Kein Heim fuer Plastik Kein Heim Heim fuer Plastik Plastic Planet Das Buch zum Film bestellen
10Dec/140

Ein Fall von Zivilcourage ruft nach Nachahmung

Der Fall der Grazer Bioladenbesitzerin Ushij Matzer hat in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. Der Protest gegen eine Geldstrafe, wegen ihrer Weigerung Holzutensilien aus ihrem Laden zu verbannen und gegen Plastikteile zu ersetzen, ist ihr sogar ein paar Tage Ersatzfreiheitsstrafe wert.

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Endlich wehrt sich auch einmal eine Wirtschaftstreibende  mal medienwirksam gegen die absurde Reglementierungs – und Einschränkungskultur, die in den letzten Jahren immer groteskere Blüten treibt – und so gut wie immer negative Auswirkungen für Umwelt, Ressourcenverbrauch, Klimaschutz und alle Formen des vernünftigen Einsparensund Zusammenlebens hat.

Ich erlebe die Auswirkungen diverser Verbots- und Verordnungsauswüchse seit 5 Jahren als Konsumentin. Wenn ich mit meinen Edelstahldosen an einer Feinkosttheke Käse oder Wurst einkaufen wollte, habe ich immer wieder (und die LeserInnen dieses Blogs haben das vielfach bestätigt) zu hören bekommen: „Das dürfen wir nicht!“ „Aus hygienischen Gründen ist das nicht erlaubt!“ „Sie könnten mit Ihrer Dose Keime einschleppen.“…..usw.

Bis jetzt habe ich dennoch immer bekommen, was ich wollte (und vor allem nichts, was ich nicht wollte!) Auch wenn es dazu manchmal nötig war, die Dose in der Luft zu halten und den Käse hineinwerfen zu lassen oder mit der Chefin oder dem Chef zu sprechen.

Aber das ist einfach meine Form des friedlichen, zivilen Widerstandes gegen (angebliche) Vorschriften, die offenkundig nicht unserem Wohl sondern maximal unserer Obrigkeitshörigkeit, kollektiver Verdummung oder der systematischen Untergrabung des gesunden Hausverstandes dienen.

In Bioläden, diversen Spezialgschäften, auf Bauernmärkten oder bei Dirketvermarktern war es bisher leichter der Plastik(verpackungs)flut nebst diversen Schadstoffen, Weichmachern, und chemischen Zusätzen zu entkommen.

Ziel muss es sein, dass das umwelt- und gesundheitsschonende Einkaufen auch in jedem Supermarkt wieder selbstverständlich und für alle Menschen möglich wird (Zum Glück gibt es ja auch da positive Beispiel….).

Da ist die Politik gefordert, endlich wieder sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen und wir KonsumentInnen indem wir uns nicht jedes angebliche Verbot gefallen lassen. Und natürlich braucht es auch Wirtschaftstreibende wie Fr. Matzer, die mit einer klaren Haltung zeigen, dass Gesetze für Menschen da sind – und nicht umgekehrt!!

8Dec/140

Manchmal braucht es drastische Maßnahmen

Zur allgemeinen "Erheiterung" heute mal für alle, die die Geschichte noch nicht mitbekommen haben:

Eine entschlossene Grazer Bioladenbesitzerin und ein Beitrag, den ich schon 2010 zu diesem Thema geschrieben habe!

http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/4611339/Holz-statt-Plastik_Furs-Holzbrett-ins-Gefaengnis?direct=4613323&_vl_backlink=%2Fk%2Fwirtschaft%2F4613323%2Findex.do&selChannel

http://www.keinheimfuerplastik.at/hygienisch-praktisch-gut/

28Nov/141

Alternativen gibt es- man muss nur wissen wo

Unter diesem Motto will ich Euch nun immer wieder Menschen, Betriebe und Aktionen vorstellen, die ich im Zuge unseres Experiments und bei meinen Lesungen und Vorträgen kennen gelernt habe.

Hier nun als erstes der Link zum Internetshop von Karin Haffert, die ich schon mehrmals in Niederösterreich getroffen habe und die Ihre Alternativprodukte wirklich auf Herz und Nieren prüft. Es geht dabei natürlich nicht immer nur um Plastikreduktion, sondern auch um viele andere wichtige Kriterien des nachhaltigen Einkaufens.

http://www.beechange.com

Gerade vor Weihnachten findet man hier wirklich viele praktische, einfache und wunderschöne Alternativgeschenke!

Viel Spaß beim Schmöckern!

Und hier noch speziell die Info für die vielen Leute, die mich immer nach alternativen Zahnbürsten fragen.

http://www.beechange.com/25_hydrophilBambus Zahnbürste Hydrophil 100% biologisch abbaubar

17Nov/140

Petition gegen Wegwerfplastik und konkrete Maßnahmen

greenpeace starten eine petition gegen Wegwerfplastik: Bitte unterschreiben!!

https://secured.greenpeace.org/…/pr…/konsum/wegwerf-plastik/

Und hier ein bericht über die Aktuelle Entwicklung in Frankreich!

http://netzfrauen.org/2014/11/06/vorbildlich-frankreich-verbietet-weichmacher-einweggeschirr-und-plastiktueten/

20Sep/148

Plastikfreier WC – Reiniger

Liebe Leute, nach einer langen und erholsamen Urlaubspause, hat mich der österreichische Vorwinter gleich mal ein paar Tage ans Bett gefesselt.

Nun bin ich aber mit neuem Elan wieder da und werde mich in nächster Zeit auch bemühen Eure Kommentare und Fragen der letzten Zeit zu beantworten.

Ansonsten werd ich mich in näherer Zukunft hier eher mit kurzen Statements zu Wort melden, da ich jetzt intensiver an der neuen Version der "Plastikfreien Einkaufstipps" arbeiten werde. (aus der dann hoffentlich irgendwann ein App entsteht...)

Heute möchte ich an dieser Stelle nochmal eine Frage beantworten, die immer wieder an mich herangetragen wird: Wie putzt man - vor allem heikle Bereiche wie Bad und WC - plastikfrei und -was mir immer wichtiger wird - mit möglichst wenig schädlicher Chemie.

Die einfache Antwort: Zitronensäure, am besten in Pulverform aus Reformhaus, Apotheke (eigene Behälter mitbringen!!!) oder in manchen Drogeriemärkten im Karton erhältlich.

Fürs WC: etwas Zitronensäure hineinstreuen, mit der WC-Bürste ordentlich verteilen, ca 10 min einwirken lassen, am besten mit heißem Wasser und WC-Bürste nachschrubben, spülen und fertig!

Dauert vielleicht insgesamt 3 bis 5 Minuten länger als mit einem klassisch-giftigen WC- Reiniger, ist dafür aber gesünder, billiger und umweltschonender - und im Ergebnis absolut gleichwertig!

5Aug/142

Was hat Entschleunigung mit Plastik zu tun?

Abgesehen davon, dass Entschleunigung ein guter Grund für mich war, in den letzten Wochen meine Aktivitäten auf diesem Blog wiedermal relativ sparsam zu halten, auf den 1. Blick nicht viel. Doch schon auf den 2. Blick erkennt man so was wie einen umgekehrt - proportionalen Zusammenhang.

Denn unser enormer Plastikverbrauch (vor allem bei Verpackungen von Lebensmitteln und Verbrauchsgütern) hängt wohl nicht unwesentlich damit

Klingt vielleicht ein wenig provokant, doch angesichts der Tatsache, dass die Frage nach dem „zeitlichen Mehraufwand“ unserer plastikreduzierten Lebensweise (gemeinsam mit dem „finanziellen Mehraufwand“) zu den häufigsten bei meinen Vorträgen und Lesungen gehört, erscheint mir diese sanfte Provokation durchaus berechtigt:

Denn gerade wenn es um eines der essentiellsten Themen des menschlichen Lebens – nämlich unsere Ernährung – geht, scheint bei vielen Menschen die Zeit besonders knapp zu sein. Immer wieder wurde ich in den letzten Jahren gefragt: „Kochen Sie (noch) selber?“ Anfangs wusste ich tatsächlich nicht, wie diese Frage gemeint sein könnte. Vermutete da jemand, wir hätten eine Köchin?

Hilft Plastik beim "Zeit Sparen"??

Tatsächlich ging es allerdings um ein ganz anderes Phänomen: Fertigprodukte und Halbfertigprodukte (Convenience Food, arbeitserleichternde Essenszutaten oder Fertiggerichte), die heutzutage in vielen Haushalten die ursprünglichen Zutaten ersetzen und angeblich helfen, „Zeit zu sparen“.

Komischerweise habe ich das Gefühl, dass die meisten Menschen, die solche Produkte verwenden, auch nicht mehr Zeit „haben“ als ich – im Gegenteil. Möglicherweise liegt das zumindest teilweise daran, dass viele von ihnen mehr arbeiten, mehr verdienen, mehr Unnötiges kaufen und mehr entsorgen als ich. So gesehen könnt man zur Einschätzung kommen, dass die “zeitsparenden“ Produkte eher einen Teil des Problems als einen Teil der Lösung darstellen. Ähnliches gilt im Übrigen natürlich für „selbstputzende“ Reinigungsmittel (mit entsprechend giftigen Inhaltsstoffen) oder wundersam verjüngende Kosmetik –und Pflegeprodukte.

Wenn uns die Zeit zum Einkaufen, zum Kochen, zum Putzen, zum älter Werden und vor allem die Zeit über all das in Ruhe nachzudenken, fehlt, müssen wir das irgendwie kompensieren. Und da werden wir dann nur allzu oft willige Opfer einer Industrie, die uns vorgaukelt, man könne dem Leben Zeit abringen, indem man ihre Produkte kauft.

Fertiges Essen, hochgiftige Haushaltschemikalien, Wasser in Plastikflaschen, Wegwerfwindeln, Kosmetik aus Erdöl,….all diese Dinge haben uns in den letzten Jahrzehnten suggeriert, wir könnten uns damit „Zeit sparen“ – doch hat seither irgendjemand tatsächlich mehr Zeit?

Um nicht falsch verstanden zu werden. Es ist nicht so, dass ich all diese Dinge prinzipiell in jeder Lebenslage ablehne. Ohne Waschmaschine würde ich persönlich zum Beispiel sicher verzweifeln, doch dass uns technische oder elektronische Geräte, Autos oder in Plastik verschweißte Fertigprodukte tatsächlich Zeit schenken, ist eine Illusion, der wir uns nicht länger hingeben sollten.

Unser Umgang mit all diesen mehr oder weniger zukunftstauglichen Errungenschaften, ist nämlich leider im Großen und Ganzen nicht darauf ausgelegt, uns mehr „freie“ Zeit zu schaffen. Die Zeit, die wir durch diese Dinge (theoretisch!) gewinnen, wird innerhalb des bestehenden Systems logischerweise hauptsächlich in mehr Aktivität für mehr Geld für noch mehr von diesen „zeitsparenden“ oder zeitfüllenden Dingen, investiert. Wir sollen ja dann schließlich auch wieder das neueste Handy, den noch sparsameren Geschirrspüler, den noch flacheren Bildschirm kaufen. Und das Geld für all diese Dinge kostet uns wiederum Zeit….und so könnte das theoretisch endlos weitergehen, wäre die Welt nicht ein begrenzter Raum und der Mensch nicht ein endliches Wesen.

So gesehen hat die Reduktion von Unnötigem (und das ist der Verzicht auf Plastik in sehr vielen Bereichen) sehr viel mit Entschleunigung zu tun. Und Entschleunigung wiederum sehr viel damit, dass man überhaupt wieder wahrnehmen kann, was man zum Leben wirklich braucht.

Dennoch werde ich die Zeit auch teilweise im Sinne der Plastikvermeidung nutzen. Ich arbeite nämlich gerade daran, Euch und allen zukünftigen Plastikvermeidern, das Finden von alternativen Produkten und Verhaltensweisen zu erleichtern, wobei mir freundlicherweise ein Computer affiner Leser dieses Blogs behilflich ist. Ich hoffe sehr, dass ich Euch nach der Sommerpause schon Neues darüber berichten kann und wünsche Euch inzwischen einen schönen, plastikarmen und entschleunigten Sommer.

Und in diesem Sinne wünsche ich auch dem Verein „Mach langsam“  (www.mach-langsam.at), der mich eingeladen hat, Ehrenmitglied zu werden  viel Erfolg, viel Ruhe und Gelassenheit und viel Zeit für die Verfolgung seiner Vereinsziele und hoffe,  dass das eine oder andere Mitglied auch einmal auf meinem Blog www.keinheimfuerplastik.at vorbeischaut!

27May/144

„Einfach tun“ (Teil1) – Florian Hubmann:

Wie angekündigt möchte ich Euch in Zukunft immer wieder Menschen/ Vereine usw. vorstellen, die nicht mehr nur über einen Systemwandel reden, sondern auch bereits begonnen haben, konkrete Schritte zu setzen. Menschen, die die Veränderung also schon begonnen haben und nicht darauf warten, bis andere damit anfangen.

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Florian Hubmann ist Kaufmann in Stainz. Vor zirka 1einhalb Jahren hat er das große Kaufhaus mit vielen verschiedenen Abteilungen (von Lebensmitteln über Kinderspielzeug, Kleidung und Drogeriewaren) von seinen Eltern übernommen und ist seither laufend dabei, sein Sortiment auf regionale und biologische Produkte zu erweitern bzw. umzustellen. Wobei der Grad der Umstellung naturgemäß auch davon abhängig ist, wie gut die neuen Produkte von den KundInnen angenommen werden.

Ich habe Florian bei einer großen Veranstaltung in Bärnbach kennen gelernt, wo ich über unser Experiment berichten durfte. Er hat mir erzählt, dass er nun auch begonnen hat, wenig bzw. plastikfrei verpackte Produkte in sein Sortiment aufzunehmen und bat mich, ihn dahingehend zu beraten.

Als ich einige Wochen später gemeinsam mit meiner Freundin das Sortiment seines Kaufhauses sichten durfte, staunte ich nicht schlecht, wie viele der „Alternativprodukte“, dich ich in meinem Buch erwähnt hatte, bereits dort vorhanden waren. Besonders schön war für mich daran, dass er sich offenbar tatsächlich mit allen Alternativen ernsthaft auseinander gesetzt hatte und ich keine Sekunde das Gefühl hatte, es ginge nur um ein „grünes Mäntelchen“.

Den einen oder anderen Tipp konnte ich noch anbringen, aber im Grunde geht es nun nur mehr darum, auch die Kundinnen und Kunden von besseren Alternativen zu begeistern (damit früher oder später vielleicht gewisse Dinge auch ganz aus den Regalen verschwinden können…).

Um auch dahingehend einen Schritt zu setzen, wird es nächsten Montag, 2.Juni ab 19 Uhr in der Hofer Mühle in Stainz eine großer Veranstaltung zu diesem Thema geben, bei der ich über unser Experiment berichten und gemeinsam mit Florian, Fragen der ZuhörerInnen beantworten bzw. Anregungen geben und mit dem Publikum diskutieren werde.

Ich hoffe, viele von Euch, dort zu treffen.

Denjenigen, die schon genug von der „Plastikfreien Zone“ gehört haben, kann ich trotzdem wärmstens empfehlen zu kommen: Es lohnt sich einfach, Florian Hubmann kennen zu lernen, einen Menschen, der aus Überzeugung und mit ganzem Herzen begonnen hat, seinen Betrieb nach Kriterien zu gestalten, die Zukunft haben!

26May/143

Die EU muss Grüner werden (Was die EU könnte, wenn wir wollten,… Tei 2)

Nach der gestrigen EU Wahl noch ein paar Gedanken von mir:

Die EU könnte ein Vorbild werden, wenn es darum geht (sozialen) Frieden, Ökologie und Ökonomie als untrennbare und voneinander abhängige Basis des menschlichen (Zusammen)Lebens zu etablieren.

Die EU könnte entscheidend für den Beginn eines Systemwandels sein, der uns (ErdenbürgerInnen) und unseren Kindern eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft ermöglicht.

Die EU muss Grüner werden, heißt für mich:

Die EU muss stärker von Menschen getragen und beeinflusst werden, die erkannt haben, dass unser Leben und unsere Lebensqualität auf allen Ebenen abhängig von der Intaktheit unserer Lebensräume und dem Funktionieren unserer sozialen Beziehungen ist. Und dass auch diese beiden Faktoren wiederum äußerst eng miteinander korrespondieren.

Wahlen sind eine Möglichkeit, mit zu entscheiden, welchen Menschen man  am ehesten zutraut, diese Erkenntnisse auch in politisches Handeln umzusetzen. Mindestens ebenso wichtig ist es für mich allerdings, sich selbst das Mitwirken an einer Veränderung zuzutrauen: jeden Tag, bei jeder Entscheidung und in jedem Umfeld

Manche reden in diesem Zusammenhang von „Gutmenschen“, ich eher von „Schlau-Menschen“: Menschen, die sich nicht mehr mit Reden begnügen, sondern die einfach schon angefangen haben, die Veränderung zu leben. Sie alle - wir alle - tragen dazu bei, dass es nicht beim "Könnte" bleibt!

Bei meinen Lesungen und Vorträgen lerne ich laufend solche Menschen kennen (werde Euch in nächster Zeit auch wieder einige vorstellen). Das gibt Hoffnung und diese Hoffnung möchte ich auch weiterhin hier mit Euch teilen.

11May/1413

Was die EU könnte – wenn wir wollten… (Teil1)

Wiedermal mit dem Zug Richtung Amsterdam....

Nachdem Peter und ich vor ein paar Jahren alleine in Amsterdam waren, sind wir in den Osterferien diesmal gemeinsam mit den Kindern dorthin aufgebrochen. Auf der Hinfahrt war eine Zwischenstation mit 3 Tagen Aufenthalt bei Freunden in Aachen eingeplant. Dorthin fuhren wir tagsüber und für die Zugfahrt, mussten wir 2 Mahlzeiten einplanen.

Da unsere Kinder nicht gerade kleine Esser sind, war die Lebensmittelmenge, die wir mit auf den Weg nahmen beträchtlich. Und weil Getränke im Zug (bis auf Bier und Wein seltsamerweise!!) fast ausschließlich in Plastikflaschen oder Dosen erhältlich sind, mussten wir auch unseren Wasserbedarf für einen Tag mit ins Gepäck nehmen.

Peter staunte nicht schlecht, als wir schließlich zu unserem ansonsten recht sparsamen Gepäck (jeder hatte nur einen relativ kleinen Rucksack) noch 3 große Stoffsackerln mit Essen und Getränken in den Zug schleppten: Wasser bzw. Tee in Edelstahl- und Glasflaschen, Brot in Stoffbeuteln, Käse, Butter, Aufstriche und ein wenig aufgeschnittenes Gemüse in Edelstahldosen und Dank einer großen Edelstahldose mit Dichtungsring, hatten wir sogar die restlichen Spaghetti mit Tomatensauce vom Vortag dabei.

..und auch diesmal fast ohne Müll

Klingt für manche vielleicht ein wenig aufwendig, hatte für uns aber zwei entscheidende Vorteile: Erstens ersparten wir uns im doppelten Wortsinn die Fertiggerichte im Zugspeisewaagen und zweitens fiel auf der gesamten Reise bis auf 2 Papiersackerl kein Müll an. Eine kleine Ausnahme gab es lediglich als, die Kinder, während Peter und ich im Zugrestaurant (schon in der „Deutschen Bahn“) einen Kaffe tranken, Limonade bestellten: Diese kam natürlich in der Plastikflasche, allerdings fiel uns allen sofort auf, dass diese „dicker“ als die bei uns üblichen war. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich um eine Pfandflasche handelte. In Österreich ist die Einführung von Pfand auf Plastikflaschen hingegen noch immer kein Thema !!

Aber was hat das mit der EU zu tun?DSCN2409

Angesichts der nahenden Europaparlamentswahlen drängte sich mir in diesem Zusammenhang eine Frage auf: Nachdem es der EU gelungen ist, „krumme“ Gurken und Glühbirnen zu verbieten und sogar über ein Verbot nachfüllbarer Glasflaschen für Olivenöl ernsthaft nachgedacht wurde, warum werden sinnvolle Maßnahmen wie ein flächendeckender Pfand auf Plastikflaschen nicht einmal ernsthaft diskutiert, geschweige denn umgesetzt?

Ob es wohl damit zusammenhängt, dass es durch die Einführung eines Flaschenpfandes kaum einen kurzfristigen finanziellen Nutzen zu lukrieren gäbe? Der Nutzen für die Allgemeinheit wäre zwar groß (weniger Müll, weniger Umweltverschmutzung, weniger Ressourcenverbrauch, bessere Recyclingmöglichkeiten,….) doch die Erzeuger von Kunststoffen würden bei einem funktionierenden Pfandsystem wohl ein bisschen weniger verdienen.

Solche Vorstellungen rufen in gewissen Kreisen aller reflexartige Panikzustände hervor: Gewinneinbußen, Arbeitsplatzabbau, Regression,…das sind unter anderem die Horrorszenarien, die unser „Misswirtschaftssystem“ aufrechterhalten. Wir müssen bis zum Umfallen konsumieren, verschwenden und wegwerfen, damit „die Wirtschaft“ etwas zu tun hat. Wirtschaft als Selbstzweck – koste es, was es wolle!

Für mich ist es immer wieder völlig rätselhaft, dass die große Mehrzahl der politischen und wirtschaftlichen Eliten quer durch Europa (und eigentlich wohl weltweit) dieses von Grund auf kranke System nach wie vor weiter vertritt und so tut, als gäbe es keine Alternativen.

Am schlimmsten daran ist allerdings, dass die Profiteure einer angeblich so „freien Marktwirtschaft“ dann auch noch bei jeder Gelegenheit auf teils sehr subtile Art und Weise subventioniert und von jeglicher Verantwortung für den gesellschaftlichen und ökologischen (und damit natürlich auch finanziellen) Schaden den sie anrichten befreit werden. Man denke nur an das zurzeit ebenfalls viel diskutierte Freihandelsabkommen (TTIP).

Kostenwahrheit ist nach wie vor kein Thema für unseren „freien Markt“ – ansonsten könnte man mit der Produktion von Wegwerfplastikflaschen wohl schon längst kein Geld mehr verdienen. „Frei“ steht in diesem Zusammenhang wohl hauptsächlich für: frei von Verantwortung!

Und damit wären wir wieder bei meinem Ansatz:

Es darf sich einfach nicht mehr lohnen auf Kosten der Allgemeinheit Schaden anzurichten. Die „Wirtschaft“, die „Politik“, alle, die an den Hebeln der Macht sitzen, müssen wieder lernen, im Dienste des Gemeinwohls zu agieren und nicht für die kurzfristige, Gewinnmaximierung von ganz wenigen. Wir alle können ihnen dabei helfen, indem wir in erster Linie einmal sinnvolles (bedürfnisorientiertes, nachhaltiges, gesundes) Wirtschaften von „Misswirtschaft“ („bedürfniserzeugender“, ausbeuterischer, kurzsichtiger, nicht zukunftstauglicher, verschwenderischer) unterscheiden und uns dann ganz bewusst entscheiden! Was Kaufentscheidungen anbelangt, bedeutet das oft schlicht und einfach: NICHT Kaufen!!

Und letztendlich gibt es zum Glück (wenn auch von vielen mit Verdrossenheit betrachtet) bei uns immer noch die Möglichkeit, politisch mit zu entscheiden.

Ich halte beides für wichtig: den Beginn einer „Revolution von unten“ und die Stärkung politischer Kräfte, die sich am ehesten für einen Systemwandel und die Begrenzung der bestehenden Geld - Machtstrukturen einsetzt.

Nicht zuletzt deshalb kandidiere ich auch bei der EU Wahl am 25.5. wieder für die Grünen (Platz 26 auf der Grünen Liste!!) - und freue mich natürlich über jede Vorzugsstimme!

9Apr/1414

Einkaufsparadies für Verpackungsmuffel

Mehrere von Euch haben mich in letzter Zeit schon auf die neue Wiener „Maßgreißlerei“ Lunzers hingewiesen (Ähnliches gibt es meines Wissens ausgehend von London schon in mehreren Großstädten in Europa).

Was in herkömmlichen Supermärkten normalerweise unmöglich ist, ist hier ganz normal:

Einkaufen von „offenen“ Lebensmittel nach Maß und Ziel, mit mitgebrachten Behältern oder vor Ort verfügbaren wieder verwendbaren Verpackungen.

Man kauft also tatsächlich nur das, was man wirklich braucht (also die Lebensmittel) und erzeugt normalerweise überhaupt keinen Müll.

Ich kann nur hoffen, dass das Beispiel Schule macht.

Nach meiner letzten großen Veranstaltung zum Thema „Plastikfreie Zone“ habe ich diesbezüglich aber wieder einen großen Hoffnungsschub bekommen.

Dort hat mich ein Kaufmann aus der Umgebung direkt auf das Thema angesprochen und möchte in weiterer Folge gerne sein Sortiment mit meiner Unterstützung erweitern bzw. verändern. Über die weiteren Fortschritte in dieser Sache werde ich an dieser Stelle natürlich berichten.

Inzwischen habe ich aber noch eine Bitte an Euch:

Schreibt mir, wenn Ihr in Eurem Umfeld ähnliche Geschäftsideen oder zumindest Initiativen in diese Richtung beobachtet. Ich möchte gerne auch auf diesem Blog Menschen aus der Wirtschaft unterstützen, die keine  "Misswirtschaft" mehr betreiben, sondern einen zukunftstauglichen, nachhaltigen Weg beschreiten wollen.

Untenstehend findet ihr noch die Links zu Lunzers Wien!

http://mass-greisslerei.at/

http://www.w24.at/Wiener-Greisslerei-verzichtet-auf-Verpackungen/797405