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15Nov/0942

Die Schnullerdebatte

Heute hatte ich eine interessante Unterhaltung mit einer Verkäuferin in einem Baby- und Kleinkinderbedarfsgeschäft:  Ich war auf der Suche nach Naturkautschukschnullern für Fritz, den 2 Wochen alten Sohn einer guten Freundin.Fritz sollte natürlich keinen herkömmlichen Schnuller mit Plastik bekommen. Wie ich aus den Medien erfahren habe, hat der Film Plastic Planet die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 angeregt, eine Untersuchung aller gängigen Schnullern durchführen zu lassen. Dabei ist heraus gekommen, dass sich bei vielen handelsüblichen Babyschnullern die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A aus dem Plastik herauslöst. Ich fand die Kautschukschnuller auch gleich und während ich noch die Preise verglich, bekam ich die Unterhaltung der beiden Verkäuferinnen mit:

Verkäuferin A:“ Was ist denn das jetzt wieder mit dem Bisphenol A?“

Verkäuferin B:“ Ja, ich hab gestern auch schon fast einen Herzzickzack gekriegt, aber da geb´ ich dir jetzt was zu lesen, hab ich aus dem Internet,….das relativiert alles ja wieder ziemlich!“

Auf meine interessierte Nachfrage hin, händigt mir Verkäuferin B ebenfalls eine Kopie der besagten Seiten aus. In einem 2-seitigem Schreiben, dessen Urheber nicht klar hervorgeht, findet sich in teilweise nicht ganz korrektem Deutsch eine bunte Mischung von einerseits Bagatellisierungen und Vereinfachungen zum Thema Bisphenol A, andererseits wild durcheinander gemischten Warnungen vor Smog, Elektrosmog, Atomkraft und der Dummheit der Menschen.

Da ich mir nicht erklären kann, inwiefern dieser Text alles relativieren soll, frage ich nach.

Verkäuferin B: “Naja, wir sind ja sowieso überall von Giften umgeben, da ist das wohl eher ein geringes Problem und außerdem kann man eh nix machen….die Leute wollen das Zeug eben, gleich wie bei den Wegwerfwindeln!“

Meine Meinung:

Ich glaube nicht, dass man „nix“ machen kann und sage das auch. Ich finde, man kann keine Produkte kaufen, welche die tatsächlich bestehende Belastung mit „Umweltgiften“ (eigentlich ein falscher Ausdruck, denn die Umwelt macht die Gifte ja nicht) noch vergrößern. Zumindest wissentlich könnte ich das nicht tun!

Man (ich) kann diese Produkte weglassen oder sie gegebenenfalls durch unbedenklichere, möglichst naturbelassene Produkte ersetzen. Man (z.B. die Verkäuferin) kann Menschen, die ihren Kindern etwas Gutes kaufen wollen - und davon ist wohl in den meisten Fällen auszugehen - dazu raten, Produkte zu wählen, die nicht im Verdacht stehen, das Hormonsystem beeinflussende oder krebserregende Stoff zu enthalten.

Man könnte und man kann, und die Verkäuferin B sagt mir am Ende unseres Gespräches auch, dass sie ohnehin jeden Tag stundenlang versucht, Eltern die gesundheitlichen Vorteile von Naturmaterialien klar zu machen.

Wer informiert ist, kann sich entscheiden

Das ist gut so, finde ich! Das soll sie weiterhin tun, denn das sollte man als Elternteil auch erwarten können: Ehrliche und vollständige Information über die Inhaltsstoffe (und Gefahren) der Dinge, die man kauft, um damit sein Baby zu beruhigen, zu ernähren oder zu wickeln….

Wenn man die Information hat, dann kann man sich auch entscheiden!