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3Mar/113

Bericht über ein “plastikreduziertes” Studentenleben

Heute möchte ich Euch stellvertretend für viele Mails, die mich erreichen, den Beitrag von Carolin K. aus Trier vorstellen, der mich besonders gefreut hat, weil er zeigt, dass auch sehr junge Menschen sich nicht nur Gedanken machen, sondern in ihrem Alltag auch sehr viele sinnvolle Handlungsansätze finden und umsetzen können.

Beeindruckend finde ich auch, dass Carolin in ihrem Selbstversuch in sehr kurzer Zeit auf ganz ähnliche Ergebnisse gekommen ist, wie wir und auch sehr ähnliche Erfahrungen und Gefühle beschreibt.

Nun zu Carolins Bericht:

Liebe Familie Krautwaschl,
ich folge hiermit mal eurem Aufruf zum Jahreswechsel und berichte über meine kleinen Umstellungen bezüglich des Plastik-Verbrauchs.
Ich habe "Plastic Planet" Ende letzten Jahres gesehen und war, wie wahrscheinlich die meisten Zuschauer, über die Auswirkungen, die der Konsum von Plastikgegenständen mit sich bringt, erschrocken.
Gerade die Tatsache, das ein so allgegenwärtiger und mittlerweile kaum zu vermeidender Stoff so schädlich ist - nicht nur für den Konsumenten, sondern auch für die Tier- und Umwelt -, hinterließ nach dem Ende des Films ein Gefühl der Wut bei mir. Da Wut allein aber nicht hilft, habe ich beschlossen, mir an die eigene Nase zu packen und zu verändern, was in meiner Macht liegt.
Ich bin 21 Jahre und im Oktober letzten Jahres aus dem Elternhaus ausgezogen und lebe nun in einem Studentenwohnheim (und muss demnach auch alle Einkäufe selbst erledigen). Um soviel Plastikmüll wie möglich zu vermeiden, habe ich mir folgende "Regeln" gesetzt:

1. Ich kaufe Obst, Gemüse im Bioladen, wo sie frei ausliegen und nicht verpackt sind. Zum Selbst-Verpacken gibt´s dort Plastik- und Papiertüten. Ich verwende die Papiertüten und benutze sie auch mehrmals, sprich ich nehme sie von zuhause mit, wenn ich zum Einkaufen in die Stadt fahre.

2. Ich versuche auch sonst jegliche Lebensmittel so zu wählen, dass ich Plastikverpackungen umgehen kann (z.B. Getränke und Sahne in Glasflaschen)

3. Ich nehme mir zum Einkaufen immer Stofftaschen mit, um mir die Plastiktüten zu sparen, die einem in manchen Läden beinahe hinterher geschmissen werden. Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft ich schon sagen musste "Packen Sie's bitte wieder aus, ich brauch keine Plastiktüte!"

Indem ich diese sehr einfachen Regeln befolge, beschränkt sich mein Plastikmüll auf eine sehr geringe Menge. Da ich ohnehin kein sehr konsumfreudiger Mensch bin, halten sich nämlich auch die Verpackungen sonstiger Gegenstände sehr in Grenzen. Was die Gegenstände an sich betrifft, vermeide ich Plastik ohnehin. Ich brauchte zum Beispiel vor kurzem einen Papierkorb und anstatt eines Plastikeimers habe ich mir einen tollen knallblauen Blecheimer mit Griff geholt.
Besonders in der Küche ist es mir wichtig, Plastik zu umgehen, nicht nur aus Gesundheits- sondern auch aus Geschmacksgründen. Ich fand es schon als Kind furchtbar, wenn man mir Getränke im Plastikbecher angeboten hat, gerade Wasser, weil das immer sofort nach dem Behälter geschmeckt hat.
Auch bei Kleidung und sonstigen Textilien (Kissenbezüge, Bettwäsche etc.) achte ich darauf, möglichst Sachen aus natürlichen Fasern wie Baumwolle, Wolle, Seide etc. zu kaufen. Was mir dabei aufgefallen ist: Synthetik-Klamotten nehmen Schweißgeruch viel eher auf, als Kleidung aus Naturfasern und sehen wesentlich schneller abgenutzt aus.

Ich arbeite seit kurzem übrigens in einem großen Einzelhandel an der Kasse und muss mich jedes Mal wundern, wie viel (in meinen Augen unnötiger) Ramsch gekauft wird. Und jedes kleinste Teil ist doppelt- und dreifach verpackt. Ich würde manchen Leuten am liebsten sagen "Das brauchst du nicht, das brauchst du nicht und das erst Recht nicht!" Und natürlich dann noch die Plastiktüte dazu, um noch ne Schicht darumzulegen.

So, das war´s von mir. Ich möchte zum Schluss noch sagen, dass euer Experiment eine große Inspiration für mich war und ist. Ich finde es ganz toll, was ihr macht und hoffe, ihr werdet noch viele weitere Menschen zum Nachdenken und zu Veränderungen anregen.

Ganz herzliche Grüße aus dem verschneiten Trier,
Carolin

PS: Vielleicht interessierts euch, am 15. März läuft auf arte der Dokumentarfilm "Unser täglich Gift". Auf der Homepage kann man sich einige Ausschnitte ansehen, einer davon ist über Bisphenol A.
http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Unser-taeglich-Gift/3673748,CmC=3673928.html

Vielen Dank für Deinen Beitrag Carolin.

Ich hoffe, es erreichen mich noch viele derartig motivierende Berichte! (keinheimfuerplastik@aon.at)

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Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Danke für den TV Tipp. Der Film wird nochmal am Samstag, 26. März 2011 um 14.30 Uhr
    und am 14.04.2011 um 14:45 gezeigt. Ansonsten kann man ihn auch auf DVD bei Arte beziehen.

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  2. This is a great post. Thank you and Google for chance to read it.

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