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20Sep/145

Plastikfreier WC – Reiniger

Liebe Leute, nach einer langen und erholsamen Urlaubspause, hat mich der österreichische Vorwinter gleich mal ein paar Tage ans Bett gefesselt.

Nun bin ich aber mit neuem Elan wieder da und werde mich in nächster Zeit auch bemühen Eure Kommentare und Fragen der letzten Zeit zu beantworten.

Ansonsten werd ich mich in näherer Zukunft hier eher mit kurzen Statements zu Wort melden, da ich jetzt intensiver an der neuen Version der "Plastikfreien Einkaufstipps" arbeiten werde. (aus der dann hoffentlich irgendwann ein App entsteht...)

Heute möchte ich an dieser Stelle nochmal eine Frage beantworten, die immer wieder an mich herangetragen wird: Wie putzt man - vor allem heikle Bereiche wie Bad und WC - plastikfrei und -was mir immer wichtiger wird - mit möglichst wenig schädlicher Chemie.

Die einfache Antwort: Zitronensäure, am besten in Pulverform aus Reformhaus, Apotheke (eigene Behälter mitbringen!!!) oder in manchen Drogeriemärkten im Karton erhältlich.

Fürs WC: etwas Zitronensäure hineinstreuen, mit der WC-Bürste ordentlich verteilen, ca 10 min einwirken lassen, am besten mit heißem Wasser und WC-Bürste nachschrubben, spülen und fertig!

Dauert vielleicht insgesamt 3 bis 5 Minuten länger als mit einem klassisch-giftigen WC- Reiniger, ist dafür aber gesünder, billiger und umweltschonender - und im Ergebnis absolut gleichwertig!

5Aug/141

Was hat Entschleunigung mit Plastik zu tun?

Abgesehen davon, dass Entschleunigung ein guter Grund für mich war, in den letzten Wochen meine Aktivitäten auf diesem Blog wiedermal relativ sparsam zu halten, auf den 1. Blick nicht viel. Doch schon auf den 2. Blick erkennt man so was wie einen umgekehrt - proportionalen Zusammenhang.

Denn unser enormer Plastikverbrauch (vor allem bei Verpackungen von Lebensmitteln und Verbrauchsgütern) hängt wohl nicht unwesentlich damit

Klingt vielleicht ein wenig provokant, doch angesichts der Tatsache, dass die Frage nach dem „zeitlichen Mehraufwand“ unserer plastikreduzierten Lebensweise (gemeinsam mit dem „finanziellen Mehraufwand“) zu den häufigsten bei meinen Vorträgen und Lesungen gehört, erscheint mir diese sanfte Provokation durchaus berechtigt:

Denn gerade wenn es um eines der essentiellsten Themen des menschlichen Lebens – nämlich unsere Ernährung – geht, scheint bei vielen Menschen die Zeit besonders knapp zu sein. Immer wieder wurde ich in den letzten Jahren gefragt: „Kochen Sie (noch) selber?“ Anfangs wusste ich tatsächlich nicht, wie diese Frage gemeint sein könnte. Vermutete da jemand, wir hätten eine Köchin?

Hilft Plastik beim "Zeit Sparen"??

Tatsächlich ging es allerdings um ein ganz anderes Phänomen: Fertigprodukte und Halbfertigprodukte (Convenience Food, arbeitserleichternde Essenszutaten oder Fertiggerichte), die heutzutage in vielen Haushalten die ursprünglichen Zutaten ersetzen und angeblich helfen, „Zeit zu sparen“.

Komischerweise habe ich das Gefühl, dass die meisten Menschen, die solche Produkte verwenden, auch nicht mehr Zeit „haben“ als ich – im Gegenteil. Möglicherweise liegt das zumindest teilweise daran, dass viele von ihnen mehr arbeiten, mehr verdienen, mehr Unnötiges kaufen und mehr entsorgen als ich. So gesehen könnt man zur Einschätzung kommen, dass die “zeitsparenden“ Produkte eher einen Teil des Problems als einen Teil der Lösung darstellen. Ähnliches gilt im Übrigen natürlich für „selbstputzende“ Reinigungsmittel (mit entsprechend giftigen Inhaltsstoffen) oder wundersam verjüngende Kosmetik –und Pflegeprodukte.

Wenn uns die Zeit zum Einkaufen, zum Kochen, zum Putzen, zum älter Werden und vor allem die Zeit über all das in Ruhe nachzudenken, fehlt, müssen wir das irgendwie kompensieren. Und da werden wir dann nur allzu oft willige Opfer einer Industrie, die uns vorgaukelt, man könne dem Leben Zeit abringen, indem man ihre Produkte kauft.

Fertiges Essen, hochgiftige Haushaltschemikalien, Wasser in Plastikflaschen, Wegwerfwindeln, Kosmetik aus Erdöl,….all diese Dinge haben uns in den letzten Jahrzehnten suggeriert, wir könnten uns damit „Zeit sparen“ – doch hat seither irgendjemand tatsächlich mehr Zeit?

Um nicht falsch verstanden zu werden. Es ist nicht so, dass ich all diese Dinge prinzipiell in jeder Lebenslage ablehne. Ohne Waschmaschine würde ich persönlich zum Beispiel sicher verzweifeln, doch dass uns technische oder elektronische Geräte, Autos oder in Plastik verschweißte Fertigprodukte tatsächlich Zeit schenken, ist eine Illusion, der wir uns nicht länger hingeben sollten.

Unser Umgang mit all diesen mehr oder weniger zukunftstauglichen Errungenschaften, ist nämlich leider im Großen und Ganzen nicht darauf ausgelegt, uns mehr „freie“ Zeit zu schaffen. Die Zeit, die wir durch diese Dinge (theoretisch!) gewinnen, wird innerhalb des bestehenden Systems logischerweise hauptsächlich in mehr Aktivität für mehr Geld für noch mehr von diesen „zeitsparenden“ oder zeitfüllenden Dingen, investiert. Wir sollen ja dann schließlich auch wieder das neueste Handy, den noch sparsameren Geschirrspüler, den noch flacheren Bildschirm kaufen. Und das Geld für all diese Dinge kostet uns wiederum Zeit….und so könnte das theoretisch endlos weitergehen, wäre die Welt nicht ein begrenzter Raum und der Mensch nicht ein endliches Wesen.

So gesehen hat die Reduktion von Unnötigem (und das ist der Verzicht auf Plastik in sehr vielen Bereichen) sehr viel mit Entschleunigung zu tun. Und Entschleunigung wiederum sehr viel damit, dass man überhaupt wieder wahrnehmen kann, was man zum Leben wirklich braucht.

Dennoch werde ich die Zeit auch teilweise im Sinne der Plastikvermeidung nutzen. Ich arbeite nämlich gerade daran, Euch und allen zukünftigen Plastikvermeidern, das Finden von alternativen Produkten und Verhaltensweisen zu erleichtern, wobei mir freundlicherweise ein Computer affiner Leser dieses Blogs behilflich ist. Ich hoffe sehr, dass ich Euch nach der Sommerpause schon Neues darüber berichten kann und wünsche Euch inzwischen einen schönen, plastikarmen und entschleunigten Sommer.

Und in diesem Sinne wünsche ich auch dem Verein „Mach langsam“  (www.mach-langsam.at), der mich eingeladen hat, Ehrenmitglied zu werden  viel Erfolg, viel Ruhe und Gelassenheit und viel Zeit für die Verfolgung seiner Vereinsziele und hoffe,  dass das eine oder andere Mitglied auch einmal auf meinem Blog www.keinheimfuerplastik.at vorbeischaut!

27May/144

„Einfach tun“ (Teil1) – Florian Hubmann:

Wie angekündigt möchte ich Euch in Zukunft immer wieder Menschen/ Vereine usw. vorstellen, die nicht mehr nur über einen Systemwandel reden, sondern auch bereits begonnen haben, konkrete Schritte zu setzen. Menschen, die die Veränderung also schon begonnen haben und nicht darauf warten, bis andere damit anfangen.

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Florian Hubmann ist Kaufmann in Stainz. Vor zirka 1einhalb Jahren hat er das große Kaufhaus mit vielen verschiedenen Abteilungen (von Lebensmitteln über Kinderspielzeug, Kleidung und Drogeriewaren) von seinen Eltern übernommen und ist seither laufend dabei, sein Sortiment auf regionale und biologische Produkte zu erweitern bzw. umzustellen. Wobei der Grad der Umstellung naturgemäß auch davon abhängig ist, wie gut die neuen Produkte von den KundInnen angenommen werden.

Ich habe Florian bei einer großen Veranstaltung in Bärnbach kennen gelernt, wo ich über unser Experiment berichten durfte. Er hat mir erzählt, dass er nun auch begonnen hat, wenig bzw. plastikfrei verpackte Produkte in sein Sortiment aufzunehmen und bat mich, ihn dahingehend zu beraten.

Als ich einige Wochen später gemeinsam mit meiner Freundin das Sortiment seines Kaufhauses sichten durfte, staunte ich nicht schlecht, wie viele der „Alternativprodukte“, dich ich in meinem Buch erwähnt hatte, bereits dort vorhanden waren. Besonders schön war für mich daran, dass er sich offenbar tatsächlich mit allen Alternativen ernsthaft auseinander gesetzt hatte und ich keine Sekunde das Gefühl hatte, es ginge nur um ein „grünes Mäntelchen“.

Den einen oder anderen Tipp konnte ich noch anbringen, aber im Grunde geht es nun nur mehr darum, auch die Kundinnen und Kunden von besseren Alternativen zu begeistern (damit früher oder später vielleicht gewisse Dinge auch ganz aus den Regalen verschwinden können…).

Um auch dahingehend einen Schritt zu setzen, wird es nächsten Montag, 2.Juni ab 19 Uhr in der Hofer Mühle in Stainz eine großer Veranstaltung zu diesem Thema geben, bei der ich über unser Experiment berichten und gemeinsam mit Florian, Fragen der ZuhörerInnen beantworten bzw. Anregungen geben und mit dem Publikum diskutieren werde.

Ich hoffe, viele von Euch, dort zu treffen.

Denjenigen, die schon genug von der „Plastikfreien Zone“ gehört haben, kann ich trotzdem wärmstens empfehlen zu kommen: Es lohnt sich einfach, Florian Hubmann kennen zu lernen, einen Menschen, der aus Überzeugung und mit ganzem Herzen begonnen hat, seinen Betrieb nach Kriterien zu gestalten, die Zukunft haben!

26May/143

Die EU muss Grüner werden (Was die EU könnte, wenn wir wollten,… Tei 2)

Nach der gestrigen EU Wahl noch ein paar Gedanken von mir:

Die EU könnte ein Vorbild werden, wenn es darum geht (sozialen) Frieden, Ökologie und Ökonomie als untrennbare und voneinander abhängige Basis des menschlichen (Zusammen)Lebens zu etablieren.

Die EU könnte entscheidend für den Beginn eines Systemwandels sein, der uns (ErdenbürgerInnen) und unseren Kindern eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft ermöglicht.

Die EU muss Grüner werden, heißt für mich:

Die EU muss stärker von Menschen getragen und beeinflusst werden, die erkannt haben, dass unser Leben und unsere Lebensqualität auf allen Ebenen abhängig von der Intaktheit unserer Lebensräume und dem Funktionieren unserer sozialen Beziehungen ist. Und dass auch diese beiden Faktoren wiederum äußerst eng miteinander korrespondieren.

Wahlen sind eine Möglichkeit, mit zu entscheiden, welchen Menschen man  am ehesten zutraut, diese Erkenntnisse auch in politisches Handeln umzusetzen. Mindestens ebenso wichtig ist es für mich allerdings, sich selbst das Mitwirken an einer Veränderung zuzutrauen: jeden Tag, bei jeder Entscheidung und in jedem Umfeld

Manche reden in diesem Zusammenhang von „Gutmenschen“, ich eher von „Schlau-Menschen“: Menschen, die sich nicht mehr mit Reden begnügen, sondern die einfach schon angefangen haben, die Veränderung zu leben. Sie alle - wir alle - tragen dazu bei, dass es nicht beim "Könnte" bleibt!

Bei meinen Lesungen und Vorträgen lerne ich laufend solche Menschen kennen (werde Euch in nächster Zeit auch wieder einige vorstellen). Das gibt Hoffnung und diese Hoffnung möchte ich auch weiterhin hier mit Euch teilen.

11May/1410

Was die EU könnte – wenn wir wollten… (Teil1)

Wiedermal mit dem Zug Richtung Amsterdam....

Nachdem Peter und ich vor ein paar Jahren alleine in Amsterdam waren, sind wir in den Osterferien diesmal gemeinsam mit den Kindern dorthin aufgebrochen. Auf der Hinfahrt war eine Zwischenstation mit 3 Tagen Aufenthalt bei Freunden in Aachen eingeplant. Dorthin fuhren wir tagsüber und für die Zugfahrt, mussten wir 2 Mahlzeiten einplanen.

Da unsere Kinder nicht gerade kleine Esser sind, war die Lebensmittelmenge, die wir mit auf den Weg nahmen beträchtlich. Und weil Getränke im Zug (bis auf Bier und Wein seltsamerweise!!) fast ausschließlich in Plastikflaschen oder Dosen erhältlich sind, mussten wir auch unseren Wasserbedarf für einen Tag mit ins Gepäck nehmen.

Peter staunte nicht schlecht, als wir schließlich zu unserem ansonsten recht sparsamen Gepäck (jeder hatte nur einen relativ kleinen Rucksack) noch 3 große Stoffsackerln mit Essen und Getränken in den Zug schleppten: Wasser bzw. Tee in Edelstahl- und Glasflaschen, Brot in Stoffbeuteln, Käse, Butter, Aufstriche und ein wenig aufgeschnittenes Gemüse in Edelstahldosen und Dank einer großen Edelstahldose mit Dichtungsring, hatten wir sogar die restlichen Spaghetti mit Tomatensauce vom Vortag dabei.

..und auch diesmal fast ohne Müll

Klingt für manche vielleicht ein wenig aufwendig, hatte für uns aber zwei entscheidende Vorteile: Erstens ersparten wir uns im doppelten Wortsinn die Fertiggerichte im Zugspeisewaagen und zweitens fiel auf der gesamten Reise bis auf 2 Papiersackerl kein Müll an. Eine kleine Ausnahme gab es lediglich als, die Kinder, während Peter und ich im Zugrestaurant (schon in der „Deutschen Bahn“) einen Kaffe tranken, Limonade bestellten: Diese kam natürlich in der Plastikflasche, allerdings fiel uns allen sofort auf, dass diese „dicker“ als die bei uns üblichen war. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich um eine Pfandflasche handelte. In Österreich ist die Einführung von Pfand auf Plastikflaschen hingegen noch immer kein Thema !!

Aber was hat das mit der EU zu tun?DSCN2409

Angesichts der nahenden Europaparlamentswahlen drängte sich mir in diesem Zusammenhang eine Frage auf: Nachdem es der EU gelungen ist, „krumme“ Gurken und Glühbirnen zu verbieten und sogar über ein Verbot nachfüllbarer Glasflaschen für Olivenöl ernsthaft nachgedacht wurde, warum werden sinnvolle Maßnahmen wie ein flächendeckender Pfand auf Plastikflaschen nicht einmal ernsthaft diskutiert, geschweige denn umgesetzt?

Ob es wohl damit zusammenhängt, dass es durch die Einführung eines Flaschenpfandes kaum einen kurzfristigen finanziellen Nutzen zu lukrieren gäbe? Der Nutzen für die Allgemeinheit wäre zwar groß (weniger Müll, weniger Umweltverschmutzung, weniger Ressourcenverbrauch, bessere Recyclingmöglichkeiten,….) doch die Erzeuger von Kunststoffen würden bei einem funktionierenden Pfandsystem wohl ein bisschen weniger verdienen.

Solche Vorstellungen rufen in gewissen Kreisen aller reflexartige Panikzustände hervor: Gewinneinbußen, Arbeitsplatzabbau, Regression,…das sind unter anderem die Horrorszenarien, die unser „Misswirtschaftssystem“ aufrechterhalten. Wir müssen bis zum Umfallen konsumieren, verschwenden und wegwerfen, damit „die Wirtschaft“ etwas zu tun hat. Wirtschaft als Selbstzweck – koste es, was es wolle!

Für mich ist es immer wieder völlig rätselhaft, dass die große Mehrzahl der politischen und wirtschaftlichen Eliten quer durch Europa (und eigentlich wohl weltweit) dieses von Grund auf kranke System nach wie vor weiter vertritt und so tut, als gäbe es keine Alternativen.

Am schlimmsten daran ist allerdings, dass die Profiteure einer angeblich so „freien Marktwirtschaft“ dann auch noch bei jeder Gelegenheit auf teils sehr subtile Art und Weise subventioniert und von jeglicher Verantwortung für den gesellschaftlichen und ökologischen (und damit natürlich auch finanziellen) Schaden den sie anrichten befreit werden. Man denke nur an das zurzeit ebenfalls viel diskutierte Freihandelsabkommen (TTIP).

Kostenwahrheit ist nach wie vor kein Thema für unseren „freien Markt“ – ansonsten könnte man mit der Produktion von Wegwerfplastikflaschen wohl schon längst kein Geld mehr verdienen. „Frei“ steht in diesem Zusammenhang wohl hauptsächlich für: frei von Verantwortung!

Und damit wären wir wieder bei meinem Ansatz:

Es darf sich einfach nicht mehr lohnen auf Kosten der Allgemeinheit Schaden anzurichten. Die „Wirtschaft“, die „Politik“, alle, die an den Hebeln der Macht sitzen, müssen wieder lernen, im Dienste des Gemeinwohls zu agieren und nicht für die kurzfristige, Gewinnmaximierung von ganz wenigen. Wir alle können ihnen dabei helfen, indem wir in erster Linie einmal sinnvolles (bedürfnisorientiertes, nachhaltiges, gesundes) Wirtschaften von „Misswirtschaft“ („bedürfniserzeugender“, ausbeuterischer, kurzsichtiger, nicht zukunftstauglicher, verschwenderischer) unterscheiden und uns dann ganz bewusst entscheiden! Was Kaufentscheidungen anbelangt, bedeutet das oft schlicht und einfach: NICHT Kaufen!!

Und letztendlich gibt es zum Glück (wenn auch von vielen mit Verdrossenheit betrachtet) bei uns immer noch die Möglichkeit, politisch mit zu entscheiden.

Ich halte beides für wichtig: den Beginn einer „Revolution von unten“ und die Stärkung politischer Kräfte, die sich am ehesten für einen Systemwandel und die Begrenzung der bestehenden Geld - Machtstrukturen einsetzt.

Nicht zuletzt deshalb kandidiere ich auch bei der EU Wahl am 25.5. wieder für die Grünen (Platz 26 auf der Grünen Liste!!) - und freue mich natürlich über jede Vorzugsstimme!

9Apr/1414

Einkaufsparadies für Verpackungsmuffel

Mehrere von Euch haben mich in letzter Zeit schon auf die neue Wiener „Maßgreißlerei“ Lunzers hingewiesen (Ähnliches gibt es meines Wissens ausgehend von London schon in mehreren Großstädten in Europa).

Was in herkömmlichen Supermärkten normalerweise unmöglich ist, ist hier ganz normal:

Einkaufen von „offenen“ Lebensmittel nach Maß und Ziel, mit mitgebrachten Behältern oder vor Ort verfügbaren wieder verwendbaren Verpackungen.

Man kauft also tatsächlich nur das, was man wirklich braucht (also die Lebensmittel) und erzeugt normalerweise überhaupt keinen Müll.

Ich kann nur hoffen, dass das Beispiel Schule macht.

Nach meiner letzten großen Veranstaltung zum Thema „Plastikfreie Zone“ habe ich diesbezüglich aber wieder einen großen Hoffnungsschub bekommen.

Dort hat mich ein Kaufmann aus der Umgebung direkt auf das Thema angesprochen und möchte in weiterer Folge gerne sein Sortiment mit meiner Unterstützung erweitern bzw. verändern. Über die weiteren Fortschritte in dieser Sache werde ich an dieser Stelle natürlich berichten.

Inzwischen habe ich aber noch eine Bitte an Euch:

Schreibt mir, wenn Ihr in Eurem Umfeld ähnliche Geschäftsideen oder zumindest Initiativen in diese Richtung beobachtet. Ich möchte gerne auch auf diesem Blog Menschen aus der Wirtschaft unterstützen, die keine  "Misswirtschaft" mehr betreiben, sondern einen zukunftstauglichen, nachhaltigen Weg beschreiten wollen.

Untenstehend findet ihr noch die Links zu Lunzers Wien!

http://mass-greisslerei.at/

http://www.w24.at/Wiener-Greisslerei-verzichtet-auf-Verpackungen/797405

17Feb/143

Webshop einmal anders!

Eine treue Leserin dieses Blogs, die ich vor einiger Zeit bei meiner Lesung im Stift Zwettl persönlich kennengelernt habe, hat nun einen "alternativen" Webshop eröffnet.

Aus persönlichen Gesprächen mit ihr, weiß ich wie sorgfältig sie sich bemüht hat, dort wirklich nur Produkte anzubieten, die ihren hohen ökologischen und ethischen Ansprüchen genügen. Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohen Kompromisse - aber das entspricht ja auch meiner Philosphie!

Außerdem hat mir Karin, wie schon einige von Euch auch einen Link zu "Lunzers" geschickt (siehe unten!).

Auf das Geschäftskonzept, des "offen Verkaufens" werde ich in einem meiner nächsten Beiträge genauer eingehen.

Da ich mich demnächst auf den Weg zu unserem jährlichen Hüttenschiurlaub mache, werde ich Eure zahlreichen Fragen und Anregeungen erst wieder  Ende der Woche beantworten. Inzwischen viel  Spass beim Schmökern und Karin viel Erfolg mit dem neuen Shop!

LG Sandra

http://www.beechange.com/

http://www.beechange.com/content/11-presse

http://www.beechange.com/blog/green-lifestyle/biorama-leser-safari-lunzers-massgreisslerei

20Jan/1411

Plastikfrei und vegan? (2)

Im zweiten Teil dieser schwierigen Materie möchte ich mich mit der Problematik widmen, kunststofffreie und vegane Bekleidung unter einen Hut zu bringen.

Schon zu Beginn unseres Experiments hat mich das Thema Bekleidung stark beschäftigt, da konventionelle Kleidung ja heutzutage kaum mehr ohne Kunststoffanteile zu bekommen ist. Abgesehen davon sind die Schadstoffe (NPE, Weichmacher, krebserregende Amine, Azofarbstoffe, Schwermetalle und andere Schadstoffe), die hier – ob Marken -oder Billigware - bei Verarbeitung und Färbung zum Einsatz kommen, auch ganz unabhängig vom Material eine Katastrophe für Mensch und Natur.

Alternativen aus Naturmaterialien (in Bioqualität und entsprechender Verarbeitung, möglichst auch noch Fairtrade) gibt es zwar inzwischen schon in recht zufrieden stellender Auswahl, aber längst nicht für alle Zwecke (man denke nur an die so genannte „Funktionskleidung“) und – viele der Naturmaterialien sind nicht vegan! Pflanzliche Ausgangsmaterialien wie Baumwolle, Hanf, Flachs usw. stellen natürlich in vielen Bereichen eine Alternative dar. Aber auch hier gibt es durchaus kritische Aspekte. Nicht alles, was plastikfrei und vegan ist, kann man nämlich meiner Meinung nach wirklich guten Gewissens empfehlen. Der konventionelle Baumwollanbau mit seinem enorm hohen Wasser – und Pestizideinsatz und den entsprechend ausbeuterischen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen entspräche da wohl eher dem Motto „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“. Hanf und Flachs stellen so gesehen jedenfalls die bessere Alternative dar, aber das Angebot ist in diesem Bereich zumindest im Moment noch nicht überall ausreichend.

Besonders bei Schuhen würde mir eine konsequent vegane Lebensweise schwer fallen. Ich persönlich fühle mich in Kunststoffschuhen jeglicher Art einfach nicht besonders wohl. Schuhe aus Hanf oder Bauwolle sind auch eher nur eine Alternative für die warme Jahreszeit und meist nur in einem recht eingeschränkten Sortiment verfügbar. Es scheint also auf den ersten Blick relativ aussichtslos konsequent plastikfreie und vegane Bekleidung zu kaufen – umso mehr, wenn dann auch noch gewisse modische Ansprüche dazu kommen.

Aus den oben genannten Gründen hat mein persönliches Einkaufsverhalten in Sachen Mode in den letzten 4 Jahren jedenfalls eine dramatische Wendung genommen. Wie schon in meinem Buch beschrieben, war ich vormals in Bezug auf Kleidung eine klassische „Schnäppchenkäuferin“. Mittlerweile kaufe ich neue Kleidungsstücke oder Schuhe nur mehr höchst selten. Seit 2 Jahren trage ich zum Beispiel Marlenes Lederwinterstiefel mit Schafwollfutter von GEA auf, die zwar keineswegs vegan, aber dafür wenigstens in Österreich gefertigt, höchst stabil und reparaturfähig sind und meiner jetzigen Einschätzung nach sicher auch noch mindestens die nächsten 5 bis 10 Jahre halten werden. Aber auch jetzt (nach 4 Jahren) hat sich der durchaus beachtliche Anschaffungspreis von 220 € aus meiner Sicht schon mehr als rentiert. (GEA erzeugt teilweise übrigens auch vegane Schuhe, ich bin mir aber nicht sicher, ob es für den Winter etwas in annähernd ähnlicher Qualität in veganer Variante gibt.)

Bei einem Vortrag auf der Uni Graz (Umweltsystemwissenschaften) hab ich vor ungefähr 2 Jahren gehört, dass pro Jahr allein ca. 80 Milliarden Baumwoll T - Shirts produziert werden. Ein Blick in meinen Kleiderschrank hat mir klar gemacht, dass ich daran nicht unbeteiligt bin. Ich habe also beschlossen, auch diesen Wahnsinn nicht mehr weiter zu betreiben, was zugegebenermaßen einiges an Selbstdisziplin erfordert hat und noch immer erfordert (und auch nicht immer zu 100% funktioniert!).

Wenn ich mir neue Kleidung oder Schuhe kaufe, achte ich normalerweise darauf, dass zumindest ein Teil der folgenden Kriterien erfüllt wird:

- möglichst kein oder nur ganz geringer Kunststoffanteil (Knöpfe, Gummizüge usw.) und Gütesiegel wie GOTS oder Ökotex (http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/themen/kleidung/konsum/guetesiegel-textilien/)

- Baumwolle in Fairtrade und/oder Bioqualität (entsprechende Gütesiegel)

- Wolle und andere tierische Fasern in Bioqualität, wenn möglich aus Österreich oder zumindest aus der EU

- Lederschuhe in Bioqualität bzw. in entsprechender Verarbeitung, wenn möglich in Österreich oder zumindest in der EU produziert

In erster Linie versuche ich aber, mein Bedürfnis nach neuer Kleidung so weit wie möglich zu reduzieren. Mit einigen Freundinnen habe ich Kleidertausch - bzw. Leihaktionen vereinbart, wenn bei einer von uns die Lust nach etwas Neuem nicht mehr zu bändigen ist. Eine gute Quelle für solche Fälle sind für mich auch nach wie vor Second Hand Shops und Flohmärkte. Diesen Textilien haben auch noch dazu den Vorteil, dass die Schadstoffe meist schon ziemlich heraus gewaschen sind. Und nicht zuletzt habe ich in letzter Zeit auch „aus Altem Neues nähen“ zunehmend für mich entdeckt.

Wir Ihr seht, ist mein Zugang zu diesem Thema wieder mal recht pragmatisch und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion. Durch meine eigene Geschichte und aktuell vor allem dadurch, dass unsere beiden älteren Kinder mittlerweile 17 und fast 15 Jahre alt sind, ist mir auch klar, dass es Kriterien für Mode gibt, die man subjektiv für wichtiger hält, als alles, was ich bisher dazu geschrieben habe. Andererseits bin ich auch sehr stolz auf meine Kinder, weil sie diesbezüglich auch für ihr Alter sehr genügsam sind und den Weg, den ich vor einigen Jahren eingeschlagen habe, im Großen und Ganzen mitgehen (zum Beispiel tragen sie nach wie vor in erster Linie gebrauchte Kleidung aus dem Freundes - und Bekanntenkreis nach.) Und obwohl meine Geschichte heute schon ziemlich lang ist, möchte ich an dieser Stelle auch nicht unerwähnt lassen, dass ich bei diesem Thema natürlich ständig das glänzende Beispiel meines Mannes vor mir habe, der nicht nur seine T-Shirts trägt, bis sie ihm buchstäblich vom Leib fallen!

Ehrlich gesagt glaube ich, dass in Bezug auf Mode die oft strapazierte Binsenweisheit „Weniger ist mehr“ der wichtigste Grundsatz ist, wenn wir unsere eigene Gesundheit bewahren und an Menschen, Tieren und Natur möglichst wenig Schaden anrichten wollen.

Nicht nur denjenigen von Euch, die einen konsequent veganen Lebensstil verfolgen, rate ich aber auf jeden Fall dazu, Produktionsbedingungen, Herkunft und (man muss es leider so bezeichnen) „Inhaltsstoffe“ der Mode genau unter die Lupe zu nehmen. In manchen Fällen wird das vielleicht die Entscheidung erleichtern, NICHTS zu kaufen.

Da ich meine Geschichten aber immer gerne positiv abschließe, möchte ich heute ausnahmsweise auch noch ein paar (eher kleinere) Firmen aus meinem Umfeld nennen, die allesamt mehrere meiner Einkaufskriterien erfüllen. Dass ich gerade diese Firmen nenne, liegt schlicht und einfach daran, dass ich mit ihnen persönliche Erfahrungen bzw. ihre Produkte auch schon selber getestet habe und mir auch die gesamte „Firmenphilosophie“ entspricht.

www.garymash.com: selbst entworfene Fairtrade-/Bioshirts und vieles mehr

www.zerum.at: Fairtrade- und Biomode, „kleine“ Designermode

www.perviva.at : fair gehandelte Naturtextilien hauptsächlich aus Deutschland und Österreich

www.gea.at: Schuhe in Topqualität in erster Linie in Österreich gefertigt

www.hanf-im-glueck.at : Jeans, Jacken, T-Shirts aus Hanf

http://www.naturfaser-foelser.at: Jeans aus österreichischem Leinen und griechischer Biobaumwolle, man kann sich die Lieblingsjeans „nachschneidern“ lassen!!

Ich denke, dass Ihr in Euren Umfeldern auch viele ähnliche Firmen kennen werdet und sofern Ihr mir Infos oder Links dazu schickt, bin ich auch gerne bereit, diese zu sammeln und in diesem Blog zu veröffentlichen.

Und abschließend nochmal der Link zum Blog von Nunu Kaller, wo Ihr noch viel mehr über das (Nicht-) Kaufen von Kleidung erfahren könnt:

ichkaufnix.wordpress.com

15Jan/145

ARTE: Kommt nicht in die Tüte – Die Europäer und der Plastikmüll

ARTE widmet die Samstag Nachmittagssendung Yourope diesmal dem

Thema Plastikmüll:

18.1.14 ab 14 Uhr

Mit einem kleinen Beitrag aus unserem großen Erfahrungsschatz in Sachen Plastikmüllvermeidung!

http://www.arte.tv/guide/de/051397-001/yourope

Und für alle, die in der Näche von Gleisdorf wohnen, gibt´s am Freitag ab 19 Uhr die Möglichkeit die Ausstellungseröffnung "Flowerpower am Plastikplaneten" zu besuchen.

Mit einer Lesung/Diskussion zu meinem Buch "Plastikfreie Zone" und Vorstellung des erfolgreichen "Change bag" Projekts!

ab 19 Uhr im Museum im Rathaus!!!

28Dec/1310

Aufruf

Kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich Euch (zumindest denjenigen, die es noch nicht gemacht haben) noch sehr an´s Herz legen diese beiden Petitionen zu unterschreiben:

1.) Gerade die EU-Kritischen unter Euch sollten das Instrument der europäischen Bürgerinitiative unbedingt nutzen (die anderen natürlich auch:-))

http://www.stopoekozid.at/

Hier nur ein kurzer Auszug daraus! Mehr Infos und die Möglichkeit online zu unterschreiben findet Ihr auf der Webside!!

Das Ziel unser Initiative ist sehr einfach: Umweltzerstörung soll als Verbrechen anerkannt werden. Ein Verbrechen, für welches die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Eine umgesetzte Ökozid-Richtlinie hätte weltweite Konsequenzen. Viele der für Ökozid verantwortlichen Unternehmen sind in der EU registriert und europäische Pensionskassen und Banken gehören zu den größten Investoren Ökozid-verursachender Aktivitäten. Durch das Importverbot Ökozid-verursachender Güter und Dienstleistungen werden faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen, da jeder, der in der EU Geschäfte machen möchte, sich dem Gesetz fügen müsste.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein basisdemokratisches Instrument, welches 2009 in der Europäischen Union eingeführt wurde und seit April 2012 im Gebrauch ist. Es ermöglicht Bürgern, die EU-Gesetzgebung mitzugestalten. Wenn mindestens 1 Millionen EU-Bürger aus mindestens 7 verschiedenen Ländern für unseren Vorschlag stimmen, muss die Europäische Kommission ihn in Betracht ziehen und wir haben das Recht auf eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament. Dies ist viel mehr als eine Petition. Eine EBI zu unterzeichnen bedeutet, euer Recht als EU-Bürger einzufordern, die Gesetzgebung mitzugestalten.

http://www.youtube.com/watch?v=hJ2Qx4vdmvs

http://www.youtube.com/watch?v=nuxoWA0tiyI

2.)

http://www.activism.com/de_AT/petition/plastiksackerlverbot-in-oesterreich-fortsetzung/209

Petition für ein Plastiksackerlverbot in Österreich

An die Regierung des Landes Österreich und ihre Vertreter
Sämtliche Hersteller von Plastiksackerln und
Firmen, die Plastiksackerln verkaufen, bzw. verschenken

Plastiksackerln werden in der Regel aus Polyethylen oder Polypropylen hergestellt. Es dauert bekanntermaßen bis zu 400 Jahre, bis so ein Sackerl in kleine Teile zerfällt, sich jedoch noch immer nicht vollkommen aufgelöst hat. Wir fordern daher ein sofortiges Plastiksackerlverbot österreichweit zum nachhaltigen Schutz und Erhalt unseres Ökosystems.

Diese Petition läuft zeitgleich in Facebook. Alle ZeichnerInnen dieser Petition sollten nur einmal zustimmen.

Danke an alle, die sich die Zeit nehmen!!