EU erwägt Steuer auf Plastiktüten
Liebe KHFP - LeserInnen! Endlich komme ich wiedermal dazu Eure Kommentare zu lesen und selber zu posten. Beim Durchlesen der Kommentare ist mir gleich ein Link aufgefallen, den mir Tanja geschickt hat. Ich finde den Artikel so interessant, dass ich ihn hier auch gleich nochmal wiedergeben möchte! Genau darum würde es auf politischer Ebene gehen: Endlich steuernde Maßnahmen zu ergreifen, um dieser unendlichen (und größtenteils sinnlosen) Plastikmüllflut Einhalt zu gebieten!
Aber macht Euch selbst ein Bild! Bin schon gespannt, was Ihr dazu sagt.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-03/plastiktueten-muell-steuer-kommission
Und hier der Artikel:
Die Kommission in Brüssel sagt den Wegwerfprodukten den Kampf an: Besonders verbreitete Kunststoffartikel könnten bald sondersteuerpflichtig sein.
Der Umweltschutz lässt sich aus Sicht der EU-Kommission mittels Sonderabgaben verbessern: Sie erwägt Umweltsteuern auf besonders verbreitete Kunststoffprodukte, insbesondere auf Plastiktüten. "Marktbasierte Instrumente" könnten "die Herstellung und den Verbrauch von kurzlebigen und Einweg-Erzeugnissen aus Kunststoff zu vermeiden" helfen, heißt es in einem Diskussionspapier der Brüsseler Behörde. Zugleich ist von möglichen Umweltsteuern die Rede.
Umweltkommissar Janez Potocnik stellte das Papier mit dem britischen Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons vor, der sich mit dem Film Trashed gegen Plastikmüll engagiert. Sie wollen damit eine öffentliche Debatte anstoßen.
"Kunststofftragetaschen sind exemplarisch für die moderne Konsumgesellschaft – leicht, praktisch, wertlos und oft nach einer einzigen Benutzung weggeworfen", heißt es in dem Papier. 2010 wurden demnach EU-weit 95,5 Milliarden Plastiktüten benutzt. 92 Prozent fliegen nach einmaligem Gebrauch in den Müll – oder eben in der Umwelt umher.
Viele enden im Meer, laut Angaben der Grünen kommen dort jährlich zehn Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu, der sich nur binnen Jahrzehnten abbaut. Laut EU-Angaben machen Tüten fast drei Viertel der von Trawlern vor der Küste der Toskana gesammelten Abfälle aus.
Grundsätzlich hält die Kommission Kunststoffe "für unverzichtbar". Gerade ihre eigentlich gewünschte Haltbarkeit machen sie aber auch so heikel. Ein Beispiel dafür ist ins Meer gelangtes Plastik, das zu winzigen Teilchen zerfällt und über die Fische in die Nahrungskette und damit in den Menschen gelangt.
Erkenntnis allein reicht nicht
Die Grünen im Europaparlament kritisierten, dass die Kommission nur ein sogenanntes Grünbuch zu den Plastiktüten vorlegt und nicht einen Gesetzentwurf. "Trotz weitreichender Konsultationen und einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung wurde der ursprünglich für das erste Vierteljahr 2013 vorgesehene Gesetzesvorschlag vertagt", sagte Fraktionschefin Rebecca Harms. Wegen dieser Verschiebung sei es unmöglich, diese Wahlperiode noch ein Gesetz zu verabschieden.
Verbundenheit stärken
Nach den vielen Lesungen, Vorträgen und Diskussionen der letzte 8 Monate und der seit über 3 Jahren ungebrochen regen Anteilnahme an diesem Blog möchte ich mich heute wieder einmal ganz besonders bei allen Leserinnen und Lesern bedanken.
Gerade bei meinem letzten Vortrag in Oberösterreich durfte ich wieder ganz außergewöhnliche Menschen kennen lernen. Menschen, die sich teilweise seit vielen Jahren in ihren unterschiedlichen Wirkungsbereichen für einen nachhaltigen Lebensstil, die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien und Bewusstseinsbildung im Sinne einer lebenswerten Gegenwart und Zukunft einsetzen.
Doch nach dieser Lesung und Diskussion in einer kleinen Sonnenenergie- und Photovoltaikfirma in Oberösterreich war ich nicht nur von den Aktivitäten der ZuhörerInnen begeistert, sondern ganz besonders von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, das sich auch bei mir sofort einstellte, obwohl ich keinen der Anwesenden je zuvor gesehen hatte.
Natürlich interessieren sich für so speziellen Themen wie „Plastikmüllvermeidung“ meistens hauptsächlich einschlägig vorbelastete Menschen, doch ich vermeide es tunlichst, darüber zu lamentieren, dass „alle, die es nötiger hätten, eh nicht hier sind...“
Ich halte es für extrem wichtig, Menschen, die sich etwas außerhalb des Mainstreams auf die Suche nach einem – nennen wir es mal ganz allgemein - „sinnvollen Lebensstil“ begeben haben, zu vernetzen und zu bestärken. Und es hat sich in den letzten 3 Jahren als unglaublich befriedigend und erfüllend erwiesen, Kontakte mit ähnlich Gesinnten zu pflegen, Erfahrungen auszutauschen und sich immer wieder neue Impulse und Anregungen zu holen.
Es ist nicht zuletzt dieses gute Gefühl, des Zusammenhalts, der Zugehörigkeit zu einer noch etwas kleineren, aber doch beständig (und hoffentlich bis zur „richtigen“ Größe) wachsenden Gruppe, das mich nach über 3 Jahren noch immer motiviert, über das Thema, das mehr oder weniger zufällig „meines“ geworden ist, zu reden und zu schreiben.
Und es ist dieses gute Gefühl, das mir in den letzten Jahren geholfen hat, auch weit darüber hinaus Motivation und Engagement zu entwickeln.
In diesem Sinne hoffe ich noch auf einen langen und ausdauernden Austausch mit Euch und darauf, dass wir laufend mehr werden!!
Danke!
Freie Sicht
Liebe LeserInnen (eigentlich müsste ich ja angesichts des regen Schriftverkehrs schon "liebe SchreiberInnen" sagen)!
Zum Glück funktioniert die Kommunikation auf dem Blog zeitweise auch ohne mein Zutun sehr gut. Ich war allerdings nicht wegen eines ausgedehnten Weihnachtsurlaubs in letzter Zeit so schweigsam, sondern weil ich es heuer tatsächlich erstmalig in meiner 41-jährigen Karriere geschafft habe, exakt am 24.Dezember krank zu werden - und zwar gleich ordentlich, so dass ich erst jetzt langsam wieder von einer vollständigen Genesung sprechen kann...
Aber ich wär nicht ich, wenn ich der ganzen Sache nicht letztlich doch auch noch was Gutes abgewinnen könnte uns so kann ich Euch hiermit mit Freuden mitteilen, dass ich die ruhigste und stressärmste Weihnachtszeit meines (Erwachsenen)Lebens hinter mir habe - Peter sei Dank!
Das ausgiebige krank Sein hat mir wieder einmal extrem deutlich gemacht, wie viele Dinge einfach NICHT SEIN MÜSSEN und den Fokus auf das verstärkt, was mir in dieser Zeit eigentlich besonders wichtig ist.
In diesem Sinne möchte ich Euch allen noch nachträglich alles Gute für das neue Jahr wünschen und ein paar Gedanken zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel mit Euch teilen.
Freie Sicht
Klar sehen
inmitten des rasenden Stillstands
die Sinne bewahren
den Über alle Grenzen laufenden
fluss
vorbeiziehen lassen
und
Atem schöpfen
Sich nicht auf die Suche
nach einem ethisch korrekten Feuerwerk begeben
das ziellose Rennen
um die Triple-A Gefühle
vorzeitig abbrechen
und
von außen betrachten
sich lächelnd wegdrehen
sich selbst zuwenden
Klar sehen
in langen Nächten
an kurzen Tagen
dass das Selbstverständliche aufhören
und das Unvorstellbare
beginnen wird
Sandra, Dezember 2013
Schenken ohne Kaufen
Bevor ich zu meinem heutigen "Last minute Geschenktipp" komme, möchte ich wieder einmal die Gelegenheit nutzen, um mich bei allen LeserInnen dieses Blogs und meines Buches für die nun teilweise schon jahrelange Anteilnahme an unserem "Dauerexperiment" zu bedanken! Gerade die letzten paar Kommentare zu meinem Buch hier auf dem Blog waren wieder so aufbauend und motiverend, dass ich am liebsten gleich noch ein Buch schreiben würde.... schließlich hat sich die "Plastikfreie Zone" seit ihrem Erscheinen schon wieder ganz schön weiterentwickelt....mal sehen..
Nun aber zum versprochenen Geschenktipp:
Da die Konsumfreude erfreulicherweise in meiner gesamten Familie stark im Sinken begriffen ist, haben meine Schwester und ich (wir schenken uns schon seit Jahren nur mehr "Zeitgeschenke") heuer beschlossen, auch die wechselseitigen Geschenke für die Kinder "umzustellen". Die Tatsache, dass alle unsere Kinder sehr viel und gerne lesen und sich in unseren Haushalten über die Jahre dementsprechend viele Bücher angesammelt haben, hat mich auf die Idee gebracht, das Verleihen von Büchern zum Geschenk zu machen. Konkret heißt das in unserem Fall: Jede Familie sucht in ihrem Bücherfundus nach Exemplaren, die sie gerne jemandem aus der anderen Familie leihen möchte und schreibt dazu jeweils eine nette Weihnachtskarte. Je nach Lust und Laune werden die Bücher dann auch noch - natürlich plastikfrei - verpackt.
Allen, die etwas mehr Aufwand nicht scheuen, kann ich auch noch meine Weihnachtsidee von 2010 ans Herz legen:
Damals habe ich eine so genannte "Bücherkette" verschenkt: Ich wählte 12 FreundInnen und 12 meiner Lieblingsbücher aus und "verschenkte" meine Bücher für insgesamt ein Jahr. Für jedes Buch hatte jedes Mitglied der Bücherkette jeweils ein Monat Zeit, danach sollte das Buch in einer vorher festgelegten Reihenfolge an das nächste Mitlied der Bücherkette weitergegeben werden... auf diese Art hatten alle 12 zumindest theoretisch die Möglichkeit, monatlich ein neues Buch zu lesen und sich mit den anderen Mitgliedern darüber auszutauschen, ohne all diese Bücher zu Hause lagern zu müssen.
Ich denke mit etwas Phantasie und Kreativität kann man diese Ideen problemlos an die eigenen Bedürfnisse und Gegebenheiten anpassen und natürlich auch auf viel andere Bereiche (Kleidung, CDs, Spiele,..) anwenden. Letztlich hat man damit ein sehr persönliche Geschenk, das auch dazu beitragen kann, persönliche Kontakte wieder zu intensivieren. (Als "Verlegenheitsgeschenk" für Leute, denen man eigentlich gar nichts schenken will, ist es aus diesem Grund natürlich weniger geeignet....:-))
Wünsche Euch allen viel Freude beim kreativen stress- und einkaufsfreien Schenken und falls wir uns vorher nicht mehr hören schon jetzt eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für den Jahreswechsel.
Weihnachtszeit – Plastikzeit !?
In der Vorweihnachtszeit muss ich mir die Frage, die ich als Titel für einen meiner letzten Beiträge gewählt habe (Sind wir Konsumioten?) besonders oft stellen.
Weihnachtskitsch in allen Farben, Größen, Formen und Materialmixturen lauert zur Zeit an allen Ecken. Gerade so als bräuchten wir tatsächlich noch eine Steigerung des ohnehin ganzjährig vorhandenen Überflusswahnsinns.
Das Material ist in dieser Ansammlung von nutzlosem, sinnentleerten Ramsch natürlich zweitrangig, Plastik kommt allerdings, schlicht und einfach, weil es so billig ist, in der Hitparade der Überflüssigkeiten besonders häufig zum Einsatz. Es gibt anscheinend NICHTS, womit sich in dieser Zeit des kollektiven Konsumrausches KEIN Geschäft machen lässt.
Meine Gegenstrategie, Einkaufsstraßen und -zentren (möglichst ganzjährig!) weitgehend zu meiden, lässt sich allerdings leider nicht immer 100%-ig umsetzen.
Manche Dinge braucht man auch in der Vorweihnachtszeit wirklich!
Uns holt jedenfalls regelmäßig um diese Zeit das Thema Winterschuhe ein und natürlich stellt sich dabei immer wieder nicht nur die Material sondern auch die Preisfrage. Für den Großteil unserer Familie hat sich das Thema heuer erfreulicherweise nach dem Erscheinen eines Artikels über unser Experiment in der Süddeutschen Zeitung erledigt. Die Schuhfirma Think war von unserer Idee so begeistert, das sie uns spontan 4 nahezu plastikfreie Testmodelle für den Winter zur Verfügung stellte. Die Schuhe werden aus hydrophobiertem Leder hergestellt, das auch unter extremen Bedingungen zumindest zwei Stunden lang wasserfest bleibt und dabei ohne jegliche Kunststoffmembran (Goretex...usw.) auskommt.
Erste „Testergebnisse“ sowie Tragegefühl und Ästhetik sind absolut überzeugend. Die Preisfrage hat in diesem Fall zwar ausnahmsweise einmal keine Rolle gespielt.
Allerdings gibt es auch finanziell gesehen und mittlerweile durchaus empirisch abgesicherte, eindrucksvolle Argumente, beim (Schuh)kauf lieber seltener, dafür aber gezielter etwas mehr Geld auszugeben. Das beste Beispiel dafür: Marlenes Winterstiefel aus Leder und Lammfell, die wir zu Beginn unseres Experiments um durchaus beachtliche 220 € bei GEA gekauft haben. Marlene hatte damals schon meine Schuhgröße. Nachdem sie die Stiefel nun zwei Winter lang getragen hat und herausgewachsen ist, passen sie mir nicht nur perfekt, sondern sehen – nach einer zugegebenermaßen gründlichen Putzaktion meinerseits – auch wieder aus wie neu! Somit komme ich heuer sogar in den Genuss von 2 Paar neuen Winterschuhen, was natürlich meinem Ruf als Schuhfetischistin wieder Auftrieb verleiht. Aber immerhin bin ich guter Dinge, dass ich beide Paare mindestens noch die nächsten 7 bis 8 Jahre tragen werde...
Allen, die den Verlockungen diverser vorweihnachtlicher (Plastik)ramschanbieter etwas entgegensetzen wollen, kann ich speziell für die Vorweihnachtszeit ein nettes, kleines Experiment ans Herz legen:
1.) Auf einen Zettel etwas aufschreiben, das man wirklich braucht oder zumindest unbedingt haben bzw. machen möchte (am besten mit Preis).
2.) Jedes mal, wenn man beim Einkaufen in Versuchung gerät, irgendetwas zu kaufen, was man nicht vorher 100ig geplant hat, sofort den Betrag, den es kosten würde zur Seite legen und zu Hause in eine Spardose werfen.
3.) Sobald auf diese Art der entsprechende Betrag zusammengekommen ist, kann der zu Beginn aufgeschriebenen Wunsch umgesetzt werden.
Natürlich sind derlei „Luxusexperimente“ selbst in Österreich nicht für alle Menschen möglich, natürlich gibt es auch bei uns diejenigen, die sowieso schon jeden Cent 3mal umdrehen müssen oder überhaupt ganz andere Sorgen haben und sich eher darüber Gedanken machen müssen, ob das Monatsbudget noch für das Essen in der nächsten Woche reicht. Diese Menschen kommen ohnehin eher selten in die Verlegenheit, Geld für Unnötigkeiten auszugeben.
Aber zumindest diejenigen, die die Wahl haben (und das sind ja bei uns auch nicht so ganz wenige…) könnten wohl langsam mal anfangen, an den richtigen Ecken und Enden zu sparen…
Viel Spaß beim Ausprobieren!!
Plastikbananen

Eigentlich ist es ja nicht mein Stil, mit Negativbotschaften zu arbeiten, doch dieses Foto, das mir ein Freund unlängst geschickt hat, macht es leider unvermeidbar - sowas kann man nicht unkommentiert lassen.
Ich habe mich also entschlossen, eine neue Rubrik zu eröffnen: " Die absurdesten Anwendungsbeispiele für Plastik!" (und da es hier ja schon lange nicht mehr nur um Plastik geht, dürfen auch gerne andere Materialien in die Sammlung einfließen...:-))
Die geschälten Bananen in Plastik-und Styroporhülle sind jedenfalls im Moment meine unübertroffene Nr.1 in der Hitliste der größten Unnotwendigkeiten aller Zeiten!
Klimaschutzpreis für “Naku” in Aussicht!
Die Firma Naku ist nun für den Klimaschutzpreis in der Kategorie „Klimaschutz durch Innovation“ nominiert!
Das Voting läuft noch bis Sonntag 4.11.2012 und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr diese Sache mit Eurer Stimme unterstützen würdet (siehe Link unten!), da Naku für mich (unter den mittlerweile ja wie Pilze aus dem Boden schießenden "Biokunststoffherstellen") nach wie vor einer der wenigen ist, wo Firmenphilosophie und Einstellung auch wirklich passen.
http://www.klimaschutzpreis.at/start.asp?b=104&vid=343&id=345
Und hier noch genauere Infos für alle, die mehr über die Firma wissen wollen.
http://www.natürlicherkunststoff.com/
Sind wir Konsumioten?
Ich habe gerade die (sehr polemische, tragisch- komische aber jedenfalls sehr empfehlenswerte) Streitschrift von Michael Schmidt-Salomon "Keine Macht den Doofen" gelesen. Im Zusammenhang mit unintelligenten Verhaltensweisen von religösen Gemeinschaften, Politikern, Ökonomen usw. spricht er von Religioten, Politioten und Ökonomioten... Und er hat mich mit seinen Wortschöpfungen inspiriert.
Das Funktionieren unseres gesamten Wirtschaftssystems scheint ja davon abzuhängen, dass wir ständig und im Übermaß kaufen, verbrauchen, verschwenden, wegwerfen und wieder neu kaufen. Der Glaube daran, dass das so sein muss, wird beständig genährt durch absurde Vorstellungen von immerwährendem Wirtschaftswachstum und Horrorszenarien von drohender Arbeitslosigkeit und Finanzkrise.
Während Postämter geschlossen, Bahn – und Buslinien eingestellt, Sozialleistungen, Bildungs- und Gesundheitsausgaben gekürzt werden (hierzulande pflegt man das "Sparen" zu nennen und komischerweise spielen hier die Arbeitsplätze auf einmal keine Rolle) und wir alle angeblich "den Gürtel enger schnallen müssen", braucht "die Wirtschaft" uns andererseits doch weiterhin als getreue, möglichst "denkfreie", dafür aber umso kaufwütigere Konsumioten!
Während "wir alle" uns schön brav darin fügen, dass die grundlegendsten Errungenschaften einer sozialen Gesellschaft systematisch ausgehöhlt und kaputtgeredet werden, weil wir sie uns angeblich nicht mehr leisten können, sollen wir weiterhin munter drauflos konsumieren, um gemeinsam mit Konzernen die trotz Milliardenumsätze aus "Effizienzgründen" Mitarbeiter auf die Straße setzen und /oder ihre Produktionsstätten in Billiglohnländer auslagern, dazu beizutragen dass die einen immer mehr, die anderen immer weniger und am Schluss wir alle keine reale Lebensgrundlage mehr haben.
Aber sind wir wirklich solche unverbesserlichen Konsumioten?
Oder spüren nicht längst viele von uns, dass hier etwas gänzlich falsch läuft. Dass es sich nicht ausgeht, immer weniger in eine funktionierende Gesellschaft zu investieren und gleichzeitig den Menschen einreden zu wollen, dass sie nur genug konsumieren müssen und alles wird gut. Dass die Wirtschaft ins Unendliche wächst und irgendwoher dann schon der ganze "Stoff" kommen wird, den sie dazu braucht, notfalls von einem anderen Planeten. (Heuer war der so genannte "Welterschöpfungstag" immerhin schon am 21. August).
Sind wir - um mit den Worten von Michael Schmidt-Salmomon zu sprechen - tatsächlich dazu verdammt unser Dasein als eine Sonderform des "Homo demens" (des "irren, wahnsinnigen Menschen") zu fristen oder schaffen wir (als Gesellschaft und nicht nur im Einzelfall) den Sprung zum echten Homo sapiens doch noch rechtzeitig?
Ist es nicht längst an der Zeit unsere geistigen und sozialen Kompetenzen mit dem hohen Stand unserer technischen Entwicklung in Einklang zu bringen und alles zusammen dazu zu nutzen, uns endlich aus dem Diktat eines nicht nur menschenverachtenden sondern vor allem auch offensichtlich nicht funktionierenden Sytems zu befreien?
Eines der schönsten Ergebnisse aus unserem nunmehr schon 3 Jahre dauernden Experiment ist, dass anders Denken, anders Glauben und anders Handeln tatsächlich auch eine andere Realität erzeugen können und dass Visionen von einer anderen, einer besseren Welt genau dort realistisch werden, wo aus der Erkenntnis, dass es "so nicht weitergeht" eine konkrete Entscheidung zur Veränderung fällt.
Wenn wir keine Konsumioten (mehr) sein wollen, müssen wir anders entscheiden als bisher: Für mehr Zeit, für wertschätzenderen Umgang mit unseren Ressourcen, für Produkte und Dienstleistungen, die wir tatsächlich brauchen, um gut leben zu können, für Verbesserung der Qualität bei gleichzeitiger Verringerung der Quantität, für ein Ende der weltweiten Misswirtschaft und eine Wirtschaft, die diesen Namen wieder verdient. Für eine Zukunft, die wir unseren Kindern und Kindeskindern wünschen. Und nicht zuletzt für eine Politik, die dafür die nötigen Rahmendbedingungen schafft.
Kompromissbereitschaft und Vernetzung
Der Kommentar von Barbara hat mich so gefreut, dass ich ihn hier auch nochmal als Beitrag posten möchte!
Was ich besonders schön daran finde, dass er sowohl die Kompromissbereitschaft widergibt, die man einfach braucht, wenn man sein Leben in dieser Gesellschaft nachhaltig und langfristig verändern will, als auch die Auswirkung auf das gesamte Konsumverhalten und vor allem die positive Einstellung und Lebensfreude, die mit all dem verbunden ist. Lauter Aspekte, die ich auch in meinem Buch immer wieder beschrieben habe und die - hoffentlich - wieder andere Menschen motivieren und ermutigen, mit einfachen Umstellungen ihres Lebensstils zu beginnen.
Liebe Sandra!
Mittlerweile haben wir gebaut und sind Eltern! Plastic Planet und vorallem Euer Experiment hat unser Leben letztendlich gehörig verändert!
Angefangen haben wir klein, hier aussortieren, da umdenken,...
Unsere Kleidung besteht mittlerweile zB aus reiner Baumwolle, Wolle, etc, - das betrifft besonders unsere Tochter! Ihre Kleidung ist großteils gebraucht, gewickelt wird/wurde mit Stoffwindeln ohne Plastikanteil bzw mit Ökowindeln (WWW). Wir praktizieren Windelfrei, Bzw EC!
Wir haben sie nicht wirklich gebraucht, jedoch haben wir Glasflaschen, und Saugstücke aus Naturkautschuk verwendet, unsere Tochter trinkt bis jetzt Muttermilch und Ansonsten meist Wasser aus einem normalem Trinkglas.
Nur mit den Socken funktioniert das noch nicht so... Für die kleinen Kinder gibts zumindest Strumpfhosen mit Baumwollummanteltem Elasthan.
In der Küche verzichten wir zB auf diverse Geräte, rühren die Zutaten für Kuchen und Brote von Hand zusammen, schneiden Obst und Gemüse mit Messern und Metallhobeln.
Eingerichtet haben wir zwar doch vergleichsweise günstig aber sehr plastikarm, vom geöltem Vollholzboden über die Vollholzarbeitsplatte, bis hin zu Öko-Matratzen - im Kinderzimmer haben wir unsere alten Wohnzimmermöbeln mit gebrauchten aus Willhaben geschickt ergänzt! - als Kompromiss!
Im Kinderzimmer sucht man vergeblich Plastikspielzeug (das ist sowieso klar)!
Unser ganzes Kaufverhalten hat sich verändert, nach und nach. Leider haben wir bis heute Probleme gänzlich plastikfrei einzukaufen! Oft stehen wir dann vor der Entscheidung Bio oder Plastikfreie Verpackung, usw, aber es wird stets besser!
Also danke für die Lebensverändernde Öffentlichkeitsarbeit!
Ich kann den Dank nur zurückgeben!!!
2 interessante Blogs:
Da ich bei meinem letzten TV Auftritt (zum Thema "Verzicht" - wird am 29.9.ab 16 Uhr in ORF 2 bei "Stöckl am Samstag" ausgestrahlt) zwei äußerst interessante Frauen kennengelernt habe, möcht ich Euch heute auch noch deren Blogs empfehlen:
www.ichkaufnix.wordpress.com von Nunu Kaller
Hier geht es um den Selbstversuch 1 Jahr lang kein Shopping (speziell im Bereich Kleidung) zu betreiben, wirklich beeindruckend und vor allem sehr amüsant geschrieben
und
www.makeadifference.janegoodall.at
mit dem wirklich netten Untertitel: "Wie wir jeden Tag die Welt retten können"
von der Schauspielerin Lilian Klebow, die mich bei Gelegenheit vielleich mal aufs Set einladen wird, wo es anscheinend alleine beim Thema "Plastikbecher für den Kaffee" jede Menge Vermeidungspotential gibt...bin schon gespannt!
Jedenfalls war die Aufzeichnung für "Stöckl am Samstag" ein ausgesprochen positives Erlebnis und ich war auch vom Vorgespräch und dem Interesse von Barabra Stöckel sehr angenehm überrascht.
Vor allem die Begegnung mit den anderen Gästen hat mich sehr motiviert und inspieriert. Es war wirklich beeindruckend, dass wir alle, von ganz unterschiedlichen Ausgangsthemen zu sehr änlichen Ergebnissen und Einstellungen kommen. Meine Entschlossenheit auch weiterhin zur Vernetzung von Menschen beizutragen, die Ihren Leben zukunftstauglich machen wollen, ist wieder sehr gestärkt worden!!!
In diesem Sinne mein heutiger Appell am Euch:
Schickt auch weiterhin Eure Tipps, Links, Adressen von interessanten Blogs zu verschiedenen "Weltrettungsthemen" (und das mein ich ganz und gar nicht zynisch!!) usw....
Jeder einzelne Beitrag ist wichtig - das ist mir nicht zuletzt durch die Begegnung mit Nunu und Lilian wieder ganz intensiv bewußt geworden!
Gläser im “Mantel” und erste Urlaubsimpressionen
Heute habe ich wieder ein sehr nettes Mail mit 2 guten Tipps bekommen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte!
Hallo Sandra,
nachdem mein Liebster im Internet auf "Plastic Planet" gestoßen ist, ist er ganz angepickt und möchte euch nacheifern. Bisher viel Theorie
, aber ich lese mich ebenfalls ein und halte die Augen offen. Mir war von eurer Seite im Gedächtnis geblieben, dass nach Spültuch-Alternativen nach wie vor gesucht wird. Für die, die keine Gästehandtücher im Spülbecken mögen könnte ein Schwammtuch von "memo clean" etwas sein. In unserem Bio-Supermarkt (denn´s) habe ich sie heute entdeckt und gleich zum ausprobieren mitgenommen. Ausschließlich natürliche Rohstoffe, keine künstlichen Feuchtmacher, kochfest und zu 100% verrottbar (nach EMPA-Test, der mir nichts sagt). Und verpackt nur mit einem Stück Recycling-Pappe - ok, und 5 cm Tesafilm....
Ich bin ein großer Freund von Schwammtüchern und gespannt auf einen Test. Lt. www.memoworld.com werden die Produkte auch in Österreich vertrieben, auch wenn der Rest der Hygiene-Palette leider in Polyethylen-Folie verpackt ist.
Eine zweite kleine Änderung, die wir vorgenommen haben ist Joghurt im Glas. Um für die Kinder etwas abzufüllen habe ich bisher vor allem Platikdöschen verwendet. Da ich viel nähe haben nun zwei kleine Marmeladen-Gläser ein "Mäntelchen" aus dickem Filz bekommen. So wandern die Gläser sicher im Rucksack mit in den Kindergarten und zurück und sind nach dem Spülen wieder einsatzbereit. Das Design ist noch ein wenig provisorisch, aber funktioniert bisher tadellos und auch der Kindergarten hatte bisher nichts zu beanstanden. Zum Tauschen wird es nun noch zwei weitere Mantelgläschen geben.
LG und weiter viel Erfolg und vor allem viel Spaß,
Nina
Gut, dass es immer wieder so aufmunternde Erfahrungsberichte von Eurer Seite gibt...
Bei unserem heurigen Kroatienurlaub auf einem Campingplatz der Insel Murter hat sich nämlich, nun nicht mehr ganz unerwartet, wieder einmal die typische Ernüchterung eingestellt.
Obwohl sich unser eigener Plastikmüll auch diesmal wieder auf einige spezielle Ausnahmen beschränkt hat, die da waren: Eine Literflasche Joghurt, ein Tetrapack Milch, 6 Eislutscherverpackungen und natürlich das obligate Packerl "Urlaubschips" - für eine Woche in einem fremden Land eine akzeptabel Menge, finde ich.
Unser erster Besuch im kleinen Restaurant auf dem Campingplatzgelände sorgte allerdings für eine unerwartete Plastiküberraschung. Die von uns arglos bestellten Getränke kamen bis auf Peters Bier ausnahmslos in Plastikflaschen und damit nicht genug auch noch alle mit einem extra Plastikbecher garniert daher. Der Versuch, zumindest die Becher zurückzuschicken gestaltete sich daraufhin auch nicht wirklich erfolgreich, da der Kellner sie zwar wieder mitnahm, sie aber trotz ihrer absoluten Unberührtheit direkt im "Gesamtmüll" (von Restmüll will ich in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen) landeten. Und als dann schließlich die Pommes für die Kinder und meine Tomaten mit Mozarella serviert wurden war das "Plastikmenü" perfekt: alles auf Plastiktellern und mit Plastikbesteck!
Gegessen haben wir trotzdem - allen abbrechenden und zersplitternden Plastikgabeln und Messern zum Trotz - doch von unserem ursprünglichen Plan, in dieser Woche öfter mal im Lokal zu speisen, hat uns dieses Menü abgebracht. Lediglich Peters Lieblingsgetränk - offenbar das einzige, das es weltweit in Pfandflaschen gibt - haben wir noch 2,3mal dort eingenommen.
Das einzig Positive, das ich diesem Erlebnis abgewinnen konnte, war die abermalige Bestätigung der Erkenntnis, dass Resaurantbesuche auch ohne derartige Plastikexzesse sicher niemals so "müllarm" sein können wie selber Kochen!!
Weitere "Plastikerlebnisse" aus Murter folgen in Kürze!