Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
4Jun/1025

Aktionstag in Stuebing: Altes Wissen fuer moderne Nachhaltigkeit

Am Sonntag 30.Mai fand im Freilichtmuseum Stübing der Aktionstag „HoamART – Die Kunst, nachhaltig zu leben“ statt.
Wir hatten dort die Gelegenheit unser „Kein Heim für Plastik“- Experiment mit einem eigenen Stand vorzustellen. Ein Teil unseres ausgemisteten Plastikbergs, sollte in diesem Rahmen noch einmal „in vollem Glanz erstrahlen“. Dem gegenüber stellten wir unseren „alternativen“ Hausrat, sowie plastikfreie und umweltfreundliche Putz-, Wasch- und Pflegemittel.
In der wunderschönen Landschaft und umgeben von alten Bauernhäusern, stach der bunte Plastikberg aus Tupperware und Plastikspielzeug den Vorbeikommenden natürlich im ersten Moment besonders ins Auge. Manche befürchteten anfangs sogar, in eine leicht deplazierte Tupperparty geraten zu sein, und Leos ausgemusterte „Hotwheel-Bahn“ wäre beinahe zum Verkaufsschlager geworden – wir wurden sowohl von Kindern als auch von Eltern immer wieder gefragt, wie viel wir dafür verlangen würden.

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Zum Glück hatte Samuel seine Schnitzsachen und auch schon fertig gebastelte „Pfeil und Bogen“ - Sets mitgenommen und die beiden anderen bauten immer wieder kleine Kunstwerke aus den mitgebrachten Holzbausteinen auf. das war für die meisten Kinder längerfristig dann doch interessanter als die vereinsamte „Hotwheel“-Bahn. Samuels Eigenproduktionen ernteten teilweise große Bewunderung und wir hörten immer wieder Kommentare wie: „Schau, der Bub da kann schnitzen!“

Einige Male war ich versucht anzumerken, dass prinzipiell jedes Kind schnitzen kann, wenn man ihm alters entsprechend dazu die Möglichkeit gibt und passendes Werkzeug zur Verfügung stellt. (Auch Leo und Marlene „können“ schnitzen!)
Mir wurde wieder einmal bewusst, dass die Fähigkeit von Kindern, sich mit und in der Natur zu beschäftigen, (nachwachsende!) Materialien aus der Natur kreativ zu nutzen und entsprechend achtsam damit umzugehen ganz entscheidend davon abhängt, ob sie Natur in ihrem Alltag überhaupt noch erleben können.
In solchen Momenten empfinde ich Glück und Dankbarkeit, dass unsere Kinder immer die Möglichkeit hatten, mit Sand, Steinen, Erde, Laub, Wasser und Holz zu spielen, Staudämme zu bauen, Lager im Wald zu errichten, Lagerfeuer zu heizen , Steckerlbrot zu braten….usw.

4667050040_789f45eacb_m Vielleicht ist das ja die Antwort auf eine der häufigsten Fragen während unseres Experiments: „Wie geht es denn bloß den Kindern dabei?“
Denn obwohl unsere Kinder nicht Besitzer von Handys, Computerspielen, Fernsehapparaten oder Gameboys sind (was vor dem Experiment auch nicht anders war), hatten (und haben) sie mehr als genug Spielsachen und sie wurden auch nicht genötigt, irgendetwas davon herzugeben. Zum Glück hatten sie aber auch schon genug Möglichkeiten, zu erleben, dass man das meiste davon oft eigentlich gar nicht braucht, um gut spielen zu können. Wer schon einmal beobachtet hat, wie ruhig, entspannt und konzentriert sich Kinder in der Natur ohne jegliches (Plastik-)Spielzeug beschäftigen können, wird verstehen, was ich meine. Für mich ist das jedenfalls immer wieder ein besonderes Glücksgefühl und Stübing ist ein Ort, wo man das auch als erwachsener Mensch noch sehr gut spüren kann. (Vielleicht hat das ja auch ein bisschen damit zu tun, dass es dort kaum Handyempfang gibt!)
Wir haben an diesem Aktionstag sehr viel Zuspruch und Anerkennung erhalten, viele BesucherInnen haben sich mit ihrer Mailadresse eingetragen, um die aktuelle Liste mit den „plastikfreien Einkaufstipps“ zugeschickt zu bekommen und zwischendurch hatten wir auch die Gelegenheit, den anderen Ständen einen Besuch abzustatten:
Wir konnten wunderbares altes Handwerk und alte Fertigkeiten (Drechseln, Klöppeln, Filzen, Heubinden, Sensenmähen, Schnitzen,….) beobachten, es gab alte Pflanzensorten und Tierarten, ein reichhaltiges Angebot an biologisch erzeugten Lebensmitteln, Säften, Wein,…Naturkosmetik , kompostierbare Blumentöpfe (siehe www.plantobio.com) aus Holzfaser und vieles mehr.

Doch am meisten haben mich die Menschen beeindruckt, die hinter all dem stehen, Menschen, denen die Freude über das was sie tun oder erzeugen ins Gesicht geschrieben steht, die ihre Sache mit Selbstvertrauen und Überzeugung vertreten, auch wenn der Mainstream (noch) in eine andere Richtung geht.
Die hier gezeigten Techniken und Produktionsmethoden kommen größtenteils ohne Kunststoff aus, sie sind nachhaltig durch die verwendeten Materialien und deren spezielle Qualität und sind im „Einklang mit der Natur“, weil Menschen, die mit Liebe und Überzeugung arbeiten, dabei nicht ausbeuten oder zerstören.
In den Gesprächen dieses Tages wurden wir immer als „Vorbilder“ bezeichnet und ich fühlte mich ebenfalls von Vorbildern umgeben. Diese Resonanz, dieses sich gegenseitig Bestärken von Menschen, die an einen besseren Umgang mit dieser Welt glauben und in ihrem persönlichen Umfeld einfach damit angefangen haben, das ist für mich der Ansporn und die Motivation, im teilweise doch recht ernüchternden Alltag, meinen Überzeugungen so gut es geht treu zu bleiben und sicher mit ein Grund, warum aus unserem Experiment ein neuer Lebensstil entstanden ist.
Vielleicht besteht „die Kunst, nachhaltig zu leben“ heutzutage genau darin, „altes Wissen“ wieder zu entdecken (was wir auch in unserem Experiment oft erlebt haben) und mit den technischen Errungenschaften unserer zeit so zu kombinieren, dass wir uns wieder als sinnvollen Teil der Natur und nicht als ihren zerstörenden Beherrscher erleben.
Dafür war dieser tag in Stübing jedenfalls ein wunderbares Symbol und wie es eine Bäuerin, mit der ich mich unterhalten habe so schön ausgedrückt hat: „Jeder Funke, der in einem Gespräch überspringt, ist es wert, viele weitere zu führen!“

4667050358_470798d02d_mIch hoffe, dass an diesem Tag wieder viele Funken übergesprungen sind.

PS.: Für alle, denen die letzten Zeilen ein wenig zu pathetisch waren noch ein nettes Plastikschmankerl zum Abschluss:
Gegen Ende des Nachmittags, sah ich einen Mann sehr interessiert in unserer Tupperwareauswahl herumstöbern. Schließlich kam er mit einer, von mir niemals benutzten 3-teiligen Tupperwarepuddingform (in 3 verschiedenen Grüntönen) zu mir und fragt, wie viel ich dafür verlangen würde. Als ich ihm erklärte, dass wir diese Dinge hier nicht verkaufen würden, meinte er:“ Jetzt muss ich mich wohl outen: Ich bin Tuppervertreter und dieses Stück fehlt mir in meiner Sammlung. Man bekommt es normalerweise nicht mehr.“
Nachdem ich mich vom Lachen erholt hatte, konnte ich ihm also wirklich ganz ohne schlechtes Gewissen die Puddingform schenken. Schade, dass nicht alle unsere Plastikstücke so exklusiv sind!

24Jan/106

Das Buch zum Film “Plastic Planet”

Vor einigen Tagen bekamen wir Besuch von Gerhard Pretting, der für das Buch zu „Plastic Planet“  abschließend auch ein Kapitel über Lösungsansätze schreiben wird. Und dafür soll unser Experiment ein Beispiel sein!

Für dieses Buch interviewt zu werden, war natürlich schon etwas ganz Besonderes für mich. Gerhard hat uns durch sein genaues Nach- und Hinterfragen auch dazu gebracht, wirklich alle Details unseres Experiments noch einmal genau zu überdenken und zu beschreiben.

Hinter uns liegen mittlerweile immerhin fast vier Monate intensiver Beschäftigung mit dem Thema Plastik (sowie mit allen möglichen anderen Dingen, die damit zusammenhängen) und in dieser Zeit hat sich nicht nur unser Wissensstand, sondern auch unser Bewusstsein für das Thema natürlich entscheidend weiterentwickelt.

Vom jetzigen Stand aus war es teilweise gar nicht so leicht, sich noch einmal in die Ausgangsposition zurück zu versetzen und Fragen zu beantworten wie:

  • Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Umstellung?
  • Was habt ihr endgültig aus dem Haushalt verbannt?
  • Worauf wollt ihr nicht verzichten?
  • Wie waren die ersten Reaktionen von Freunden und Verwandten?
  • Was sind die größten Vorteile die ihr bisher festgestellt habt?

Plastikfreies Leben schon ganz normal

Während des Interviews habe ich immer wieder bemerkt, wie „normal“ für uns inzwischen das plastikfreie Einkaufen geworden ist, ja dass es in vielen Bereichen mittlerweile sogar die einfachere Variante ist, weil wir uns planlose Shoppingtouren und Entscheidungsprobleme im Überangebot von Supermärkten einfach gänzlich ersparen.

Gerhard war natürlich ein extrem gut vorbereiteter Interviewer (laut eigenen Angaben hat er sich seit Wochen fast ausschließlich mit dem Thema Plastik beschäftigt) und wollte zum Beispiel auch über den Kostenfaktor des Experiments alles ganz genau wissen.

Bei der Beantwortung dieser Frage hat sich wie schon so oft herausgestellt, dass das - von uns ja tatsächlich so erlebte (und durch unseren Jahresabschlusskontostand belegte) -„Einsparungspotential“ ganz entscheidend mit der veränderten Einstellung beim Einkaufen zusammenhängt und nicht hauptsächlich durch die Einzelpreise der Produkte erklärbar ist.

Dennoch gibt es in den Listen der Alternativprodukte, die ich Gerhard geschickt habe, auch einige (auch in diesem Webblog schon teilweise erwähnte) Produkte oder Lösungen, die tatsächlich für sich gesehen auch günstiger kommen.

Kaum Verzicht und mehr Spaß

Das Auflisten der Dinge, die wir endgültig entfernt haben, war ebenfalls sehr interessant, da wir alle einstimmig feststellten, dass uns nichts davon bisher wirklich abgegangen ist.

Ich kenne natürlich durchaus Leute (und es melden sich jetzt auch viele), die schon immer oder zumindest schon sehr lange kaum Plastik in ihrem Haushalt haben und teilweise auch sonst noch viel umweltbewusster leben als wir. Für uns ist es jedenfalls immer wieder erstaunlich wie wenig unser Experiment (oder mittlerweile wohl eher Lebensstil) mit „Verzicht“ zu tun hat und wie viel Spaß es nach wie vor macht, auf diesem Weg immer wieder noch einen Schritt weiter zu gehen, sich weiter zu entwickeln, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und bei Bedarf über Bord zu werfen. Ich denke, dass das Kapitel über Lösungsansätze im Buch zu „Plastic Planet“ in diesem Sinne für die Einen eine Bestätigung und für die Anderen eine Motivation zum selber Ausprobieren wird.

25Nov/0967

Der erste Versuch eines plastikfreien Einkaufs

Die Anfangsschwierigkeiten bei unserem Experiment wollen wir Ihnen/Euch nicht vorenthalten. Schon vor Beginn des Experiments führten wir Recherchen durch, um Vorbereitungen zu treffen. Wir wollten (und wollen!) das angestrebte Ziel "zumindest ein Monat lang plastikfrei zu leben" auch tatsächlich in unserem Familienalltag umsetzen. Hier nun ein Bericht vom ersten Versuch eines plastikfreien Einkaufs:

Voller Zuversicht zur Einkaufstour nach Graz

Nachdem wir beschlossen hatten, uns auf ein plastikfreies Einkaufsexperiment einzulassen, begaben wir uns voller Zuversicht auf eine gemeinsame Einkaufstour nach Graz, um den ersten „Problemfällen“ an den Leib zu rücken.

Auf unserer Liste standen unter anderem folgende Dinge:

-          1 Milchkanne aus Metall und/oder Milch in Glasflaschen

-          3 Metalljausenboxen für die Kinder

-          Zahnbürsten aus Holz oder Naturkautschuk mit Naturborsten

-          Klopapier, Taschentücher und Küchenrollen ohne Plastikumhüllung

-          Geschirrspülmittel (auch für den Geschirrspüler) ohne Plastikverpackung

Das alles müsste in einer Stadt wie Graz wohl zu finden sein – dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Meine erste Station war ein bekannter Bioladen in Graz (Kornwaage), wo ich mich vor allem nach Hygieneartikeln, Wasch- und Putzmitteln umsehen wollte. Peter begab sich mit den Kindern inzwischen auf die Suche nach Milchkanne und Jausenboxen.

Dringliche Problemfälle zeigen sich hartnäckig

Mir wurde recht schnell klar, dass sich nicht alle meine Hoffnungen hier erfüllen würden. Einer der Hauptproblemfälle blieb gänzlich ungelöst. Klopapier ohne Plastikhülle gab es hier nicht und laut Auskunft der Verkäuferin auch sonst nirgends.

Auch die Wasch – und Putzmittelfrage war nicht einfach zu lösen. Fast alles war in Plastikflaschen abgefüllt und bei den wenigen pulverförmigen Mitteln war unter dem Karton fast immer noch eine Plastikfolie eingebaut. Immerhin fand ich ein Waschpulver der Marke Ecover ohne Plastikinnenleben und lustigerweise sogar mit einem Messbecher aus Karton!

Die flüssigen Mittel kann man sich wenigstens aus einem größeren Plastikkanister nachfüllen lassen, wozu man natürlich auch mitgebrachte Behälter aus Metall oder Glas verwenden könnte. Das wäre zumindest ein sinnvoller Beitrag zur Müllvermeidung. Ein weiterer – aus meiner Sicht sehr entscheidender - Vorteil  ist, dass diese Mittel  bezüglich ihrer Inhaltsstoffe weitaus umwelt - und gesundheitsverträglicher sind als herkömmlich Putz – und Waschmittel.

Und immer wieder Plastikdeckel

Während ich mich zumindest über offenes Müsli, Haferflocken und Getreide (übrigens kaum oder gar nicht teurer als gleichwertige in Plastik verpackte Ware) sowie Topfen, Schlagobers, Sauerrahm, Joghurts und Milch im Glas (wenn auch teilweise mit Plastikdeckel) freute, bekam ich einen Anruf von Peter, der auf der Suche nach Milchkanne und Co. schon vier Geschäfte abgeklappert hatte und  ein wenig entnervt klang (wie gesagt: alle drei Kinder wollten mit ihm einkaufen gehen….).

Milchkannen gab es zwar in Email-Qualität, aber nur mit Plastikdeckel (angeblich wegen der Dichtheit) und die Alujausenboxen, die er gefunden hatte, erschienen ihm zu groß und zu teuer.

Problemfall Zahnbürste

Ein weiteres ungelöstes Problem blieben zu diesem Zeitpunkt die Zahnbürsten. Wo gibt es Zahnbürsten, die nicht aus Plastik bestehen?

Resümee nach dem ersten Versuch

Am Ende unseres ersten plastikfreien Einkauftages, hatten wir leider noch keinen unserer Problemfälle gelöst, aber immerhin  eine wichtige neue Lebensmittelbezugsquelle entdeckt.

Fortsetzung folgt!

13Nov/0956

Das Haus von Plastik leer machen

Heute haben wir unser Plastik aus dem Haus geräumt. Das klingt zwar harmlos – war es aber nicht!

Obwohl mir schon in den letzten Wochen klar geworden ist, wie viel davon sich in unserem Haushalt befindet, war es doch äußerst beeindruckend unseren Plastikberg in all seiner Buntheit und Unverwüstlichkeit direkt vor unserem Haus aufgetürmt zu sehen.

Das Aufbauen und Dekorieren der bunten Teile war tatsächlich ein recht kreativer Akt, an dem sich auch die Kinder teilweise mit großer Begeisterung beteiligt haben. Das Ausräumen gewisser Gegenstände wiederum war ziemlich erkenntnisreich. So wurde mir beim Hinaustragen von ca. 4 Kisten Tupperware und mindestens ebenso vieler Säcke mit Taschen und Rucksäcken bewusst, dass wir sicher 90 Prozent davon in den letzten Jahren kaum bis gar nicht verwendet haben. Insofern stellte die Entfernung mancher Dinge also tatsächlich eine große Erleichterung dar.

Anders verhielt es sich naturgemäß bei den oft gebrauchten Gegenständen und Geräten, die unseren Alltag bisher in gewisser Weise geprägt haben: Staubsauger, Wasserkocher, Toaster, Mixstab, Plastikregale,,…

In unserem Experiment wollen wir versuchen auch einige dieser Dinge wegzulassen und wenn nötig Alternativen auszuprobieren, aber natürlich gab es beim Ausräumen auch „Vetos“.  So  wurde Leos geliebte  Ritterburg ebenso wieder ins Haus gebracht wie diverse Sport – und Winterjacken, Schultaschen, Sportschuhe und Radhelme. Vieles davon ließe sich zwar theoretisch auch durch plastikfreie Alternativen ersetzen, aber das würde momentan in Summe unser Haushaltsbudget auf jeden Fall sprengen. Und schließlich ist es ja auch ein Teil unseres Experiments, dass wir dafür nicht wesentlich mehr Geld ausgeben wollen als bisher und es geht uns ja auch nicht darum, einen Weltrekord im Verzichten aufzustellen, sondern wir wollen unter anderem herausfinden, wo es uns relativ leicht möglich ist, das Plastik wegzulassen.




Plastik los werden: nicht so leicht wie man denkt!

Das, was wir tatsächlich entfernt haben, ist auch nicht allzu weit weg. Wir haben alle aus jetziger Sicht entbehrlichen Plastikteile vorläufig in unseren leeren Stall geräumt, denn es ist gar nicht so einfach, Plastik los zu werden. Selbst die Dinge, von denen wir uns gerne endgültig getrennt hätten, können wir nicht einfach alle wegschmeißen. Plastik ist – wenn es sich nicht um Verpackungsmaterial handelt – Restmüll. Und die Menge dessen, was wir entsorgen wollen, würde die Kapazität unserer Mülltonne für Monate erschöpfen.

Ja, Plastik braucht viel Platz, selbst als Müll. Und natürlich stellt sich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, soviel „intaktes“ Plastik wegzuwerfen. Aber was sonst? Viele Fragen sind heute wieder mal aufgetaucht.

Vorläufig werden wir uns damit zufrieden geben, dass wir zumindest dort, wo es um Essen und Körperpflege geht (und damit ganz unmittelbar um unsere Gesundheit) momentan kein Plastik mehr verwenden und – was mir am wichtigsten erscheint – dass wir vor allem kein Plastik mehr nachkaufen.

Der heutige Tag hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir mehr als genug davon haben.

Bei einem abschließenden abendlichen Rundgang durch unser Haus stelle ich jedenfalls mit Freude und Erleichterung fest, dass wir jetzt viel mehr „freien“ Platz im Haus haben und der immer noch stattliche Rest unseres Inventars irgendwie viel schöner aussieht.