die Schonung unserer Ressourcen, die Eindämmung des Klimawandels, die Erhaltung unserer Gesundheit und einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder, spielt der Umgang mit dem „Verschwendungsmaterial Plastik“ wohl einen weitaus entscheidendere Rolle als krumme Gurken oder hygienische Bedenken in Bezug auf Dosen für den Käse- und Wursteinkauf!

Es darf also so gesehen von mir aus auch durchaus ein Verbot sein!

Hauptsache irgendjemand hat endlich den Mut, das Problem nicht nur ausgiebig zu bejammern, sondern auch tatsächlich eine Veränderung herbeizuführen!!

Die Lösungen werden teilweise schon sehr erfolgreich praktiziert. In Dänemark, wo Plastiksackerl mit Steuern belegt sind, ist der Verbrauch auf 4 Stück pro Person und Jahr zurückgegangen. Damit ließe sich – zumindest vorläufig – leben.

Die Einschränkung der vielgerühmten „Freiheit des Einzelnen“ ist ein Klacks im Vergleich zum nicht wieder gut zu machenden Schaden, den diese angebliche „Freiheit“ für uns alle bedeutet.

Wir brauchen endlich PolitikerInnen, die sich trauen, Wirtschaft in die richtige Richtung zu lenken. Und dazu gehört nun mal mindestens eine ausgiebige Besteuerung von Produkten, deren ungezügelte Verwendung sich als Schaden für die Allgemeinheit erwiesen hat! (http://www.christiane-brunner.com/2013/11/eu-macht-weg-frei-fuer-plastiksackerlverbot-2/ )


24Sep/1326

Es gibt keinen Planet B

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Seit fast 4 Jahren gibt es nun diesen Blog und ich werde durch Eure Kommentare und das noch immer andauernde Interesse an meinem Buch „Plastikfreie Zone“ täglich weiter in der Überzeugung bestärkt, dass alles, was jede(r) Einzelne von uns tut, relevant ist.

Angesichts der in Österreich gerade bevorstehenden Nationalratswahl, habe ich mich jetzt entschlossen, diesen Blog auch einmal für ein „politisches Statement“ zu nutzen. Denn nicht zuletzt durch die Probleme, die mir viele von Euch geschildert haben, ist mir zunehmend bewusst geworden, dass die Rahmenbedingungen für ein ökologisch, gesundheitlich und sozial verträgliches Leben auch auf politischer Ebene angegangen und verändert werden müssen.

Nun bin ich ganz sicher nicht frei von Zweifeln, was parteipolitisches Engagement im Allgemeinen oder im Speziellen anbelangt und mir gefällt auch nicht IMMER ALLES, was die Grünen wollen.

Doch ich bin jemand, der Visionen von einer lebenswerten und sozial gerechteren Zukunft hat. Durch unser Experiment sind wir diesen Visionen in der Praxis einen Schritt näher gekommen – mit allen notwendigen Kompromissen. Gerade diese Kompromissbereitschaft hat das Experiment für uns so erfolgreich und wenn ich den vielen positiven Rückmeldungen glauben darf – für viel so glaubwürdig und authentisch - gemacht.

Natürlich gibt es auch keine Partei, die meine Visionen und Wünsche für eine „bessere Welt“ oder auch nur für ein „besseres Österreich“ zu 100% vertritt. Aber: nach den Erfahrungen der letzten Jahre, bin ich überzeugt davon, dass die Grünen das im Moment hier in Österreich jedenfalls am ehesten tun.

Deshalb habe ich mich entschlossen bei dieser Nationalratswahl für die Grünen zu kandidieren. Und deshalb nutze ich heute auch diesen Blog, um Euch zu bitten, jedenfalls von Eurem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Diejenigen, die noch unentschlossen, „politikverdrossen“ oder einfach der Meinung sind, dass Menschen wie ich, sich auch in Zukunft vermehrt politisch engagieren sollten, sind natürlich auch herzlich dazu aufgerufen, mir eine Vorzugsstimme zu geben.

Auch wenn es diesmal vielleicht noch nicht für den Einzug in den Nationalrat reichen wird :-) , ist doch jede Vorzugsstimme für mich eine Motivation weiterzumachen.

Es gibt keinen Planet B: alles, was uns wichtig ist, sozialer Zusammenhalt, intakte Lebensräume, Gesundheit, Bildung, Kultur,  Arbeitsplätze, jede Art von sinnvoller Wirtschaft......hängt letztlich davon ab, dass der Planet A in bestmöglichem Zustand ist.

In diesem Sinne möchte ich meinen heutigen Beitrag mit einem Zitat aus Werner Bootes neuen Film „Population Boom“ abschließen, den ich gerade bei der Premiere in Graz gesehen habe:

„Entscheidend ist nicht wie viele Menschen auf unserer Erde leben, sondern wie wir Menschen miteinander und der Welt umgehen“

(Dazu in Kürze mehr!)

27Mar/1313

EU erwägt Steuer auf Plastiktüten

Liebe KHFP -  LeserInnen! Endlich komme ich wiedermal dazu Eure Kommentare zu lesen und selber zu posten. Beim Durchlesen der Kommentare ist mir gleich ein Link aufgefallen, den mir  Tanja  geschickt hat. Ich finde den Artikel so interessant, dass ich ihn hier auch gleich nochmal wiedergeben möchte! Genau darum würde es auf politischer Ebene  gehen: Endlich steuernde Maßnahmen zu ergreifen, um dieser unendlichen (und größtenteils sinnlosen) Plastikmüllflut Einhalt zu gebieten!

Aber macht Euch selbst ein Bild! Bin schon gespannt, was Ihr dazu sagt.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-03/plastiktueten-muell-steuer-kommission

Und hier der Artikel:

Die Kommission in Brüssel sagt den Wegwerfprodukten den Kampf an: Besonders verbreitete Kunststoffartikel könnten bald sondersteuerpflichtig sein.

Der Umweltschutz lässt sich aus Sicht der EU-Kommission mittels Sonderabgaben verbessern: Sie erwägt Umweltsteuern auf besonders verbreitete Kunststoffprodukte, insbesondere auf Plastiktüten. "Marktbasierte Instrumente" könnten "die Herstellung und den Verbrauch von kurzlebigen und Einweg-Erzeugnissen aus Kunststoff zu vermeiden" helfen, heißt es in einem Diskussionspapier der Brüsseler Behörde. Zugleich ist von möglichen Umweltsteuern die Rede.

Umweltkommissar Janez Potocnik stellte das Papier mit dem britischen Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons vor, der sich mit dem Film Trashed gegen Plastikmüll engagiert. Sie wollen damit eine öffentliche Debatte anstoßen.

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"Kunststofftragetaschen sind exemplarisch für die moderne Konsumgesellschaft – leicht, praktisch, wertlos und oft nach einer einzigen Benutzung weggeworfen", heißt es in dem Papier. 2010 wurden demnach EU-weit 95,5 Milliarden Plastiktüten benutzt. 92 Prozent fliegen nach einmaligem Gebrauch in den Müll – oder eben in der Umwelt umher.

Viele enden im Meer, laut Angaben der Grünen kommen dort jährlich zehn Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu, der sich nur binnen Jahrzehnten abbaut. Laut EU-Angaben machen Tüten fast drei Viertel der von Trawlern vor der Küste der Toskana gesammelten Abfälle aus.

Grundsätzlich hält die Kommission Kunststoffe "für unverzichtbar". Gerade ihre eigentlich gewünschte Haltbarkeit machen sie aber auch so heikel. Ein Beispiel dafür ist ins Meer gelangtes Plastik, das zu winzigen Teilchen zerfällt und über die Fische in die Nahrungskette und damit in den Menschen gelangt.

Erkenntnis allein reicht nicht

Die Grünen im Europaparlament kritisierten, dass die Kommission nur ein sogenanntes Grünbuch zu den Plastiktüten vorlegt und nicht einen Gesetzentwurf. "Trotz weitreichender Konsultationen und einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung wurde der ursprünglich für das erste Vierteljahr 2013 vorgesehene Gesetzesvorschlag vertagt", sagte Fraktionschefin Rebecca Harms. Wegen dieser Verschiebung sei es unmöglich, diese Wahlperiode noch ein Gesetz zu verabschieden.