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28Nov/107

Anstiftung zur Plastiksackerlverweigerung und ein plastikfreier Geschenktipp

Nach nunmehr über einem Jahr Laufzeit unseres Experiments hat sich ein großer Erfahrungsreichtum in Hinblick auf „plastikfreies Einkaufen“ angesammelt und man sollte meinen, dass wir uns mittlerweile nur mehr mit den wirklich diffizilen Details der Plastikvermeidung beschäftigen müssen.

Eines dieser ungelösten Detailprobleme wäre zum Beispiel die Frage, ob vielleicht doch irgendwo Lebensmittel (wie z.B. Zuckermais, Honig ..usw.) in Gläsern mit Metallschraubverschlüssen ohne die üblichen Kunststoffdichtungen erhältlich sind oder wie man sich eine Holzzahnbürste im Internet bestellen kann, ohne dass diese in mehrere Plastikhüllen verpackt geliefert wird oder wie man es schafft, diverse Kataloge und Zeitschriften, die man prinzipiell gerne lesen würde, ohne Plastikverpackung zu erhalten….

Weltrekord in Wieselburg

Weltrekord in Wieselburg

Es gibt also auch nach einem Jahr durchaus noch genügend ungelöste Kleinigkeiten auf dem Weg zur absoluten „Plastikmüllverweigerung“ und ich gebe die Hoffnung nicht auf, auch dafür früher oder später noch eine Lösung zu finden oder einen guten Tipp zu erhalten.

Die wirklich „großen“ Themen sind aber auch ein Jahr nach „Plastic Planet“ noch immer viel banaler. Das hat mir zuletzt erst vor einigen Tagen wieder einmal eine kurze Notiz in der „Kleinen Zeitung“ klar gemacht. Im Bezirk Los Angeles werden ab Juli 2011 Plastiktaschen verboten, womit die jährliche Abfallflut von ca. 6 Milliarden Plastiktaschen bekämpft werden soll. In San Francisco, Washington und Malibu gelten bereits solche Verbote…hier könnte man sich also durchaus einmal ein gutes Beispiel an amerikanischen Großstädten nehmen.

An mir selbst bemerke ich in letzter Zeit, dass mir das selbstverständliche Verpacken von z.B. Kleidungsstücken in Plastiksäcke und speziell die konsequente Werbestrategie eines bekannten Drogeriemarktes: „Darf´s ein Gratissackerl sein?“ zunehmend mehr Beherrschung abverlangen. Der Impuls, ungefragter Weise für die, vor mir an der Kassa stehenden Menschen mit einem deutlichen und klaren „Nein“ zu antworten, wird manchmal schon bedrohlich stark.

Zum Glück waren mein fester Entschluss, mich trotz aller Überzeugung nicht dem Ökoterroristenimage anzunähern und mein Glaube an die Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen bis jetzt immer noch ein bisschen stärker.

Aber man kann dieser Entscheidungsfreiheit ja zumindest ein paar neue Grundlagen verschaffen.

So hat etwa die niederösterreichische Stadt Wieselburg heuer im Herbst im Rahmen der Aktion „my bag is not plastic“ über 4000 verschiedene Stofftaschen gesammelt und möchte im Folgenden die erste plastiktaschenfreie Stadt Österreichs werden.

Und damit sind wir beim entscheidenden Punkt dieser Geschichte angelangt: Für das Gros der KonsumentInnen geht es in Bezug auf  Plastikvermeidung nicht um die oben genannten Detailfragen. Nein, es sind die „stinknormalen täglichen Gratis- (oder auch nicht gratis) plastiksackerl“, die immer noch in rauen Mengen über die Ladentische wandern und einen riesigen Müllberg verursachen  (Ein Mensch verbraucht im Schnitt 288 Stück davon pro Jahr!!).

Und damit komme ich auch schon zu meinem heutigen plastikfreien Geschenkstipp:

Einige von Euch haben auf diesem Blog sicher schon meine ersten Versuche, eine Stofftasche selber zu nähen, verfolgt und hoffentlich gebührend bewundert. Peters Nähmaschine stammt nämlich noch von seiner Oma und ich bin alles andere als eine geübte Schneiderin. Dennoch ist es mir gelungen (mit ein wenig Coaching von Peter) eine eigene Stofftasche zu nähen. Wer sich das partout nicht zutraut, hat zumindest die Möglichkeit sich eine bereits fertig genähte Tasche zu besorgen und diese kreativ zu gestalten. Mit ein wenig Mut und Phantasie, können auf diese Weise wunderbare, höchstpersönliche Weihnachtsgeschenke entstehen!

Angesichts der drohenden weihnachtlichen Plastik(verpackungs)flut wäre natürlich auch noch eine kleine „Gebrauchsanweisung“ für das selbst gemachte Stoffsackerl sinnvoll. Dabei kann man, je nach Bewusstseinsstand des Beschenkten, seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Den wichtigsten Punkt, der meiner Meinung nach jedenfalls Inhalt der Gebrauchsanweisung sein sollte, möchte ich Euch dennoch nicht vorenthalten:

Zumindest ein Stoffsackerl sollte wirklich IMMER mitgenommen werden (auch wenn man ursprünglich gar nicht vorhat, einkaufen zu gehen) um es im Fall des Falles je nach individuellem Charakter und Tagesverfassung triumphierend, schüchtern oder einfach ganz nüchtern hervorzuholen, bevor man mehr oder weniger unfreiwillig in den Besitz eines weiteren unnötigen Plastiksackerls kommt. Vielleicht bin ich ja nach einem Jahr Experimentzeit tatsächlich schon ein wenig seltsam, aber mir gibt das jedes Mal ein super Gefühl.

Weltrekord in Wieselburg

Außerdem haben wir im Zuge einer Ausmistaktion gerade erst ein riesiges geheimes Plastiksackerldepot entdeckt, das wir bei unserer Hausräumung vor einem Jahr anscheinend "übersehen" haben und das nun bei den übrigen ausgemisteten Plastiksachen im alten Stall gelandet ist. Dieser Anblick hat mich wieder ganz massiv in der radikalen Plastiksackerlverweigerung bestärkt! Wir werden den Plastiksackerlhaufen jedenfalls noch eine Zeit lang als Mahnmal im Stall belassen.

Also: Am besten gleich heute zu nähen beginnen, denn Weihnachten ist nicht mehr weit und es gibt definitiv noch genügend Leute, die von der „Plastiksackerlverweigerung“ überzeugt werden könnten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich schon sehr auf die ersten Erfahrungsberichte!

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Über Sandra

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Kommentare (7) Trackbacks (0)
  1. Das ist eine gute Idee! Stofftasche mit “Gebrauchsanweisung” als Geschenk. Am besten noch aus alter, nicht mehr getragener Kleidung gemacht. Eine Nähmaschine steht ja herum bei uns, aber die ist die meiste Zeit verwaist… Ein guter Grund, sie mal wieder einzusetzen.
    Euer Blog ist immer eine Inspiration – danke!
    Liebe Grüße, Margit

    [Reply]

  2. Liebe Margit!

    Deine Idee mit den alten Kleidungsstücken finde ich super!
    Ich versuche mich – trotz meiner Ungeübtheit – auch immer wieder am “Umnähen” von ausgemusterten Teilen und habe festgestellt, dass es ein sehr befriedigendes Gefühl ist, wenn man dann ohne zusätzliches Geld auszugeben, auf einmal wieder ein quasi neues Stück zur Verfügung hat…
    Ich kann nur allen empfehlen, es auszuprobieren. Auch Kleinkinderkleidung lässt sich hervorragend aus alten Kleidungsstücken schneidern und hat dann auch noch den entscheidenden Vorteil, dass diverse Schadstoffe ziemlich sicher schon herausgewaschen sind.

    LG sandra

    L sandra

    [Reply]

  3. Das kenn ich, das nervt mich an den Kassen auch immer und ich würde auch gerne mal nein für meine Vorderleute sagen. Ich muß hier auch den meisten Verkäufern mein Beutelchen förmlich aufzwängen und es gibt doch tatsächlich viele denen das so gar nicht recht ist. Vornean sogar die Ökobauern auf dem Markt.
    Naja, ein steter Tropfen höhlt den Stein und irgendwann kennen die mich auch.
    Ich glaube ein hübsches Beutelchen würde sicher noch besser ankommen als mein verlodderter verdreckter Stoffbeutel. Ich verschenk die hübschen immer nur.
    Ich kann zwar nicht wirklich toll nähen, aber ich bestempel gerne Stoffbeutel mit Kartoffeldruck, Blättern oder ähnlichem.
    Schön finde ich übrigens auch so kleine Seidenbeutelchen die man klein in einem Säckchen am Schlüsselbund immer mitnehmen kann. Die kann man sicher auch ganz leicht selber machen. Meine Oma nannte sie immer “Fallsbeutel-falls man doch nochmal was kaufen will”

    Bei uns in einer Hamburger Drogeriekette namens Budnikowski hab ich doch heute tatsächlich ein viel zu kleines Hinweisschild gelesen daß man irgendwelche Extra Bonustreuesonstwiepunkte bekäme wenn man einen Einkaufsbeutel gleich mitbringt. Ich bringe immer einen eigenen Beutel mit, aber mir wurde das noch nie angeboten (abgesehen davon daß ich nichts von diesen Bonuspunkten halte). Ich frag da morgen doch glatt mal nach ob die Kassiererin überhaupt was davon weiß.

    viele Grüße,
    Cathleen, die auch schon einen 80%ig plasikfreien Haushalt führt und nur manchmal an der Suche nach dem ein oder anderem plastikfreien Babyprodukt verzweifelt

    [Reply]

    Sandra Krautwaschl Reply:

    Liebe Cathleen!

    Vielen Dank für Deinen erfrischenden Kommentar!
    Als “gedankenanstoß” finde ich die Sache mir den Bonuspunkten gar nicht so schlecht – die meisten Leute brauchen ja doch einen “persönlichen” Vorteil, um über solche Dinge überhaupt erst mal nachzudenken. Habe mir selbst schon sehr oft den Kopf darüber zerbrochen, wie man das am besten attraktiv machen könnte…
    Bezüglich der Babyprodukte bin ich ein wenig “nachlässig” was die Blogbeiträge betrifft, was in erster Linie daran liegt, dass meine eigenen Kinder eben schon größer sind und die persönliche Betroffenheit hier nicht mehr gegeben ist. Ich bin aber im Nachhinein sehr froh, dass unsere kinder zumindest nie einen Schnuller hatten, nur ganz kurz aus Fläschchen getrunken haben und auch hauptsächlich mit Stoffwindeln gewickelt wurden.
    Im Nachhinein denke ich aber, dass wir über die Jahr auf jeden Fall viel zu viel Plastikspielzeug und auch sonst einiges Unnötiges zusammengebracht haben. Da eine Freundin von mir gerade ein Baby bekommen hat, werde ich da mal genauer nachfragen, was zur Zeit so am Markt erhältlich ist und vielleicht gibt´s ja dann bald ein paar brauchbare Tipps für Dich auf dem Blog.
    Ich bin aber auch umgekehrt sehr dankbar für Tipps, da wir gerade an einer Sammlung arbeiten.
    Bleib einfach dran, es sollte noch heuer soweit sein, dass die LeserInnen ihre Tipps direkt an mich schicken können….

    Inzwischen ganz liebe Grüße und alles Gute
    Sandra

    [Reply]

  4. Hi Cathleen,

    kurze Frage wegen der Babyprodukte: was gibts denn da niccht? Also, bei welchen Dingen hast du Probleme was Plastikfreies zu finden? Meine Kinder sind null, zwei und vier Jahre alt. Und bis auf die DUPLO-Steine ist alles plastikfrei. Stoffwindeln (von der ersten Windel im Krankenhaus an – hatten unsere eigenen zu den ambulanten Geburten mitgebracht) und Schurwollhosen, Didymos-Tragetücher statt Kinderwagen, voll-gesteillt (daher Flaschenfrei – die gibts aber auch aus Glas), kein Nuckel (gibt doch aber diese Ökokautschuk-Nuckel, oder?!), Klamottenaus Baumwolle, (Schurr)Wolle und Seide – Bettzeug und Schlafsäcke ebenso (inkl. der Füllungen) … Ok, das Fieberthermometer ist aus Plastik :-) . Aber sonst?!
    Das ist eine ernstgemeinte Frage, kein Angriff. Habe ich etwas übersehen? Bei den Kindern finde ich persönlich es ziemlich einfacher, bei anderen Dingen des Lebens schon schwieriger (Büro!!!). Beste Grüße!

    [Reply]

  5. Vermutlich meint Cathleen mit Babyprodukten Cremes, Shampoo und Öl zur Popopflege.
    Die meisten Babys lassen sich gerne mit angewärmtem Mandel- oder Sesamöl einreiben, das pflegt und reinigt in einem und das gibts in Glasflaschen.
    Baby-Schaumbad oder Shampoo ist völlig unnötig.
    ich habe meinen Kleinen in blankem Wasser mit einem Schuss Milch oder einem Sud aus Stiefmütterchen gebadet (Apotheke).
    Den kleinen Hintern wäscht man zweckmäßigerweise mit kaltem schwarzen Tee, den man recht lang hat ziehen lassen.
    Das gerbt die Haut und schützt sie vorm Wundwerden.
    Und bloß net den Popo cremen oder pudern. Einfach so in die Windel geben. Wenns doch mal wund wird, eine Ringelblumensalbe (vorzugsweise selbst gemacht) dünn auftragen.

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  6. Gossip– watch Will certainly Have Major role In Virtually Any Management

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